Red Sonja (2025 Filmkritik)

Als sie noch ein kleines Kind war, haben Barbaren ihr Dorf angegriffen und die meisten Einwohner ihres Dorfes umgebracht. Sonja (Matilda Lutz) konnte damals fliehen und lebt seitdem mit ihrem treuen Pferd in den Wäldern. Als Söldner in den Wald eindringen und unschuldige Tiere töten, macht sie sich an die Verfolgung.

Sie erfährt, dass die Soldaten exotische Tiere einfangen, um sie in der Arena für ihren Herrscher Draygan (Robert Sheehan) gegen seine gefangenen Feinde antreten zu lassen. Daraufhin will sich Sonja sofort an die Befreiung der Kreaturen machen, landet aber durch die feindliche Übermacht kurz danach selbst in der Arena…

Nachdem ersten Red Sonja Film mit Brigitte Nielsen aus dem Jahr 1985, gab es jahrelang Pläne für einen weiteren Teil. Verschiedne Regisseure (u.a. Robert Rodriguez und Bryan Singer) wurden mit dem Projekt in Verbindung gebracht und auch die Idee es als Fortsetzung für das Conan the Barbarian Remake aus dem Jahr 2011 zu planen, wurde verfolgt und nach dessen Flop wieder verworfen. Nach all den Jahren war es dann schließlich M.J. Bassett (Rogue), die auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte.

Ich beantworte gleich zu Beginn nicht die „hat sich das lange Warten gelohnt“ Frage sondern stelle lieber eine andere: wie viele Projekte mit derart vielen Problemen im Vorfeld und einer Planung über Jahrzehnte, sind am Ende wirklich gut geworden? Richtig, spontan fällt mir da auch keines ein. Wollt ihr auch noch wissen, wer maßgeblich am Drehbuch beteiligt war? Das wäre Tasha Huo, die zuvor „großartige“ Dinge wie The Witcher Blood Origins und Tomb Raider: The Legend of Lara Croft geschrieben hat.

Wie man bereits erwarten konnte, ist Red Sonja purer Trash und in den besten Momenten einfach herrlich unfreiwillig komisch. Bevor ich ein paar Beispiele gebe muss ich noch festhalten, dass Matilda Lutz (Zone 414) nichts dafür kann. Ihr Schauspiel wirkt pur und verletzlich in ruhigen Momenten und von ihren Muskeln her und ihren Blicken und Bewegungen, macht sie auch in den Action-Momenten eine gute Figur. Ein reiner Zusammenschnitt nur ihrer Szenen, wäre (nicht nur optisch) ein besserer Film.

Am Witzigsten finde ich die Pseudo-Auflehnung gegen den sogenannten Male Gaze, der auch in Interviews thematisiert wurde. Zuerst trägt sie den klassischen Kettenbikini als Zeichen der Unterdrückung des Patriarchats, dann verlangt sie „eine echte Rüstung“ und die bleibt an den selben Orten angreifbar – kurzer Rock plus bauchfrei – aber laut Lutz Aussagen „now she owns it“. Hmm, das lass ich mal einfach so stehen.

Dann wären da die Schauplätze, von denen ausnahmslos alle wie Settings wirken, also wie extra geschaffen für den Film und keine echten Locations. Nicht mal der Wald wirkt richtig echt. Die Kostüme schwanken ebenso zwischen vielleicht glaubhaft und Laientheater hin und her. Das World Building ist quasi nicht existent, z.b. die Affenmenschen gibt es hier einfach ohne Hintergründe, genau wie andere Fabelwesen wie den Cyclops, der wegen dem geringen Budget schnell wieder flüchten darf.

Es gibt zusätzlich gleich zwei grundlegende Probleme mit dem Bösewicht. Robert Sheehan (Mortal Engines) als Draygan ist das größte „Manbaby“ seit Kylo Ren. Ein Weichei mit dem Charisma eines Lamas (also einem Außenseiter-Lama, nicht einem, dass innerhalb einer Gruppe funktionieren würde) und der soll der mächtigste Anführer weit und breit sein und zwar aus eigener Kraft? Ja, seine Macht kommt von der Wissenschaft, aber das glaubt man ihm ebenso wenig.

Der Endkampf bleibt Sonja und uns verwehrt und dann kommt ein weiteres aktuelles Hollywood-Problem hinzu: der Böse darf nicht einfach böse sein. Wäre er doch als Kind nicht entführt worden, wäre er doch besser beschützt worden, alles ist grau, unverdiente weil keine Reue zeigende Wiedergutmachung und Vergebung stehen im Raum, aber natürlich erst beim Finale aus dem Nichts und ohne vorherigen Aufbau. Das ist keine Vielschichtigkeit sondern eher eine Indoktrination von Menschen, dass sie Verbrecher/Verbrechen, auch im echten Leben nicht schlimm finden (siehe aktuell in Amerika das Feiern eines Attentats).

Teils doofe Dialoge wie „ich trage ein Holzschwert“ und die Antwort „dann hoffen wir, dass dein Gegner kein Biber ist“ (ja, das ist fast wörtlich der geistreiche Dialog) tragen zusätzlich dazu bei, dass sämtliche Ansätze auf ernsthafte Unterhaltung, im Keim erstickt werden. Die Kampfkunst der Heldin, kommt nebenbei aus dem Nichts also ohne Trainings-Montage. Der Großteil der Schande hier geht aber ziemlich klar vom unüberlegten Drehbuch aus, denn gute Leute, hält auch wenig Budget nicht auf. Ein Film der Marke: sollte man gesehen haben, damit man glauben kann, dass so etwas im Jahr 2025 veröffentlicht wird.

„Red Sonja“ bekommt von mir 4/10, das Kunststück den Girlboss im Film als das geringste Problem porträtierende und als Zuschauer erlebende Empfehlungspunkte.


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