Spiderman – Shattered Dimensions (Game Review)

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Spiele, die auf Comics basieren, haben es seit „Batman – Arkham Asylum“ schwieriger, wenn sie eine möglichst große Zielgruppe überzeugen wollen. Doch das neue „Spiderman – Shattered Dimensions“ braucht den Vergleich mit der Fledermaus nicht zu scheuen. Noch nie wurde das Spiderman-Universum so konsequent und so niveauvoll in die Form eines Computerspiels gegossen.

Gleich vorweg ein Tipp: Wer nur halbwegs gut Englisch versteht, sollte das Spiel unbedingt in der Originalsprache bestreiten. Denn nicht nur der Moderator ist mit Stan Lee eine echte Starbesetzung, auch die vier Spiderman-Figuren werden von den ursprünglichen Synchronsprechern der TV-Serie mit Leben erfüllt.

Vier Spiderman-Figuren? Richtig gelesen! „Spiderman – Shattered Dimensions“ ist vier Spiele in einem und zeigt unterschiedliche Teile des Gesamtuniversums des Spinnenmanns. Die Welt des „Amazing Spiderman“ bringt den klassischen Superhelden aufs Tablett, in „2099“ tritt der Spieler eine Spidey-Reise in die Zukunft an, und im „Ultimate“-Bereich begegnen wir dem Symbionten aus dem Vorgängertitel „Web of Shadows“ wieder.

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Am besten gefällt uns aber die „Noir“-Welt, weil sie die ungewöhnlichste der vier ist. Nicht nur steckt Peter Parker in einem dunklen, sackartigen Kostüm – nein, die ganze Welt ist eine dunkle, und Spiderman tut auch gut daran, die wenigen lichtdurchfluteten Bereiche zu meiden. Denn der „Noir“-Spidey ist viel schwächer als seine drei Kollegen und besiegt seine Gegner nur aus dem Hinterhalt. Zum Glück ist die Web-Technik des dunklen Peter Parker eine besonders mächtige (Spinnennetze)!

Dass „Spiderman – Shattered Dimensions“ Abwechslung groß schreibt, ist klar. Schließlich wechselt das Spiel fortwährend zwischen den unterschiedlichen Spideys hin und her, ohne den Spieler mit einer zu komplizierten Steuerung zu überfordern. Erfreulich ist, dass die Qualität und die Spannung konstant hoch bleiben. Die Hauptfeinde sind allesamt originell und klingen – wie Peter Parker selbst – großartig! Auch die Videosequenzen zeugen von der hohen Detailverliebtheit der Entwickler.

Überhaupt leistet sich der Titel nur ganz wenige Schwächen. Die Musik in manchen „Noir“-Sequenzen könnte etwas facettenreicher sein, in Sachen Grafik könnte das Aliasing etwas geringer ausfallen. Der Hauptfeind „Scorpion“ könnte für ungeübte Spieler etwas frustrierend sein, das Retten der Passanten kann eintönig werden. Aber all das sind nur Kleinigkeiten, die angesichts der wunderbaren „Cel Shading“-Looks des Spiels gleich wieder vergessen sind.

Die Entwickler haben sich aber noch mehr Lob verdient. Denn wer die Versionen für die xBox 360 und die PS3 miteinander vergleicht, merkt, dass sich beim neuen Spidey kein Konsolenbesitzer mit einer billigen Portierung abfinden muss. Unterschiede zwischen den „Next-Gen“-Versionen gibt es nur in Detailbereichen. Die xBox 360 zeigt besonders bei den Figuren etwas weniger Aliasing, die PS3 belohnt den Spieler speziell bei Videosequenzen mit einem noch detailreicheren und ruhigen Bild.

Insgesamt ist „Spiderman – Shattered Dimensions“ ein echter Knaller geworden, der unter den Comicgames seinesgleichen sucht. Für Spideyfans ohnehin unverzichtbar, dürfte der Titel auch Spieler beeindrucken, die bislang vom Spinnenmann die Finger gelassen haben.

Wir können daher nicht anders, als ganze 9 von 10 Punkten zu vergeben.


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