Farmhouse (Filmkritik)

Die jungen Eheleute Scarlet (Jamie Anne Allman) und Chad (William Lee Scott) wollen nach dem tragischen Tod des gemeinsamen Babys ein neues Leben in einer anderen Stadt beginnen. Während der 20 stündigen Autofahrt schläft Chad für ein paar Sekunden ein und die beiden haben einen Unfall, bei dem das Auto schwer beschädigt wird..
Die Handys der zwei haben keinen Empfang und weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Zum Glück entdecken die beiden in der Nähe ein Farmhaus und das darin lebende Ehepaar Samael (Steven Weber) und Lilith (Kelly Hu) nehmen die zwei Unfallopfer gerne bei sich auf und bieten ihnen an, eine Nacht auf ihrer Farm zu verbringen und am nächsten Tag gemeinsam zum örtlichen Abschleppdienst zu fahren. Der anfänglich nette Abend wird jedoch zu einer wahren Horrornacht für Scarlet und Chad, denn die oberflächlich hilfsbereit erscheinenden Gastgeber, sind alles andere als nette Menschen.
Für ihre aktuellen Gäste haben sie sich ein perfides Spiel ausgedacht, was ganz leicht mit dem Tod der Spieler enden könnte.

Farmhouse

Halloween 2009 die zweite Klappe, nach meinem eher lustigen Start nun mal ein ernster Beitrag. Farmhouse wirkt – wenn man die Story liesst oder nur die erste Stunde des Filmes gesehen hat – wie ein klassischer Folterhorrorfilm. Unschuldiges Pärchen trifft zufällig auf böse Gegenspieler, die Gewalt eskaliert und am Ende wachsen die „Helden“ des Filmes über sich hinaus.

Soweit so gut, doch dieser vorliegende Film geht hier andere Wege worauf ich später in der Spoiler Sektion noch näher eingehen werde. Regisseur George Bessudo konnte ja bereits 2007 mit Lake Dead erste Horrorerfahrungen sammeln, mit Farmhouse hat er die Qualität seiner Art Filme zu machen aber auf jeden Fall um einiges gesteigert. Man merkt zwar an Hand der wenigen Locations (die Handlung beschränkt sich eigentlich nur auf zwei Häuser) und dem sparsamen Einsatz von Effekten dem Film das geringere Budget doch deutlich an, doch holt Bessudo mit den vorhandenen Mitteln das Beste aus der Sache heraus.

Schauspielerisch fällt vor allem Steven Weber als eiskalt abgebrühter Samael auf, sein Spiel lässt einem wirklich kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen. Kelly Hu hat mich auch positiv überrascht, sie wirkt mysteriös und erotisch, doch schon im nächsten Moment unberechenbar und gefährlich. Die Darsteller von Scarlet und Chad fallen dabei etwas ab, doch auch sie sind durchgehend überzeugend, vor allem in den dramatischen Szenen drehen sie richtig auf.

Die Härte des Filmes hält sich übrigens angenehmerweise in Grenzen, nach einem langsamen (für manche vielleicht langweiligen) Start, geht der Film zwar in die Richtung des psychologischen Horrorfilms, doch es gibt zwei doch ziemlich heftige Szenen, die sicher nicht jedermanns Sache sind. Ansonsten zieht sich die bedrückende Anfangsstimmung konsequent durch den ganzen Film hindurch.

Warum das Ganze nun aber kein 08/15 Streifen ist, werde ich nun noch kurz in zwei gespoilerten Absätzen beschreiben für all die, die es gleich wissen wollen:

ACHTUNG SPOILER:
Scarlet und Chad sind bei dem Autounfall gestorben und befinden sich in einer Art Vorhölle, wo die Dämonen Samael und Lilith testen, ob sie wirklich in die Hölle gehören oder eine zweite Chance verdient haben. Warum sie hier sind und nicht gleich im Himmel? Sie haben ihr krankes Baby getötet, um an die Lebensversicherung zu kommen und Chads Spielschulden bezahlen zu können.

Man wir also bis zum Ende an der Nase herumgeführt und man fühlt sich auch als Zuseher irgendwie betrogen von Scarlet und Chad, da man sie ja als Sympathieträger ausgewählt hatte und ihnen ein Happy End gegönnt hätte.
SPOILER ENDE

Ein kleiner feiner Horrorfilm also, der zwar insgesamt nicht einer meiner Lieblinge werden wird, doch dank der neuen Ideen und der gut durchdachten Story macht die ganze Geschichte eindeutig mehr Spass, als man erwarten hätte können.

Farmhouse bekommt von mir 7/10 die Grenzen der Liebe testende Empfehlungspunkte.


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