XCOM: Enemy Unknown (Game-Review)

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Es ist soweit. Niemand dachte, dieser Tag könne oder werde kommen, aber dennoch ist er da: Aliens! Sie überfallen die Erde. Niemand weiß, woher sie kommen, oder was sie wollen. Viele Nationen der Erde schließen sich zusammen und gründen eine Abwehrtruppe: XCOM. Ausgestattet mit wenigen Ressourcen dafür motivierten MitarbeiterInnen liegt es am Commander der Einsatztruppe, die Beweggründe der Aliens zu erforschen, ihre UFO-Entführungen zu verhindern und die Invasion aufzuhalten.

Dabei gibt es eine Menge Probleme, denn Rekruten gibt es wenige, die Ausrüstung hinkt der Technologie der Aliens immer hinterher, das Geld ist meist knapp und wenn in einem Staat Panik ausbricht, dann steigt er mitsamt Finanzierung aus dem XCOM-Projekt aus. Schlechte Chancen also für den neuen Commander und auch die Menschheit …

Ich kann mich noch erinnern als vor vielen, vielen Jahr X-COM erschienen ist. Auch an den extrem schweren Nachfolger „Terror From The Deep“ kann ich mich noch erinnern. Allerdings weiß ich nicht mehr ob ich jemals eines der beiden Spiele (ich glaube den ersten Teil) wirklich durchgespielt habe. Zu schwer, zu kompliziert, aber dennoch irgendwie sofort Kult.

Firaxis haben mit „XCOM: Enemy Unknown“ nun das Franchise „rebootet“ und das haben sie nahezu perfekt gemacht. Das Spiel sieht streckenweise wie ein Actionspiel aus und fühlt sich dank diverser Nahaufnahmen, Tracking Shots und Zeitlupen auch so an. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein rundenbasiertes Strategie- und Taktik-Spiel. Die grafische Umsetzung hat das Spiel super ins neue Zeitalter geholt. Die Kombination aus einer strategischen Weltkarte, auf welcher man Überwachungssatelliten ins All schießen muss, um UFOs rechtzeitig zu erkennen, der Basis, die ausgebaut werden will, den Forschungen (die je nachdem was man von den Schlachtfeldern mit nach Hause bringt verschiedene Möglichkeiten bietet), den technischen Möglichkeiten, die durch die Forschung freigeschaltet werden auf der einen Seite und die Kampfeinsätze in denen wir SpielerInnen tatsächlich die Kontrolle über unsere Einheiten übernehmen funktioniert perfekt und die beiden Teile fließen grandios ineinander.

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Die Übersichtskarte ist simpel und übersichtlich, der Basisausbau logisch und die Menüs derart gestaltet, dass SpielerInnen immer das Gefühl haben, es tut sich etwas und der Wettlauf gegen die Zeit – denn die Aliens werden immer besser, kommen mit größeren Schiffen und neuen Waffen, sorgt für genügend Spannung. Wenn einer der Mitgliedsstaaten aus dem XCOM-Programm aussteigt, dann war es das. Dann ist die Finanzierung dieses Staates weg und die Sache wird absolut nicht einfacher dadurch. Wenn zu viel Staaten aussteigen ist Schicht im Schacht. OB sie aussteigen hängt vom Panik-Level in den Ländern ab, welches wir durch unsere Missionsziele aber beeinflussen können.

Dummerweise haben wir meist zwei bis drei mögliche Ziele, von denen wir aber nur eines auswählen können. Das macht sie Entscheidung streckenweise extrem schwer. Helfe ich in Mexiko? Das bringt mir ein paar Credits mehr, aber die sind dafür weiterhin beim XCOM-Projekt. Oder helfe ich in Nigeria – dafür bekomme ich ein paar dringend benötigte Ingenieure, denn ohne die geht weder im Basisbau noch in der Herstellung von besserer Panzerung was weiter … oder doch besser nach Frankreich, denn dort sitzt ein Rekrut fest, der neue und scheinbar wichtige Informationen für mich hat? Egal, wie wir uns entscheiden: Es wird ein Nachspiel haben.

Am Einsatzort angekommen (meist nach einer ziemlich coolen Introsequenz) geht es aber erst so richtg los, da der Taktik-Teil beginnt: Wir beginnen mit vier SoldatInnen (deren Gesicht, Haare, Bart, Namen, Herkunftsland und so weiter, wir selbst bestimmen können), die wir Runde um Runde mit je zwei Aktionen durch die Missionen lotsen. Entweder weiter laufen (braucht zwei Aktionspunkte, also alle) oder lieber laufen und dann in Deckung gehen oder schießen oder Wache halten. Je mehr Aufträge Rekruten überleben, desto höher steigen sie in ihren Erfahrungspunkten und sie schalten Spezialfähigkeiten frei.

Es gibt ein paar verschiedene Klassen, wie zum Beispiel Scharfschütze oder Grenadier und ähnliches, die verschiedene Fähigkeiten haben. So kann der Grenadier große und schwere Waffen einsetzen, die Scharfschützen dafür weiter und genauer schießen, etc. Bei jedem Level-Aufstieg können wir uns für eine von zwei Fähigkeiten entscheiden: Und das soll gut überlegt sein, denn gut kombiniert macht ihr so aus einem Anfängerteam eine Alien-Killer-Einheit, die perfekt zusammenarbeitet, weil sie die Jungs und Mädels im besten Fall noch mit den Fähigkeiten der anderen Teammitglieder ergänzen.

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Und diese Fähigkeiten werdet ihr gegen die genialen Gegner brauchen, denn die sind alles andere als dummes Kanonenfutter. Wer nicht vorausdenkt, in Deckung bleibt und koordiniert vorgeht ist verdammt schnell allein auf weiter Flur. Und wer in späteren Missionen mit „Anfängern“ überleben muss, weil sein Profi-Team verheizt wurde oder diese verwundet in der Krankenstation liegen, hat ein Problem. Das Mitfiebern mit der eigenen Truppe ist ein großer Teil der Faszination von „XCOM“ und glaubt mir: Mitfiebern werdet ihr definitiv.

Alles in allem ist XCOM das erste Strategiespiel, das es seit vielen, vielen Jahren geschafft hat mich von Sekunde 1 an zu fesseln und bei der Stange zu halten. Die Story ist cool inszeniert, die Charaktere in eurer Basis wie Dr. Vahlen oder Shen werden euch ans Herz wachsen und Central ist ohnehin nicht ohne Grund eure Nummer eins.

Kurz gefasst: Selbst für Menschen wie mich, die mit Strategiespielen oder Taktik-Spielen ansonsten nichts anfangen können sei XCOM ans Herz gelegt. Das Ding ist einfach großartig und das Erfolgserlebnis nach einer abgeschlossenen Mission ist jedess Mal aufs Neue eine Mischung aus Erleichterung (wir haben überlebt), dem Wissen, dass eine große Portion Glück dabei war und dem Triumphgefühl gegen einen übermächtigen Feind gewonnen zu haben. Eine Schlacht zwar nur und noch lange nicht den Krieg.

Fazit: Pflichtkauf für alle, die Video- oder Computerspiele spielen. Firaxis hat hier perfekte Arbeit geleistet und „XCOM: Enemy Unknown“ macht so gut wie alles richtig.

„XCOM: Enemy Unknown“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, spannend und herausfordernde, Punkte (Mit der Erweiterung „Enemy Within“ darf man auf 9 Punkte aufrunden).

PS: Die Erweiterung „XCOM: Enemy Within“ fügt dem Originalspiel neue Möglichkeiten der Forschung, Entwicklung und eine neue Feind-Fraktion, sowie rund 50 neue Missionskarten hinzu. Wer kann sollte sich also gleich das Gesamtpaket holen.

XCOM: Enemy Unknown - [PC]


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XCOM: Enemy Within (Add - On)


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Preis: EUR 14,99


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