Piranha 3D (Filmkritik)

Ein Beben reißt einen gewaltigen Spalt in den Boden des Lake Victoria und die dabei freikommenden prähistorischen Piranhas sind mehr als hungrig. Zum Glück feiern hier gerade hunderte Studenten den Spring Break – für Nahrung ist also gesorgt. Der örtliche Sheriff (Elizabeth Shue) hat sowieso schon alle Hände voll zu tun um die Lage einigermaßen unter Kontrolle zu bringen, als sie auch noch erfährt, dass ihr Sohn Jake (Steven R. McQueen ) auch auf dem Wasser ist, um sich beim Pornodreh des aalglatten Produzenten Derick (Jerry O’Connel) sein Taschengeld als Local-Scout aufzubessern.

Piranha-3D

Schon bevor Piranha ins Kino kam, war vermutlich jedem klar, dass hier mehr als nur ein bisschen Blut fließen würde. Zwar machte der erste Trailer in erster Linie nur viele Andeutungen, aber den meisten Cineasten ist der Name des Regisseurs sicher mehr als nur bekannt vorgekommen.

Der Franzose Alexandre Aja hat es nämlich schon geschafft, sich mit Remakes von „The Hills have Eyes“ und von „Mirrors“, bei Fans des Horror Genres einen guten Ruf zu erarbeiten. Dabei haben seine Filme die Tendenz sehr düster und, wenn man es so nennen will, hässlich zu sein – und setzten die Latte für Dinge die man doch im Kino zeigen darf ein Stück weit nach oben.

Bei diesem aktuellen Film mixt er ein wenig altes mit neuem und bleibt trotzdem seinem Stil und seiner Vorliebe fürs Extreme treu. Das erste Fischfutter findet sich bereits nach vier Minuten und im Zuge des Films färbt sich selbstverständlich auch der gesamte See rot.

Des weiteren habe ich noch nie einen Kinofilm gesehen, der so ausgiebig die Schönheit der weiblichen Nacktheit zelebriert hat. Aber was soll‘s, schließlich heißt es doch „Sex Sells“ und wenn man sowieso schon eine entsprechende Altersfreigabe hat, kann man diese auch gleich nutzen. Das Ganze dann noch in 3D – was will man(n) mehr. Leider wurde der 3D-Effekt nachträglich hinzugefügt, von da her kann man guten Gewissens zur herkömmlichen Variante greifen.

Dass die Handlung in Piranha quasi nicht existent ist, wird den Zuschauer in den meisten Fällen stören. In diesem Fall ist man aber nicht durch die Schönheit „der Landschaft“ geblendet, es wird dafür ordentlich gemetzelt, zerstückelt und gegatscht was das Zeug hält. Der Film nimmt von Beginn an sofort Fahrt auf und legt innerhalb kürzester Zeit ein Tempo voran, dass es der möglichen Langweile unmöglich macht aufzukommen. Zwar setzt man auf dasselbe trashige Konzept wie z.B. bei den letzten „Final Destination“-Teilen, dafür aber gekonnt – Genrefreunde werden hier ihre helle Freude haben.

Die computeranimierten Protagonisten sind zum Fürchten gut geworden. Vor allem die mit ihnen verbunden Fauch-Geräusche (jeder der in der Schule ein wenig aufgepasst hat weiß, dass Geräusche unter Wasser so nicht übertragen werden) lassen sie noch grusliger wirken. Etwas übertrieben hat man es meiner Meinung nach an der Stelle, wo sie über mehrere Minuten hinweg Teilnehmer des Spring Break brutal zerfleischen. Hier wäre vermutlich weniger mehr gewesen.

Von Seiten der Schauspieler kann man den meisten durchaus gute Arbeit attestieren, dennoch ist es hier wie bei den meisten Horrorfilmen. Die Rollen sind sehr eindimensional geraten, um Platz für Dinge zu lassen, die wirklich wichtig sind. Die einzige Rolle die hier heraussticht ist die von Jerry O’Connel, der als Produzent für Erwachsenenfilme völlig irre wirkt, aber so sind Produzenten eben.

Also Licht aus, Film rein, Spass an – von mir bekommt Piranhas 7/10 blutig trashige Empfehlungspunkte.


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