The Raid 2 (Filmkritik)

Rama (Iko Uwais) ist gerade mal aus dem Wohnblock entkommen, da wird er schon ins nächste Schlamasel gezerrt, denn er soll – aus nachvollziehbaren Gründen – undercover gehen. Das würde bedeuten, seine Familie (und sein neugeborenes Kind) für ein paar Monate nicht mehr zu sehen, aber auch sie vor dem Zugriff einer befürchteten Rache zu schützen. Also willigt er ein und wird Teil der Unterwelt.

Was Rama dort sehen und mitmachen muss, ist nicht ohne, denn der Sohn des Oberbosses fühlt sich übergangen und will endlich selbst Boss werden. Die gegnerische Bande wird in einen Krieg hineinmanipuliert. Und dazwischen steht noch ein seltsam verdächtiger Kerl mit Sonnenbrille, der scheinbar alle austrickst, um nach oben zu kommen.

Primär bringen sich alle aus irgendwelche Gründen blutig um oder hetzen sich schräge „Jäger“ auf den Hals. Und letztlich passiert, was passieren muss und auch Rama muss sich die Hände schmutzig (bzw. sehr, sehr blutig) machen …

Wer erwartet, dass „The Raid 2“ nach dem ersten Teil noch eins draufsetzt, der/die wird zum einen bestätigt und zum anderen enttäuscht. Bestätigung insofern, als der Irrsinn und die Actionszenen zunehmen. Mir fallen zB aus dem Stehgreif drei Szenen ein, die in meinen Augen lange gedauert haben und wirklich intensiv waren (Die Schlägerei am Gefängnis-WC, die Schlägerei am Gefängnis-Hof und die Schlägerei in der Küche fast am Ende). Dafür fallen mir auch ein paar Schlägereien/Actionszenen ein, die einfach ein wenig zu(!) cool waren.

Da gibt es zB eine Auftragskillerin/Jägerin, die mit zwei Hämmern arbeitet. Und was diese Hämmer anstellen können, kann sich wohl jeder vorstellen. Trotzdem ist es so, dass die Choreografie bzw. der Schnitt in diesen szenen so ist, dass eigentlich jederzeit klar ist – die gute Frau mit den Hämmern wäre nach fünf Sekunden tot, weil sie a) zu lange für ihre Aktionen braucht und b) ihr einfach jemand mal so nebenbei in den Rücken geschossen hätte. Da ging dann wohl doch Coolness über Realismus.

Und ja, ich sage: Realismus. Bei all der Brutalität des ersten „Raid“ und den brachialen Actionszenen und langen, intensiven, knallharten Schlägereien (ich sage nur: Kampf im Kettenraum), kann ich natürlich anführen, dass bei der Menge an harten Treffern die Typen sich schon nach einer Minute gegenseitig totgeschlagen hätten – aber darum geht es mir gar nicht. Mir geht es darum, dass ich im ersten Teil nie das Gefühl hatte, da schaue ich jetzt einen Actionfilm und Person A lässt Person B aufstehen und seine Choreografie weitermachen, obwohl er mindestens drei Schläge in der Zwischenzeit untergebracht hätte. In „The Raid 2“ hatte ich mehrmals(!) das Gefühl, einer großartigen Choreografie zuzusehen (stellenweise ohne Schnitte!), aber eben nicht das Gefühl einen echten Kampf zu sehen, bei dem sich die beiden Gegner nichts schenken.

Positiv ist, dass es dieses Mal tatsächlich eine Handlung gibt und diese sogar spannend und interessant ist. Es gibt ein paar (vorhersehbare) Wendungen, ein paar nette Einlagen und – ja, wie oben erwähnt – ein paar neue „Superkiller“, die halt wie in einem Videospiel erst vorgeführt werden müssen (Baseball-Bub und Hammer-Dame, sowie „Zwei-Klingen-Mann“). Weniger wäre mehr gewesen, dafür ist man sich am Ende sicher, dass es nicht mehr viel an Action-Szenen gibt, die man noch nicht gesehen hat.

Und täuscht sich damit, denn dann kam plötzlich „The Villainess“ aus dem Nichts. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden.

„The Raid 2“ bekommt 7,5 von 10 möglichen, die Action und Handlung anziehende, bei den Kampfszenen aber leider nachlassende, Punkte.


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