Maddie (Virginia Gardner) ist eine begabte Cellistin, der eine große Karriere bevorsteht. Nach einem Überfall, verliert sie jedoch nicht nur ihren Freund, sondern zusätzlich auch ihren Gehörsinn – was mit Hörgeräten ausgleichbar ist – und verkriecht sich vor der Außenwelt, wann immer es geht.
Ihre Freundin Trish (Mel Jarnson) will sie schließlich aus dieser Lethargie reißen und überredet sie zu einem Urlaub in einem Luxus-Resort in Thailand. Was spaßig beginnt, wird schnell zum Überlebenskampf, denn ein nur Gefangenschaft gewohnter und dadurch gefährlicher Orca ist dort freigekommen und die beiden jungen Damen sitzen mit dem Tier in einer Lagune fest…

Regisseurin Jo-Anne Brechin (Paper Champions) – die auch am Drehbuch mitgeschrieben hat – hat in ihrer Filmographie bisher großteils einige Kurzfilme und fürs Fernsehen produzierte Projekte. Nun wagt sie sich mit ihrem neuesten Werk an ein Creature Feature heran und was dabei augenscheinlich auffällt, ist dass sie an die Sache sehr ernst herangeht und alles andere als Trash abliefern wollte.
Weil mich Damen im Bikini nur selten grantig machen, fange ich dafür gleich mit den positiven Eindrücken an. Zwei hübsche Frauen im Bikini über eine Stunde (nicht von Anfang an, man braucht ja auch ein wenig Vorgeschichte) zu beobachten, das kann wohl im Jahr 2026 nur eine weibliche Regisseurin bringen, der werden nämlich keine „male gaze“ Hintergedanken unterstellt. Was neben den optischen Reizen aber der wahrlich größte Pluspunkt ist, ist wie die beiden spielen.
Ihre Freundschaft, die Verzweiflung und die Angst, das vermitteln sie großartig und beide sind – wenn auch plakativ – interessant genug, dass man ihrer Reise gerne folgen möchte. Mel Jarnson (Witchboard) ist ja als nächstes als Cammy im Street Fighter Film zu sehen und ihre Trish funktioniert vor allem deshalb, weil sie klar nur an der Oberfläche diese selbstverliebte Influencerin ist, unter der strahlenden Oberfläche, lauern jedoch einige Sachen, die sie scheinbar traurig machen und sie auch bereut.
Eine sehr ähnliche Rolle hatte die wahre Hauptdarstellerin hier und das ist Virginia Gardner als Maddie und zwar im Film Fall aus dem Jahr 2022. Weitere Parallele ist das Stranden zweier Damen auf einer kleinen Fläche, die sie nicht sicher verlassen können. Das nur nebenbei, finde diese Tatsache einfach interessant. Für Maddie ist die Story dann eine Mischung aus Coming of Age Entwicklung und ein sich Befreien aus einer lähmenden Trauer-Phase.
So weit zu den funktionierenden Dingen. Die Effekte wirken leider – wenn von praktisch auf CGI gewechselt wird – beinahe so mies wie aus Gardners letzten Film A Breed Apart. Ebenfalls störend ist das immer wiederkehrende Auftreten einer gewissen künstlichen Optik, egal ob das nun Green- oder Bluescreen oder ein Matte Painting war, es gibt der Sache immer wieder einen, in einem Studio gefilmten Look.
Die Wal-Attacken sind dabei bis auf eine Blut-Sprühaktion, in keiner Weise individuell von typischen filmischen Hai-Attacken unterscheidbar, zusätzlich sieht man bei den wenigen Angriffen kaum etwas, höchstens das blutige Resultat. Die aufs Auge gedrückte „Tiere sollte man nicht in Gefangenschaft halten“ Botschaft kommt natürlich durch, doch nachdem die Wal-Dame zu Beginn eine sichtlich um sie besorgte Pflegerin tötet, hat man mit ihr wirklich kein Mitgefühl.
In Summe könnte man also sagen, dies ist wieder mal ein Film zum Vergessen, der durch die beiden Leading Ladys zur einmaligen Sichtung tauglich gemacht wird. So Tatsachen wie dass Maddie ohne Hörgeräte – und irgendwann gehen da die Batterien aus – kaum etwas hört, wird nur kurz als ich nenne es mal psychologisches Gimmick eingesetzt, was für mich ebenfalls eine weitere Bestätigung ist, dass „he, wir ersetzen einen Hai durch einen Wal“ die einzige großartige Idee hinter diesem Film war.
„Killer Whale“ bekommt von mir 4/10 lieber in Gefangenschaft hätten bleiben sollende Empfehlungspunkte.

