Virtua Tennis 4 (Game Review)

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Lange war Roger Federer nicht zu schlagen. Doch dann wandte sich das Blatt, und erst vergangenen Sonntag verlor er erneut gegen Rafael Nadal. Wer den Schweizer sympathisch findet und ihm eine neue Chance geben will, hat jetzt auf allen drei aktuellen Spielkonsolen die Gelegenheit dazu. Und das Beste daran ist, dass Federer (wie alle anderen Spieler auch) sowohl auf der PS3 als auch der xBox 360 und der Wii durch Gesten gesteuert werden kann.

Am besten fällt die Bewegungssteuerung auf der PS3 aus. Schon die erste Partie in „Virtua Tennis 4“ mit aktivierter „Move“-Kontrolle macht klar, dass Sonys komplexe Steuertechnik wie geschaffen dafür ist, einen virtuellen Tennisschläger zum Leben zu erwecken. Noch bei keinem anderen „Move“-Spiel profitierte das Gameplay dermaßen von der neuen Spieltechnik. Das liegt jedoch nicht nur am „Move“-Controller selbst, sondern auch an der intelligenten Umsetzung im Spiel selbst.

Denn „Virtua Tennis 4“ versteht es – speziell auf der PS3 – meisterhaft, den Spieler nie im Unklaren zu lassen, welche Bewegungen von ihm erwartet werden. Die Animation am Fernseher wechselt automatisch und fließend zwischen der „normalen“ Ansicht (mit der Spielfigur im Zentrum) und einer Zoom-Ansicht auf den Schläger hin und her. Immer dann, wenn die Position und der Bewegungsverlauf des Schlägers von Bedeutung sind, folgt die Kamera jeder noch so kleinen Geste des Spielers.

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Auch auf der xBox 360 und dem Wii ist die Bewegungssteuerung das große Highlight des neuen „Virtua Tennis“. Und das, obwohl sie nicht in allen Spielmodi verfügbar ist (gilt für alle drei Konsolen). Mag sein, dass das an der höheren Fehleranfälligkeit gegenüber dem klassischen Controller liegt. Die vergleichsweise größere Ungenauigkeit beginnt speziell bei zunehmender Schwierigkeitsstufe aufzufallen. Auf jeden Fall müssen Spieler ihre traditionelle virtuelle Tennis-Karriere ohne „Move“ oder „Kinect“ aufbauen.

Alle Fans von unkompliziertem Spielspaß sollten besonders an den Minispielen eine Freude haben. Hier wird etwa nach Balles-Kräften gekegelt oder mit Zeitbomben jongliert. Qualitativ sind die kleinen Games durchaus auf einer Höhe mit dem, was „Kinect Adventures“ oder „Kinect Sports“ zu bieten haben. Ewig wird hier niemand verweilen, aber gerade für Partys sind die Zugaben ein Gewinn.

Optisch knüpft „Virtua Tennis 4“ dort an, wo der Vorgänger vor gut vier Jahren aufgehört hat. Eine grafische Revolution ist das Spiel damit zwar nicht. Die Spieler (etwa Nadal, Federer, Murray, Williams, Sharapova und mehr) sind aber alle gut umgesetzt. Kritisieren lässt sich nur, dass sich ihre Figuren zwischen einzelnen Spielereignissen oft auf die gleiche Weise verhalten; die Animationen sind fast identisch.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Welttournee-Modus. Der Spieler findet sich hier auf einer Landkarte wieder, die wie ein Brettspiel aussieht. Der Haken an der Sache ist, dass der Würfel (= der Zufall) über die Möglichkeiten entscheidet, was als nächstes gespielt werden kann. Wer sich dann eigentlich ein Minispiel wünscht, aber nur zwischen Training, PR-Veranstaltung oder „ernster“ Partie wählen kann, muss sich gedulden und ausweichen.

Insgesamt hält „Virtua Tennis 4“ viel leicht verdauliche Tennis-Kost bereit. Es war ohnehin Zeit für eine Neuauflage des Platzhirsches unter den Tennis-Games gewesen; schön, dass die jetzige Veröffentlichung gleich auch die Bewegungssteuerung mitbringt.

Wir vermachen dem Spiel 8,5 von 10 Empfehlungspunkten, die Spiel, Satz und Sieg für sich verbuchen können.


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