Walk the Line (Filmkritik)

Johnny Cash (Joaquin Phoenix) hat einen Traum. Er möchte dem tristen Vertreter-Dasein entfliehen und seiner großen Leidenschaft nachgehen – der Musik. Doch seine Frau Vivian (Ginniger Goodwin) unterstützt ihn nicht gerade. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, bekommt er den Vorraussagen seiner Frau zum trotz, einen Vertrag. So beginnt eine bespielhafte Karriere, die jedoch von Drogen und zahlreichen Affairen überschattet wird. Doch das alles hat ein Ende, als er June Carter (Reese Witherspoon) kennen lernt, in die er sich auf Anhieb verliebt. Der Rest ist Geschichte.

Eine wirklich tolle Geschichte, brilliant erzählt. Während der Anfang etwas holprig daher kommt, weil so viel erzählt wird, ist die eigentliche Handlung (die Drogen und die „verbotene“ Liebe zu June Carter) wie aus einem Guß und gibt einem das Gefühl persönlich dabei gewesen zu sein. Man möchte Cash am liebsten ohrfeigen wenn er sich eine Droge nach der anderen rein pfeift und dabei seine Frau und seine Kinder grob vernachlässigt.

Und man will sich einfach nur freuen, wenn er doch seinen Weg findet und ihn auch geht. Für mich an faszinierendsten war sein Auftritt in Fallson Prison (für den er noch berühmter werden sollte). Phoenix, der hier wie auch Witherspoon selber sang, zog mich mit seiner dunklen und rauchigen Stimme in seinen Bann. Wenn er uns die Lebensabschnitte von Cash zeigt, glaubt man ihm jeden einzelnen – den schüchternen Jungen, den Ehemann und Vater, das Drogenwrack und schließlich jemanden, der verzweifelt verliebt ist.

Witherspoon als June Carter war ebenfalls eine gute Wahl, wurde ihr so doch die Chance gegeben, sich von diversen Blondinenfilmen (Natürlich Blond 1 & 2, Sweet Home Alabama) zu distanzieren und ihr wahres Talent zu zeigen. Wie sie Cash zwingt sein Leben in die Hand zu nehmen und dabei seine Drogen einfach ins Klo schüttet, da hat man nicht nur Respekt vor der schauspielerischen Leistung von Witherspoon, sondern auch vor der echten June Carter, der man wohl zu verdanken hat, dass Cash nicht einen frühen Drogentod gestorben ist.

Wer des weiters noch auffiehl war wohl Johnnys Vater, dargestellt von Robert Patrick. Man denkt sich oft, was wohl aus einem selber werden würde, wenn man so ein Ekelpaket als Vater hat, dass einem die Schuld am eigenen Bruder zuschiebt (so von wegen, es hat den falschen Sohn erwischt – und so was kommt dann vom eigenen Vater, toll oder?). Alles in allen ein authentische und mitreißende Bio, die zu begeistern versteht und in einem den Willen auslöst, sich doch mal eine Cash-Platte zu kaufen.

Noch ein kleines Zitat: „Du trägst schwarz, weil du nichts besseres hast, du hast deinen Rhythmus gefunden, weil du nicht schneller spielen kannst und du hast mich geküsst, weil es einfach so passiert ist?! wieso stehst du nicht einfach zu dem, was du bist?!“

Der Film bekommt von mir 9 von 10 biografisch, wertvollen Empfehlungspunkte.


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