Rayman Origins (Game-Review)

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Mit „Rayman Origins“ meldet sich die kunterbunte Welt der 2D-Spiele zurück – endlich! Denn zwar einschienen zuletzt einige „Sonic“-Titel, die ebenso auf die dritte Dimension verzichteten. Eine Innovation waren diese jedoch nicht, sondern lediglich eine Neuauflage altbekannter Ideen. Genau hier ist das neue „Rayman“ anders, das gleichzeitig eine Rückbesinnung auf die Werte und Stärken des klassischen 2D-Plattforming ist und von witzigen und kreativen Momenten nur so strotzt.

Der Schmäh von „Rayman Origins“ und seine Originalität sind ab der ersten Spielminute präsent. Schell wird auch klar, dass die mutige Umsetzung allem Spaß zum Trotz von Anfang an geplant war. Denn wenn die Musik und Soundeffekte so eng mit den grafischen Gestaltungselementen und dem Art-Design verzahnt sind wie in „Rayman“, dann hatte das Entwicklerteam ganz eindeutig von Beginn an eine klare Zielsetzung, die von allen geteilt wurde.

Die Eigenwilligkeit ist es denn auch, die das – an sich wohlbekannte – Einsammeln verschiedener Punkte und das Erledigen diverser seltsam aussehender Gegner durch Draufhüpfen zu einem besonderen Erlebnis macht. Schon zu Beginn hat der Spieler die Wahl zwischen vier Figuren, die zwar alle über die gleichen Eigenschaften hinsichtlich Gameplay verfügen, dabei aber so unterschiedlich aussehen, dass der Abwechslung dennoch Genüge getan wird. Zumal die Riesenanzahl an Welten in „Rayman“ alles andere als uniforme Looks und Anforderungen bereithält.

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Die cartoonhafte Optik von „Rayman Origins“ verleitet nur zu leicht zur Annahme, das Spiel sei in erster Linie für Kinder gemacht worden. Auch die Altersfreigabe (ab sieben Jahren) ließe sich dahingehend interpretieren. Der Spaßfaktor und das intelligente und ausgeklügelt wirkende Gameplay erlauben jedoch ohne Einschränkung auch älteren Spielern, von „Rayman“ vollumfänglich fasziniert und angetan zu sein. Hinzu kommt, dass der Schwierigkeitsgrad alles andere als simpel ist. Wer die ersten Levels hinter sich gebracht hat, trifft auf durchaus anspruchsvolle Aufgaben, an denen man beim ersten Versuch fast zwingend scheitert – und sich umgehend an den letzten Checkpoint zurück versetzt sieht.

Die geniale Optik profitiert enorm von dem gänzlichen Verzicht auf 3D. Spielfiguren wie Umgebungen sehen so gestochen scharf aus, dass das Staunen über den ohnehin schon beeindruckenden Detailreichtum noch größer ist. „Rayman“ und seine Gefährten turnen in voller HD-Auflösung durch die verregneten Wälder, zerbröckelnden Wasserfall-Landschaften, das gelegentliche Schnee-Chaos und die vielen von eigenartigen Kreaturen und Pflanzen bevölkerten Grotten. Die technischen Rahmenbedingungen sind auch sonst ausgezeichnet: Nicht nur sind selbst auf der PS3 die Ladezeiten kurz und durch lustige, interaktive Zwischensequenzen maskiert – das Spiel kommt auch ohne jede Installationsprozedur aus.

Dass sich der bereits im Einzelspieler-Modus gewaltige Spaßfaktor noch steigern lässt, liegt an der perfekten Einbindung der (ausschließlich lokalen) Mehrspieler-Funktion. Schaltet ein Freund einen zusätzlichen Controller ein, scheint in „Rayman Origins“ automatisch eine weitere Spielfigur auf, die auf Knopfdruck aktiv wird. Bis zu vier Spieler sind simultan möglich, wobei mit der Anzahl aktiver Hände auch der Chaosfaktor steigt. Das Durcheinander, dass zu viert entstehen kann, ist jedoch mit demjenigen, das etwa in „Ratchet & Clank: All 4 One“ (Rezension hier) oftmals losbricht, bei Weitem nicht vergleichbar.

„Rayman Origins“ ist genial witzig, fulminant bunt, extrem abwechslungsreich – und in 2D gehalten. Der Plattformer ist ein Vorzeigespiel, das in Full-HD alles aus der PS3 und xBox 360 herausholt, und zwar auf eine zuvor nicht gesehene Art und Weise.

Wir geben „Rayman Origins“ 9.5 von 10 Punkten. Echte Empfehlung!!


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