Sherlock Holmes: Spiel im Schatten – A Game of Shadows (Filmkritik)

Meisterdetektiv Holmes (Robert Downey Jr.) trifft nun endlich auf seinen Erzfeind Dr. Moriarty (Jared Harris). Er ist ein kriminelles Genie, und ein mehr als ebenbürtiger Bösewicht und Widersacher für Sherlock Holmes. Doch meist zieht er im Hintergrund die Fäden und so scheint es schwer, ihm etwas zu beweisen. Nur Sherlock Holmes sieht hinter mehreren Geschehnissen in Europa ein Muster und dieser Verdacht bestätigt sich, als auch die Zigeunerin Sim (Noomi Rapace), nur knapp einem Mord-Anschlag entgehen kann. Mit ihrer Hilfe reisen Sherlock Holmes und Doktor Watson durch halb Europa, um die Pläne Moriartys, der den Lauf der Geschichte zu seinen (finanziellen) Gunsten verändern will, zu durchkreuzen.

Sherlock 2 Film

Bei dem Sequel zum ersten Teil, der bereits 2009 in den heimischen Kinos über die Leinwände flimmerte, bleibt einiges beim Alten. So sind die Darsteller die gleichen und auch Regisseur Guy Ritchie führt wieder Regie. Wer also den ersten Teil gesehen hat, kann sich in etwa vorstellen was ihn erwarten wird, denn Überraschungen bringt der zweite Sherlock nicht mehr wirklich mit sich.

„Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ lehnt sich an „The Final Problem“ von Arthur Conan Doyle an, wenn auch nicht allzu genau und spielt in etwa ein Jahr nach den ersten Teil. Holmes trifft nun endlich auf den schon im ersten Teil eingeführten Professor Moriarty, der sich als ein mehr als ebenbürtiger Gegner für Holmes heraus stellt. Er ist ein kriminelles Mastermind, dass ebenso wie Holmes die Fähigkeit der, sagen wir mal vorausschauenden Kampfkunst beherrscht und im Gegensatz zu Holmes kein bisschen zimperlich ist. Finanziell kann der aktuelle Teil bis jetzt nicht an den Erfolg seines Vorgängers anschließen, nichts desto trotz ist schon von einem dritten Teil die Rede.

Vollkommen störend wirken für mich die Zeitlupen, die Regisseur Ritchie meist in den Action-Sequenzen einsetzt und ich hatte am Ende das Gefühl, dass der Film ohne sie 5 Minuten kürzer geworden wäre. Ich finde sie nehmen aus den spannenden Szenen den Fluss und passen nicht wirklich, wenngleich sie natürlich super gemacht sind und sehr stylish wirken. Es wurde kritisiert, dass Ritchie sich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnte und den zweiten Teil sehr ähnlich wie den ersten gestaltet hat, was ich wiederum keineswegs tragisch finde, da ich mich gewundert hätte, wenn sich Teil 2 stark von seinem Vorgänger unterschieden hätte.

Robert Downey Jr. nimmt wieder die Rolle von Sherlock Holmes an, der ähnlich wie im ersten Teil ein Drogen nicht abgeneigter Egomane ist. Er ist überhaupt nicht begeistert von der Idee, seinen Freund Watson an Mary zu verlieren. Nun hat er aber genug Zeit sich seinen diversen Hobbies zu widmen, wie etwa den Hund Gladstone zu töten und wiederzubeleben oder Adrenalin aus Schafsdrüsen zu extrahieren. Als sich schließlich mehrere Terroranschläge in Europa ereignen, widmet er sich wieder der Suche nach Beweisen gegen Professor Moriarty, der aber ein nicht minder schlauer Kopf ist und vor nichts zurück schreckt um seine Ziele zu erreichen. Holmes versucht herauszufinden, welche Ziele das genau sind und so reist er bald quer durch Europa.

Jude Law spielt wieder Watson, der oft recht widerwillig mit von der Partie ist, aber Holmes einfach nie im Stich lassen würde. Er heiratet Mary, nachdem er mit Holmes und seinem Bruder Mycroft seinen Jungesellenabschied feiert. Die Gästeliste ist vor allem deshalb so kurz, weil Holmes vergessen hat, andere Leute einzuladen. Als Moriarty versucht Watson und seine Frau auf ihrer Hochzeitsreise zu töten, lässt er seine Flitterwochen Flitterwochen bleiben und begibt sich kurzerhand auf den Pfad der Rache.

Jared Harris, bekannt als der gutherzige oft betrunkene Captain Mike aus „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, spielt den legendären Schurken Professor Moriarty. Moriarty ist ein hoch angesehener Professor an der Oxford University und auch ein erfolgreicher Autor und so will anfangs kaum jemand Holmes glauben, dass hinter der properen Fassade ein kriminelles Mastermind steckt. Selbst als Zuseher bekommt man erst am Schluss einen Einblick darin, wie genial sein Plan gewesen wäre, hätte er seine Schachzüge nicht ohne Sherlock geplant.

Neuzugang Noomi Rapace spielt Madame Simza, eine Zigeunerin. Rapace spielte die Rolle der Lisbeth Salander in den schwedischen Verfilmungen der Romane von Stieg Larson, von denen der Erste nun ja von David Fincher mit Daniel Craig und Rooney Mara in den Hauptrollen neu verfilmt wurde. Rapace hat die undankbare Rolle des schlagkräftigen optischen Aufputzes. Ihre Rolle gibt nicht wirklich viel her und auch die Schauspielerin kann dadurch nicht wirklich ihr wohl vorhandenes Können zeigen.

Stephen Fry, ebenfalls ein Neuzugang, ist Sherlocks Bruder Mycroft, der gerne schon mal im Adamskostüm herum läuft, selbst wenn er weiblichen Besuch hat und ebenso wie sein Bruder die Kunst des Denunzierens perfekt beherrscht. Eine gelungene Erweiterung des Casts, denn Stephen Fry ist ungemein komisch und lockert mehr als einmal eine Szene auf. Ihn kennen manche aus der Serie Bones wo er Dr. Gordon Wyatt spielt und Videospielliebhabern wird vielleicht seine Stimme bekannt vorkommen, lieh er doch etwa mehreren Harry Potter Abenteuern seine Stimme als Erzähler.

Fazit: Ritchie gelingt mit „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ ein mindestens ebenbürtiger Nachfolger, bei dem man wieder einmal merkt, wie schön es anzusehen ist, wenn Schauspieler Spaß an ihrer Arbeit haben.

Der Film „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“ bekommt von mir 7,5/10 meisterhaft kombinierten Punkten.


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