Thrash (Filmkritik)

Ein Hurrikane der Kategorie 5 ist kurz davor, eine kleine Küstenstadt zu erreichen. Kein Ort an dem man sich zu diesem Zeitpunkt befinden will, schon gar nicht, wenn man auch noch wie Lisa (Phoebe Dynevor) hochschwanger ist.

Sich nach dem Tod der eigenen Mutter in einem Zustand zu befinden, der Panikattacken beim Verlassen der eigenen vier Wände verursacht, bringt Dakota (Whitney Peak) ebenfalls in eine suboptimale Position. Dennoch sind die beiden Damen nun mal hier und Lisa ist auf Hilfe angewiesen…

Nein, ihr habt euch nicht verlesen, auch wenn der Film über seine Produktionszeit zahlreiche Namensänderungen spendiert bekommen hat. Dies ist zwar (neben einem starken Hauch von Katastrophen-Abenteuer) ein Creature Feature mit Haien als Antagonisten, dennoch handelt es sich nicht um einen Trash-Film, sondern um einen Film namens Thrash.

Das bedeutet auf deutsch je nach Zusammenhang etwa so viel wie verprügeln, oder im Sport vernichtend schlagen, sich hin und her werfen oder etwas ausdiskutieren. Dabei kann man mehrere Übersetzungen auf Tommy Wirkolas (The Trip) neuen Film anwenden, den es seit Anfang April 2026 auf Netflix zu sehen gibt, nachdem Sony den ursprünglichen Kino-Release auf Eis gelegt hat.

Der Film bedient gleich beide Genres, nutzt die Naturgewalten aber eher als Setup für das Hai-Szenario. Dabei wird das Rad erwartungsgemäß nicht neu erfunden, aber in seiner knackigen unter 90 minütigen Laufzeit, macht Wirkola mit dem auch von ihm verfassten Drehbuch, etwas grundlegendes sehr richtig.

Es ist zwar einfach, aber es funktioniert eben so gut wie immer. Er wählt Protagonisten, denen das Leben zumindest in letzter Zeit übel mitgespielt hat bzw. die man als Außenseiter bezeichnen kann. Parallel werden dabei zwei sich nicht berührende Storys erzählt, neben den beiden Hauptladys geht es auch um drei Waisen mit gar nicht mal so netten Pflegeeltern.

Die Figuren mag man also von der Ausgangslage her und die Darsteller liefern den Rest. Vor allem Phoebe Dynevor (Bridgerton) als Lisa macht das richtig gut, denn ihre Situation ist völlig drüber und endet in einer over the top Geburts-Szene, die leicht nur lächerlich hätte sein können, wäre sie nicht so cool in ihrer Performance.

Ebenfalls großartig sind die Haie. Das betrifft die Effekte aber vor allem auch die Bewegungen und die damit verbundene Geschwindigkeit, mit der sie auf ihre Opfer zusteuern. Abgetrennte Körperteile gibt es dabei erwartungsgemäß ebenfalls und ja, die Tierchen wirken sogar wieder mal bedrohlich, egal ob als unsichtbare Gefahr oder direkter Angreifer.

Das ergibt in Summe einen sehr kurzweiligen Film, mit sympathischen Figuren, starken Effekten, gestylter Dramatik, gezieltem Humor und sehr bewusst gewählten larger than life Momenten, die ich mir nach dem Film gleich nochmal angesehen habe. Das macht schon Spaß und genau das habe ich auf Grund des Regisseurs auch erwartet.

„Thrash“ bekommt von mir 6,5/10 die Vorzüge einer Wassergeburt nutzende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.