Marvel Vs. Capcom 3 (Game Review)

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Eine große, rundum positive Überraschung ist das neue „Marvel Vs. Capcom 3“. Das Spiel vereint das Beste aus der Welt der Spieleschmiede Capcom und dem Kosmos der allseits bekannten Superhelden. Unter den über 30 unterschiedlichen Figuren finden sich die „Street Fighter“ Akuma, Ryu, und C. Viper. Ihnen steht Nathan Spencer von „Bionic Commando“ samt seinem Maschinen-Arm zur Seite.

Chris Redfield, den wir von „Resident Evil“ kennen, ist von Afrika angereist, wo seine letzte Mission stattfand. Arthur ist den Friedhöfen von „Ghost `n Goblins“ entflohen. Außerdem haben sich Zero und Tron Bonne aus den High-Tech-Gefilden von „Mega Man“ verabschiedet, um ebenfalls gegen die ähnlich mannstarke Horde von Superhelden anzutreten.

Auf der Seite der Marvel-Heros treffen wir auf den genialen Wolverine, der hier trotz des gelben Kostüms eine ausgezeichnete, ausreichend aggressive Figur macht. Spiderman steuert wie gewohnt Spinnennetze und flapsige Sprüche bei. Iron Man stellt wahre Härte im Nehmen unter Beweis, Captain America bringt Patriotismus in die Schlacht. Die „X-Men“ Magneto und Phoenix runden die Gruppe gut ab.

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Nicht nur die Auswahl der Spielfiguren ist exzellent. Auch das Gameplay überzeugt. Denn wenn wir ehrlich sind (sind wir immer… ;-)), war uns Capcoms „Super Street Fighter 4“ (Rezension hier) fast ein wenig zu schwer. Prügel-Profis können „Marvel Vs. Capcom 3“ zwar wie gewohnt im anspruchsvollen Modus spielen. Für alle Gelegenheitsspieler steht jedoch auch ein „Simple-Mode“ bereit, einfach nur Spaß zu machen – ohne zu viel Virtuosität zu verlangen.

Es kommt selten vor, dass ein Spiel so viele Superlative beanspruchen kann. Im Vergleich zu den Vorgängern von Capcom ist der Titel schlicht der ausgereifteste, zugleich hat er die breiteste Zielgruppe. Die PS3-Version fällt nicht wie bei früheren Titeln gegenüber der xBox-360-Ausgabe ab (kaum Aliasing-Probleme). Die „Special Moves“ der Figuren sind die bislang opulentesten und kreativsten. Die Hintergrund-Szenen der Arenen waren noch nie so detailliert. Viel fürs Auge bieten auch die animierten Zwischensequenzen, die das Spiel geschmeidiger wirken lassen.

Den zahlreichen Vorzügen stehen nur wenige Schwachstellen gegenüber. Speziell anfangs begegnen einem zig Dialogboxen, die alle weggeklickt werden wollen. Da wundert es nicht, wenn man den Text (und besonders die sehr eigentümliche Schriftart) als etwas lähmend empfindet. Mit der Zeit schwindet dieses Problem zwar. Der Retro-Look der Dialoge und Menüs hat zu „Street Fighter 4“ aber besser gepasst. Mehr Modernität hätte hier nicht geschadet. In Relation zu dem nackten Spielspaß, den „Marvel Vs. Capcom“ gerade im Zwei-Spieler-Modus bietet, verblassen die Mängel jedoch fast restlos.

Wer die Marvel-Truppe liebt, hat es bei „Marvel Vs. Capcom 3“ mit einem Pflichtkauf zu tun. Das Spiel greift die Eigenheiten aller Figuren authentisch auf – und erprügelt sich 9 von 10 knallig-deftigen Empfehlungspunkten.


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