Best Of Worst Case: Zombie Apocalypse (Filmkritik)

Eine Zombie-Epidemie bringt innerhalb kürzester Zeit 90% der amerikanischen Bevölkerung unter die Erde (oder eben wieder darauf, wie man es sieht) und die restlichen 10% versammeln sich auf einer Insel namens Catalina. Genau dorthin wollen auch Henry (Ving Rhames), Ramona (Taryn Manning), Cassie (Lesley-Ann Brandt) und ihre Freunde. Sie haben von einer Fähre gehört, die in bestimmten Abständen immer wieder Überlebende abholt und zu dieser Insel bringt. Der Weg zum Anlegepunkt ist voller Zombies und die Gefahr lauert an allen Enden und Ecken. Klar, dass nicht alle ankommen werden, klar, dass es noch mehr (Un)Tote geben wird …

Zombie Apocalypse Film

(Der „Endboss“ des Films in all seiner glorreichen Grausamkeit. Wo der herkam? Keine Ahnung.)

Also wieder eine Produktion von „The Asylum“, die dieses Mal einen Zombie-Streifen für den SyFy-Channel gemacht haben. Und „Zombie Apocalypse“ ist bis dato der bessere Film von ihnen (den ich gesehen habe). Zumindest in Hinblick auf die Aufnahmechancen ins „reguläre Filmset“. Das bedeutet leider auch, dass die (unfreiwillig) komischen Momente rar gesät sind. Der Film ist auch alles andere als originiell, aber immerhin langweilt er nicht so besonders und die Ärgernisse halten sich – verglichen mit ihren Killerfisch-Filmen – in Grenzen. Die Zutaten im Topf sind dieses Mal aus allen bekannten (und guten) Zombiefilmen zusammengeklaut – da haben wir „28 Days Later“ (ich nenne ihn jetzt mal Zombiefilm), „Dawn Of The Dead“, „Zombie“ und so weiter. Eigentilch kommt so ziemlich alles vor, was man in so einem Streifen erwartet:

Die Gruppe trifft sich, man zieht los, man verliert Freunde, gewinnt Neue dazu, gerät in einem Gymnasium, dass man „sicher“ glaubte, in eine Art Hinterhalt, muss sich der Tatsache stellen, dass man infizierte Freunde killen muss, weil sie sich nicht in Zombies verwandeln wollen, und breitet voreinander Begebenheiten aus dem „alten“ Leben aus, damit die Charaktere so etwas wie „Tiefe“ kriegen können.
Der letzte Teil mit der Tiefe ging allerdings ins Auge. Ziemlich sogar. Wenn man Ving Rhames davon erzählen hört, dass er sein Pferd (ja, wirklich, sein Pferd!) vermisst, dann ist das eigentilch mehr komisch als tragisch und die Art und Weise wie er es erzählt lässt dem Zuseher unanständige Szenen im Kopf entstehen, die man eigentlich nicht haben wollte.

Auch der Beginn macht ziemlich gut klar, was auf den/die geneigten Zuseher noch einstürmen wird: Es wird gleich eine ganze Horde von Zombies gemetzelt, das (CGI-)Blut spritzt und die Wahl der Waffen ist wie immer eher in Richtung Hieb- und Stichwaffen, damit schön geschlitzt und geköpft werden kann (und Munition gespart wird, ich weiß ich weiß). Das ganze Tamtam funktioniert an sich sogar ganz gut, es gibt nur einen „kleinen“ Haken. Und das ist bei diesem Film der Schnitt. Wer auch immer die Action-Szenen geschnitten hat, war (hoffentlich) Praktikant, da bei den Action-Szenen in 90% der Fälle zu spät geschnitten wird, was dem ganzen die Dramatik und den Schwung raubt, den es gebraucht hätte um mitzureißen, bzw. fallen darstellerische Schwächen oder „Tricks“, wie die Tatsache, dass man eben NICHT jemanden das Schwert in den Bauch rammt, sondern daran vorbei, leider wirklich auf.

Die „dramatischen Szenen“ sind eher peinlich geworden, ein paar gute Momente sind aber dennoch dabei. Die Logik bleibt zu einem großen Teil auf der Strecke (als sich die Gruppe in einem Van versteckt, müssen sie sich ruhig verhalten, damit die Zombies draußen sie nicht hören, dann verwandelt sich einer IM Van in einen Zombie und zuckt und alle schreien und kreischen herum … die Zombies draußen lässt das kalt. Warum alsos ich vorher ruhig verhalten?).

Wirklich, wirklich peinlich ist dann das Ende des Films, bei welchem die große Überraschung in Form eines Zombie-Tigers auftaucht und mit derart schlechtem CGI gemacht ist, dass man sich unweigerlich Shir-Khan vom (2D-Zeichentrick)-Dschungelbuch-Film wünscht, der möge dem Tier doch bitte zeigen, wo der Hammer hängt. Die direkte Interaktion zwischen CGI-Monstern und Darstellern funktioniert meisten nur in Riesenproduktionen, bei dieser Art Film wird die Karre meist an die Wand gefahren. So auch hier.

Die Schauspieler an sich sind alle okay und geben sich keine großartigen Blösen, klar wird auch niemand einen Oscar kriegen (deren Vergabekriterium mir allerdings auch oft nicht klar ist …), aber alle, die einmal im Leben „Troll 2“ gesehen haben, sehen die Welt danach sowieso anders und stellen auch keine großen Ansprüche mehr. Von Ving Rhames‘ „Abstieg“ bin ich überrascht, immerhin hat der Mann bei „Pulp Fiction“ verdammt gut gespielt, aber naja. Bei allen anderen ist mir zumindest niemand langfristig in Erinnerung geblieben. Weder in guter, noch in schlechter.

Da man an „Zombie Apocalypse“ generell nicht mit großen Erwartungen herangehen wird, kann man auch nicht großartig enttäuscht werden, deshalb kriegt er von mir 4 von 10 mit schlechtem Schnitt den Spaß verderbende Punkte.

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