
Im Jahr 1942 wird in der Tschechoslowakei ein Attentat auf den Gestapo-Offizier Reinhard Heydrich verübt. Das Attentat schlägt fehl und so werden die Urheber ausgeforscht und die Nationalsozialisten gehen da nicht wirklich zimperlich vor. Großmutter ist dabei die Wohnung auszuräumen und alte Sachen zu entsorgen und dabei stolpert ihr über Unterlagen von damals. Es ist nicht so richtig klar, ob und wie euer Großvater in die ganze Sache involviert war. Fix ist, dass er kurz nach dem Attentat verhaftet wurde.
Es liegt nun an euch, durch Interviews in der Jetztzeit mit den wenigen Überlebenden und Zeitzeugen zu reden und herauszufinden, was damals los war …
Wieder einmal bin ich durch Zufall auf ein wirklich spannendes Spiel gestoßen. „Attentat 1942“ hab ich auf GOG entdeckt und dachte mir, dass das spanned klingt. Ich weiß ohnehin viel zu wenig über die Besatzungszeit in anderen Ländern – also dachte ich mir, ich schau mal rein.
Rein spielerisch ist das Ganze nicht sonderlich herausfordernd – man klickt sich durch Interviews, stellt Zusammenhänge her, klappert Zeugen ab und hin und wieder löst man ein Minispielchen – wenn es zB ums Aufräumen oder so geht. Stellt man – teilweise – die richtigen Zusammenhänge her, dann tun sich neue Dialogoptionen auf.
Scheitern kann man per se nicht, aber es gibt (scheinbar) verschiedene Enden. Man kann es ja in den Gesprächen vergeigen und zum Beispiel wichtige Informationen nicht erhalten.

Im Grunde also spielerisch eher anspruchslos, aber doch – durch die eingestreuten Interviews und vor allem durch die Geschichte, die sich nach und nach vor den geneigten Spieler:innen ausbreitet, bleibt die ganze Sache allerdings richtig spannend. Ich fand es faszinierend, die Geschehnisse von damals sozusagen aus „erster Hand“ zu hören und zu erleben.
Wichtige Abläufe und Szenen werden in wirklich gut gemachten, gemalten Zwischensequenzen erzählt und man merkt den Macher:innen an, dass sie wirklich recherchiert und Zeitzeugen befragt haben. Ob die Schauspieler:innen selbst die Zeitzeugen sind, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall sind sie sehr glaubwürdig.
Ich habe ein Ende erreicht, welches mir sehr gut gefallen hat, weil ich einerseits wirklich draufgekommen bin, was los war und wie Großvater invovliert war – und außerdem habe ich es zwei Personen ermöglicht eine alte Bürde loszuwerden und die Art und Weise, wie das inszeniert war – das war schon emotionales Kino.
Kein leichtes Spiel von der Story her, vom Gameplay schon, aber ich finde ein sehr interessantes, gut gemachtes und an einem Abend locker durchzuspielendes Zeit-Dokument – in Point-And-Click-Form halt.
Hat mir wirklich, wirklich gut gefallen.
„Attentat 1942“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, als spielbares Zeitdokument alles richtig machende, Punkte.
