Bruno (Marko Zaror) ist ein Ex-Seal, der nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders bei einem Einsatz, unter einer Posttraumatische Belastungsstörung leidet. Er versumpft in Bars, durchlebt immer wieder die tragischen Augenblicke und denkt auch an Selbstmord.
Bis eines Tages plötzlich eine junge Dame namens Athena (Jane Mirro) leblos vor seinem Zuhause liegt. Er kann sie wiederbeleben, bietet ihr einen Unterschlupf an und schließlich verlieben sich die beiden. Bis nach kurzer Zeit plötzlich bewaffnete Männer auftauchen und sie ohne Vorwarnung einfach entführen…

Nach Diablo ist dies die zweite Story von Marko Zaror, der auch am Drehbuch beteiligt war, produziert hat, Hauptdarsteller ist und die Regie über die Martial Arts Szenen übernommen hat. Die übrige Regie übernahm Brandon Slagle und das erklärt einiges, denn seine Filme sind im besten Fall unfreiwillig komisch wie etwa The Flood. Ein weiteres Problem ist Zaror selbst, denn bis jetzt kenne ich ihn nur als meist exzentrischen Gegenspieler von diversen Helden.
Hier ist er aber nun selbst mindestens der Antiheld und er darf sich auch noch verlieben. Es geht mir nicht darum zu behaupten, Martial Arts Schauspieler könnten nur eine Sache spielen, gerade Scott Adkins finde ich von seinen Filmen her doch vielseitig und er bleibt dabei auch glaubwürdig. Zaror hingegen schwankt hier zwischen liebevoll tumb aka weiß sein Charakter nicht genau, wie er seine Gefühle ausdrücken soll und unglaubwürdig gespielt hin und her.
Das sind aber nur ein paar Szenen, denn was er dafür in den Kampfszenen zeigt, ist dynamisch, wuchtig und macht Spaß. Wäre ich jetzt zynisch könnte ich schreiben: spielt den Rest vor und schaut euch genau diese Sequenzen an. Was aus meiner Sicht aber schade wäre, nicht weil ich den Film als gut bezeichnen würde, er ist aber definitiv ein Guilty Pleasure Erlebnis. Als wäre die Story direkt aus dem Gehirn eines noch immer gerne träumenden Jungen extrahiert worden.
Der große Bube ist in diesem Fall Zaror und was er bekommt ist eine Traumfrau, die quasi aus dem Nichts bei ihm auftaucht und im Prinzip wie für ihn geschaffen wurde. Welcher Single-Mann auf der Suche, würde sich bitte nicht genau das wünschen? Keine Bewerbungsgespräche aka Dates, sondern sofort ein emotional intimer Start, aus dem dann schnell Liebe wird? So entsteht hier dann auch ein gewisses „Märchen für Erwachsene“ Feeling.
Dabei fühlen ist gut, denken sollte man aber eher lieber lassen, denn der Plot wird gegen Ende abstruser aber wie gesagt: als Fabel geht das schon so durch. Zaror überzeugt klar vor allem physisch und rein von seiner Präsenz her. Mit Brooke Ence (Wonder Woman) hat er eine Partnerin zur Verfügung gestellt bekommen, die ebenfalls vor allem mit ihren Muskeln beeindrucken kann. Louis Mandylor (Daylights End) darf als väterlicher Mentor für Ruhe und das nötige Gefühl sorgen.
Fans des Stars können hier also ruhig einen Blick riskieren, genauso wie Freunde der Kampfkunst. Wer eine gewisse Toleranz für Schwankungen zwischen Naivität und nicht gänzlich stimmigen Plot-Ideen hat, der wird sich auch sicherlich nicht ärgern müssen. Sieht man es als Hommage an Videotheken Actionkracher der 90er Jahre, dann kann man ihn wiederum richtig gut finden. Nur glaube ich nicht ganz, dass er so gemeint war. Auf jeden Fall ist Zaror als Psycho, von seinen Performances um einiges unterhaltsamer.
„Affinity“ bekommt von mir 5/10 Suizidgedanken durch Liebesfreuden ersetzende Empfehlungspunkte.
