Feast 3: The Happy Finish (Filmkritik)

Die Bikerkönigin und ihr bunt zusammengewürfelter Haufen von Überlebenden entgeht der Monsteratacke auf dem Dach des Hochhauses (dort endete der zweite Teil) nur knapp.
Der Kampfgeist der Truppe ist ziemlich geschrumpft und alles was sie wollen ist eine Fluchtmöglichkeit finden, um aus dieser Stadt voller Grausamkeiten endlich verschwinden zu können. Die Lage scheint aussichtslos doch dann taucht plötzlich ein harter Cowboy auf. Bringt er die ersehnte Rettung? Oder vielleicht der monstervetreibende Prophet oder gar der junge Karatespezialist? Wer wird wen retten und wer wird überhaupt überleben?

Feast-3-The-Happy-Finish

Nochmal zur Erinnerung. 2005 hatte Regisseur John Gulager mit seinem Überraschungshit Feast meiner Meinung nach einen der besten Monsterhorrorfilme überhaupt geschaffen. Drei Jahre später folgte der um einiges schwächere zweite Teil Feast 2: Sloppy Seconds. Damals war schon klar, dass ein weiterer Teil folgen würde, der die Triologie vervollständigen sollte.

Obwohl Gulager alle drei Teile seiner Filmreihe selbst inszeniert hat und seine Drehbuchautoren auch gleich geblieben sind, ist dieser Film hier der absolute Tiefpunkt der Feast Triologie. Wie man schon beim zweiten Teil erahnen konnte, wurden dessen Schwächen nicht beseitigt sondern auch noch verstärkt.

Hier folgen einige der Gründe, warum ich Feast 3 nicht mochte:

  1.  CGI Blutspritzer. OK, es sind weinger als im zweiten Teil aber sie sehen noch immer unecht und schlecht aus.
  2. Die Charaktere sind weiterhin unsympathisch, man wünscht ihnen sogar den Tod, da sie entweder wirklich dämlich oder völlig egoistisch agieren. Neue Personen? Ja, die gibt es zwar, sie sind auch lustig anzusehen, doch man kennt den Regisseur gut genug um keine innige Bezieghung zu ihnen aufbauen zu wollen. Hier stirbt jeder, besonders die, von denen man es nicht erwartet (oder eben schon erwartet, weil dies Feast ist).
  3. Der perfekte erschreckend/irre/lustig Mix aus dem ersten Teil ist einer ekelhaft/billig/saublöd Mischung gewichen, die das Gehirn des Zusehers zunehmend beleidigt. Wer auf so einen Mix steht sollte sich einen japanischen Film dieser Art besorgen (etwa Machine Girl oder Tokyo Gore Police), die lieben Japaner wissen wenigsten wie man alle Regeln über Bord wirft und trotzdem gut unterhält.
  4. Die Wackelkamera und die schnellen Schnitte wirken nicht dynamisch oder steigern die Geschwindigkeit des Films, nein, sie sind einfach nur anstrengend anzusehen. Man sieht auch zu wenig wegen einiger zu dunkel geratenen Szenen, die mir beim konzentrierten Betrachten etwas Kopfweh verursacht haben.
  5. Der Roboter! Ich meine was soll das?!?
  6. Achtung Spoiler: Honey Pie aus den ersten beiden Teilen stirbt innerhalb der ersten fünf Minuten, mehr muss ich dazu wohl nicht mehr sagen.

Pluspunkte (wenige aber doch):

  1. Die Infos über die Hauptcharaktere bei deren ersten Auftreten im Film als eingefrorenes Insert sind ironisch wie immer, und mittlerweile zu einem richtigen Feast Markenzeichen geworden.
  2. Die drei neuen, eindeutig als Parodie auf einschlägig bekannte Heldenrollen angelegten Charaktere. Die machen echt Spass. Der coole Reden schwingende einsame Cowboy namens Shitkicker (mit besseren Überlebenschancen als Gott). Ein geistig behinderter Mann namens Prophet, der mit seiner Macht die Monster zurücktreiben kann (in Wirklichkeit werden sie vom Pfeiffen seines Hörgeräts verjagd). Ein karatekämpfender Jugendlicher namens Jean-Claude Segal, ein Junge mit grosser Klappe und viel dahinter (oder so ähnlich).

Die abartig irren Ideen die Feast 3 zu bieten hat, kann man entweder als Plus- oder Schwachpunkt sehen. Eine von Monsterschleim enstellte Dame die ihr Wange mit einem abgetrennten Penis reibt oder etwa ein Schwarzer, der von einem der Monster vergewaltigt wird und daraufhin selber zu einem Hybriden mutiert, sind eben nicht Jedermanns Sache.

Bleibt zu hoffen, dass dies der letzte Feast Teil bleibt, Fans des ersten Teils (ich liebe Teil eins) sollten sich die beiden Fortsetzungen am Besten erst gar nicht ansehen.

Am Ende noch einer der leider zu wenigen coolen Sprüche aus dem Film:
Shitkicker: „If you are not living on the edge, you´re taking too much space.“

Feast 3: The Happy Finish bekommt von mir 4/10 hirnrissige (ja das ist auch wörtlich gemeint) Empfehlungspunkte (zwei Punkte weniger, wenn ich ihn mit Teil 1 direkt vergleichen würde).


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.