Der Krieg des Charlie Wilson – Charly Wilson’s War (Filmkritik)

Man schreibt die frühen 90er Jahre. Charlie Wilson (Tom Hanks) ist ein Playboy, der ganz nebenbei noch Abgeordneter im amerikanischen Senat ist. Augenscheinlich in der unteren Liga spielend, bis jedoch auf eine Ausnahme: er ist Mitglied in 2 der wichtigsten Komitees – Auslandsangelegenheiten und verdeckte Ermittlungen. Durch Joanne Herring (Julia Roberts), eine Konservative, lernt er die Probleme der Menschen kennen, die unter der brutalen, sowjetischen Besatzung leiden.

Mit der Hilfe von Gust Avrakotos (Philip Seymour Hoffman) , eines einzelgängerischen CIA Agenten, organisiert Charlie Geld, womit die USA Afghanistan über einige Umwege (sollte ja ein kalter und kein offener Krieg werden) sponsert. Somit können die Waffen kaufen und Krieger ausbilden. Doch Wilson lernt auch die Schattenseiten dieses Krieges kennen. 1 Milliarde wurde in den Krieg investiert, doch für die Bildung des gebeutelten Volkes wollte man nicht einmal eine Million locker machen.

Wie bewertet man einen Film wie diesen? Die Wandlung des koksenden Playboys zu einem durchaus ernst zu nehmenden Strippenzieher wird von Tom Hanks ganz gut verkörpert. Bin nach wie vor der Meinung, dass jemand wie Tom Hanks nicht in die Rolle eines gut aussehenden (gut sieht er meiner Meinung grundsätzlich nicht aus) Sonnyboys passt. Wo er sein volles schauspielerisches Können zeigte, war, als aus Charly doch noch ein ernst zu nehmender Politiker wird. Julia Roberts gab als Joanne Herring ein eindrucksvolles Schauspiel-Comeback.

Mit blonder Beton-Frisur gibt sie die ebenso charmante, wie widersprüchliche Frau. Einerseits eine High-Society Lady auf der anderen Seite eine Frau, die sich nicht nur für das interessiert was genau vor ihrer Nase liegt. Voller Eifer und Engagement sammelt sie Spenden um den Krieg in Afghanistan zumindest fair zu gestalten. Philip Seymour Hoffman als Agent Gust gibt den abgefuckten und leicht desillusionierten FBI Agenten mit viel Mut zur Hässlichkeit und einer gehörigen Prise Sarkasmus wirklich toll. Alles in allem ein guter und sehr bedrückend, realer Film. Und hier noch ein Zitat von Charly Wilson: Alle diese Dinge waren glorreich und veränderten die Welt, doch dann versauten wir das Endspiel.

Der Film bekommt 7/10 sarkastisch, lustige Punkte.


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