The Philanthropist (Serienkritik)

Teddy Rist (James Purefoy) ist ein Milliardär und Playboy, dessen Leben durch den Tod seines Sohnes für immer verändert wurde. Teddy springt nach der kurz darauf folgenden Scheidung von seiner Frau Julia (Krista Allen) von Affäre zu Affäre, und zum Leidwesen seines guten Freundes und Zweitchefs der Firma Philip Maidstone (Jesse L. Martin) und dessen Ehefrau Olivia (Neve Campbell), vernachlässigt er auch immer wieder seine Arbeit als Firmenchef. Bei einer geschäftlichen Reise nach Nigerien muss Teddy mitten in der Nacht vor den Auswirkungen einer Überschwemmung flüchten. Er sieht einen kleinen Jungen, den die Rettungskräfte als nicht so wichtig eingestuft haben und nur durch Teddys Einsatz wird dem Jungen das Leben gerettet.

Seitdem verspürt der unglückliche Milliardär immer wieder das Verlangen Menschen etwas Gutes zut tun und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Beginnen will er mit seinen guten Taten in einem kleinen Dorf in Nigeria, dass dringend Medizin benötigt, diese aber durch die Bürokratie und Profitgier im Land nie ihr Ziel erreichen würde.Teddy setzt daraufhin all sein diplomatisches Können und sein beachtliches Vermögen ein, um die Medizin in das Dorf zu bringen, koste es was es wolle (und das auf allen Ebenen). Nigerien war jedoch erst der Anfang, überall auf der Welt gibt es Menschen in Not und Teddy Rist hat die Möglichkeiten ihnen zu helfen.

The Philanthropist TV Show James Purefoy

Als Philanthropie bezeichnet man die Grundhaltung eines Menschen, immer das Gute in allen Menschen zu sehen und auch zu finden. Diese Menschen helfen anderen Leuten wann immer sie können oder sie widmen ihr Leben völlig dem Dienst an den Mitmenschen. In Amerika, wo die Wohltätigkeit an sich traditionell schon immer eine grosse Rolle gespielt hat, werden auch oft reiche Menschen, die viel Geld wohltätigen Organsisationen spenden, als Philanthropen bezeichnet.

Dies ist eine brandneue Serie aus Amerika, bis jetzt sind erst die ersten drei Episoden der Serie gesendet worden und auf diese drei bezieht sich auch meine Review bzw. mein Teaser. Das ganze Konzept fühlt sich angenehm frisch an und bietet wirklich mal Fernsehunterhaltung, wie ich sie noch nicht erlebt habe. Die einzelnen Teile sind dabei natürlich nicht neu, doch der Gesamtmix ist das was mich wirklich überzeugt hat.

Die Wahl des Hauptdarstellers war in diesem Fall besonders wichtig, da die gesamte Show mit ihm stehen oder fallen würde. Mit dem englischen, auch öfters im Kino vertretenen Darsteller James Purefoy (Ritter aus Leidenschaft, Resident Evil, Vanity Fair), hat man hier ein sehr gutes Händchen bewiesen. Er ist charmant, verführerisch, verloren, gebrochen, verschmitzt, arrogant, spitzbübisch und er zeigt uns noch viele weitere Charaktereigenschaften seiner interessant gezeichneten Figur. Da Teddy selbst ja keinesfalls ein Superheld ist sondern am ehesten noch ein gebrochener Mann mit zuviel Geld der das Richtige tun will, erscheinen seine guten Taten nie künstlich oder zu gewollt, er wirkt bei seine Aktionen eher wie ein Rebell, der mit teilweise kindlicher Freude ans Werk geht.

Neve Campbell (meine Heldin aus den guten alten Zeiten der Scream Triologie) wirkt als Frau seines besten Freundes als Ruhepool und Anstachler zugleich, indem sie mehr als einmal Teddys anfänglich eingerostetes moralisches Gewissen wieder aufweckt. Michael Kenneth Williams ist als Dax mit dabei, er ist ein Irakkriegsverteran und persönlicher Bodyguard vobn Teddy. Man sieht ihn und weiß einfach, dem kann ich vertrauen und bei dem bin ich sicher.

Lindy Booth alias A.J. Butterfield, sie ist die Leiterin von Teddys Firma im Bereich der „Speziellen Interessen“. Sie ist anfänglich auf charmante Weise überfordert mit Teddys neu gewonnener Liebe an der praktizierten Nächstenliebe, sie agiert aber trotzdem souverän und wird Teddy auch auf seinem neuen Weg begleiten. Jesse L. Martin als Teddys bester Freund Philip ist der bodenständigere Typ, der immer wieder Normalität einkehren lassen will, in der Loaylität zu seinem Freund geht er aber auch öfters mal über seine Grenzen hinaus.

Die Erlebnisse dieses tollen Ensamblecasts werden dem Publikum mit einer sehr eigenen Erzählweise dargeboten. Die Storys der ersten drei Episoden werden immer von einer Person erzählt und wechseln dabei ständig von der Vergangenheit in die Gegenwart. In der ersten Folge erzählt Teddy zum Beispiel einer Kellnerin seine gesamten Erlebnisse in Nigerien, in der zweiten Folge informiert Philip den Firmenstab über die Ereignisse in Burma und in der dritten Episode informiert Teddy einen Politiker in Paris über verbrecherische Machenschaften in seiner Regierung.

Die gesamte Inszenierung wirkt dabei sehr modern, die Farben sind wunderschön bunt und die Musik fängt sehr gut die Atmosphäre des jeweiligen Handlungsspielorts ein. Dabei wechselt das Geschehen jede Episode in ein anderes Land, und jeder Ort hat nun mal andere, sehr eigene Probleme, denen Teddy zwar eher zufällig auf Geschäftsreisen begegnet, die Lösung der Schwieigkeiten werden für ihn aber schnell wichtiger als die Tätigkeit für seine Firma.

Ein Mix aus Abenteuer, Drama, Action, Selbstfindungstrip und was weiß ich was noch alles (auch surreale Momente sind dabei, etwa wenn Teddy den Geist seines verstorbenen Sohnes sieht), auch hier ist die Mischung eben das wirklich spannende und gut gelungene. Nach der ersten Folge hab ich mich zwar irgendwie traurig gefühlt, doch auch auf seltsame Weise wirklich glücklich, ohne dass ich genau beschreiben hätte können warum. Für mich also eine sehr interessante Grundidee und ein gut gemachtes Gesamtpaket, das in erster Linie unterhalten soll, doch auch ohne erhobenen Zeigefinger dazu auffordert, nicht immer wegzusehen wenn man etwas tun könnte.

Bin mal gespannt ob den Amerikanern dieses Konzept gefällt und ob die Serie es zu uns schafft oder nach ein paar Folgen bereits wieder eingestellt wird, denn sie sieht von ihrer gesamten Präsentation alles andere als billig aus.

The Philanthropist bekommt von mir 8,5/10 helfende Empfehlungspunkte.


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