Entwined (Game-Review)

Entwined A

Zwei für einander bestimmte Seelen, die nicht zusammen sein können. Doch wahre Liebe kennt keine Grenzen und kann auch die schwierigsten Hindernisse überwinden. Basierend auf einer alten chinesischen Erzählung schickt Independent-Entwickler Pixelopus den Spieler gemeinsam mit den als Vogel und Fisch dargestellten Seelen durch insgesamt neun Welten, die dem Thema der Wiedergeburt entsprechend, „Leben“ genannte werden. Dieses Sony exklusive Download-Game ist derzeit nur für die PS4 erhältlich, soll aber bald auch auf der PS3 und PS Vita erscheinen.

Das Gameplay ist hier gleichermaßen einfach und leicht zugänglich. Es gilt die beiden Origami-Tieren ähnelnden Seelen, durch zahlreiche Tunnel und Korridore zu lenken, wobei der orange farbige Fisch nur vom linken Analog-Stick gesteuert wird und nur eine Seite des Bildschirms zur Verfügung hat, während der blaue Vogel die rechte Seite und den dazu passenden Stick für seine Bewegungen benötigt. Neben der gemeinsamen Steuerung der Figuren besteht die Herausforderung nun darin, durch Ringe zu fliegen und Kugeln einzusammeln, die der jeweiligen Farbe der Seele entsprechen, während grüne Bereiche ein gleichzeitiges Berühren der beiden Liebenden erfordern.

Es gibt zwar keinen Bildschirmtod in „Entwined“, dafür gilt es durch das synchrone Führen der Figuren die Energiebalken auf zu laden, bis sie sich in der Mitte des Bildschirms schließlich treffen. Das führt am Ende jeder Welt dazu, dass mit Hilfe der L1 und L2 Taste, Fisch und Vogel zu einem fliegenden Drachen vereint werden können. In den darauf folgenden „Rendezvous“-Levels geht es vor allem darum, leider teilweise etwas planlos durch die Gegend zu fliegen und Extras einzusammeln, bis es weiter geht mit dem nächsten Leben.

Entwined B

Diese Sequenzen bieten auch gleich die größte Herausforderung für den Spieler, denn mehrere Fehler führen zu einer Trennung des Drachen und eine weitere Zusammenführung gestaltet sich mit zunehmenden Level immer schwieriger und dies führt leider auch manchmal dazu, dass man aus dem flüssigen Spielerlebnis gerissen wird und sich kurze Frustrations-Momente einstellen. Dafür liefern diese kurzen Vereinigungen der zwei Seelen jedes Mal kleine Erfolgserlebnisse, die durch die am Ende wieder statt findende Lösung der beiden, einen bittersüßen Nachgeschmack erhält.

Die größte Stärke von „Entwined“ ist eindeutig die wunderschöne Präsentation. Angefangen von den prächtigen und satten Farben über den sphärisch-meditativen Soundtrack bis hin zu den eindrucksvollen „Lichtschweif-Effekten“, lässt man sich voll auf die Atmosphäre ein, dann kann man hier sofort den Alltag hinter sich lassen und einfach mal die „Seelen“ baumeln lassen. Der verlangte Grad an Geschicklichkeit ist gerade fordernd genug für Zwischendurch und kommt bis auf die oben erwähnten Stellen auch völlig ohne Abschnitte aus, bei denen man sich übermäßig ärgern muss.

Insgesamt daher ein unterhaltsames und erfrischend anderes Spiel für Zwischendurch, dass abgesehen vom vernachlässigbaren Challenge-Modus, für den Story-Modus gerade nur so eineinhalb Stunden Zeit in Anspruch nimmt, was dann doch etwas gar kurz geraten ist. Die erschaffene Welt verlangt – wenn man die Stimmung voll genießen können will – dass man sich ganz auf sie einlässt und bietet dann dafür ein kurzlebiges und durchgehend befriedigendes Erlebnis. Besonders Fans von Download-Games, die nicht der breiten Masse entsprechen, kann ich das Spiel daher klar empfehlen.

„Entwined“ bekommt von mir 7,5/10 alles andere als seelenlose Empfehlungspunkte.


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