The Chaos Experiment – Steam Experiment (Filmkritik)

Ein seltsamer Kerl namens Jimmy (Val Kilmer) betritt die Redaktion einer Zeitung und möchte mit dem Chefredakteur reden. Jimmy erzählt daraufhin dem Besitzer der Zeitung eine schräge Story. Die Menschheit wird nämlich, wie die Mayas ja bereits vorausgesagt haben, 2012 aussterben. Schuld daran wird die globale Erwärmung sein, da die Menschen durch die Hitze verrückt werden und/oder sich gegenseitig umbringen werden. Um dies zu beweisen hat Jimmy sechs Leute (unter ihnen Eric Roberts) in einem speziell angefertigten Dampfbad eingesperrt und sie werden alle sterben, wenn Jimmy´s Geschichte über das Ende der Welt nicht auf die Titelseite der Zeitung kommt.

Der schnell herbeigerufene Detective Mancini (Armand Assante) nimmt sich um den Fall an, doch er hat nur wenig Zeit herauszufinden, ob die Geschichte mit den sechs Geiseln wahr ist oder alles nur der Phantasie eines Verrückten entspringt.

Steam Experiment Film

Ganz schön irrer Mix den uns Regisseur Philippe Martinez (er soll 2011 mit Tribes of October gross herauskommen) hier auftischt. Ok, die Erde geht unter 2012. So weit so schlecht. Ein Experiment im Dampfbad um dies zu beweisen? Das wirkt schon ziemlich daneben und fällt nun wirklich keinem normalen Menschen ein.

Gut dass Val Kilmer kein normaler Kerl ist (zumindestens in diesem Film). Wenn er mit seinen verlorenen, schnell hin und her schweifenden Blicken und den kleinen Bewegungen die er immer wiederholt mit unverschämter Arroganz von der Wichtigkeit seines Experiments spricht, dann glaub ich ihm sofort, dass er aus einer Irrenanstalt entflohen ist.
Kilmer ist zwar mittlerweile zum zumindestens temporären DVD Premieren Star abgestiegen, doch hier beweist er wieder mal, dass er es durchaus noch drauf hat wenn er in Spiellaune ist.

Armand Assante hat seine beste Zeit auch schon hinter sich, er liefert hier eine sehr routinierte Performance ab. Eric Roberts als einer der Gefangenen im Raum zeigt vor allem am Ende des Filmes was er kann, wenn er beginnt langsam auszuticken dann spürt man sofort, dass man ihm nun nicht mehr zu nahe kommen sollte. Der Rest der „Saunagäste“ ist ebenfalls überzeugend und die Damen in ihren Bikinis funktionieren als optischer Bonusreiz auch recht gut.

Wobei wir bei der grössten Stärke des Filmes wären, der Art und Weise wie die Szenen im Dampfbad gefilmt wurden. Alles ist in einem teilweise pulsierendem Gelbton gehalten, man fühlt sich ständig wie mitten im Geschehen und die Hitze wird für den Zuseher fast schon spürbar. Diese Sequenzen und Kilmers eigentümliche Performance sind dann auch das, was den Film richtig unterhaltsam macht.

Die Handlung insgesamt wird nämlich sehr langsam erzählt und es kommt nur wenig Spannung auf. Man ist weniger am Schicksal der Geiseln interessiert als an Kilmers Geisteszustand – hat der Kerl die Leute echt entführt oder alles nur erfunden bzw. halluziniert? Für Kilmer Fans auf jeden Fall eine Empfehlung, für Freunde abgefahrener Thrillerideen, die gerne Menschen in Extremsituationen beim Durchdrehen zusehen ist dieses Experiment auch ein heißer Tip.

Alle anderen könnten eher gelangweilt reagieren und sich fragen was der Schwachsinn soll, denn die hier vorgegebene Grundsituation ist sicherlich nicht für jeden etwas.
Da ich aber keinen ernst gemeinten Anspruch entdecken konnte der uns vor dem Ende der Welt warnen soll, ist für mich das Aufgreifen dieser These hier kein Problem.

The Chaos Experiment bekommt von mir 6/10 chaotisch, dampfende Empfehlungspunkte.


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