Turbulence (2025 Filmkritik)

Emmy (Hera Hilmar) ist Kindergärtnerin, die nach dem Verlust ihres Babys, gerade eine schwere Zeit durchlebt. Ihr Mann Zach (Jeremy Irvine) ist ein reicher Geschäftsmann, der versucht ihr die Freiheit zu geben, die sie derzeit braucht. Aktuell planen sie gerade gemeinsam eine Heißluftballon-Fahrt.

Diese soll zu einer Wiederbelebung ihrer Beziehung führen. Als jedoch Julia (Olga Kurylenko) ebenfalls an der Fahrt teilnimmt – eine Dame, der Zach am Vorabend einen Drink spendiert hat und mit ihr ins Gespräch gekommen ist – entwickelt sich plötzlich eine seltsam feindselige und unberechenbare Stimmung an Bord…

Beim letzten Film von Regisseur Claudio Fäh, hat Produzent Andy Mayson erstmals das Drehbuch geschrieben. Der hieß No Way Up und neben zu wenig Bindung zu den Figuren, war auch der fehlende Humor ein Negativpunkt. Nun haben die beiden Herren in den gleichen Funktionen einen weiteren Film gemacht und die ernste Herangehensweise, passt hier besser, doch Vorhersehbarkeit und unsympathische Charaktere, ziehen die Sache ordentlich nach unten.

Beginnen werde ich aber mit dem Szenario. Dies ist nämlich einer dieser Filme, die die meiste Zeit über an einem Ort spielen, um genau zu sein in einem Heißluftballon. Es wurde hier ja auch teilweise in den Dolomiten gedreht und die gewählte Optik, wird die Zuseher wohl eher spalten. Einerseits erschaffen Aufnahmen mit Weitwinkel und wie aus einem Bullauge ein dynamisches mittendrin Gefühl, andererseits wirkt der Himmel, vor allem der Nebel und der Sturm, eher künstlich.

Ob das die Nachbearbeitung besser gemacht hat oder so der Look erst entstanden ist, kann man dabei nicht klar sagen. Langweilig wird es dafür auf Grund der Spannung zwischen den Figuren, auf diesem kleinen Raum nicht wirklich, doch dafür weiß man 100 prozentig, was passieren wird, weswegen ich mir hier fast die Spoiler Warnung sparen kann. Dass der von Kelsey Grammer gespielte, zwischen witzig und nervig schwankende Pilot über Bord gehen wird, ist so klar, dass es schon weh tut.

Vor allem wie es dann passiert. Daran ist Olga Kurylenko (Afterburn) als Julia Schuld und es ist schon eine eigene Kunst ihre Figur, die zumindest teilweise ein Opfer sein soll, so zu gestalten, dass ich mir gewünscht habe, sie wäre stattdessen hinaus geflogen. Wie sie ihre Dialoge bringt wirkt dabei so, als hätte sie kein Gefühl für ihre Figur, weswegen ihre Sätze so aus ihrem Mund kommen, als würden sie auswendig mit der richtigen Emotion versehen, aufgesagt werden.

Was man über Jeremy Irvine (Fallen) als Zach weiß, nun wer da nicht errät ob er ein liebender Ehemann und menschlicher Boss ist oder doch eher ein betrügendes Ekelpaket, der hat entweder noch nie einen Film gesehen oder die Menschenkenntnis eines unerfahrenen Kleinkindes. Was mich freut, ist es nach dem gefloppten Mortal Engines, Hera Hilmar endlich wieder mal zu sehen. Zugegeben, wie sie sich als Emmy, nachdem sie ein Baby verloren hat, verkriecht und den Mann auf Distanz hält, ist zwar verständlich, doch auf längere Sicht sicherlich nicht gesund.

Wie Hilmar dann aber ihr fast elfenhaftes Erscheinungsbild hält und man die Trauer und Verunsicherung immer von ihr ausstrahlen spürt, macht sie mit Abstand zur spannendsten Figur hier. Ebenso stimmig ist ihr Weg aus der Krise und die mehr als eindeutige Symbolik mit dem Ballast des alten Lebens abwerfen und sich befreien. Das macht zwar die übrigen Schwächen nicht besser, aber es liefert die eine Figur, die der Film so bitter nötig hat und das ist die einzige Person, der man wünscht, dass sie diese Ballonfahrt überleben wird.

Ein interessanter Start und eine einnehmende Prämisse, werden hier also schnell in luftiger Höhe, vom Winde verweht. Dass es höchstens eine Figur gibt, die man mögen kann und keine, die richtig herausragt, hilft der Sache ebensowenig wie die Tatsache, dass zwar immer wieder etwas passiert, man aber nie richtig das Gefühl von Gefahr oder Höhenangst spürt. Vor allem weil Hilmar ihre Sache fein macht, habe ich eine einmalige Sichtung an einem anspruchslosen Nachmittag, dennoch nicht bereut.

„Turbulence“ bekommt von mir 4,5/10 lebensverändernde Themen sich wie viel heiße Luft anfühlen lassende Empfehlungspunkte.


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