Best Of Worst Case: Robocroc (Filmkritik)

Es ist wie verhext. Da stürzt der mit Nano-Bots ausgestattete Satellit doch ausgerechnet im benachbarten Zoo ab und die Dinger werfen sich mit Freude auf das nächstbeste organische Lebewesen – ein Krokodil – und laufen damit hungrig durch die Gegend. Schlimm.

Noch schlimmer ist, dass Duffy (Corin Nemec), der Krokodilwärter, einen Sohn hat (Jackson Brews), der im benachbarten Schwimmbad gerade versucht die netten Mädels (allen voran Sydney, gespielt von Florence Brudenell-Bruce) auf einer Party abzustauben, dabei aber immer wieder mehr Peinlichkeiten liefert als positive Ergebnisse.

Und dann – man glaubt es kaum – wandert das verdammte Krokodil, dass sich nach und nach tatsächlich in ein „echtes“ Roboterkrokodil(!) verwandelt, weil die Nana-Bots das Ding übernehmen, auch noch genau in dieses Schwimmbad.

Zum Glück ist das Militär bereits da, um die Sache auszubügeln … oder?

Robocroc Movie

Ja, da haben wir wieder einen Vertreter der Reihe „Dumme Idee – das müssen wir machen“ und noch dazu einen, der sogar Spaß macht. Erneut ist Corin Nemec mit von der Partie – der Mann wird mir immer sympathischer. Das erste Mal positiv aufgefallen ist er mir ja bei „Sand Sharks“ (Overacting sei dank) und dann hat er nicht mehr nachgelassen – zuletzt eben in „Dragon Wasps“ oder „Dracano“ und nun eben auch in „Robocroc“.

Die Story ist herrlich dumm und schräg, die Charaktere sind schöne Stereotypen und so gut wie alles ist vorhersehbar. Okay, das stimmt so nicht ganz, denn bei ein paar der Charakteren hätte ich damit gerechnet, dass sie überleben bzw. nicht überleben, die dann dennoch davon gekommen sind bzw. auch nicht. Das war stellenweise wirklich unerwartet, auch wenn jede/r geübte/r Zuseher/in natürlich schon im Vorfeld weiß, wem da jetzt aller ganz sicher nix passieren kann.

Das Schauspiel ist wie es sich für so einen Film gehört zwischen „Overacting“ und „hölzern“ angesiedelt, befindet sich aber öfter an einem der beiden Extreme als irgendwo dazwischen. Die jüngeren Leute sind mit mehr Eifer dafür weniger Talent bzw Übung dabei (zB Jackson Bews als Rob, Duffys Sohn oder Florence Brudenell-Bruce, also Robs Love Interest Sydney), die älteren mit weniger Einsatz, dafür mit weit mehr Routine (Dee Wallace (bekannt aus „The Howling“, „Cujo“ oder „Critters“) als Lt. Riley, Steven Hartley als Col Montgomery, und ein paar anderen merkt man an, dass sie einen Heidenspaß dabei haben (genau: Corin Nemec).

Corin Nemec selbst scheint wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein, immerhin ist er Teil des Star Trek-Ablegers „Star Trek: Renegades“ und zwei weitere Filme (die scheinbar nicht dem Trash-Genre angehören) namens „Haunted: 333“ sowie „Extinction: Patient Zero“ sind auch in der Mache. Bin ich ja mal gespannt.

Was den Schreiber von „Robocroc“ betrifft, so ist er eher unbekannt und hat als nächstes das Drehbuch zu „Jarhead 2“ (ja, ihr lest richtig) geschrieben – alles vorhergehende ist eher unbekannt. Bei „Robocroc“ macht er aber so ziemlich alles richtig – die Story ist schräg genug, Verrat und Betrug, Mord und Totschlag, sowie Love-Interest und mehr oder weniger nette Leute sind dabei. Auch ein paar super Dialoge (im Sinne von unfreiwillig/freiwillig lustig) und somit ist alles in bester Ordnung.

Regisseur Arthur Sinclair gibt sich keine Blöße, auch wenn das hier seine erste Regiearbeit ist – er scheint genau zu wissen, was die Leute von so einem Film erwarten und gibt es ihnen. Angefangen vom Eye-Candy (Party im Wasserpark, Bikinigirls en masse)bis zu den Kills (wie üblich zwar rasch vorbei, aber witzig umgesetzt und selten unerwartet). Das Biest selbst sieht cool aus – man darf sich das Ding wie ein durch CGI in den Film gebautes Terminator-Krokodil vorstellen – und die witzige „Robo-Vision“ (ebenfalls vom Terminator geklaut) ist auch eine nette Idee.

Generell sind jene, die den ganzen Anspielungen in Bezug auf Terminator und andere Filme (und da gibt es einige) folgen können, sicher jene unter den Zusehern/innen, die dabei am meisten Spaß haben werden.

Alles in allem bekommt „Robocroc“ von mir ganz 7 von 10 möglichen, ein Terminator-Kroko auf die Welt loslassende, Punkte.

Best-Of-Worst-Case-Urteil (Trashfaktor: Machart, Story):

Sicher kein Glanzstück des Genres, aber dennoch hoher Unterhaltungswert, vor allem, wenn man die Seitenhiebe auf „ernste“ Sci-Fi-Filme á la Terminator und Co humorvoll nehmen kann. Wer von der Prämisse nichts hält, kann die Finger davon lassen, aber das gilt eh immer. Der Cast ist zum großen Teil gut aufgelegt und für Eye-Candy ist gesorgt. Was will man(n) mehr?

Fazit: Ein unterhaltsames Creature-Feature, dass zu 100% auf Trashfans abzielt und grundsätzlich alles richtig macht, unterm Strich aber einen Spur zu wenig Witz einfließen lässt.

PS: Aktuell nur als US-Import: Das ist der Film jetzt nicht extra wert, wird sicher noch zu uns auf DVD/BR kommen.


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