Captain Jackie Velez vom Miami-Dade Police Department wird ermordet und sofort machen Gerüchte über korrupte Cops die Runde und ihr gesamtes Team wird verdächtigt. Der nun aufgestiegene Anführer des Tactical Narcotics Teams (TNT), Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon), bekommt gleichzeitig einen Tip mit einer Adresse für ein Haus, in dem illegales Geld versteckt sein soll.
Er bricht gemeinsam mit Detective Sergeant J.D. Byrne (Ben Affleck) und den restlichen drei Teammitgliedern sofort zu dem Haus auf, dass von Desi Molina (Sasha Calle) bewohnt wird. Als sie die gewaltige Summe von über 20 Millionen Dollar Drogengeld entdecken, hält sich Dumars nicht ans Protokoll und leitet dies nicht an die Dienststelle weiter, sondern er konfisziert die Handys seiner Leute und will die Sache mit und innerhalb seines Teams klären…

Stretch, Boss Level und Copshop, Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan hat in den letzten Jahren immer wieder Thriller abgeliefert, die coole Action-Momente beinhalten und in Summe einfach Spaß machen. Seit Jänner 2026 läuft nun sein aktueller Film auf Netflix und für die beiden Hauptrollen, konnte er Matt Damon und Ben Affleck verpflichten können. Mit Damon gibt es auch ein aktuelles Interview, über das ich kurz ein paar Worte verlieren möchte.
Er spricht über das Thema, dass moderne Filme immer dümmer werden. Das zeigt sich darin, dass z.b. Auflösungen nach einem Twist nicht nur gezeigt, sondern auch erklärt werden. Das wiederum ist scheinbar nötig, weil immer mehr Menschen in abgelenkter Form Filme konsumieren, also etwa gleichzeitig mit dem Handy spielen. Deshalb sind doppelte Auflösungen laut Produzenten nötig geworden. Ich persönlich finde das schade, aber wenn man den Grund dafür hört, dann haben wir als Fans des Medium Film, diese Entwicklung wohl verdient.
Jetzt aber zurück zum eigentlichen Erlebnis und im Vergleich zu meinen drei oben genannten Lieblingsfilmen von Carnahan, kommt dieser Rip völlig ohne Humor aus. Die Atmosphäre ist düster und angespannt, innerhalb des Teams kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und das Vertrauen in die Kollegen leidet extrem. Als Zuseher ist man eigentlich durchgehend am Spekulieren, ob es gleich mehrere Verräter gibt, die das Geld über das Gewissen/den Job stellen.
Wer hier ein schmutziger Cop ist, wer für den Mord an ihrer Chefin verantwortlich ist, einfach wem man hier trauen kann, das – unterstützt von den engagierten Performances – macht den Reiz der ganzen Sache aus. Wenn man die Auflösung dann kennt, ist das im Rückblick kein Film, der bei einer Zweitsichtung noch spannend wäre bzw. bin ich einer, der sich oft nicht ganze Filme, sondern Lieblings-Szenen, immer wieder ansieht. Solche gibt es hier nicht.
Die Schießereien sind intensiv (und verwackelt), die Verfolgungsjagden kurz und knackig gehalten, Highlights sind keine dabei. Matt Damon (Jason Bourne) als Dumars und Ben Affleck (Hypnotic) als Byrne kennt man ihre Freundschaft im echten Leben an, ihre Figuren haben eine gewisse Vertrautheit und ihre Streitigkeiten wirken wie die zwischen Brüdern. Dennoch haben die zwei die intensivsten Momente. Der Lichtblick in all der Abgebrühtheit, ist dann aber Sasha Calle.
Sie habe ich als (verschenktes) Supergirl in The Flash kennengelernt und ihre Desi ist aufgeweckt, nicht auf den Mund gefallen und hat das Herz am rechten Fleck. Ebenfalls interessant war es für mich als Freund von Scott Adkins (Prisoner of War), ihn hier (als FBI Bruder von Afflecks Charakter) in einer Rolle zu sehen, die null Kämpfe beinhaltet. In Summe machen hier alle Darsteller einen guten Job, vor allem die Ladys sind auf natürliche Weise einfach lässig.
Was heißt das nun für den Film als Ganzes? Auf Carnahan bezogen nicht schlecht, aber nicht bei meinen Lieblingen dabei. Auf Netflix bezogen sicherlich einer der besseren Thriller, egal ob nun auf die Machart als auch auf Handlung und Schauspiel bezogen. Das Ende überrascht dabei kaum (außer vielleicht man hat zwischendurch aufs Handy geschaut), aber es ist sehr befriedigend und es gibt einen sehr schönen Moment zwischen – kleiner Spoiler – Desi und Dumars.
„The Rip“ bekommt von mir 6,5/10 den Verlockungen durch das liebe Geld, konstant widerstehende Empfehlungspunkte.


