The Finest Hours (Filmkritik)

Am 18. Februar 1952 verwandelt ein gewaltiger Sturm die Ostküste New Englands in eine Gefahrenzone. Für das Schiff SS Pendleton wird das tosende Gewässer zur Falle. Sie wird auf offener See von dem Orkan in zwei Teile zerrissen, wodurch 33 Seemänner im Heck des schnell sinkenden Tankers eingeschlossen sind. Nach deren Notruf schickt der Offizier Daniel Cluff (Eric Bana) eine Crew zu deren Rettung.

Trotz geringer Aussichten auf Erfolg fahren die vier Männer unter der Führung von Bernie Webber (Chris Pine) in einem kleinen Schiff auf die tosende See hinaus, wo sie gegen meterhohe Wellen und orkanartige Winde ankämpfen müssen…

The finest hours

„The Finest Hours“ erzählt eine wahrhaft fantastische Geschichte. Die SS Pendleton, ein T2 Tanker, bricht in einem heftigen Unwetter in der Mitte auseinander. Deshalb wird Petty Officer Bernie Webber von seinem Vorgesetzen gemeinsam mit 3 Kollegen trotz des extrem rauen Wetters los geschickt, um nach Überlebenden zu suchen.

Dieser Film unterscheidet sich schon ziemlich drastisch von allen Filmen, die ich in letzter Zeit gesehen habe (Märchen, Comic-Verfilmungen), weshalb ich ihn unbedingt sehen wollte. Wenn etwas auf einer wahren Geschichte basiert, kann man sich ja schon mal auf eine, sagen wir beschönigte Handlung einstellen, wenngleich es hier nicht so sehr ins Gewicht fällt, weil diese nicht bis ins Detail bekannt ist.

Dennoch war man sehr großzügig mit dem typischen Hollywood Zuckerguss (an der Thematik kann man Opferbereitschaft, Mut, Heroismus und Selbstlosigkeit sehen), den man gerade zum Ende des Films hin spürte und der ein wenig von der Spannung nahm. Der Trailer verriet sowieso einen Großteil der Handlung, was mich aber nicht so sehr störte und nicht weniger mitfiebern ließ.

Die Handlung verläuft über weite Teile parallel zwischen der SS Pendleton und der CH 36500, was um vielfaches spannender ist, als was an Land passiert. Jede Crew hat mit eigenen Problemen und Hindernissen zu kämpfen, die CH 36500 wird wie eine Nussschale auf dem Meer hin und her geschleudert, während die Pendleton kämpfen muss, dass ihre Motoren nicht absterben, da sie sonst sofort sinken würden.

Optisch konnte mich der Film nicht komplett überzeugen, denn die Effekte waren sehr klar als solche erkennbar. Seien es die riesigen Wellen, die die Boote herumschleudern, oder einfach das halbierte Boot, das von den Matrosen provisorisch gesteuert wird – das wirkt, als ob jemand irgendwann gesagt hätte: besser wird’s mit unserem Budget nicht mehr. Auch wenn 80 Millionen Dollar als nicht gerade wenig erscheinen.

Für die Disney Studios war der Film ein gewaltiger Flop. Er spielte nicht einmal die Produktionskosten wieder ein und hat Disney angeblich einen gewaltigen Verlust von 75 Millionen Dollar beschert.

Von innen wirkt die SS Pendleton fantastisch. Es scheint als wäre sie ein eigener Charakter, der stöhnt, quietscht, dampft und Lichter flackern lässt. Dieses Set ist extrem gut gelungen. Die Pendleton scheint beinahe ein Eigenleben zu haben, das niemand besser deuten kann als Maschinist Ray Sybert.

Sybert wird von Casey Affleck (Interstellar) gespielt, der das Pech hat, einen Charakter zu spielen, der unsympathisch und überheblich wirkt. Dennoch ist der eigenbrötlerische Sybert der eigentliche Held der Geschichte, denn er schafft es doch glatt ein halbiertes Schiff provisorisch zu steuern und absichtlich auf Grund laufen zu lassen.

Chris Pine (Star Trek Into Darkness) spielt die Rolle von Bernie Webber, der der Capitain des Rettungsschiffes CH 36500 war. Anfangs lässt er Bernie als leicht einfältig erscheinen, der den Heiratsantrag seiner Freundin ablehnt, weil er seinen Vorgesetzen fragen muss, ob er eh ja sagen darf. Weiters ist er schon einmal bei einer ähnlichen Aktion gescheitert, wodurch ihm nicht jeder seiner Kollegen mit Respekt gegenüber tritt. An Bord des Schiffes packt Webber dann sein Können aus und bringt nicht nur seine Crew heil nach Hause.

Fazit: Spannend, aber irgendwie auch wieder nicht. Die Story-Teile, die auf den Booten spielen, sind um ein vielfaches besser, als die, die an Land spielen.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 klatschnasse Punkte.


6 Gedanken zu „The Finest Hours (Filmkritik)

  1. Über weite Teile ist obige Kritik unsachlich, flabsig und so nicht zutreffend. Der Film ( eben auch die Effekte) wurde mit sehr grosser und Liebe zum Detail umgesetzt. Die Grundstimmung und eben auch die Wetterstimmungen lassen einen das Wetter richtiggehend schmecken/fühlen. Die Schauspieler bringen eine tolle überzeugende Leistung. Ich empfinde diese seltsame Kritik an den kreativen, engagierten Machern ( dieses vom breiten Publikum leider nicht gutierten und völlig unterschätzten Films) beleidigend und irgendwie wie von einem eingebildeten Feinschmecker der sich über das mit Liebe gut gemachte Mittagessen wichtigtuerisch echauffriert.
    Auf mich wirkt die Hauptfigur keinenfall überheblich, im Gegenteil. Schaut Euch diesen packenden Film an. Nochmal : Sehr guter Schnitt, keine übertriebene Dramatik, nicht zuviel Musik umd so weiter……

    • Hallo Stefan,

      der Beitrag spiegelt den Eindruck des jeweiligen Autors wieder. Deine Aussage, dass der Film mit Liebe zum Detail umgesetzt wurde, empfinde ich als vollkommen subjektiv. Des Weiteren ist die Behauptung, hier wären kreative umd engagierte Mitarbeiter am Werk gewesen, die von einem bösen Kritiker (der deiner Meinung nach keine Ahnung hat) schlecht gemacht werden, irrelevant. Niemand macht absichtlich einen schlechten Film, selbst wenn es um einen Film wie „Dumm und Dümmehr“ geht. Du bringst zwar einige Argumente die für den Film sprechen und dennoch habe ich das Gefühl hier hätte jemand DEINEN Lieblingsfilm beleidigt.

    • Lieber Stefan, nur weil sich meine Meinung nicht mit deiner Meinung deckt, ist es anmaßend, sie als unsachlich zu bezeichnen. Als ambitionierte Film-Seherin, ist es mir sehr wohl möglich, Vergleiche zwischen Filmen zu ziehen und ich muss sagen, dass die Effekte von „The Finest Hours“ einfach nicht die besten waren. Das hat nichts mit Snobismus zu tun, sondern entspricht einfach der Wahrheit.

      Dass hier Personen mit viel Liebe an dem Film gearbeitet haben, habe ich mit keinem Wort bestritten, da dies für meine Review nicht wirklich von Relevanz war und auch unmöglich zu bewerten ist. Mir persönlich ist es nur möglich das Endresultat zu bewerten und das war meiner PERSÖNLICHEN Meinung nach nicht überragend.

      Sich eine Filmkritik zu lesen und sich danach zu beschweren, dass der Film tatsächlich kritisiert worden ist, finde ich seltsam, vor allem, da sich meine Kritikpunkte ja in Grenzen hielten.

    • Sagt mal hat irgendjemand hier die nötige Objektivität um zu erkennen, ob (besonders) der erste Satz von Stefan subjektiv gemeint ist? Nur damit ich weiß, ob ich die Aussage ernst nehmen muss.

      • Nachdem ich anscheinend den Film nicht verstanden habe, würde ich es mir nicht anmaßen zu sagen, wer objektiv oder subjektiv an die Sache heran gegangen ist.

        Eines kann ich ganz sicher sagen, es wurde mit viel Liebe zum Detail geschrieben, engagiert und auf keinen Fall flabsig oder gar echauffriert.

  2. Das einzige Argument, das ich da oben (bei dem werten Hr. Stefan) sehe ist … nein, sorry. Da ist kein Argument. Tut mir leid, hab ich mich geirrt.

    Was er vermutlich schreiben wollte:
    „Ich finde die verfasste Kritik zwar satirisch wertvoll, aber sie entspricht leider nicht meinen Empfindungen dem Film gegenüber. ICH HATTE DEN EINDRUCK er wurde mit Liebe gemacht und ICH wurde perfekt abgeholt. Ich DACHTE sogar, ich würde den Wind spüren und das Wasser im Gesicht fühlen. Schade, dass dir der Film nicht gefallen hat – ICH FAND sogar den Hauptcharakter absolut sympathisch. MEINE Empfehlung: Ansehen.“

    See. Everybody is a critic these days 😉

    Und wer denkt, diese Kritik von Zindy sei unsachlich soll bitte mal einen Schritt zurück machen. Wir sind ALLE extrem subjektiv, klar, um genau das geht es uns ja, aber – und das ist wichtig – wir sind sicher nicht unsachlich. (Wer den Unterschied nicht kennt nutze ein Wörterbuch).

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