The Amazing Spiderman (Game-Review)

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Wie gewohnt ist es wieder das Entwicklerhaus Beenox, das jetzt mit einem neuen Spiderman-Titel vorprescht. Schon die letzten beiden Spidey-Spiele stammten aus der Feder dieses Teams, dessen große Leistung nicht zuletzt darin besteht, fast einmal jährlich ein mindestens akzeptables Comic-Spiel zu liefern. Die Qualität schwankte freilich zuletzt: Hatte „Shattered Dimensions“ (Rezension hier) noch große Klasse, so hinkte „Edge of Time“ (Rezension hier) ersterem Titel doch mächtig hinterher.

Das neue „The Amazing Spiderman“ hat gegenüber den beiden Vorgängern einen Startvorteil, den es gut zu nutzen versteht. Nicht nur erscheint Beenox’ neue Kreation zeitgleich zum gleichnamigen Film, dank einer vollständigen Film-Lizenz konnten die Macher auch auf die respektiven Figuren zurückgreifen und die Story in den Plot des Spiels münden lassen. Das Resultat ist eine reichhaltige Handlung mit vielen bekannten Charakteren. Aufpassen müssen lediglich diejenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, denn das Spiel „verrät“ einiges, was den Film nur dann spannend macht, wenn man davon noch nichts weiß.

Auch von der Spielmechanik her ist „The Amazing Spiderman“ einen großen Schritt nach vorne gerückt – von „Edge of Time“ aus gesehen. Zwar wird nicht so viel Abwechslung geboten wie in „Shattered Dimensions“, wo jede der vier Figuren eine eigene Spieltechnik erlaubte. Dafür ist „the one and only Amazing Spiderman“ ausreichend vielfältig ausgefallen, um über viele Stunden hinweg unterhaltsam zu bleiben.

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Zunächst ist da der Nahkampf, der alles andere als wahlloses Knöpfedrücken nahelegt – super! Fast kommt das Gefühl auf, man habe nicht ein Spiderman- sondern ein Batman-Spiel vor sich. Unser Spinnenmann nimmt sich in „The Amazing Spiderman“ gezielt einen Gegner nach dem anderen vor, geht strategisch vor und setzt unterschiedliche Techniken ein, um nach und nach alle Gegner unschädlich zu machen.

Dann sind da die neuen Techniken mit dem Netz und den Spinnenfäden. Spidey nutzt seine Fähigkeit, Spinnenfäden zu erzeugen, um Gegner an sich heran zu ziehen und ihnen dann einen Tritt zu versetzen; er verwendet sie, um Feinde von oben in einen Kokon einzuhüllen; wenn er plötzlich fliehen muss, kann er sich dank der Fäden in Windeseile an eine angrenzende Wand zurückziehen; und wenn er sich durch New York City bewegt, schwingt er von Spinnenfaden zu Spinnenfaden, als wären es Lianen und ganz, wie man es schon bei früheren Spidey-Spielen kennen und lieben gelernt hat.

Dann gibt es noch einen letzten wichtigen Einsatzzweck der klebrigen Spinnensekrete, der in „The Amazing Spiderman“ ihre Premiere feiert. „Web Rush“ nennt Beenox diese Technik, bei der Spiderman seinen Spinnensinn aktiviert, mögliche Ziele ausfindig macht und sich dann blitzschnell an einen entfernten Ort zappt – indem er Spinnenfäden schleudert und sie dann wieder einholt. Dass bei aktiviertem Spinnensinn auch die Gegner deutlicher hervortreten, ist ein zusätzlicher Bonus, der Spidey immer wieder gute Dienste leistet.

„The Amazing Spiderman“ ist eindeutig das zweitbeste Spidey-Spiel auf der aktuellen Konsolengeneration, knapp hinter „Shattered Dimensions“ gelegen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist die Steuerung absolut überzeugend, die Aufgaben machen Spaß und der Plot ist spannend genug, um den Spieler in das archetypische Spiderman-Universum hinein zu beamen. Gespickt von einer Handvoll origineller Ideen (etwa die Gleichungen und Grafiken an der Zellenwand bei Ladevorgängen), sind es nur Kleinigkeiten wie das auffällige Aliasing auf der PS3, die das Bild geringfügig trüben. Angesichts vieler positiver Aspekte wie des tollen Upgrade-Systems bleiben die Kritikpunkte insgesamt stark im Hintergrund.

Wir geben „The Amazing Spiderman“ 9/10 Empfehlungspunkten.


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