American Fighter III: Die blutige Jagd – American Ninja III: Blood Hunt (Filmkritik)

Sean Davidson (David Bradley) ist ein Ninja. Vor vielen Jahren wurde sein Vater bei einem Überfall erschossen und Sean wurde von dessen Karate-Trainer Izumo (Calvin Jung) aufgezogen, der ihm alles über Kampfsportarten beigebracht hat, was es darüber zu wissen gibt. Deshalb wird in der Gegenwart Sean auch auf allen Karate-Zeitschriften als der neue Superstar gefeiert. Während einem Turnier lernt er Curtis Jackson (Steve James) kennen und die beiden verstehen sich auf Anhieb.

Dumm nur, dass das Turnier von einem Bio-Terroristen organisiert wird, der damit den besten der besten Kämpfer auswählen und ihn gefangen nehmen kann. Warum? Damit er ihn mit einem Virus infiziert und damit seinen Geldgebern zeigt, wie schnell und rasch es sogar den besten der Besten umbringt. Nämlich. Natürlich stellt sich Sean rasch als der Beste heraus. Und das führt zu jeder Menge Probleme …

Der südafrikanische Regisseur mit schwedischen Wurzeln Cedric Sundstrom hat sich hier wohl einen Traum erfüllt, denn er hat einen Actionfilm inszeniert. Dass er dabei viel Spaß hatte, merkt man den Film an allen Ecken und Enden an. Das der Regisseur Spaß hatte, wohlgemerkt – das bedeutet noch nicht, dass der Film sonderlich gut ist. Andererseits – wenn man sich denkt, dass es Filme wie dieser hier sind, die einen Film wie „Kung Fury“ erst möglich gemacht haben, dann muss man ja fast den Hut davor ziehen.

„American Fighter III“, wie er bei uns ja heißt, ist vor allem eines: Ein Guilty-Pleasure-Film, der euren/unseren Wunsch nach Logik und der Vermeidung von Kitsch und Klischees mit Füßen tritt. Und das ist gut so. Denn dieser Film hält sich an alle Regeln (bis auf eine), die die Action-Trash-Filme der 80iger so großartig gemacht haben.

Da haben wir den amerikanischen Ninja, der eine tragische Figur ist, da er seinen Vater verloren hat. Da haben wir den schwarzen Sidekick, der ein Macho ist, aber eigentlich ein gutes Herz hat. Die Amerikaner sind die Helden – egal auf welchem Staatsgebiet sie sich aufhalten. Tote Verbündete werden für fünf Sekunden (wenn überhaupt) betrauert und die bösen sind so böse, weil sie reich werden wollen (auch wenn sie schon reich genug sind, um ein verdammtes Karate-Turnier für Kämpfer aus aller Welt zu organisieren …).

Was natürlich sofort auffällt ist die Abwesenheit von Michael Dudikoff, der in Teil 1 und Teil 2 den Helden Joe Armstrong gespielt hat. Für den dritten Teil stand er nicht bereit, da dieser erneut in Südafrika gedreht werden sollte und er kein Land unterstützen wollte, in welchem Apartheid herrscht. Dafür tritt David Bradley in seine Fußstapfen, der eigentlich auch alle Anforderungen perfekt erfüllt – er sieht (für damals) gut aus (sprich: Muskeln), er kann Worte zu Sätzen aneinanderreihen ohne dabei dumm auszusehen und er hat ganz, ganz offensichtlich keine Ahnung von Martial Arts. Das sieht man. In jeder einzelnen Szene. Quasi der perfekte Nachfolger von Dudikoff. Auch die Mimik ist ähnlich ausdruckstark.

Dann kommt Steve James dazu, der seinen Charakter genauso anlegt, wie in den ersten beiden Filmen – cooler Macho, der dann so richtig austeilen kann. Allerdings wird er im dritten Teil der Reihe viel zu wenig genutzt, die meiste Zeit über steht er irgendwo im Dschungel beim Jeep und antwortet auf die Frage „Was tun wir?“ mit „Wir warten“. Allerdings hat er dann – wenn er mal austeilen darf – verdammt viel Spaß. Beste Szene: „Die!“.

Der Film ist auf so vielen Ebenen nicht gut und macht trotzdem (oder deswegen) immer noch eine verdammte Menge Spaß. Schön zu sehen, dass die Formel und die Qualität immer noch funktioniert. Freilich muss man solche Filme mit einer anderen Einstellung und einer anderen Erwartung gucken als zB die Marvel-Filme, aber als Trashfilmversionen unserer liebsten Schwarzenegger und Stallone-Streifen (die ja auch nichts außer Hochglanz-Trash sind) funktionieren sie tadellos.

Was mich überrascht hat – zumindest heute, früher fiel mir das gar nicht auf – es gibt im Film keinen Love-Interest. Dafür eine unnötige Motorsegler-Szene, aber hey – wenn man es reinpacken kann, dann packt man es rein.

„American Ninja III“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, auf Guilty-Pleasure-Niveau super unterhaltsame, Punkte.


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