Deadlight (Game-Review)

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Wieder einmal ist die Welt am Ende – die „Schatten“ haben gewonnen und die Welt überflutet. Eine Gruppe Überlebender hat sich zusammengerottet und kämpft gemeinsam ums Überleben. Einer der Überlebenden ist Randall Wayne, der seine Frau Shannon und seine Tochter Lydia im Trubel der ersten Tage des Ausbruchs der Seuche verloren hat. Sie sind irgendwo da draußen und Randall muss sie finden.

Aber die Chancen aufs Überleben werden immer geringer. Denn eine Organisation namens „Das neue Gesetz“ hat sich aus den Trümmern der Gesellschaft erhoben und versucht eine neue Weltordnung aufzustellen. Aber das ist Randall völlig egal, Politik interessiert ihn nicht, er will einfach nur seine Familie finden.

„Deadlight“ war für mich in vielerlei Hinsicht eine Überraschung – zum einen wurde das Spiel von den Microsoft Studios veröffentlicht und – wie allgemein bekannt – ist Microsoft ja nicht gerade eine extrem beliebte Firma. Mit der Veröffentlichung von „Deadlight“ haben sie sich zwar nicht als Developer aber immerhin als Publisher einen großen Gefallen getan, denn das Erstlingswerk des Studios „Tequlia Works“ ist auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp. Auch wenn hinter dem neuen Studionamen „Tequila Works“ durchaus bekannte Köpfe stecken, denn die Firma setzt sich aus ehemaligen MitarbeiterInnen von Blizzard, Sony, Mercurysteam, Pyro Studios und Weta Digital zusammen, die ihren Firmensitz in Spanien, Madrid haben, so ist „Deadlight“ das erste Spiel, das von ihnen entwickelt wurde. Und es macht definitiv Lust auf mehr.

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Im Grunde ist „Deadlight“ ein Side-Scroller, der ähnlich wie „Limbo“ gespielt wird – im Vergleich zu dem eben erwähnten bockschweren Düsterbrocken ist „Deadlight“ allerdings eher einfach zum Durchspielen und die Rätsel bewegen sich in relativ kleinem Rahmen. Selten erfordern sie mehr als zwei Bildschirme und so richtig das Hirnschmalz anstrengen muss man auch nie. Man läuft also mit Randall von links nach rechts durch die Bilder überwindet Hindernisse, springt über Fallen, löst kleine Schalterrätsel und wehrt sich gegen die „Schatten“ genannten Zombies. Waffen – und vor allem Munition – sind sehr selten und meist ist es besser die Umgebung zu nutzen, um sich der Biester zu erwehren, bzw. ihnen zu entkommen. Dazu ist es hilfreich, dass Randall auf Tastendruck umstehende „Schatten“ auf sich aufmerksam machen kann, die dann auf ihn zugeschlurft kommen. Was natürlich äußerst nützlich ist, wenn Randall zB auf einem Autodach steht, über die Biester springen und sich durch einen kurzen Sprint ins nächste Haus retten kann.

Grafisch ist das Spiel einfach gehalten aber sehr stilsicher. Da sich das gesamte Gameplay rein auf der vordersten Ebende des 2D-Spiels abspielt könnte man meinen, dass die Hintergründe eher belanglos sind, aber weit gefehlt – sie sind wunderschön und dreidimensional gehalten, scrollen mit und sind streckenweise wirklich toll und sehr detailreich anzusehen. Die Animationen von Randall sind butterweich und ebenfalls super gemacht – im Grunde spielt sich „Deadlight“ wie das erste 2D-„Prince Of Persia“. Aber auch hier gilt: Es ist um einiges einfacher.

Ich finde es nach wie vor spannend, dass sich ein Studio so viel Aufwand antut für – im Grunde – nutzlose Hintergründe, denn man kann damit nicht interagieren. Vermutlich ist „Tequlia Works“ einfach klar geworden für wie viel stimmige Atmosphäre diese Hintergründe sorgen und auch die verschiedenen Settings tragen dazu bei. Altes Krankenhaus, ein verlassener Spielplatz, eine alte Armeebasis, ein Tunnelsystem, Hochhausschluchten – da gibt es einiges zu sehen.

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Die Geschichte von Randall ist abwechslungsreich, gut inszeniert und immerzu kurzweilig erzählt. Die Umgebungen animieren zum Weiterspielen und auch wenn die Handlung per se ein wenig klischeebeladen ist und man den einen oder anderen Twist bereits weit vorausahnen kann, so bietet „Deadlight“ durchaus wunderbare Unterhaltung. Die Figuren, die Randall begleiten bleiben zwar ziemlich farblos und ich hätte mir mehr Abschnitte mit mehreren Personen gewunschen, aber meine gute Laune während dem Spielen hat nie darunter gelitten.

Zwischensequenzen kommen immer wieder zum Einsatz, um die Story voranzutreiben und haben einen sehr plakativen Comic-Stil, auch die Sprecher und die Musik sind gut gelungen. Gerade der Sprecher von Randall Wayne ist super getroffen, ein Raubein und Zyniker, der dennoch versucht einen Sinn im Leben zu haben.

Und wer es durch hat, der oder die kann ja im extra schweren Modus nochmals loslegen. Dazu kommt, dass das Drumherum einfach passt. So gibt es ein Tagebuch, das die Geschichte von Randall und seiner Familie erzählt bevor die „Schatten“ auftauchten, das wirklich schön geschrieben und gut zu lesen (in englischer Sprache) ist. Für eine „Begleiterscheinung“ ist es auch sehr lang geraten. Fehlende Tagebuchseiten kann man auch während des Spiels finden, außerdem kleine Secrets, welche mehr Licht in die Geschichte „vor den Schatten“ bringen. Dazu werden auch mit fortlaufendem Spielfortschritt Konzeptzeichnungen, Making-Of-Infos und Entstehungsvideos zu „Deadlight“ freigeschaltet.

„Deadlight“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, zwar kurze, aber dafür kurzweilige, Punkte.

PS: „Deadlight“ ist für den PC auf Steam erschienen und auch für die XBox-Live erhältlich.


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