Universal Soldier: Regeneration (Filmkritik)

Nach einem tödlichen Zwischenfall wurde das Universal Soldier Supersoldatenprogramm von der Regierung vor einigen Jahren auf Eis gelegt. Einer der beiden für das Projekt zuständigen Ärzte, ein kleiner unscheinbarer Typ namens Dr. Colin, wollte dies jedoch nicht akzeptieren und konnte bei einem Einbruch einen der verbliebenen Soldaten und wertvolles Equipment entwenden. Gemeinsam mit einer Gruppe von Terroristen und mit dem nahezu unbesiegbaren „UniSol“ (Andrei „The Pit Bull“ Arlovski) an seiner Seite, verschanzt sich der machtbesessene Arzt bald darauf im stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl und droht die darin noch in hohen Mengen vorhandene Radioaktivität mittels einer Bombe freizusetzen, sollte die Regierung nicht auf die gestellten Forderungen eingehen.

Nachdem die letzten vier Universal Soldiers im Kampf gegen die überzüchtete Kampfmaschine des Feindes keine Chance hatten und getötet wurden, soll nun der Soldat der ersten UniSol Serie, Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme) die Sache in die Hand nehmen, doch dieser hat die letzten Jahre damit verbracht, mit Hilfe einer psychologisch speziell ausgebildeten Ärztin, wieder den Weg in ein normales Leben zu finden. Zusätzlich zu Luc´s langer Trainingspause hat Dr. Colin noch ein anderes As im Ärmel. Luc´s alter Erzfeind Andrew Scott (Dolph Lundgren) wurde geklont, er ist geistig ziemlich irre und wird schon bald auch für seinen Schöpfer zur Gefahr. Einem Kampf der Supersoldaten steht also nichts mehr im Wege!

Universal Soldier Regeneration Film Jean-Claude Van Damme Dolph Lundgren

Zuerst mal ein bißchen Universal Soldier Filmgeschichte. 1992 erschuf Blockbusterregisseur Roland Emmerich den ersten Universal Soldier Film, als Van Damme und Lundgren noch jung waren, ihre Karrieren aufstrebend und ihre Filme noch im Kino liefen.

1998 folgten zwei fürs amerikanische Fernsehen gemachte Billigfilme, in denen die beiden Hauptfiguren zwar die gleichen waren, jedoch mit anderen, unbekannten Gesichtern besetzt wurden. Dürften wohl ziemlich mies gewesen sein die beiden Filmchen, hab aber beide (zum Glück) nicht gesehen.

Etwas bergauf aber auch nicht wirklich ging es dann 1999 mit Universal Soldier: The Return. In diesem Kinoflop durfte Van Damme wieder seine Rolle übernehmen und sich mit Wrestler Bill Goldberg und Michael Jai White anlegen. War zwar eigentlich auch kein guter Film, doch man konnte hier schon seinen Spass haben.

2009 wurde nun von John Hyams, dessen Vater zwei der besseren Van Damm Filme gemacht hatte nämlich „Time Cop“ und „Sudden Death“, der nächste Teil der Serie produziert. Geworben wird mit Van Damme und Lundgren auf dem Cover und deren wiederaufgeflammter Kampf bis zum Tode aus dem ersten Teil. Um bei diesem Film nicht entäuscht zu werden darf man aber vor allem zwei Dinge nicht erwarten: Vamn Damme im Actiondauereinsatz und viel Zeit mit Lundgren verbringen zu können.

Es dauert nämlich fast eine Stunde, bis Lundgren zum ersten Mal im Film zu sehen ist und dann darf man ihn auch nur ungefähr eine viertel Stunde lang bewundern. Und was macht Van Damme? Der fängt sogar erst in den letzten 20 Minuten des Filmes an mit den Gegnern aufzuräumen, dann macht er sie dafür aber schnell, blutig und effizient fertig.

Highlight des Filmes war für mich aber trotzdem eindeutig das Aufeinandertreffen von Lundgren und Van Damme, die sich auch ins Alter gekommen wie sie eben sind nichts schenken. Bei ihrem ca. fünf minütigem Kampf, der mit einem leicht verwirrt bis geisteskranken Monolog von Lundgren beginnt und am Ende sogar noch mit einer Portion Humor daherkommt, prügeln sich die beiden harten Kerle quer durch das Gebäude und rennen dabei mehr als einmal mit dem Kopf durch die Wand.

Wirkt wuchtig und hart das Ganze, auch wenn manchmal zu erkennen ist, dass man hier natürlich auch auf Stuntmen zurückgreifen musste. Genauso wie bei Van Dammes anschliessendem Kampf gegen Andrei Arlovski, der seine gesamte, jahrelange bei der UFC (Ultimate Fighting Championship) gesammelte Erfahrung einsetzt, um den ganzen Film über wie die ultimativ unzerstörbare Kampfmaschine zu wirken.

Und der Rest des Filmes bzw. eigentlich die gesamte erste Stunde im Film? Völlig austauschbar mit jedem Soldatenactionfilm der letzten Jahre, der für den DVD Markt produziert wurde. Zugegeben, Regisseur Hyams weiss schon was er tut und hier sieht alles doch um einiges besser aus als in anderen Direct to DVD Filmen, doch es sieht eben nur so aus, wirklich gut ist das Ergebnis leider trotzdem nicht geworden.

Eine kleine Mogelpackung ist der Film für mich daher schon gewesen, da er zwar mit Van Damme und Lundgren wirbt, diese aber nur im letzten Drittel des Filmes voll einsetzt. Ich hatte hier aber doch auch meinen Spass, war doch die letzte halbe Stunde wirklich unterhaltsam und vor allem Lundgrens trockene Art und Van Dammes resignierender, fertiger Gesichtsausdruck blieben mir noch eine Zeit lang im Gedächtnis.

Wer also nicht zuviel erwartet und mit Geduld die erste Filmstunde abwartet, der bekommt einen wirklich tollen Kamf zwischen zwei der grössten Actionhelden der 80er und 90er Jahre zu sehen und wird am Ende nicht bereuen, den Film gesehen zu haben.

Universal Soldier: Regeneration bekommt von mir 6/10 (davon jeweils einer für unsere beiden Lieblingsactionoldies) nicht richtig wiederbelebte aber durch den Nostalgiebonus gesteigerte Empfehlungspunkte.


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