Damage (Filmkritik)

Nach einem Vorsprechen bei der Bewährungskommission wird John Brickner (Steve Austin) vorzeitig entlassen. Dies hat er vor allem dem Schreiben von Veronica – der Witwe des Mannes zu verdanken, den Brickner bei einer Schlägerei unabsichtlich getötet hat. Veronica hat dies aber nicht aus reiner Nächstenliebe getan. Ihre Tochter ist schwer krank und braucht dringend ein Spenderherz und Brickner soll das Geld für die sehr teure Operation auftreiben.

In einer Bar lernt Brickner die Kellnerin Frankie (Laura Vandervoort) kennen, die ihn mit ihrem Freund Reno bekannt macht, der wiederum sein Geld mit dem Managen von Untergrundkämpfen verdient. Zuerst wehrt er sich noch dagegen, doch John Brickner hat keine Wahl. Will er das Leben des kleinen Mädchens retten, dann muss er sich seinen Weg bis ganz nach oben zum grossen Geld freiprügeln.

Damage

Teil drei der vorweihnachtlichen Action, diesmal mit einem dieser Wrestler, die es auch ins Actionfilmgenre geschafft haben (der einzig echte Schauspieler unter den Ex Wrestlern ist für mich sowieso nur Dwayne Johnson).

Steve Austin ist in Wrestling Fankreisen ja schon längst eine Legende, mit der Hauptrolle im 2007 enstandenen Actionstreifen „The Condemned“ hat er auch seine Feuertaufe als Hauptdarsteller erfolgreich hinter sich gebracht. Nachdem er 2010 in Stallones „The Expendables“ mitmischen darf, spielt er hier in Damage wieder mal einen harten Hund, der aber diesmal sogar einen weichen Kern hat.

Seine Figur des John Brickner ist zwar ein rauer Typ, mit dem man sich nie im Leben anlegen sollte, er hat aber auch diese „grosser Typ mit starker Schulter zum Anlehnen“ Qualitäten in diesem Film. Er ist innerlich zerrissen, will sich eigentlich von der Gewalt abwenden, doch nur durch seine Strassenkämpfe kann er das erreichen, was er wirklich will und so macht er eben was er am besten kann.

Tja, den Kampfstil kann man wohl am besten so beschrieben: Voll auf die Nüsse!
Hier wird vor allem mit den Fäusten geprügelt was das Zeug hält, aber auch treten, beissen, würgen usw. kommt vor, es ist eigentlich so gut wie alles erlaubt.

Waffen die „gefunden“ werden, wie etwa Eisenstangen, Glasscherben oder Nagelpistolen kommen ebenfalls zum Einsatz, es gibt auch einen Kampf zweier Kontrahenten zwischen wütenden Killerhunden, die über die Kämpfer herfallen, wenn sie diesen zu nahe kommen sollten.

Strassenkampf bzw. guter alter Faustkampf heisst hier also die Devise, besonders viel Stil oder etwa cool anzusehende Martial Arts Moves, darf man hier daher wirklich nicht erwarten. Oldschool Action ohne allzu schnelle oder stylische Bewegungen beschreibt die Sache wohl am Genauesten.

Blutige Gesichter und ausgeschlagene Zähne sind hier selbstverständlich an der Tagesordnung, wobei auf allzu blutige Action verzichtet wurde. Wenn zwei Männer ohne Regeln auf einander einprügeln bis einer aufgibt, dann gehen die beiden Gegener eben nicht gerade zimperlich miteinander um.

Für Lichtblicke bei den männlichen Fans sorgt in diesem Film Laura Vandervoort, die ich bereits als Supergirl in der Smallville Serie und als dauerbikinitragende Schatztaucherin in „Into the Blue 2“ bewundern durfte. In Damage hat sie ausnahmsweise mal dunkle Haare (was mir sehr gut gefallen hat) und es gibt keine einzige Szene, in der sie mit ihrer Schönheit von ihrer möglicherweise nicht vorhandenen Schauspielkunst ablenken könnte.

Gut so, denn ihre Figur der Frankie hat eine schreckliche Vergangenheit hinter sich und ist keineswegs ein eindimensionaler Charakter, Vandevoort spielt ihren Part hier wirklich gut und sie konnte mich auch in emotionalen Szenen überzeugen bzw. berühren.

Insgesamt ist der Film aber leider nichts besonderes geworden, er schwankt zwischen Action und Drama hin und her, hat mich aber überraschenderweise eher auf der Drama Seite überzeugt, da hier die Darsteller über sich hinauswachsen, wo hingegen die Kampfsequenzen etwas lahm wirken und das ganze doch recht choreographiert und unnatürtlich aussieht.

Ich wurde aber trotzdem gut unterhalten, die sympathischen Schauspieler und die sehr einfache – meinen Geist nicht belästigende aber meine Emotionen ansprechende -Geschichte, hatte ich irgendwie doch gerne.

Den Anspruch mehr sein zu wollen als man ist nehme ich diesem Film auch nicht wirklich übel, schuld an der etwas gedämpften Filmfreude ist wohl am ehesten noch das Drehbuch, das nur gute Ansätze liefert, diese aber nur oberflächlich zeigt und nicht mehr daraus macht.

Damage bekommt von mir 5,5/10 alle Gegener niederprügelnde Empfehlungspunkte.


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