James Bond Goldeneye 007: Reloaded (Game Review)

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Bei James Bond, dem Geheimagenten Ihrer Majestät, ist die Herkunft unzweifelhaft klar: Der gute Agent kommt aus dem britischen Königreich, das er mit genauso viel Waffengewalt wie Charme verteidigt. Auch beim nun für die PS3 und die xBox 360 erschienenen „007: Reloaded“ ist die Abstammung deutlich zu erkennen: Das gute Spiel hatte auf der Wii seine Premiere, wo es auf beachtliche Anerkennung traf. Denn immerhin hatte es bis dato keinen vergleichbar ausgefeilten Shotter auf Nintendos Plattform gegeben.

Dieses Alleinstellungsmerkmal ist bei „Reloaded“ nun freilich dahin, geblieben ist eine Optik, die – diverser Aufbesserungsmaßnahmen zum Trotz – immer noch stark nach Wii aussieht. Zwar haben die Entwickler viel Mühe in die Aufwertung der Texturen und Zwischensequenzen investiert, zudem läuft das Spiel jetzt auf Konsolen mit HDMI-Anschluss. Allerdings sind nicht wenige eckig wirkende Figuren und Objekte geblieben. Ein Auge, das den aktuellen Standard von PS3 und xBox 360 gewohnt ist, erwartet sich für gewöhnlich etwas „mehr“ – nämlich Polygone mit höherem Komplexitätsgrad.

Das soll nicht heißen, dass „James Bond Goldeneye 007: Reloaded“ schlecht aussähe. Tatsächlich ist die Präsentation sogar extrem stylisch ausgefallen: von den Menüs über die Cutscenes bis hin zu den Waffenwechseln im Spielgeschehen. Auch die generelle Artdirection lässt genuinen Geschmack erkennen. In Verbindung mit einer äußerst gelungenen, stringenten Dramaturgie ergeben diese beiden Faktoren ein Spielerlebnis, das die grafischen Mankos vergessen macht. Der Sound leistet gleichermaßen seinen Beitrag. Sowohl die Musik als auch die Soundeffekte dürfen ohne weiteres als „amtlich“ gelten, im englischen O-Ton sorgen zudem Daniel Craig und Judy Dench fast schon für Gänsehaut.

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Die dicht gewobene Story führt Bond, James Bond, an verschiedene schön inszenierte Orte und Länder. Alles beginnt im finsteren Russland, dann geht’s nach Spanien und schließlich – ein zwei Abstecher nach St. Petersburg und Sibirien später – nach Nigeria. Die stilecht benannte Bond-Herzensdame ist natürlich auch mit dabei: Natalya Simonova entpuppt sich im Spielverlauf als jemand, der nicht nur vom gewieften Mr. Bond gerettet werden muss, sondern mit Sachverstand und viel eigener Klugheit den Handlungsverlauf mitprägt. So lässt sich der obligatorische End-Kuss gleich um vieles mehr genießen – als James Bond wie auch als bloßer Zuseher! 😉

Die eingebauten Multiplayer-Modi verschaffen „007: Reloaded“ einen beachtlichen Mehrwert. Gemeinsames Spiel ist sowohl lokal als auch online möglich; in letzterer Konstellation wird sich erst zeigen müssen, ob die Spielergemeinde so groß und begeistert werden wird, wie es bei der Wii-Fassung des Titels der Fall war. Hinter dem „Golden Gun“-Modus versteckt sich das klassische Konzept, dass schon ein einziger Treffer das Aus bedeutet; Nervenkitzel ist hier garantiert. Der Paintball-Modus macht genau, was der Name andeutet, er sorgt für ein buntes Spielerlebnis. Wer immer schon einmal als James Bond mit einer Bombe herumrennen wollte, kann das nun ebenfalls tun. Das sind nur einige der möglichen Mehrspieler-Modi, von alle auf einen ansehnlichen Fundus unterschiedlicher Karten zugreifen.

Als ein so großer Wurf wie die vor gut einem Jahr erschienene Wii-Version kann „James Bond Goldeneye 007: Reloaded“ nicht gelten. Dazu gibt es auf Sonys und Microsofts Konsolen bereits zu viele Shooter. Die Gründe, warum PS3- und xBox-Spieler vor zwölf Monaten neidvoll auf die Wii geschielt haben, sind jedoch auch heute noch nicht von der Hand zu weisen. Dieser James-Bond-Titel ist ein geschmackvolles Spiel, über dessen grafische Schwächen man gerne hinwegsieht. Und fasziniert den Stimmen von Craig und Dench lauscht.

Wir geben „James Bond Goldeneye 007: Reloaded“ 8,5 von 10 Punkten.


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