The Mermaid (Filmkritik)

Liu Xuan (Chao Deng) ist ein reicher Geschäftsmann ohne Skrupel, dem nur die Anhäufung von immer noch mehr Geld wichtig ist. Ursprünglich hatte er jedoch einmal ein gutes Herz, da er sich aus ärmlichen Verhältnissen, ganz nach oben gearbeitet hat. Bei seinem aktuellen Projekt geht es darum, mittels Sonar alle geschützten Fischarten zu vertreiben, damit er die von ihm gekaufte Bucht nach seinen Wünschen verändern kann.

Womit er nicht gerechnet hat ist jedoch, dass er damit auch den Lebensraum sämtlicher Meerjungfrauen gefährdet und einigen von ihnen auch das Leben gekostet hat. Darum schicken sie mit Shan (Yun Lin) eine von ihnen in die Menschenwelt, um Liu zu verführen und ihn in eine Falle zu locken, damit sie ihn in einem Hinterhalt beseitigen können…

Regisseur Stephen Chow ist mir noch in bester Erinnerung durch seine ausgeflippten Arbeiten wie etwa „Shaolin Soccer“ und „Kung Fu Hustle“. Mit seinem aktuellen Werk hat er im Jahre 2016 in seinem Heimatland China gleich mehrere Box-Office Rekorde gebrochen und „The Mermaid“ ist dort nun sogar der zweit erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten (natürlich wurde die obligatorische Fortsetzung auch bereits angekündigt). Was diese Meerjungfrau dabei besonders auszeichnet, ist der schräge Mix.

Da hat man auf der einen Seite (wohl sehr bewusst) teilweise schwache CGI-Effekte, die einen gewissen Trash-Charme versprühen. Dazu kombiniert man infantil überdrehte Slapstick-Einlagen und ein paar Gesangspassagen, bei denen wohl nicht jeder Zuschauer, durchgehend hinschauen/hinhören kann. Sämtliche Figuren agieren alles andere als subtil und tragen ihre Gefühle sozusagen auf der Nasenspitze vor sich hin. Wirklich ernst nehmen, kann man hier scheinbar nicht viel.

Im letzten Drittel des Filmes passiert dann jedoch etwas, was das Leben selbst gerne mit uns macht: auf riesige Freude folgt der tiefe Schrecken, Trauer und Freude wechseln sich ab. Und wisst ihr was, es war mir nicht egal was passiert. Das Streben nach immer mehr Geld und Macht, der durch Ablehnung erzeugte Hass, all das Negative kam mir nur allzu bekannt vor von uns Menschen und in diesem Augenblick wollte ich unbeindgt mehr sein, als nur das.

Ich bin mir sicher, in dieser Form kommt die Botschaft sicherlich nicht bei Jedem an und einige Menschen werden auf Grund des Klamauks schon früh das Handtuch werfen und dem Film keine Chance mehr geben, aber für mich hat es funktioniert. Für wen es das nicht tut, auch den verstehe ich voll und ganz. Wer jedoch schon mehrere asiatische Filme gesehen hat, der erkennt vor allem bei chinesischen Beiträgen was den Humor betrifft ein gewisses Muster und dürfte auch hier nicht abgeschreckt sein.

Bei Chao Deng (Detective Dee) als ambivalente Hauptfigur finde ich vor allem die Art sehr gelungen, mit der er seinen „guten Kern“ zu überspielen versucht, weil er sich damit abgefunden hat, dass es im Leben nur um Geld gehen muss und er auch nur deshalb geliebt wird. Newcomerin Yun Lin (Journey to the West 2) als Shan ist mit ihrer direkten Art, ihrer Lebensfreude und der Tatsache, dass sie nicht käuflich ist, genau das Wesen, dass er als Lichtschein in dieser Welt gebraucht hat.

Was man also bekommt sind gut aufgelegte Darsteller die völlig ernst gegen alle Absurditäten anspielen und eine „Liebe kann alle Grenzen überwinden“ Botschaft, gepaart mit der Frage, was denn nun wirklich wichtig ist im Leben. Der Humor und die Szenen mit den Meerjungfrauen sind irrwitzig und sicherlich Geschmackssache, wer sich jedoch darauf einlassen kann und durch die Fassade blickt, der wird mit einer klassischen, jedoch sehr schönen Geschichte belohnt.

„The Mermaid“ bekommt von mir 7,5/10 Genregrenzen überschreitende und die Liebe zur Natur entdeckende Empehlungspunkte.

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