Do Not Enter (2026 Filmkritik)

Eine vierköpfige Truppe von Influencern sucht nach der einen Story die sie brauchen, um endlich die erwünschten Klicks zu bekommen. Da sie sich darauf spezialisiert haben, versteckte urbane Schätze zu finden, um sie der Welt zu präsentieren, haben sie sich aktuell ein verlassenes Hotel ausgesucht.

Hier soll ein großer Schatz versteckt sein, doch als sie dort ankommen, lauern eindeutig mehr Gefahren, als sie sich jemals erträumt hätten. Aber eines dürfte wohl klar sein: Ein paar Influencer werden sich doch fix nicht von ein wenig Satanismus aufhalten lassen, oder etwa doch?

Ich kannte ihn namentlich bisher nicht, doch Marc Klasfeld ist laut meiner Recherche einer der besten Musikvideo-Regisseure der Gegenwart. In diesem Bereich hat er bisher bereits bei weit über 100 von ihnen die Regie übernommen (z.b. für Bands wie Aerosmith, Bon Jovi, Foo Fighters oder Sum 41 um nur ein paar wenige zu nennen). Abgesehen von seiner Satire „The L.A. Riot Spectacular“ aus dem Jahr 2005, hat er jedoch nie bei einem Spielfilm das Zepter übernommen.

Im Jahr 2026 sollte dies sich doch ändern, denn mit Do Not Enter hat er erstmals einen Horrorfilm inszeniert. Diese Vor-Informationen haben bei mir dann eigentlich nur eine Erwartung ausgelöst und zwar dass der Film mindestens optisch ansprechend sein wird. Ich werde es gleich vorweg nehmen: der Film ist ansonsten in etwa so beliebig wie das (Klischee)-Leben eines Influencers.

Was für mich aber unerwartet war, ist wer hier eine positive Rolle spielt. Ich – in meiner Welt auch der Rest der Menschheit – bin ja von der Message in modernen Hollywood Filmen geschädigt. Mit der von Laurence O’Fuarain (Sandman) gespielten Figur des Balenger ist hier dann doch wirklich ein weißer, heterosexueller Mann in einer Beschützer-Rolle mit dabei und wisst ihr was, er sucht auch noch seine vermisste Ehefrau.

Das hat für ich fast schon wieder Retro-Vibes versprüht und auch sonst sind die vier restlichen Hauptfiguren so gespielt, dass man sie sympathisch findet, ohne zu viel über sie zu wissen. Was mir ebenso gefallen hat und dafür gibt es jetzt einen SPOILER, ist dass alle vier überleben. Ich liebe das Final Girl Format, doch für das hier gewählte Ende, ist das schon extrem stimmig so. SPOILER ENDE

Die weiße, Ghoul ähnliche Kreatur, die beim Laufen alle vier Extremitäten benutzt, wirkt vom Design her bekannt, doch wenn man genauer hin sieht (also nicht zu genau, weil die Effekte nicht durchgängig gelungen sind) dann hat sein Aussehen doch etwas eigenständig Monströses und Abstoßendes an sich. Als böse Creature in diesem Feature ist er für mich gelungen, aber eben auch so überhaupt nichts Besonderes.

Als Kanonenfutter dienen dann noch drei menschliche Bösewichte, von denen vor allem einer ziemlich unmenschlich ist und man im Hinterkopf schnell den Gedanken hegt: gut, dass die Kreatur gerne Herzen aus Brustkörben entfernt, mal sehen, ob er doch eines hat. Dennoch ist die Zielgruppe hierfür zu beschreiben etwas schwer, denn für typische PG13 Teenie-Gucker ist dies zu hart, doch erwachsene Horrorfans, werden sich eher druchgehend langweilen.

Nach 85 Minuten ist der Spaß dann auch schon wieder vorbei und ich habe es nicht bereut, mir den Film einmal angesehen zu haben. Nein, definitiv nichts für die Sammlung, aber als oberflächlicher Guilty Pleasure Happen, kann man sich die Sache sicherlich „gönnen“. Erfrischend ist wie bereits erwähnt, vor allem die Figurenzeichnung, denn neben dem Beschützer sind die Influencer hier weit weniger dumm und oberflächlich dargestellt, als in vielen anderen Produktionen.

„Do Not Enter“ bekommt von mir 5/10 Verbotsschilder nicht nur ignorierende, sondern als Einladung sehende Empfehlungspunkte.


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