Blades of Time (Game Review)

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„Blades of Time“ gehört zu den Spielen, die sich nur allzu leicht verreißen lassen. Allein schon die Ähnlichkeit zum zugegebener Maßen ziemlich katastrophalen „X-Blades“ von 2009 lässt nicht viel Gutes erwarten. Die Parallelen liegen auf der Hand: Eine mehr oder weniger leicht bekleidete Fantasy-Heldin, mehr oder weniger grausliche Fantasy-Monster und ein mehr oder weniger an den Haaren herbei gezogener Fantasy-Plot ergeben gemeinsam… nun – im Fall von „X-Blades“ ergeben sie ein Machwerk, das wirklich nur die ersten fünf Minuten für Spannung sorgt. Doch „Blades of Time“ ist da deutlich besser.

Zunächst sind die Dialoge um Längen besser, wenn auch gleichzeitig um vieles zahlreicher. Die inneren Monologe von Heldin Ayumi erklären über weite Strecken die äußere Handlung, und da ebendiese äußere Handlung zunächst einmal kaum Sinn macht, gibt es für Ayumi eine Menge zu denken. Kleines Beispiel: Nicht selten jedoch sind eigentlich offene Wege zunächst einmal durch einen seltsamen Nebelschleier versperrt, eine Art grafischer Trick, um Szenerien länger nutzen zu können. Denn erst nachdem einige Monster besiegt sind, kann Ayumi zu der besagten Stelle zurückkehren, wo sie feststellt, dass sich die wundersame Nebelwand gelichtet hat und sie nun passieren kann. Für all dies braucht es dann freilich eine Erklärung – und weil „die Entwickler wollten es so“ nicht gelten kann, fällt sie etwas esoterischer aus.

Generell findet die brave Schatz-Sucherin ihren Weg mithilfe eines Kompasses, der sich mit der unteren Kreuztaste einblenden lässt und hübsch animiert wird. Die Wanderung führt durch Umgebungen, die an sich nicht schlecht aussehen, der Spielkonsole aber schwer zu schaffen machen (PS3-Version getestet). Was die Framerate angeht, fühlt man sich häufig in frühere Zeiten zurück versetzt, in denen die Unreal und Havok Engines nicht nicht optimal angepasst waren. Außerdem finden sich immer wieder blockartige Felsen und unter-designte Elemente mitten in einer ansonsten ganz nett wirkenden Landschaft.

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Was also macht „Blades of Time“ zu einem besseren Spiel als „X-Blades“? Die Gründe lassen sich auf zwei Ebenen festmachen. Bei „X-Blades“ ließ einen das Gefühl nicht los, es mit einem reinen Abzocke-Titel zu tun zu haben, der einer bestimmten Zielgruppe auf billige Weise das Geld aus der Tasche ziehen will. „Blades of Time“ hinterlässt hingegen den Eindruck, dass sich das Development-Team wirklich bemüht hat, etwas Anständiges zu zimmern. So haben etwa ein ganz okayes Upgrade-System und eine Zusatz-Story (mit einzelnen, über den Spielverlauf verteilten Text-Seiten) Einzug gehalten. Die angestrengten Versuche, Sinn in die Handlung zu bringen, lassen ebenfalls erkennen, dass sich die Entwickler bei „Blades of Time“ ein höheres Ziel gesteckt hatten.

Unterhaltsam ist „Blades of Time“ durchaus. Vor allem für Anhänger von „Hack & Slash“-Titeln (und natürlich für all jene, die für leicht bekleidete Heldinnen ein Faible haben) wird genug geboten. Das generelle, wilde und etwas undifferenziere Draufhämmern auf möglichst viele Knöpfe wird durch nette Finishing-Moves abgerundet, zudem verfügt Ayumi schon kurz nach Spielbeginn über ein Gewehr. Die Intelligenz der Gegner ist nicht sonderlich hoch, was es verständlich macht, dass sie in so großer Anzahl aufmarschieren – und eine hohe Wiederholrate des ewig Gleichen bewirken.

Insgesamt kann „Blades of Time“ ein kurzweiliges Zwischendrin-Spiel sein, wenn man auf einen Titel wartet, dessen Erscheinungstermin noch ein paar Wochen hin ist. Für diesen „Verwendungszweck“ spricht auch der vergleichsweise günstige Preis (aktuell um meist 30 Euro zu haben).

Wir geben „Blades of Time“ 8 von 10 Punkten.


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