Best Of Worst Case: Rage Of The Yeti (Filmkritik)

Der Milliadär Mills ist es gewohnt zu bekommen was er haben will. Als eine seiner „Besorg mir Artefakt X“-Truppen aus der Arktis sich nicht mehr meldet, pfeift er seine beiden besten Schatzjäger Jonas und Jace zu sich – die sollen nachsehen was los ist und die Vermissten (inkl. dem Artefakt) bergen. Da der ganze Spaß ja auch was kostet, packt Mills noch Wissenschaftler und ein Pärchen Abenteuerurlauber(!) dazu, die sollen da auch gleich ein wenig forschen und arbeiten und alles wird schon gutgehen.

Bei der Ankunft wird rasch klar, dass überhaupt nichts gut ist. Die Truppe, die sie hätten retten sollen ist bis auf ein paar Personen dezimiert worden und die Überlebenden haben sich auf einen Außenposten zurückgezogen, denn sie werden wie Wild gejagt. Von Yetis. Denn das Artefakt, dass Wills haben will ist ein uraltes Buch, sozusagen die „Bibel“ der Yetis (keine Ahnung, ob die lesen können, fragt mich nicht).

Mit Mühe und Not entkommen sie den Monster(n) und rufen bei Mills um Hilfe – dieser hat aber mitbekommen, dass ein anderer Milliardär ebenfalls einen Trupp zur Arktis geschickt hat – zur Bergung des Buches. Also legt Mills noch eine Schippe nach: Eine Million Dollar. Für jeden. Wenn sie ihm einen Yeti bringen. Für Jonas und Jace eine klare Sache. Die Yeti-Jagd beginnt. Allerdings sind die Biester alles andere als wehrlos …

Rage-Of-The-Yeti

David Chokachi (Codi aus „Baywatch“!) und der mir unbekannte Matthew Kevin Anderson hatten offenbar eine Menge Spaß während des Drehs – die beiden haben eine gute Chemie zusammen, man kauft ihnen das blinde Verstehen was der andere machen will sofort ab – die beiden sind einfach ein eingespieltes Team (im Film) und das kommt super rüber.

Schon die erste Szene mit den beiden ist genial: Sie stehen nebeneinander, man sieht nur ihre Gesichter.
Jonas sagt: „What do you think: The door or the window?“
Jace überlegt kurz: Schnitt zum Fenster: Vergittert.
Schnitt zur Tür. Vor der Tür/in der Tür stehen vier Wachen, MGs auf die beiden angelegt und schütteln den Kopf.
Jace sagt: „The door is simpler.“

Die Szenen in der Arktis sind ebenso witzig wie gut gemacht – generell ist das ganze Film sehr leichtfüßig:
Die Handlung wird frech und flott durchgezogen, man trödelt nicht herum, zeigt nur wichtige und/oder witzige Szenen und versprüht die ganze Zeit über einen sehr netten Trash-Charme.

Die Yetis selbst sind (vom Design her!) ordentlich geraten, wirken jedoch immer (von der CGI-Machart her!) deplaziert und in der Interaktion mit den Schauspielern nicht optimal, aber immerhin zweckdienlich. Im Grunde dreht sich die Handlung um vier Hauptpersonen, die eben genannten Brüder und zwei der Forscherinnen, die den Angriff der Yetis übelebt und sich in einem Außeposten verbarrikadiert haben. Yancy Butler („Witchblade“) und Laura Haddock („How Not To Live Your Live“) haben die Charaktere sehr gut umgesetzt. Grundsätzlich zwei toughe Frauen, die halt doch primär die „Frauen in Not“ sind, auch wenn sie im Bedarfsfall den Herren in nichts nachstehen.

Was den Film vor allem sehenswert macht sind die coolen Dialoge zwischen den vier genannten Charakteren, genauso wie die Ideen im Drehbuch. So bauen die Jungs halt mal rasch aus herumliegenden Zeugs ein Betäubungsgewehr (das dann eh nicht funktioniert), oder Jace blickt eine Verletzte an, tippt ihr ein paar Mal auf den Körper und stellt sofort fest, dass sie einen Pneumothorax hat – den er mit einem Verbandskasten heilen will.

Genauso die netten Zwischenszenen in denen Mills (gespielt von David Hewlett, Dr. Mc Kay aus Stargate, der auch Regie führt) seinen Milliardär raushängen lässt: Er sitzt in einem Nobelclub, in Freizeithosen und schmuddeligen Pullover, die Füße auf dem Tisch und telefoniert mit den Jungs in der Arktis. Ein Butler tritt zu ihm: „Sir, Mr. XY over there wants me to remind you that you offense him. There is a dresscode here.“ Mills hält das Telefon zu, blickt den Kerl an und sagt: „Not anymore. I bought this place this morning.“

„Rage Of The Yeti“ ist absolut unterhaltsam und bekommt von mir 7 von 10 durch die Arktis stapfende und gute Laune verbreitende Punkte.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte):
Ein Film, der ziemlich genau weiß, was er ist und wie er funktioniert. Durch das nette Hauptdarsteller-Duo, die sichtlich Spaß an der Sache haben, kann da gar nicht so viel schiefgehen.

Fazit: Sehr sehenswert, weil witzig.


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