Satanic (Filmkritik)

Chloe (Sarah Hyland) fährt mit ihrem Freund David (Steven Krueger) und ihrer besten Freundin Elise (Clara Mamet) sowie deren Partner Seth (Justin Chon) in Urlaub. Aber anstatt Strände, Party und Sonne zu genießen haben Elise und Seth andere Pläne: Sie besuchen Orte an denen schaurige Dinge passiert sind. Das Manson-Anwesen zum Beispiel. Selbst ihr Hotelzimmer war – bewusst gewählt – der Ort eines dramatischen Selbstmords.

Auf der Suche nach neuen Kicks verfolgen sie zwielichtige Typen, die sie für Satanisten halten und retten eine scheinbar junge Frau davor, von den Satanisten geopfert zu werden. Die gerettete Alice (Sophie Dalah) stellt sich aber als ein bisschen zu dankbar heraus und alles wird tragisch enden …

Ich mag Sarah Hyland. Ich finde sie in „Modern Family“ perfekt gecastet und unglaublich hinreißend. Nervig. Dumm. Aber das Herz dann trotzdem am richtigen Fleck und eh ganz in Ordnung. Diese Rolle glaube ich ihr.

Und dann gibt es die Sarah Hyland, die in „Satanic“ mitspielt. Hier ist sie die Vernünftige, die ihrer besten Freundin und ihrem irren Freund einen Gefallen tut und wirklich versucht alles richtig zu machen. Bis es halt wirklich steil nach unten geht. Es passieren seltsame Dinge und bevor man sich versieht sterben Menschen. Oder sie verschwinden. Oder sie verschwinden zuerst und dann sterben sie. Und am Ende … am Ende bleibt man mit Ohrenpfeifen zurück, weil die letzten 15 Minuten nur noch Gekreische sind. Gekreische, Gekreische und Gekreische. Gibt es keine andere Art und Weise, wie man als Frau Entsetzen ausdrücken kann? Gibt’s doch gar nicht.

Aber zurück zum Anfang: Der Film beginnt angenehm langsam (Filmkenner sehen den Twist spätestens bei einem Foto kommen) und nimmt sich Zeit für seine Figuren. Das hilft ungemein dabei, sich als Zuseher wirklich zu 100% sicher zu sein, die Annahme, es würde sich um Klischeefiguren handeln, mehrmals bestätigt zu bekommen. Mission erfüllt. Wenn man das dann weiß, dann trifft man einen Satanskult (oder?) und das Opfer wird „gerettet“.

Dann driftet der Film in die Horrorecke und anfangs passiert das noch relativ gut und die Spannung ist auch zumindest ein wenig gegeben. Neue Ideen sucht man per se vergebens, auch Erklärungen (brauche ich bei einem Horrorfilm ohnehin eher selten) gibt es keine und am Ende … nun, ich wiederhole: Ohrensausen. Wenn jemand fünfzehn bis zwanzig Minuten durch ein leeres Parkhaus/Hochhaus bzw. eine Baustelle läuft und bei jeder Umdrehung kreischt, dann hat man einfach genug davon. Punktum. Das ist auch nicht mehr spannend oder so, das ist nur noch nervig.

Keine Ahnung, was sich der Drehbuchautor Anthony Jaswinski dabei gedacht hat. Am Papier war es ja vielleicht noch spannend oder cool oder was weiß ich. Was Regisseur Jeffrey G Hunt dann aber daraus macht … das ist schade. Man sieht irgendwie, dass der gute Mann primär bei Serien Regie führt (dafür bei fast allem was es gibt), nur musste er vorher noch nie über diese lange Laufzeit unterhalten. Während in der ersten Hälfte die Regie zwar keinen Oscar gewinnen wird, so ist sie dennoch solide. In der zweiten Hälfte und wirklich gerade gegen Ende hin – schlimm. Das hätte man auch spannend inszenieren können. Leider ist es nur nervig. Das ist insofern schade, weil hier Schauspieler mit Potential verschenkt werden.

Gerade Clara Mamet wäre ja um einiges besser als dieser Film ihr zugesteht, immerhin hat die Dame selbst bereits Drehbuch und Regieerfahrung („Two-Bit Waltz“) und auch bewiesen, dass sie mehr kann, als das was hier von ihr verlangt wird. Was ja an sich kein Problem darstellt – SchauspielerInnen darf man ja auch unterfordern, nur sollte das Ergebnis um Welten besser sein als „Satanic“.

Zum Glück für „Satanic“ habe ich heuer schon „Truth Or Dare“ gesehen, denn wenn nicht, dann wäre „Satanic“ definitiv mein Fehlgriff des Jahres.

„Satanic“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, am Ende so richtig nervende und leider zu wenig Spannung auf und später dann trotzdem noch abbauende, Punkte.


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