Seventh Moon (Filmkritik)

Melissa (Amy Smart) begleitet ihren frisch angetrauten Ehemann Yul (Tim Chiou) auf Hochzeitsreise in dessen Heimatland China. Nach einigen schönen Eindrücken in der für Melissa fremden Kultur, begeben sich die beiden mit ihrem Lieblingstaxifahrer Ping auf die komplizierte Reise zu Yul´s Eltern, die über einige verzweigte Nebenstrassen führt.

Mitten in der Nacht muss Ping die Fahrt unterbrechen und in einem naheliegenden Dorf nach der richtigen Fahrtrichtung fragen. Als er nach einer Stunde noch immer nicht wieder zurück ist, verlassen die jungen Eheleute ebenfalls das Taxi und gehen auf die Suche nach Ping. Dies erweist sich jedoch als Fehler, da sie kurz darauf von nackten Männern mit tierähnlichen Stimmen und völlig weißer Haut verfolgt werden.
Melissa und Yul bleibt nur die Flucht in die finstere Nacht und die schlechte Sicht und das völlig unbekannte Gebiet helfen den beiden nicht gerade dabei, diese Nacht zu überleben.

Seventh-Moon

Halloween 2009 der fünfte Film und wieder mal ein Bestätigung für mich, dass verwackelte Filme (mal ausgenommen von der Jason Bourne Triologie) wirklich nicht meins sind. Ok, ich verstehe schon. Die wackeligen Bilder der Steadycam sollen dem Zuseher das Gefühl vermitteln, mitten im Geschehen zu sein. Bei mir bewirken diese Bilder aber eher das Gegenteil, da mein Selbsterhaltungstrieb mich dazu bringt öfters mal meinen Blick von den Bildern wegzurichten, bevor mir furchtbar schlecht wird.

Ja, es gibt bei dieser Filmweise einige coole Kameratricks und im Fall von Seventh Moon wurde mir auch auf Grund der Wackelbilder (wurden auch um einiges weniger inflationär eingesetzt als bei anderen Filmen) nie wirklich schwindelig, doch in Kombination mit minutenlangen Passagen, in denen man so gut wie gar nichts sieht, war das Filmerlebnis für mich doch ziemlich getrübt. Für mich funktioniert das Ganze nämlich nicht wie bei einem Buch, bei dem eine Verfilmung fast immer schlechter wirkt als das Buch selber, da die eigene Fantasie immer mehr daraus macht.

Wenn ich bei einem Film nichts sehe und nur gruselige Geräusche und die panikerfüllten Stimmen der Hauptprotagonisten höre, dann stelle ich mir nicht alle möglichen furchtbaren Kreaturen vor sondern ärgere mich nur, warum man hier so überhaupt nichts zu sehen bekommt. So, meinen Ärger über diese Frustfaktoren bin ich nun los, nun noch ein paar positive Eindrücke vom Film.

Die weißen Geisterwesen sehen in der Dunkelheit und wenn sie in einer grossen Gruppe auftreten doch ziemlich beängstigend aus, besonders bei einer im Taxi spielenden Szene, bei der sie von allen Seiten ins Auto strömen, kommt richtig schöne Gruselstimmung auf.
Wie schon oben erwähnt spielt aber fast die gesamte Handlung im Dunkeln ohne dass man wirklich viel sieht, was bei mir so gar nicht dazu führt, dass das Gefühl von Spannung überhaupt enstehen kann.

Amy Smart ist richtig cool. Spätestens seit den beiden Crank Filmen dürfte dies wohl allen Filmfreunden klar geworden sein. Amy spielt auch hier wirklich gut (sie ist eben ein smarte junge Dame, haha) ihre Rolle hat aber einige nervige Züge an sich, die sie zwar trotzdem nicht unsympathisch machen, in einigen Szenen ärgert man sich aber doch ziemlich über ihr Verhalten. Egal, Amy Smart ist cool.

Regie bei diesem Film führte übrigens Eduardo Sanchez, einer der beiden Regisseure die uns 1999 das Blair Witch Project (das ich mir absichtlich nie angesehen habe) beschert haben. Was wirklich Neues ist seitdem aber nicht mehr unter Sanchez Kommando enstanden, auch bei Seventh Moon kann er uns Zusehern nicht mehr nachhaltig das fürchten lehren.

Seventh Moon bekommt von mir 5/10 zu verwackelt dunkle Empfehlungspunkte.


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