Metro Last Light Redux (Game-Review)

Metro 2033 hat geendet, wie es geendet hat. Vermutlich schlecht. Zumindest ist dieses Ende der offizielle Kanon. Und jetzt schlägt Artyom sich mit Schuldgefühlen herum, weil … nun, weil er eben gemacht hat, was er gemacht hat.

Als an der Oberfläche ein junger Dark One auftaucht, bekommt Artyom den Befehl ihn zu töten. Begleitet von der Scharfschützin Anna macht er sich auf den Weg und scheitert. Er wird vom „Reich“ gefangen genommen, kann mit einem „Roten“ namens Pavel fliehen und … deckt eine Verschwörung auf, welche die gesamte Metro ins Chaos stürzen könnte, denn es passieren Dinge da unten, die nicht vorstellbar sind: Angriffe mit biologischen Waffen. In einem geschlossenen System wie der Metro. Artyom muss alles daran setzen, um das vorstellbar Schlimmste zu verhindern …

Im zweiten Teil von „Metro“ hat man sich soweit ich weiß nicht mehr an ein Buch von Dmitry Glukhovsky gehalten, sondern mit ihm gemeinsam eine neue Story ausgetüftelt und das führt dazu, dass diese in sich stimmiger und schlüssiger ist als im ersten Teil (wobei die schon wirklich gut war) und gerade gegen Ende hin so richtig episch wird mit einem obligatorischen Schlusskampf, der wirklich nicht ohne ist.

Wieder interessant dabei: Es liegt an euch, wie das Ganze endet. Damit meine ich nicht, es liegt an euch, wie ihr euch im Schlusskampf schlagen werdet, sondern daran, wie ihr euch das gesamte Spiel über verhalten habt. Denn je nachdem, ob ihr ein ballernder Irrer seid, dem Menschenleben egal sind oder ob ihr vielleicht überlegt bevor ihr die Waffe zückt, kann es sein, dass euch jemand zu Hilfe kommt. Oder auch nicht.

Wie dem auch sei: Auch in diesem Teil dreht sich wieder alles darum, ein Nicht-Shooter in einer Shooter-Optik zu sein. Ihr lauft erneut in First-Person-Perspektive herum. Euer Alter Ego Artyom ist wieder stumm (außer in den Ladepausen) und wieder habt ihr die Wahl: Schleichen oder ballern? Und beim Schleichen Gegner bewusstlos zu schlagen oder zu ermorden. Je nachdem entwickelt sich das Finale.

Und wie beim Vorgänger lebt die ganze Sache primär von der an sich guten Story, von den Fraktionen, die gegeinander antreten, von den Figuren, von der Atmosphäre in der Metro an sich. Natürlich kann man jetzt einwenden: Das ist ja nur mehr vom selben. Und ich stimme zu. Wenn das „selbe“ aber eh schon so gut war, was soll man dann noch verbessern?

Der Fairness halber: Wer das Original und nicht die Redux-Version von Metro 2033 gespielt hat, der oder die weiß, dass es viele kleine Schritte nach vorne gegeben hat (Schleichen, etc), aber im Vergleich zur Redux-Version ist tatsächlich wenig passiert. Bis auf die neuen Gebiete und die neuen Figuren halt. Es wäre auch von Vorteil den Vorgänger zu kennen, denn sonst wird man bei einigen Dingen nicht ganz verstehen, was das bedeuten soll und warum es wichtig ist.

Ich habe tatsächlich nicht wirklich viel hinzuzufügen, außer: Wer den Vorgänger mochte, der oder die wird auch „Last Light“ mögen. Und wer den ersten Teil nicht mochte, der oder die wird auch hiermit nicht warm werden. Und ja, Artyom ist immer noch stumm. Eine Schande.

Oh – und es gibt eine ganze Menge kleiner Grafikfehler. Nichts davon war für mich dramatisch, aber Dialoge, die weiterliefen, obwohl die Sprechenden schon ko oder tot waren … das muss wirklich nicht sein. Ich würde dem Spiel ja mehr Punkte geben, aber dass bei einer Redux aka Remaster-Version so viele technische Probleme auftreten muss wirklich nicht sein, deshalb gibt es einen halben Punkt Abzug. Immer noch großartig, aber es hätte wirklich nicht geschadet, da ein wenig mehr Feinpolitur zu betreiben.

„Metro: Last Light Redux“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, auf dem tollen Vorgänger aufbauende, Punkte.


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