Maya (Madelaine Petsch) hat ihre Stichverletzung im Bauchbereich überlebt, doch ihr Freund hat ihre Begegnung mit den drei maskierten Angreifern nicht überlebt. Nach der Befragung durch den örtlichen Sheriff (Richard Brake) merkt Maya, dass in dem Krankenhaus, in dem sie sich befindet, etwas nicht stimmt.
Sie ist einerseits alleine hier, andererseits auch nicht, denn einer der Masken tragenden Strangers ist weiterhin hinter ihr her. Maya ergreift die Flucht und versteckt sich, doch was wird nötig sein, damit sie ihre Verfolger endgültig los wird?

Nun war die Neugier der Fans vorüber. Jeder Teil der Strangers-Trilogie hatte ja ein Budget von 8,5 Millionen Dollar und Teil 1 konnte circa 46 Millionen einspielen. Dieser zweite Teil nur mehr 22. Doch nun waren Regisseur Renny Harlin (The Covenant) und sein Team endlich dort angekommen, wo sie eigentlich hin wollten. Ab nun konnten sie ihre Story frei weiter erzählen, ohne sich mehr oder weniger an das Original zu halten. Ab nun folgen Spoiler.
Dieser zweite Teil ist wohl der kurzweiligste der Trilogie, mit wenig Füllszenen und einem nahtlosen Übergang von Teil 1. Vom leerstehenden Krankenhaus, inklusive Maschinenraum und Leichenhalle, über riesige Wälder und Wohngebiete erstreckt sich hier die Flucht von Maya und genau das macht dieses Chapter auch aus. Es nimmt das „a survivor is born“ Prinzip, denn was Maya hier übersteht, hätte die Maya zu Beginn des Erstlings, sicherlich nicht hinbekommen.
Die Angst in ihren Augen ist noch immer allgegenwärtig, doch weicht sie zwischendurch immer wieder mal einer gewissen Härte. Was die Atmosphäre betrifft ist vor allem die Paranoia spürbar, dieses Gefühl, Jeder könnte hier einer/eine der Killer sein. Ein Highlight hierbei ist für mich was Ton und Bild betrifft, die Sequenz, wo Maya mit vier Menschen im Auto sitzt. Die polternde Stimme aus dem Radio, das Pochen des Scheibenwischers, das Zoomen auf die Gesichter plus wie Maya sie sich mit Masken vorstellt, da will man einfach nur mehr weg.
Dann wäre da der „Creature Feature“ Cameo-Auftritt, als Maya plötzlich im Wald von einem Wildschwein angegriffen wird. Nach dem ersten „was war das jetzt gerade“ Gedanken unterstützt diese Sequenz sehr schön dieses „alles kann passieren, jedes lebende Wesen ist eine potentielle Bedrohung“ Grundgefühl. In so einer Situation, bedeutet stehen zu bleiben, sicher sterben, weswegen man auch als Zuschauer schluckt, wenn Maya dann doch einmal inne halten kann und in einem der wenigen ruhigeren Momente, im Spiegel ihre Wunden begutachtet.
Was mich zu dem Beginn von etwas bringt (das in Teil 3 noch viel stärker wird), was an die Macher gerichtet ist und man als „du hast die Strangers nicht verstanden, wenn du ihnen das Fremde wegnimmst“ bezeichnen könnte. Nimmt das hier wirklich den Schrecken, wenn du das Gesicht hinter der Maske zu sehen bekommst? In diesem Fall finde ich das nicht, denn wenn man sieht, dass (zwei) der Menschen hinter den Masken ihre Konflikte schon als Kinder mit Gewalt gelöst haben, dann macht sie das eher fast noch unheimlicher.
Madelaine Petsch gibt sichtlich alles als Maya (aus physischer und psychischer Sicht), immerhin trägt sie ja den Film alleine, nachdem ihr Partner bereits beseitigt wurde. Ständig überwindet sie erneut Situationen, in denen ihr Leben bedroht ist und diese sie überfordern, doch sie findet dennoch den Willen, dagegen anzukämpfen. Gabriel Basso (Trigger Warning) als Gregory darf herrlich unberechenbar und einschüchternd agieren, was ihn zu einer spannenden Figur macht.
Das Finale ist dann dermaßen offen, dass sich so etwas im Kino mit einer mehrere Monate umspannenden Wartefrist auf den dritten Part, sicherlich sehr unbefriedigend angefühlt hat. Wer aber sofort weiter schaut oder wie ich am nächsten Tag, für den ist das klar stimmig. Nein, man braucht keine Bedienungsanleitung für diesen Film, doch schaue ich „back to back“ gedrehte Filme fast immer erst an, wenn alle Teile erschienen sind, ich verbessere somit nämlich mein Seherlebnis. In Summe ein Fluchtszenario, dass sich durch den gesamten Film zieht, keine Anlaufzeit braucht und keine Längen besitzt, was ihm dem ersten Teil, klar überlegen macht.
„The Strangers: Chapter 2“ bekommt von mir 6,5/10 sich Schweinen in menschlicher und tierischer Form entgegen stellende Empfehlungspunkte.

