Während des zweiten Weltkrieges wird ein australisches Kriegsschiff von einem japanischen Kampfjet zerstört. Ein paar der überlebenden Männer können sich danach auf ein größeres, schwimmendes Teile des Schiffes retten, dass sich als provisorisches Floß benutzen lässt.
Neben Orientierungslosigkeit und möglichem weiteren Feindkontakt, bekommen sie dabei schon bald ein noch viel größeres Problem: ein weißer Hai umkreist sie und es hat den Anschein er wird nicht aufgeben, bis er jeden einzelnen von ihnen, als Beute genossen hat…

Regisseur und Drehbuchautor Kiah Roache-Turner bleibt seinem Lieblingsgenre Horror treu, wechselt aber nach Zombies in Wyrmwood und Spinnen in Sting, nun erneut die Gegenspieler der Helden. Neben dem Krieg an sich, ist das hier dann ein Hai. Richtig gelesen, dies ist ein Kriegsfilm gemixt mit einem Creature Feature und ja, der Film nimmt sich ernst und ist alles andere als eine Komödie.
Der Beginn hier beim Training im Lager etabliert sehr gekonnt die wichtigsten Charaktere und ihre Zwecke. Der traumatisierte, kämpferische Held, sein körperlich schwächerer Sidekick mit dem Hirn und dem Herz am rechten Fleck, der egoistische Angeber, der doofe Typ, der sicher sterben wird und weitere Kerle, die man am Besten als Haifutter bezeichnen kann. Das nimmt dann auch den Hauptteil der Handlung in Anspruch und dadurch kommen Einschränkungen.
Wer wegen dem Genremix – abgesehen vom Setting – ein Kriegsszenario erwartet, der wird hier sicherlich enttäuscht werden. Die Fahrt in den Kampf führt nämlich nach Beschuss direkt ins Wasser und somit zum Hai. Die Handlung spielt dann bis zum Ende beinahe ausschließlich auf einem im Wasser treibenden Teil eines Wrackes und da spielt sich der Hai dann mit seiner Beute. Der Charakter des Tieres wirkt dabei fast schon menschlich, einfach auf Grund wie ihn die Kamera zeigt, gepaart mit den „Blicken“.
Neben menschlichen Gegnern führt dabei auch Dummheit dazu, dass die Männer immer weiter dezimiert werden und etwas Wagemut, treibt die Handlung zusätzlich voran. Die Atmosphäre ist durchgängig geprägt von Nebel und satten Farbtönen, die dem Ganzen eine bühnenhafte Stimmung verleihen. Die zwischenmenschlichen Momente bleiben spannend und intensiv genug, so dass gestreckt wirkende Momente, schnell wieder in Vergessenheit geraten.
Hin und wieder kommt auch der ziemlich schwarze Humor durch und der wirkt angesichts der Story sehr natürlich und ist trotz der Ernsthaftigkeit der Inszenierung, sicherlich angebracht. Das Trauma des Haupthelden ist dabei für meinen Geschmack etwas zu theatralisch bzw. bedeutungsschwanger inszeniert und kulminiert dann in einer Over the Top Auflösung, aber im Prinzip ist das schon dennoch stimmig und passt ins Gesamtbild.
Mark Coles Smith (We Bury the Dead) macht seine Sache sehr gut als Leo, das Beobachten bevor er zuschlägt, sein Mut und sein Kampfgeist auch ohne dabei an sich zu denken, machen ihn zu einem guten Anführer, dem man folgen will. Sam Delich (Christmas, Bloody Christmas) als Des schafft es hingegen perfekt, dass man seine arrogante Art und seine im Kern klar vorhandene Feigheit so richtig schön zu hassen lernt.
In Summe für mich kein großer Hit und auf Roache-Turner bezogen für mich sein bisher schwächster Film, doch als Hai-Film im ungewohnten Setting, mit ordentlichen Kreatur-Effekten und schön blutigen Details bei den Angriffen, funktioniert der Film sehr gut. Nach diesem Beast macht der Regisseur übrigens die „Dogs of War“, der auch in der Vergangenheit spielt und bei dem Soldaten Nazis bekämpfen sollen, bis sie in den Wäldern auf etwas übernatürlich Böses treffen, das weit gefährlicher ist. Das klingt dann doch auch wieder nach einem Film, den ich mir ansehen möchte.
„Beast of War“ bekommt von mir 6/10 den wahren Feind unter Wasser findende Empfehlungspunkte.



