Netflix | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Tue, 08 Jul 2025 09:54:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.7 The Old Guard 2 (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/07/10/the-old-guard-2-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/07/10/the-old-guard-2-filmkritik/#respond Thu, 10 Jul 2025 05:00:26 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37825 Andy (Charlize Theron) hat ihre Unsterblichkeit verloren. Dennoch führt sie ihr Team rund um Nile (KiKi Layne), Joe (Marwan Kenzari) und Nicky (Luca Marinelli) unterstützt von ihrem Verbindungsmann Copley (Chiwetel Ejiofor) weiterhin an, in ihrem Kampf gegen das Böse dieser … Weiterlesen

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Andy (Charlize Theron) hat ihre Unsterblichkeit verloren. Dennoch führt sie ihr Team rund um Nile (KiKi Layne), Joe (Marwan Kenzari) und Nicky (Luca Marinelli) unterstützt von ihrem Verbindungsmann Copley (Chiwetel Ejiofor) weiterhin an, in ihrem Kampf gegen das Böse dieser Welt.

Bald hat sie jedoch ganz anderer Probleme. Erstens taucht mit Discord (Uma Thurman) die erste Unsterbliche überhaupt auf und sie verfolgt ihre ganz eigenen Pläne, die vor allem Nile betreffen. Zweitens befreit sie Quynh (Veronica Ngo) – die jahrelang Andys Gefährtin und Geliebte war – aus ihrem Sarg aus dem Meer und diese will wissen, warum Andy die Suche nach ihr, nach hunderten Jahren schließlich aufgegeben hat…

The Old Guard aus dem Jahre 2020, war für Netflix ein Erfolg und alle Beteiligten wollten gerne einen zweiten Teil machen. Zuerst wollte Hauptdarstellerin und Produzentin Charlize Theron aber eine Ruhepause einlegen. 2022 begannen dann die Dreharbeiten, die durch einen Brand am Set verzögert wurden. Die Postproduktion wurde dann ebenfalls wochenlang gestoppt, wegen einem Regime-Wechsel des Streaming-Dienstes. Anfang July 2025 – ganze fünf Jahre später – ist es nun endlich so weit.

Wobei „endlich“ zumindest für mich übertrieben ist, denn ich hatte meine Freude mit dem gelungenen ersten Teil, doch einen zweiten, hätte ich nicht unbedingt gebraucht und ich glaube auch Fans hatten nach fünf Jahren Wartezeit, diese Unsterblichen nicht mehr wirklich auf dem Radar. Die Regie übernahm dieses mal Victoria Mahoney, für die es ihr erster Spielfilm ist, da sie bis jetzt ausschließlich Folgen diverser Serien inszeniert hat.

Das „denken, als würde ich eine Serie drehen“ ist dann auch der größte Fehler hier, in einer Fortsetzung, die auf allen Ebenen enttäuscht (ab jetzt folgen Spoiler). Das Ganze ist nämlich ein Aufbau für einen dritten Teil (eine Trilogie, wie originell). Das Ende ist ein riesiger Cliffhanger, der wohl Spannung oder Vorfreude erzeugen soll, jedoch einfach nur frustrierend wirkt. Wäre der nächste Part gleich mit gedreht worden, könnte man so etwas erwarten, aber ich denke Netflix wird sich einen weiteren Teil sparen.

Das zweit größte Verbrechen hier dreht sich um Uma Thurman. Ich meine nicht ihr unmotiviertes Schauspiel sondern die Tatsache, dass man ihr ein Schwert in die Hand gegeben hat und da schlägt bei Filmfreunden, dass mit Kill Bill Erinnerungen gefüllte Herz gleich etwas höher. Sie darf dann auch in einer lächerlich wirkenden, zwei minütigen Sequenz gegen Theron kämpfen, den „richtigen“ Kampf, haben sie sich wohl für den nächsten Film aufgehoben.

Beim Erstling spürte man die Energie und ist gerne in diese Welt eingetaucht, hier ist die Lore – also die Überlieferungen, das Wissen über die Unsterblichen – einfach nur lähmend und wie sie die Tragik hinter einem so langen leben zeigen, nervt irgendwie. Auch die Logik von Nile´s Kräften hinkt. Selbst die Figuren, mit denen man vor fünf Jahren mitgefiebert hat, sind jetzt einfach nur da und ja, es sind dir eigentlich alle mehr oder weniger egal.

Einzig Matthias Schoenaerts (A Little Chaos) als Booker, seine Entwicklung und seinen Schmerz, den hab ich ihm geglaubt, auch wenn sein Abgang, sich wieder nur um Andy dreht. Charlize Theron (Tully) als Andy ist die zentrale Figur und das bekommt man ständig aufs Auge gedrückt. Gerade hat sie in einem Interview Studios angeprangert, dass sie sich nicht trauen Actionfilme zu produzieren, bei denen Frauen die Hauptrolle spielen und genau mit diesem selbstgerechten Weltschmerz spielt sie ihre Rolle hier.

Da verkommt ein herbeigesehntes Wiedersehen mit ihrer jahrelangen Gefährtin Quynh (das Gewicht haben sollte), die schön wütend und lässig von Veronica Ngo (The Princess) gespielt wird, zu einem belanglosen Treffen. Streiten, kämpfen, ein paar bedeutungsschwangere Worte, alles wieder gut. Liegt das am Drehbuch oder der Regisseurin, so genau bin ich mir da auch nicht sicher. Nur Henry Golding (The Gentlemen) als Tuah ergeht es noch schlechter, er ist ebenfalls eine neue Figur und er bekommt so richtig gar nichts zu tun.

Schlimm ist der Film in Summe also vor allem im Vergleich mit dem Original. Theron war cool, ist jetzt eher unsympathisch. Die Action rockte, ist jetzt teilweise verwackelt und verschnitten. Die Charaktere mochte man, jetzt hat man kein Gefühl für sie. Es sieht schon alles sehr schick auf Hochglanz getrimmt aus und es gibt ein paar stärkere Momente, sowohl auf Action als auch zwischenmenschliche Dinge bezogen, aber insgesamt hat sich das „Warten“ nicht gelohnt. Sorry, aber aus diesem „Franchise“, ist jetzt schon die Luft draußen.

P.S.: Sollte es einen dritten Teil geben, dann ändert dass meine Sicht auf den Cliffhanger bezogen dennoch nicht, weil ich ja von der jetzigen Situation ausgehe. Ich fände es sogar irgendwie ironisch, wenn die Reise dieser Unsterblichen, hier zu Ende geht.

„The Old Guard 2“ bekommt von mir 5/10 bei der Suche nach dem Sinn, den Sinn verloren habende Empfehlungspunkte.

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The Electric State (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/03/25/the-electric-state-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/03/25/the-electric-state-filmkritik/#respond Tue, 25 Mar 2025 06:00:37 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37495 Auf einer alternativen Version dieser Erde, kommt es im Jahr 1990 zu einem Aufstand der Roboter gegen die Menschen und zu einem anschließenden Krieg, den die Menschheit wahrscheinlich verloren hätte, hätte der CEO der Firma Skate namens Ethan Skate (Stanley … Weiterlesen

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Auf einer alternativen Version dieser Erde, kommt es im Jahr 1990 zu einem Aufstand der Roboter gegen die Menschen und zu einem anschließenden Krieg, den die Menschheit wahrscheinlich verloren hätte, hätte der CEO der Firma Skate namens Ethan Skate (Stanley Tucci), nicht eine bahnbrechende Erfindung präsentiert, mit der die Maschinen, zur Aufgabe gezwungen wurden.

Vier Jahre später lebt die Waise Michelle (Millie Bobby Brown) bei ihrem sie schlecht behandelnden Ziehvater, bis sie eines Tages Besuch von einem Roboter bekommt, der scheinbar irgendwie von ihrem offiziell verstorbenen Bruder kontrolliert wird. Gemeinsam machen sie sich daraufhin auf eine gefährliche Reise und bekommen dabei schon bald Unterstützung vom Veteranen Keats (Chris Pratt), der ebenfalls einen sehr hilfreichen Roboter an seiner Seite hat…

Die Russo Brüder Joe und Anthony (Avengers Endgame) können es einfach nicht lassen. Im Jahr 2022 drehten sie mit The Gray Man die bis dato teuerste Netflix Produktion um 200 Millionen Dollar. Nun melden sie sich zurück mit einer sehr losen Verfilmung eines illustrierten Romans aus dem Jahr 2018 vom schwedischen Autor Simon Stålenhag und dafür haben sie 320 Millionen Dollar verbraten, was den Film zur neuesten, teuersten Produktion des Streaming-Anbieters macht.

Bei Kritikern kam das Werk sehr schlecht weg – auch wegen den Kosten – doch vor allem deswegen, weil eben von der melancholischen Vorlage, so gut wie nichts übrig geblieben ist. Da ich diese nicht kenne, lasse ich diesen Aspekt übrigens gänzlich weg bei meinen Eindrücken. Was man dafür auch als Nicht-Kenner des Ausgangsmaterials sehr deutlich merkt, ist dass die Russos hier einen Film im Stil der frühen Stephen Spielberg und Robert Zemeckis Filme aus den 80er Jahren machen wollten.

Wie gesagt, man merkt es, aber die Magie fehlt. Dies ist eine Buddy-Teambuilding-Komödie, die angefangen von den Darstellern über die Handlung bis hin zur „Charakter-Entwicklung“ null Risiko eingeht und man die vorhandenen Dynamiken, schon in zahlreichen Filmen um einiges mitreißender inszeniert bewundern durfte. Zusätzlich – und vielleicht geht es nur mir so – gefällt mir das Design der Roboter nicht wirklich. Man muss sie nicht alle lächerlich finden, aber Gefühle zu ihnen, baut man keine auf (ach wie gerne hatte ich doch Bumblebee, die hier sind mir aber egal).

Passend dazu, ist zwar Chris Pratt wie immer sympathisch, spielt seinen Keats jedoch so, als wäre er ein schlechterer Schauspieler, der seine eigene Performance als Starlord kopieren wollen würde (ich hoffe ihr versteht was ich damit meine). Millie Bobby Brown bleibt scheinbar weiterhin die Wunderwaffe von Netflix (zuletzt im schwachen Damsel) und was soll ich sagen, ihre Michelle ist ein Abziehbild einer hoffnungsvollen Heldin inklusive Coming Of Age Story, nur ohne Substanz.

Das klingt jetzt beim Schreiben übrigens schlimmer, als ich den Film erlebt habe (er ist für mich keine Total-Katastrophe), er hat nur einfach keine Highlights und keine Szene, die ich mir gerne öfters wieder ansehen würde. Bei dem Geld und den Verantwortlichen, da erwartet man sich irgendwie involvierendere Unterhaltung mit mehr/anderen Schauwerten. Die Effekte rund um die Roboter sind dafür sehr gut (bis auf kleine Ausreißer) und die Optik an sich ist bestechend.

Warum man im Kampf die Waffe eines Feindes nicht aufhebt und ihn beseitigt (nachdem dieser sie mehrmalig fallen lässt) oder warum man die Sicherheitscodes eines Ex-Mitarbeiters, der die Firma offensichtlich nicht im Guten verlassen hat, nicht ändert, da habe ich keine Ahnung. Auch der Endkampf und wie er abläuft, ist im Prinzip streckenweise ziemlich lächerlich. Die Andersartigkeit nicht ausgrenzen/ausnützen Botschaft und der Wink mit dem „Immer Online Flucht aus der Realität“ Zaunpfahl ist dann dermaßen plakativ, dass es wie ein Video über den Klimawandel von Leonardo Di Caprio wirkt.

Neben den Effekten haben höchstwahrscheinlich auch die zahlreichen Gaststars einiges an Geld gekostet. Stanley Tucci (Citadel) ist schön arrogant und machtgeil, Giancarlo Esposito (Abigail) wie immer schön furchteinflössend aber am Ende doch menschlich und Ke Huy Quan (Love Hurts) ist trotz Fehlern sympathisch. Bei den Sprechern sind unter anderem Woody Harrelson (Triangle of Sadness), Anthony Mackie (Elevation) oder Alan Tudyk (Serenity) mit dabei. Die bekannten Gesichter/Stimmen sind zwar nett, ändern in Summe am Unterhaltungswert aber kaum etwas.

Geschriebene Worte können durch uns Leser zur Magie im Kopf werden. Ein geschriebenes Drehbuch, das sollte der Regisseur (oder in diesem Fall eben Mehrzahl) zu Magie auf der Leinwand (dem Bildschirm) machen und zwar schon bevor es in unseren Köpfen landet. Man spürt auch, dass die Russos dies erreichen wollten, doch es gelingt nur ansatzweise. Ingesamt für mich nach dem Trailer, der mich so gar nicht angesprochen hat, keine Enttäuschung, aber um das Geld und mit diesen Leuten (ja, ich wiederhole mich)…ach was, vergesst das, engagiert einfach talentiertere Leute für eure Drehbücher, geht doch das eine oder andere Risiko ein und lasst ihnen mehr Zeit für Charakterentwicklungen, dann kann es fast nur bergauf gehen.

„The Electric State“ bekommt von mir 5/10 die Flucht vor der Flucht vor der Realität einleitende Empfehlungspunkte.

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Don’t Move (2024 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2024/11/02/dont-move-2024-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2024/11/02/dont-move-2024-filmkritik/#respond Sat, 02 Nov 2024 06:00:04 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37060 Iris (Kelsey Asbille) hat ein Problem. Von persönlichen Problemen getrieben und ohne Handy, ist sie alleine im Wald unterwegs. Dabei trifft sie auf einen zunächst freundlich wirkenden Mann namens Richard (Finn Wittrock), der sich jedoch schnell als Psychopath entpuppt. Er … Weiterlesen

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Iris (Kelsey Asbille) hat ein Problem. Von persönlichen Problemen getrieben und ohne Handy, ist sie alleine im Wald unterwegs. Dabei trifft sie auf einen zunächst freundlich wirkenden Mann namens Richard (Finn Wittrock), der sich jedoch schnell als Psychopath entpuppt.

Er betäubt sie kurzfristig und injiziert ihr ein Mittel, das nach 20 Minuten zur völligen Lähmung sämtlicher Gliedmaßen und auch des Sprachzentrums führt. Nun ist sie auf der Flucht, doch kann sie sich kaum mehr rühren und ihr Verfolger, kommt ihr immer näher…

Die beiden Regisseure Brian Netto und Adam Schindler haben in unterschiedlichen Funktionen schon bei mehreren Projekten zusammen gearbeitet, zuletzt etwa beim Kurzfilm „Sundown“ aus dem Jahr 2022. Mit ihrem von Sam Raimi produzierten Thriller Don´t Move, der seit Ende Oktober 2024 auf Netflix läuft, werden sie nun wohl einem breiteren Publikum bekannt werden, zumindest haben sie und Hauptdarstellerin Kelsey Asbille (Yellowstone), dies durchaus verdient.

Dies ist ein kleiner, gemeiner und feiner Film, der für mich gleich auf mehreren Ebenen funktioniert hat. Beginnen möchte ich mit der Optik. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und ein Wald, der dich förmlich verschluckt ist der wunderschöne Rahmen, doch die Sicht von Iris, wenn sie sich nicht mehr bewegen kann, das wirkt dann lähmend in mehrerer Hinsicht und wie in Trance, man kann mitfühlen und wünscht sich, sie könnte aus diesem Alptraum wieder aufwachen.

Dann wäre da das Schauspiel. Wie Kelsey Asbille (Wind River) den Übergang von emotional gelähmt hin zur körperlichen Lähmung und dem danach neu erweckten Kampfgeist findet, das ist spannend und man ist beim Zuschauen vom Fokus völlig bei ihr. Auch wie sie Schmerz, Trauer, Angst, Widerstand oder Hoffnung nur mit den Augen vermittelt, da kennt man sich immer aus, was gerade läuft in ihrem Kopf.

Finn Wittrock (Luckiest Girl Alive) als Richard ist ein starker Gegenspieler, einfach weil er offensichtlich ein Soziopath ist. Er benutzt die Gefühle anderer nur dazu, um diese zu manipulieren und er sieht seine Wochenendausflüge – man kann spüren, dass Iris nicht sein erstes Opfer ist – als für ihn nötigen Ausgleich zu seinem Familien- und Alltagsleben. Wie und ob Iris dann dennoch auch an seinen Fäden ziehen kann bzw. ihn zurück manipulieren kann, ist dabei eines der involvierenden Motive.

Um den Kern bzw. was ich hier am Besten finde zu beschreiben, folgen ab jetzt SPOILER. Zu Beginn des Filmes will Iris sich ja umbringen, weil ihr kleiner Sohn gestorben ist. Als dann Richard auftaucht und sie (unter anderem) am Ende sicher umbringen will, wächst in ihr der Wille, wieder leben zu wollen. In einer Szene ist sie versteckt und man hofft, dass Richard sie nicht findet, kurz darauf zündet er die Umgebung rund um sie an und plötzlich wünscht man sich, dass er sie doch wahrnimmt.

Diese – ich nenne es einfach Dualität (klingt clever, ich weiß) – finde ich hier richtig spannend. Die Überlegung, die dir als Zuseher unterkommt, wenn eine Person sich umbringen wollte, dass es dann egal ist, ob dies ein Anderer für sie tut, habe ich denke ich noch nie bei einem Film präsentiert bekommen. Natürlich ist die Antwort nein, so funktioniert das nicht, aber als Einblick in ein krankes Hirn durchaus interessant.

Direkter unangenehm sind Szenen wie Iris bewegungsunfähig in der Wiese liegt und der Rasenmäher kommt. Es gibt Momente, da bin ich unbewusst aufgestanden aus meinem Sessel, sozusagen stellvertretend für Iris, weil sie es gerade nicht konnte. Somit ist die Sache hier in Summe optisch bestechend, psychologisch und von der Inszenierung her spannend und von den Darstellern großartig vermittelt. Als Bonus wird das Gimmick mit dem „nicht bewegen können“ nie übertrieben oder verliert nie durch redundante Szenen an Kraft.

„Don´t Move“ bekommt von mir 8/10 aus etwas Schlechtem, etwas Gutes entstehen lassende Empfehlungspunkte.

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Damsel (Frilmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2024/03/23/damsel-frilmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2024/03/23/damsel-frilmkritik/#respond Sat, 23 Mar 2024 06:00:39 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=36406 Pflichtbewusst war Elodie (Millie Bobby Brown) eigentlich schon immer. Deswegen willigt sie auch ein, einen Prinzen aus einem weit entfernten Land zu heiraten, damit ihr Volk, das finanziell am Boden ist, endlich wieder so leben kann, wie es diese Menschen … Weiterlesen

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Pflichtbewusst war Elodie (Millie Bobby Brown) eigentlich schon immer. Deswegen willigt sie auch ein, einen Prinzen aus einem weit entfernten Land zu heiraten, damit ihr Volk, das finanziell am Boden ist, endlich wieder so leben kann, wie es diese Menschen verdient haben. Dort angekommen, freundet sich Elodie mit dem Prinzen an und alles scheint auf eine glückliche Verbindung hinzudeuten.

Zumindest bis Königin Isabelle (Robin Wright) nach der Hochzeit während eines Rituals die Geschichte ihrer Vorfahren erzählt und Elodie kurze Zeit später, in der Höhle eines Drachen landet. Aber so leicht lässt sich die junge Dame nicht unterkriegen, denn „the force is female“…ups, falsches Franchise, naja, ihr wisst was ich meine: sie ist eine starke, unabhängige Dame, die Niemanden braucht um im Leben das zu erreichen, was sie will und aktuell will sie eben einen Drachen überleben…

Gleich mal vorweg: es wird in dieser Kritik fette Spoiler geben, da ich in diesem Fall noch besser erklären kann, was mich gestört hat. Regisseur Juan Carlos Fresnadillo kenne ich durch seine Filme Intruders und 28 Weeks Later, Hauptdarstellerin und Produzentin Millie Bobby Brown kennt man zwar, aber ich habe Stranger Things nie gesehen und auch sonst noch nie einen Film (etwa Godzilla 2) mit ihr gesichtet. Seit März 2024 läuft nun ihr erster gemeinsamer Film auf Netflix.

Was dabei herausgekommen ist, ist in etwa genau das, was der Trailer – der übrigens 95 Prozent der Handlung verrät – verspricht: eine (laut den Machern) subversive Variante einer klassischen Fairy Tale Geschichte. Damit habe ich dann auch gleich mein erstes Problem, denn wenn etwas zur neuen Norm wird, wie kann es dann als subversiv aka umstürzlerisch bezeichnet werden? Eine Girl Boss Prinzessin, die keinen Prinzen an ihrer Seite braucht, um sie zu retten. Ja, das klingt für das Jahr 2024 echt revolutionär.

Aber gut, man sieht ja auch gerne bekannte Dinge, die nicht überraschen müssen und dennoch gefallen. Dafür dürfte die Sache dann aber nicht so seicht sein. Nicht dass Brown so schlecht spielen würde, aber ihre Figur hat die Nase irgendwie immer etwas zu überheblich im „ich bin meine eigene Herrin“ Stil erhoben und außer ihrem verspielt liebevollen Umgang mit ihrer jüngeren Schwester, gibt es keine Aktion von ihr, die sie sympathisch machen würde.

Shohreh Aghdashloo (Renfield) als Stimme des Drachen ist der eigentliche Star, denn ihre Tonfall ist verspielt und sadistisch und gleichzeitig voller Wut und gänzlich ohne Hoffnung, ein einseitiges agierendes, aber spannendes Wesen, dabei jedoch sicherlich keine positive Figur. Was mich zum größten Problem des Filmes bringt. Könnt ihr euch noch erinnern, als Filme eine gewisse Botschaft oder/und Moral hatten und man diese auch auf sein eigenes Leben anwenden konnte?

Nun die drei Babys der Drachendame werden zu Beginn getötet, sie bringt dafür alle Ritter um, nur um den König leben zu lassen, der ihr dafür regelmäßig Opfer bringen muss, um genau zu sein Menschen aus seiner Familie, dafür lässt sie den Clan des Königs an der Macht. Einige Jahrhunderte und unzählbar viele Opfer später, hat unsere Heldin dann die Chance, die Drachenlady zu töten (die zuvor auch den Vater von Elodie getötet hat). Aber tut sie das dann auch?

Dazu muss man wissen, dass die Königsfamilie schon jahrelang den Trick anwendet, Damen mit dem aktuellen Prinzen zu vermählen, dann deren Blut mit einem Schnitt in die jeweilige Hand von Braut und Bräutigam zu vermischen und so den Drachen glauben zu lassen, dass die Damen von königlichem Blut seien (nebenbei eine sehr „clevere“ Idee des Drehbuchs). Der Drache wurde also sozusagen ausgetrickst, genau wie die Heldin, die glaubte in eine royale Familie einzuheiraten.

Hat der Drache nicht dennoch hunderte junge Mädchen getötet plus den Vater der Damsel? Das scheint jedoch egal zu sein, denn der Trick der Königsfamilie ist moralisch offensichtlich schlimmer als Mord. Die verletzte Drachendame sagt zur Elodie sogar, sie solle sie töten, aber statt dies zu tun, gibt es einen „ich habe es satt dass Leute mir sagen, was ich tun soll“ Girl Boss Moment. Es wurde übrigens ausgehend von einer frühen Drehbuchversion, auch ein Roman der Geschichte verfasst. Dabei wird der Prinz verschont, weil er selbst Opfer seiner tyrannischen Mutter ist, im Film geht das aber natürlich nicht, denn weiße, heterosexuelle Männer, gehören vernichtet. Wie die gesamte Königsfamilie, soll deren Volk doch schauen, wie die ohne Führung zu Recht kommen.

Ray Winstone (Black Widow) als Vater ist klar nur wegen dem Gehaltsscheck mit dabei, Angela Bassett (Strange Days) als Stiefmutter sorgt für „Diversität“, hat sonst aber nix zu tun und Robin Wright (Forrest Gump) als böse Königin ist eiskalt, bleibt aber blass und unterfordert. Die Effekte vor allem bei der Drachenlady sind stark, überhaupt ist die Optik ein klarer Pluspunkt des Filmes, kann aber über den faulen Kern nicht hinwegtäuschen.

Wie die Damsel dann immer mehr ihr Hochzeitskleid beim Kampf gegen den Drachen zerkleinert und zerreisst, als sehr subtiler Metapher für das Ablegen der Erwartungshaltungen an arrangierte Hochzeiten, dabei dann logischerweise aber immer mehr Haut zeigt, was moderne Kritiker wiederum problematisch finden, das ist hier wahrlich der einzige Gag, bei dem ich herzhaft lachen musste. Dass im Prinzip das Böse hier gewinnt, das ist dafür wirklich subversiv, ich glaube aber kaum, dass dies die Intention der Macher gewesen ist. Ich bleibe bei The Princess, eine moderne, kämpferische Lady, bei der ich die „eine Frau kann alles was sie erreichen will“ Botschaft, viel glaubwürdiger vermittelt bekommen.

„Damsel“ bekommt von mir 4/10 viel heiße Drachenluft in endlosen Höhlen sinnlos verpuffen lassende Empfehlungspunkte.

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Tyler Rake: Extraction 2 (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/06/24/tyler-rake-extraction-2-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/06/24/tyler-rake-extraction-2-filmkritik/#respond Sat, 24 Jun 2023 06:00:07 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35573 Bei seinem letzten Auftrag, wurde Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth) lebensgefährlich verletzt und persönlich hatte er mit seinem Leben abgeschlossen. Seine Kollegin und Freundin Nik (Golshifteh Farahani), hatte jedoch andere Pläne und nach einer langen Zeit im Krankenhaus, überlässt sie … Weiterlesen

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Bei seinem letzten Auftrag, wurde Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth) lebensgefährlich verletzt und persönlich hatte er mit seinem Leben abgeschlossen. Seine Kollegin und Freundin Nik (Golshifteh Farahani), hatte jedoch andere Pläne und nach einer langen Zeit im Krankenhaus, überlässt sie ihn in den wohlverdienten Ruhestand. Tyler hat überlebt, aber er weiß nicht, für was er lebt.

Bis eines Tages plötzlich ein mysteriöser Mann (Idris Elba) vor seiner Hütte steht und einen Auftrag für ihn hat, für den er speziell angefordert wurde. Er soll die Schwester seiner Ex-Frau inklusive deren beiden Kinder aus einem Gefängnis in Georgien befreien, wo sie ihr Gangsterboss-Ehemann, zu ihrer „Sicherheit“ gefangen hält. Tyler beginnt daraufhin sofort mit seinem Training und ein paar Wochen später, ist er, gemeinsam mit Nik und ihrem Bruder unterwegs zu einem der gefährlichsten Aufträge ihres Lebens…

Drei Jahre nach dem ersten Extraction-Film, der sich einen Top 10 Platz in der meist gestreamten Filme-Liste von Netflix „erarbeitet“ hat, ist nun am 16. Juli 2023, die Fortsetzung veröffentlicht worden. Wie beim Erstling, der auf der Graphic Novel „Ciudad“ von Joe und Anthony Russo (The Gray Man) basiert, sind die beiden wieder als Produzenten mit an Bord und haben das Drehbuch geschrieben, während Sam Hargrave wieder am Regie-Stuhl Platz genommen hat.

Noch mal zur Erinnerung: das ist ein Film, der Marke John Wick (obwohl er sich für mich eher wie ein Mad Max: Fury Road angefühlt hat), der vor allem auf spektakuläre Action setzt, mit wenigen ruhigeren Momenten dazwischen, um die Sache zu erden. Also quasi „nicht existente Handlung“ als Kritik, werdet ihr von mir sicherlich nicht lesen. Wobei ich diese Worte eigentlich sowieso nie benutze, viel lieber sage ich in so einem Fall „es geht um Nichts“. Ist für mich hier aber klar nicht der Fall.

Um Extraction 2 gekonnt für mich zu beschreiben, brauche ich nur auf meine Selbst-Beobachtung zurück greifen. Es gibt Momente im Film, da habe ich mich selber dabei ertappt, wie ich aufgestanden bin und hin und her ging, weil ich scheinbar nicht mehr ruhig sitzen bleiben konnte. Nach anschließender Analyse habe ich für mich selbst festgestellt, dass es sich hier wohl für mich definitiv um involvierende Action handelt.

Nach nicht ganz einer halben Stunde Spielzeit, in der die Nachwirkungen des Finales des ersten Teiles verarbeitet werden, beginnt die erste Action-Sequenz und die hat es so richtig in sich. Wisst ihr noch die über 10 Minuten Passage im Erstling, die wie aus einem Guss (ohne Schnitt) gewirkt hat? Nun diese Szene dauert hier über 20 Minuten und beinhaltet eine Massenschlägerei in einem Gefängnis, gefolgt von einer Autoverfolgungsjagd im Wald und einer Zugfahrt inklusive Helikopter-Beschuss.

Als danach der Bildschirm schwarz wird und sich die Musik deutlich entspannt, konnte auch ich richtig durch schnaufen. Das fetzt, ist richtig gut gemacht, die Power dahinter ist immer spürbar und es wird nie langweilig. Schön zu sehen ist auch, dass eine schnelle/hektische Kamera-Führung nicht immer gleichzeitig bedeutet, dass man den Überblick verliert bzw. einem schwindlig wird. Dem folgt nach einer Pause eine „normale“ Action-Szene, bei der es in einem Hochhaus von der Parkgarage bis zum Helikopter-Landeplatz zur Sache geht.

Ja die dauert auch nicht gerade kurz, doch ich war emotional dabei und habe diese gewisse Schwere gespürt, einfach dass es hier etwas zu verlieren gibt für die Hauptfiguren. Das Ende ist nach ein paar schnellen Explosionen dann sehr klein gestaltet, fast schon intim, so dass Gedanken wie „antiklimatisch“ aufkommen könnten, ich fand es aber sehr stimmig. In Summe gibt es den einen oder anderen Effekt, der nicht ganz perfekt geworden ist, aber was Technik und Choreographie in Summe betrifft, kommen da nur wenige mit.

Chris Hemsworth (Thor: Love and Thunder) als Tyler Rake ist physisch wieder mal eine Wucht und auch die emotionale Ebene bedient er zwischendurch sehr glaubwürdig. Viel mehr zu tun als bei Extraction bekommt Golshifteh Farahani (Body of Lies) als Rakes Auftraggeberin Nik. Die Dame hat es auf allen Fronten drauf und kann mit Tyler durchaus (zumindest temporär) durchhalten, vor allem was ihre Zähigkeit anbelangt. In Gastrollen sind Olga Kurylenko (The Princess) als Tylers Ex-Frau mit dabei und Idris Elba (Beast) ist als geheimnisvoller Mittelsmann an Bord (was somit aus Comicfan-Sicht zu einem Wiedersehen zwischen Thor und Heimdall führt).

Teil 3 soll angeblich schon in Planung sein und zumindest Hargrave und Hemsworth sollen wieder fix mit dabei sein. Ich begrüße das, denn wie man sicherlich lesen konnte, funktionieren die Tyler Rake Filme für mich auf mehreren Ebenen sehr gut. Auch was die Schuldgefühle und das private Drama von Tyler betrifft, schließt sich hier der Kreis in Form eines Abschlusses. Bestimmte Dinge fand ich in Teil 1 etwas besser und genauso umgekehrt, also ist dies insgesamt für mich eine gleichwertige Fortsetzung.

P.S.: Für mich als Österreicher war hier übrigens besonders interessant, dass Teile der Handlung in Wien spielen und Tylers Hütte sich laut Insert in Gmunden (Oberösterreich) befindet.

„Extraction 2“ bekommt von mir 9/10 einen Abschluss und Motivation zum Weitermachen findende Empfehlungspunkte.

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The Mother (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/05/23/the-mother-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/05/23/the-mother-filmkritik/#respond Tue, 23 May 2023 05:00:42 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35477 Bald wird eine hochschwangere Dame (Jennifer Lopez) Mutter werden, doch dafür muss sie erst in ein Zeugen-Schutzprogramm, sonst werden weder sie noch ihr Baby, die Geburt erleben. Sie hat sich nämlich mit gefährlichen Männern eingelassen und wie zu erwarten war … Weiterlesen

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Bald wird eine hochschwangere Dame (Jennifer Lopez) Mutter werden, doch dafür muss sie erst in ein Zeugen-Schutzprogramm, sonst werden weder sie noch ihr Baby, die Geburt erleben. Sie hat sich nämlich mit gefährlichen Männern eingelassen und wie zu erwarten war steht Adrian (Joseph Fiennes) auch schon vor ihr, die meisten anwesenden Männer des FBI sind tot und auch sie entkommt nur knapp.

Um sie vor der Gefahr zu schützen, gibt sie ihre kurz darauf zur Welt kommende Tochter zur Adoption frei. Sie taucht danach unter und verhandelt mit FBI-Mann Cruise (Omari Hardwick), dass er sie über ihr Befinden auf dem Laufenden hält und sie kontaktiert, sollte es Probleme geben. 12 Jahre später bekommt sie einen Brief, obwohl es noch nicht die Zeit für aktuelle Geburtstagsfotos ihrer Tochter Zoe (Lucy Paez) ist…

Der neue, für Netflix produzierte Jennifer Lopez Film, der rechtzeitig zu Muttertag auf dem Streaming-Dienst erschienen ist, ist vor allem dazu da, die Hauptdarstellerin als Action-Heldin zu etablieren. Geeinigt hat man sich dabei mit Lopez auch darauf, dass möglichst viele Frauen in unterschiedlichen Rollen, an der Produktion beteiligt sind. So stammt das Drehbuch großteils von Damen und Regie führte Niki Caro (Mulan). Dass die Gegner böse weiße Männer sind und die guten Männer höchstens in unterstützender Form vorkommen, versteht sich dabei natürlich von selbst.

Das ist aber nicht das eigentliche Problem, aber ich fange mit dem Positiven an. Jennifer Lopez (Shotgun Wedding) füllt die Rolle der Mutter, die ihr Kind ungewollt hergeben musste, mit voller Leidenschaft aus. Dabei bekommt sie sowohl die emotionalen Seiten hin als auch die physische Komponente. Vor allem die Interaktion mit der von Lucy Paez gespielten Tochter ist spannend, weil da so viele unterschiedliche Gefühls-Ebenen spürbar sind (und Paez sollte man sich merken, die Kleine hat es drauf).

Was nicht etabliert wird, sind sämtliche anderen Figuren. Joseph Fiennes (Hercules) als Hauptbedrohung Adrian ist eine reine Schablone und völlig austauschbar ebenso wie der von Gael García Bernal (Old) gespielte, zweite Gegenspieler Hector, dessen Können fast schon in krimineller Weise nicht genutzt wird. Omari Hardwick (Army of the Dead) als FBI-Agent hätte eine gewisse Tiefe, doch er ist eben nur der Sidekick, den Lopez sogar als Hochschwangere noch retten muss.

Dann wäre da die Action, die zwischen langweilig und generisch hin und her schwankt. Ja, es gibt auch Highlights, wie etwa die Szene wo Lopez das Gebäude infiltriert um ihre Tochter zu retten oder die beiden Unfälle, wo Mensch auf Auto bzw. Auto auf Auto trifft und Zeitlupen zum Einsatz kommen, das sieht schon gut aus. In Summe hat man aber alles wo anders schon besser und intensiver gesehen, vor allem der finale Kampf ist schwach geworden.

Was hinzu kommt ist ein Problem mit der Geschwindigkeit in Form eines Stillstandes. Der Film dauert ja circa zwei Stunden und nach der Hälfte gibt es einen Rückzug von Mutter und Tochter, ein sich kennen lernen und gemeinsam trainieren. Kann man schon bringen so und ist von den Gefühlen auch interessanter als alle Action-Momente zusammen, aber dennoch ist es eine gewisser Totalstop des Erzähl-Flusses.

Der Metapher mit der Wolfsmutter und was sie alles tun wird/würde, um ihre Jungen zu beschützen, wird auch etwas überstrapaziert. Der Wechsel der Schauplätze ist dafür sehr gelungen, von schwül und aufgehitzt bis zum eiskalten Finale im Schnee. Besonders eine Sequenz ganz am Anfang ist dann doch einigermaßen unerwartet und auch unangenehm, doch insgesamt weiß man einfach genau was passiert, wer stirbt oder gesagt werden wird („du bist das einzig Gute, dass ich in meinem Leben richtig gemacht habe“…schon mal gehört den Satz?).

Ging es darum Jennifer Lopez außerhalb von romantischen Komödien im Action-Genre zu etablieren, dann ist die Sache schon gelungen. Die erst 14 jährige Lucy Paez hat auch das Zeug, mal starke Rollen abzustauben. Egal ob es nun eine Agenda, verschenkte Möglichkeiten oder einfach nur das mangelnde Action-Talent der Regisseurin ist (bei Mulan lief das auch nicht so optimal), in Summe ist das Ganze einfach gut gemacht, etabliert die Liebe/den Kampfgeist einer Mutter nicht wirklich als unaufhaltsame Macht.

„The Mother“ bekommt von mir 5,5/10 für das Wohl der eigenen Tochter, alles andere in den Hintergrund drängende Empfehlungspunkte.

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Day Shift (2022 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/08/23/day-shift-2022-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/08/23/day-shift-2022-filmkritik/#respond Tue, 23 Aug 2022 06:00:27 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34704 Bud (Jamie Foxx) hat Probleme, denn seine Ex-Frau Jocelyn (Meagan Good) will mit der gemeinsamen Tochter aus seiner Gegend wegziehen, weil das Leben hier viel zu teuer ist. Doch Bud hat bereits eine Lösung, denn er hat einen lukrativen Nebenjob … Weiterlesen

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Bud (Jamie Foxx) hat Probleme, denn seine Ex-Frau Jocelyn (Meagan Good) will mit der gemeinsamen Tochter aus seiner Gegend wegziehen, weil das Leben hier viel zu teuer ist. Doch Bud hat bereits eine Lösung, denn er hat einen lukrativen Nebenjob als Vampir-Jäger. Dafür muss er jedoch zur Vampir-Jäger-Union zurück kehren, die sich nicht gerade im Guten von ihm getrennt hat.

Durch die Hilfe seines Freundes Big John Elliott (Snoop Dogg), schafft er es wieder hinein in die Organisation, bekommt jedoch mit Bürohengst Seth (Dave Franco) einen Aufpasser an seine Seite gestellt. Die beiden bekommen schon bald mehr Probleme als ihnen lieb ist, denn Bud hat zuletzt eine Vampirin getötet, die eine ziemlich mächtige Verwandte hat und diese sinnt auf Rache…

Bei manchen Sachen weiß man erst dass man sie braucht, wenn man sie vor der Nase hat. Wie zum Beispiel die Vampir-Action-Komödie dieses Sommers, wie habe ich die Jahre zuvor nur ohne sie die Hitzetage überstanden? Day Shift läuft seit Mitte August auf Netflix und ist das Regiedebüt von J.J. Perry, der bereits seit 1987 als Stuntman arbeitet und im weiteren Verlauf zum Stunt-Koordinator (z.b. bei John Wick oder ganz aktuell bei Samaritan) umgestiegen ist.

Mit Stuntmen, die auf dem Regiestuhl Platz nehmen, hatte ich in der Vergangenheit vor allem in einem Bereich uneingeschränkt Freude und das ist (wenig überraschend) die Action und wie sie inszeniert ist. Die Wucht hinter den Aktionen – egal ob bei Kämpfen mit und ohne Waffen oder bei Unfällen mit Fahrzeugen – spürt man einfach, die Kamera zeigt trotz hoher Geschwindigkeit immer die wichtigsten Momente und speziell hier ist die Akrobatik mancher Vampire einfach halsbrecherisch.

Klar dürfte das wohl den Meisten bereits beim Trailer gewesen sein, hier spielt die (genau eben diese) Action die Hauptrolle und es werden mehrere Male clevere Wege gefunden, damit auch Nebencharaktere zumindest einmalig richtig Gas geben können. Ja, richtig gelesen, man wird hier weder vom Tumult erschlagen, noch sind einem die Figuren egal. Die von Natasha Liu Bordizzo (Guns Akimbo) gespielte, mysteriöse Nachbarin, selbst von der hätte ich gerne gesehen.

Jamie Foxx ist wie zuletzt für Netflix bei Project Power in seinem „ständig Hawaii-Hemden tragend und dabei richtig lässig sein“ Modus angekommen und bringt genau die Coolness mit, die sein Charakter benötigt. Dave Franco (Nerve) als Newcomer Seth ist zwar vorwiegend für die Lacher und peinliche Momente zuständig, doch schafft er es faszinierender Weise, nie nervig zu sein. Rapper Snoop Dogg als legendärer Jäger und Peter Stormare (Bang Bang Baby) als schmieriger Händler runden den spielfreudigen Cast ab.

Ein bereits bei mehreren Kritiken hervorgehobenes Highlight liefern Scott Adkins (The Intergalactic Adventures of Max Cloud) und Steve Howey (Stan Helsing) als die Nazarian-Brothers ab, in einer gemeinsamen Action-Szene mit unseren Helden, bei der ein Vampir-Nest ausgehoben wird. Das ist top choreographiert und an Coolness kaum zu überbieten, deshalb auch die lauten Schreie nach einem Spin-Off mit den zwei Brüdern.

Einziger Schwachpunkt ist die Schurkin Audrey, gespielt von Karla Souza (The Sleepover), was aber mehr am Drehbuch liegt, nicht an ihr. Die von ihr ausgehende Präsenz wirkt in keiner Weise bedrohlicher als von einem Durchschnitts-Vampir. Aber gut, natürlich ist das auch die Art Film, wo zwar die liebsten Figuren bedroht werden, jedoch nie ernsthaft in Gefahr sind bzw. ja vielleicht als Vampire-Buddies wieder kommen?

Insgesamt also wie eingangs erwähnt genau der coole, stylishe, lockere, mit lässigen Sprüchen gespickter Sommer-Vampirfilm, der von den Grundvoraussetzungen (aka dem Setting) sich weit außerhalb der Komfortzone der durstigen Spitzzähne bewegt und sich wohl genau deshalb auch innerhalb des Genres frisch anfühlt. Die starken Darsteller und die perfekt choreographierte Action erledigen den Rest. Auf Netflix bezogen ist dies wohl der am wenigsten auf Franchise getrimmte Film der letzten Zeit (siehe als Gegenbeispiele etwa Red Notice oder The Gray Man), aus dem man dafür am problemlosesten, eines machen könnte.

„Day Shift“ bekommt von mir 8/10 die Sonnencreme sehr großzügig und flächendeckend applizierende Empfehlungspunkte.

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Im Jahr 2036 tobt ein Bürgerkrieg in Russland, während das amerikanische Militär vor Ort von Robotern unterstützt versucht, dem Widerstand mit Friedensmissionen zu helfen. Wegen Befehlsverweigerung wird der Drohnenpilot Harp (Damson Idris), genau in dieses Gebiet geschickt und Captain Leo (Anthony Mackie) zugeteilt. Dieser ist weder Mensch noch Roboter.

Er ist ein Prototyp, sieht aus wie ein Mensch, kann fühlen und auch eigene Entscheidungen treffen. Bei einer heiklen Mission, wird nicht nur Harps Fähigkeit auf die Probe gestellt, auch außerhalb seines sicheren Platzes hinter seinem Monitor zu überleben, sondern Leo trifft schon bald Entscheidungen, die Harp sofort hinterfragen muss. Doch was steckt wirklich dahinter und verfolgt Leo vielleicht eigene Ziele, von denen er Harp nichts erzählt hat?

Ich persönlich hatte mit den letzten Action/SyFy/Fantasy Netflix-Filmen (The Old Guard, Project Power und natürlich Extraction) aus dem Jahre 2020, sehr viel Spaß. Auch Outside the Wire von Regisseur Mikael Håfström (The Rite) mit Anthony Mackie (Point Blank) als Hauptdarsteller und Produzent, reiht sich in diese Gruppe ein, doch finde ich ihn klar etwas schwächer als seine Vorgänger. Um darauf eingehen zu können, werden nun auch einige Spoiler folgen.

Was ist er bzw. gibt es hier einen „Twist“? Eine neuartige Technologie, ein künstliches Wesen, dass auch selbst entscheiden kann. Was wird da wohl beim Finale passieren? Richtig, wie immer wendet sich die Maschine am Ende gegen den Menschen, weil sie ihn als wahren Feind erkennt. Das einzige, was man hier als Bonusebene erwähnen kann, ist dass sich der Hass der Maschine nicht gegen alle Menschen richtet, sondern nur gegen seine Schöpfer (aka Amerika) und ebenso gegen sich selbst.

Nimmst du aus einer Kriegsmaschine die Menschlichkeit heraus aka ersetzt du den menschlichen Soldaten durch einen Roboter, dann bleibt nur mehr der Krieg. Somit sieht sich Leo als Monster und will sowohl die Schöpfung als auch die Schöpfer töten. Dabei hatte ich einerseits dieses Gefühl: „nicht schon wieder das Maschine richtet sich gegen Menschen“ Prinzip, andererseits gibt es dann diese erweiterte Ebene, was sich frischer anfühlt.

Gleichwertig als Figur und eigentlich ist es auch seine Geschichte, ist die Entwicklung von Harp. Er isst lässig seine Gummibärchen, während er mit einem Knopfdruck mit seiner Drohne, über Leben und Tod entscheidet. Einigermaßen plakativ werden ihm dann die Auswirkungen seiner Arbeit vor Ort präsentiert. Ganz spannend ist die aufgeworfene Frage, ob zwei zu opfern und 38 zu retten, immer die beste Variante ist. Hätte man nicht versuchen können alle zu retten? Und was ist wenn eine Million Menschen sterben, um 100 Millionen zu retten, ist das dann auch in Relation noch in Ordnung?

Natürlich werden diese Fragen nicht geklärt, doch genau wie bei der Ebene mit der Kriegsmaschine, kommt man durchaus ins Grübeln. Was wirklich sehr gut funktioniert und auch so aussieht, sind die Action-Sequenzen, wenn Leo mit seinen speziellen Fähigkeiten, Soldaten und Roboter beseitigt. Das ist dynamisch, stylish, übersichtlich geschnitten, technisch einwandfrei, richtig cool anzusehen und vor allem niemals langweilig.

Anthony Mackie (Synchronic) hat eine starke Präsenz als Leo, er ist effizient und konzentriert, doch ist auch sein Sinn für Humor stark ausgeprägt. Was er für eigene Pläne verfolgt, darüber tappt man bis zum Finale im Dunklen, doch man spürt schon genau, dass es hinter seiner glatten Fassade, noch mehr gibt. Damson Idris (The Commuter) als Harp ist ein guter Gegenpart zu ihm, denn er glaubt er wüsste alles, ist jedoch einigermaßen unsicher und zu Beginn auch nicht durchgehend sympathisch.

Somit ist dies teilweise ein Actionfest mit Buddy-Dynamik, doch das ist nur die Fassade, denn man will schon eindeutig eine Antikriegs-Botschaft senden. Ob das so funktioniert oder nicht zumindest teilweise aufgesetzt wirkt, muss wohl jeder selbst entscheiden. Subtil ist auf jeden Fall etwas anderes. Gut gespielt, bestechend gefilmt und zum Nachdenken anregend ist das Gezeigte dennoch eindeutig und Schauwerte gibt es einige.

„Outside the Wire“ bekommt von mir 6,5/10 beim Kampf Mensch gegen Maschine, einen zumindest vorübergehenden Gewinner bestimmende Empfehlungspunkte.

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Becky (Laysla De Oliveira) ist schwanger und mit ihrem Bruder Cal (Avery Whitted) unterwegs in eine andere Stadt. Als sie kurz mitten im Nirgendwo neben einer Kirche anhalten, hören sie einen kleinen Jungen um Hilfe rufen. Tobin (Will Bui Jr.), so sein Name, hat sich im Maisfeld verlaufen und findet nicht mehr nach draußen. Entgegen aller Instinkte betreten die beiden das Feld und suchen ihn.

Kurze Zeit später trifft Travis (Harrison Gilbertson), der Vater von Beckys Kind ein und sieht ihren verlassenen Wagen bei der Kirche stehen. Auch er betritt das Maisfeld. Und es ist nicht klar, ob irgendjemand jemals wieder rauskommt, denn „etwas“ passiert in dem Feld und es scheint nicht irdischen Ursprungs zu sein …

2019 war ja mehr oder weniger das Jahr der Stephen King-Verfilmungen und auch „In The Tall Grass“, von Netflix produziert, ist eine davon. Oder besser: Es ist die Verfilmung einer Novelle, die King mit seinem Sohn Joe Hill verfasst hat und die Story hat alle klassischen King-Elemente in sich vereint.

Vorweg: Ich habe die Novelle nicht gelesen, bin aber an sich ein großer Fan von King und es gibt immer wieder mal Verfilmungen seiner Bücher, die wirklich großartig geraten sind. „The Mist“ als Beispiel. Oder „Gerald’s Game„.

Ob man „In The Tall Grass“ dazu zählen kann, nun, da werden sich die Geister scheiden. Ich fand den Film spannend genug, dass ich bis zum Ende dabei geblieben bin, auch wenn es schon wirklich fast bis zur Hälfte des Films dauert, bis die Handlung so richtig anzieht und man eine Ahnung bekommt, was eigentlich los ist. Und die ganze Sache ist dann noch dazu ziemlich antiklimatisch. Zumindest, wenn man die Meta-Ebene bzw. den Symbolismus bei all den Dingen im Film außer Acht lässt, denn „In The Tall Grass“ ist ein extrem religiöses Werk, was man im Vorbeigehen allerdings leicht übersehen kann, denn die Querverweise auf das Fegefeuer/Limbo und die Konstellation der Figuren und ähnliche Dinge, werden nie erklärt. Wer also nicht richtig Bibelfest ist wird diese Ebene vermutlich nicht wirklich mitbekommen.

Was an sich ja nichts macht, denn ein Horrorfilm sollte ja auch ohne Meta-Ebene funktionieren und das tut „In The Tall Grass“ über weite Strecken zwar, aber halt nur im Form von altbekannten Mustern und Klischees. Streicht man den ganzen Symbolismus weg, dann bleibt ein netter Horrorfilm für zwischendurch an den man sich vermutlich keine 30 Minuten nachdem man ihn gesehen hat noch irgendwie erinnert. Von dem einen Gedanken „Von der coolen Grundidee hätte ich mir mehr erwartet“ vermutlich abgesehen.

Schauspielerisch geben sich alle Mühe und es machen auch alle einen guten Job. Wirklich heraus sticht allerdings nur Patrick Wilson, weil der einfach den Spaß seines Lebens zu haben scheint. Oh – all jene, die – so wie ich – es nicht mögen, wenn Babys in Filmen etwas passiert, nun, macht einen Bogen um diesen Film. Einen weiten Bogen.

„In The Tall Grass“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, aus der tollen Prämisse und dem stimmungsvollen Setting leider – ohne Meta-Ebene – nur Durchschnittsware herausholende, Punkte.

Den Film gibt es auf Netflix.

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Audrie & Daisy (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2019/05/30/audrie-daisy-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2019/05/30/audrie-daisy-filmkritik/#respond Thu, 30 May 2019 06:00:44 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=30922 Es beginnt mit einer Party. Es beginnt mit Alkohol. Es beginnt mit einer Gruppe von Jungs, die sich wie Vollidioten benehmen. Es beginnt damit, dass Intimität nicht mehr als Intimität gesehen wird. Es beginnt mit Handy und Filmen und Fotos … Weiterlesen

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Es beginnt mit einer Party. Es beginnt mit Alkohol. Es beginnt mit einer Gruppe von Jungs, die sich wie Vollidioten benehmen. Es beginnt damit, dass Intimität nicht mehr als Intimität gesehen wird. Es beginnt mit Handy und Filmen und Fotos und Internet und Facebook und Social Media.

Es endet im Selbstmord. Es endet im Selbsthass. Es endet in Anklagen, in Gerichtsverfahren, in Schuldzuweisungen, in „Victim Blaming“, in Freisprüchen, Schuldsprüchen und einem letzten Akt an Aufbegehren.

Es ist die Wahrheit.

Durch Zufall bin ich auf diese Dokumentation gestoßen, denn eigentlich bin ich kein großer Fan von Dokumentationen. Diese hier hat mich interessiert. „Audrie & Daisy“ beleuchtet mehrere Lebensgeschichten, die sich in Amerika zugetragen haben. Eine davon endet im Selbstmord. Eine andere in Selbsthass. Wieder eine andere im Wunsch anderen zu ersparen, was man selbst erlebt hat. Alle enden darin, dass die Täter*innen nicht einmal bemerken, dass sie Täter*innen sind.

Der Film besteht aus Interviews mit Familienangehörigen, Täter*innen, Opfern, Polizisten und diversen anderen. So verschieden die Geschichten sind, so passiert im Grunde immer das gleiche: Junge Mädchen werden von jungen Burschen vergewaltigt.

Party, Alkoholeinfluss, ein „zu leises“ Nein. Burschen, die sich gegenseitig anfeuern und dabei filmen oder Fotos machen und teilweise nicht einmal verstehen, dass sie da gerade sexuell übergriffig sind.

Und das ist das Schlimme daran: Hört man die Täter*innen sprechen, so fällt auf, wie wenig sie verstanden haben, was sie falsch gemacht haben. Das tut auf allen möglichen Ebenen weh, denn wir sprechen hier nicht von Vorfällen aus dem Jahre 1999 sondern Vorfällen, die in einer Zeit passiert sind, in der sie schon längst nicht mehr hätten passieren dürfen. Weil irgendjemand in der Gruppe hätte sagen müssen: Stopp!

Ich tue mir schwer, den Film zu empfehlen, weil er wirklich mitnimmt und gerade die Interviews streckenweise wirklich kaum auszuhalten sind. Die Sicht auf die Vorkommnisse wird nur aus Perspektive der Opfer dargestellt – der Film ist also klar parteiisch. Natürlich könnte man jetzt sagen, Person A hatte betrunken mit einem Jungen Sex und wollte ihn dann verleumden, weil es ihr peinlich war und bla bla bla. Ganz ehrlich? Juckt mich alles nicht. Sieht man die Interviews mit diesen (nicht mehr ganz) Jugendlichen, dann ist mir das völlig egal, denn allein in den ersten zehn Minuten höre ich, wie Dinge passieren, die nicht passieren dürften.

Alles was danach folgt ist dann nur noch schlimmer. Vor allem – und das ist der Wahnsinn – die Folgen auf Social Media, in der Schule und für das Leben. „Public Shaming“ glaube ich, wird das genannt. Und ja, es treibt Menschen in den Wahnsinn.

Mir fiel während dem Film wieder ein, wie sehr manche Menschen sich über „13 Reasons Why“ (bzw. „Tote Mädchen lügen nicht“) aufgeregt haben. Jetzt denke ich mir: Diese Serie (die ich auch davor schon wichtig und mutig fand) ist noch wichtiger als ich dachte, denn jede – jede! – der (wahren) Geschichten in dieser Dokumentation spielt sich genauso ab, wie es in der Serie gezeigt wird. Und eine davon hat das gleiche Ende.

Erschreckend, erschütternd, deprimierend – und ein Grund mehr offen über dieses Thema zu diskutieren und meinen Geschlechtsgenossen bereits in jungen Jahren klarzumachen, dass „Bitches“ und „Hoes“ und was weiß ich noch alles, eben genau das nicht sind. Und jedes Mal, wenn ich in der Straßenbahn oder im Zug ein Mädchen zum anderen (freundschaftlich) sagen höre „He, du Bitch, gemma Billa“ zucke ich innerlich zusammen.

Emanzipation, Gleichberechtigung, Gleichbehandlung, das Ende von sexuellen Übergriffen, bzw. überhaupt das Bewusstsein(!) über sexuelle Übergriffe (Schande!) … wir sind noch weit entfernt.

„Audrie & Daisy“ bekommt von mir 9 schockierende, tragische Punkte.

Die Dokumentation gibt es auf Netflix.

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