Cap und Capper 2 (Filmkritik)

Der junge Fuchs Cap und der ebenfalls unerfahrene Hund Capper sind beste Freunde, die am Liebsten ständig herumtollen. Während Cap seinen Spaß hat merkt Capper aber immer mehr, dass er nichts wirklich gut kann, was ihn sehr traurig macht. Da bringt ein Jahrmarkt, der sich gerade in der Gegend befindet, eine willkommene Abwechslung. Dort werden die beiden Zeugen eines Streits, nach dem eine berühmte Hundeband ihre Leadsängerin verliert.

Als Capper sich während des trotzdem stattfindenden Konzerts als begabter Sänger entpuppt, wird er schnell in die Band aufgenommen. Während er immer beliebter wird und zum Star heranwächst, vergisst er ganz auf seinen treuen Freund Cap, der sichtlich leidet unter der Situation. Erkennt Capper rechtzeitig seinen Egoismus und wenn ja, ist ihre ungewöhnliche Freundschaft überhaupt noch zu retten?

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Ganze 25 Jahre nach dem Kinofilm „Cap und Capper“ kam im Jahre 2006 diese DVD- Fortsetzung auf den Markt. Wie schon bei einigen Filmen davor und auch danach, schiebt Disney hier zu einem Kinohit einige Zeit später billiger produzierte zweite und dritte Teile nach (z.b. ging es Filmen wie „Mulan“, „Pocahontas“, „Tarzan“, „Lilo und Stitch“ oder „Der König der Löwen“ genau so), die qualitativ so gut wie immer mehr oder weniger weit hinter dem Original liegen. Auch bei „Cap und Capper 2“ ist dies der Fall, doch Spaß haben kann man hier auf jeden Fall trotzdem.

Nachdem Teil eins ja eher von den widrigen äußeren Umständen erzählt hat, die Fuchs und Jagdhund das Leben schwer gemacht haben, geht es im zweiten Teil nun um die innern Probleme, nämlich den eigenen Egoismus und die Eifersucht. Ist Ruhm wichtiger als Freundschaft? Kann eine einseitige Beziehung in dieser Form überhaupt halten? Sind die eigenen Träume das wichtigste im Leben, oder geht es um gemeinsame Ziele und nur wenn alle am Ende glücklich sind, gibt es auch ein echtes Happy End? Natürlich kennen wir längst die Antworten auf diese Fragen, immerhin ist dies ja ein Disney-Film.

Die Herzenswärme des ersten Abenteuers ist zwar großteils abhanden gekommen, dafür machen die Musikstücke Spaß und nehmen einen viel aktiveren Part in der Geschichte ein. Überhaupt bringen die einzelnen Mitglieder der Hundeband einiges an Humorpotential mit, etwa die alte Hündin, die ständig rülpst und sich ihren juckenden Hintern am Boden reibt und dafür als Paradebeispiel für ein Altern in Würde bezeichnet wird oder die beiden eher dämlichen Hunde, die sich beim Knochenessen mehrere Male mit ihren Köpfen im Wege stehen.

Ansonsten gibt es ein Wiedersehen mit Cap´s Beschützerin der schrulligen Witwe Tweed, so wie Capper´s grantigen Besitzer und dessen älteren Jagdhund. Teil eins hat zwar seine Story mit den beiden Hauptcharakteren im Erwachsenenalter beendet, doch diese ist eine Fortsetzung, die zeitlich in den Jugendjahren der beiden Tiere stattgefunden hat. Macht durchaus Sinn, denn die jungen Varianten unserer Helden haben eindeutig mehr Chaospotential als ihre reiferen Versionen. Außerdem passt der Mix mit ihrer Naivität und der Abgebrühtheit von Starsänger Cash und seiner Leadsängerin Dixie sehr gut ins Konzept.

Insgesamt also eine netter Film, bei dem man ein rasantes Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren serviert bekommt. Mir hat zwar die liebevolle Machart des Erstlings etwas gefehlt, doch der Jahrmarktstrubel sorgt für ausreichend Freude und der daraus resultierende Wirbel unterhält bis zum Schluss. Für Kinder, jung gebliebene Disney-Zeichentrickfans und Cap und/oder Capper Freunde also klar zu empfehlen und für eine DVD-Fortsetzung durchaus weit weniger schlimm, als es hätte sein können.

„Cap und Capper 2“ bekommt von mir 7/10 was wirklich wichtig ist gerade noch rechtzeitig erkennende Empfehlungspunkte.


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