Ben Mears (Lewis Pullman) kehrt nach Jahren in seine alte Heimatstadt Salem’s Lot zurück. Just zu dieser Zeit eröffent auch Mr. Straker ein Geschäft. Er ist es auch, der im alten Marsten-Haus eingezogen ist. Ein Haus, von dem seit ewigen Zeiten erzählt wird, es sei verflucht und dort würde es spuken.
Just als Ben sich Susan (Makenzie Leigh) annähert passiert ein Unglück. Ein Junge verschwindet. Suchtrupps werden gegründet. Auch der Priester Callahan (John Benjamin Hickey) und der Lehrer Matt Burke (Bill Camp) nehmen daran teil. Aber sie finden ihn nicht.
Währenddessen macht der junge Mark (Jordan Preston Carter) eine unangenehme Erfahrung: Der vermisste Junge besucht ihn des nachts und erbittet Einlass in sein Zimmer, denn der Meister würde das befehlen.
Immer mehr Menschen verschwinden oder tauchen verändert wieder auf – Salem’s Lot beginnt sich zu leeren. Was geht hier vor und wie kann man es stoppen?

Keine Ahnung, die wie vielte Verfilmung von Stephen King’s „Salem’s Lot“ dies hier schon ist. Ich kann mich an die ganz alte Version – eine Miniserie – aus dem Jahr 1979 erinnern und an das „Remake“ von 2004 mit Rob Lowe in der Rolle des Ben Mears. Während ich an die 1979-Version gute Erinnerungen habe, bin ich erst durch Recherche daran erinnert worden, dass es das ja auch noch gab. Hat wohl keinen großen Eindruck bei mir hinterlassen.
Naja, jedenfalls war es wieder einmal Zeit, denn im Jahr 2026 braucht man keine neuen Ideen, man muss nur alte Ideen wieder aufwärmen. Das reicht ja bekanntlich eh schon aus.
Zum Glück fühlt sich diese „Neuverfilmung“ etwas bodenständiger und frischer an als ich erwartet hatte – die Eröffnung des Films und der langsame Aufbau sind richtig gut gemacht und haben wir wirklich gut gefallen. Ich wollte eigentlich nur mal reingucken, bin dann aber bis zum Schluss drangeblieben. Das sagt doch auch schon was aus. Und Nein, ich habe auch nebenbei nicht mit dem Handy gespielt oder darauf geguckt (was ich allerdings eh nie mache).
Also alles in Butter? Nein, leider nicht. Obwohl der Film in Summe sehr, sehr viel richtig macht und gerade in der ersten Hälfte die Stimmung richtig düster, bedrohlich und böse ist, so verliert sich das in der zweiten Hälfte ein wenig. Was auch daran liegt, dass in der zweiten Hälfte dann leider so viel passieren muss, dass vieles davon ein wenig gehetzt wird. Das fällt vielleicht weniger auf, wenn man das Buch oder die Vorgänger-Verfilmungen nicht kennt – das kann ich leider nich beurteilen.
Schauspielerisch funktioniert alles super, auch wenn ich mich anfangs an die Art zu sprechen von Makenzie Leigh gewöhnen musste – ihre Figur hatte dennoch ein paar sehr schöne Momente (ich sag nur: „Warum sagst du mir das so laut?“). Lewis Pullmann macht seinen Job schon gut, setzt aber keine Akzente – das tun dafür John Benjamin Hickey als Vater Callahan, der nur wenig Szenen hat, die aber absolut die seinen sind, oder Bill Camp, dessen Charakter einfach von seiner ersten Szene weg einfach ein Symapthieträger ist und Alfre Woodard als Gerichtsmedizinerin Cody ist auch spitze besetzt. Ein Fall also in dem die Nebenrollen mehr hergeben und besser wirken als die Hauptfigur. Das liegt allerdings mehr an der Art, wie das Drehbuch geschrieben ist als am Schauspiel, denn Ben hat jetzt per so auch keine großartigen Momente im Film, wie ich leider gestehen muss.
Was mich ein wenig genervt hat, ist die Figur von Mark, denn der kleine Horrorfan sollte eigentlich ein Sympathieträger sein, wirkt jedoch wie ein vorpubertärer Großkotz. Dass es dann noch dazu er ist, der als großer Held quasi alle rettet (die halt noch da sind) und immer wieder quasi als Held etabliert wird, ist deshalb sehr schade, wie ich finde.
Was dem Film aber tatsächlich nicht gut tut, ist die Tatsache, dass die Vampire zum großen Teil aus CGI bestehen oder zumindest damit erweitert wurden. Das sieht einfach zu plastikmäßig aus und wirkt wenig bis nicht bedrohlich, sondern primär lächerlich. Auch deshalb funktioniert die erste Hälfte des Films besser, weil man da immer nur blitzartige Momente einstreut in denen sie/er gezeigt wird/werden. Wenn man sie dann länger sieht, dann verlieren sie viel von ihrem Horror. Gerade Barlow als Oberbösewicht bleibt (man verzeihe das Wortspiel) sehr blass.
Außerdem leistet man sich bei ein paar Szenen dramaturgisch bzw. logisch ein paar Schnitzer. Nur so ein Gedanke: Wenn der kleine Bruder vermisst wird, ich nach drei Tagen (oder mehr) seine Mundharmonika vor dem Fenster spielen höre, seinen Namen rufe und er nicht reagiert – dann kann ich wohl davon ausgehen, dass das nicht mein Bruder ist dort draußen, oder? Warum sollte mich der nach Tagen der Suche und Sorge und Panik mit einer Mundharmonika zum Narren halten? Eben.
Lässt man solche logischen Brecher mal außer Acht, dann funktioniert alles erstaunlich gut. Der Film ist flott, gut erzählt und wie gesagt gibt sich schauspielerisch niemand eine (erneut: tut mir leid für das Wortspiel) eine Blöße. Ein paar nette visuelle Ideen sind dann auch noch drin – zum Beispiel eine Art kurzes Schattenspiel bei einer Verfolgung durch den Wald – das sieht richtig gut und unheimlich aus.
Alles in allem bekommt die 2024iger Version von „Salem’s Lot – Brennen muss Salem“ von mir 6,5 von 10 möglichen, zur Einmalsichtung auf jeden Fall geeignet und trotz kleiner Schnitzer absolut unterhaltsame Punkte.
