Serien | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Mon, 26 Jan 2026 15:57:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 Elfen Lied (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/#respond Tue, 27 Jan 2026 05:00:49 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38445 Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt … Weiterlesen

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Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt werden, denn man ist der Ansicht, ihre Mission sei es, die gesamte Menschheit zu vernichten.

Lucy ist eine Diclonius und sie kann aus ihrer Gefangenschaft entkommen, wird aber verwundet und an den Strand gespült. Durch ihre Verletzung entwickelt sie eine zweite Persönlichkeit namens „Nyu“, die wie sich ein Kleinkind verhält und auch der Sprache nicht wirklich mächtig ist. Sie wird von Kohta, der seine Schwester durch eine mysteriöse Krankheit und seinen Vater bei einem Unfall verloren hat, und seiner Freundin Yuka gefunden und die beiden nehmen Lucy/Nyu bei sich auf.

Aber das Militär sucht sie und will sie um jeden Preis finden, denn sie ist viel zu gefährlich, um in Freiheit herumzulaufen. Während Nyu jedoch bei Kotha und Yuka wohnt, lernt sie mehr und mehr, dass Menschen vielleicht doch auch liebenswürdig sein können … außerdem verbindet Kohta und Lucy mehr als Kohta ahnt …

Ich bin immer wieder über den Namen „Elfen Lied“ gestolpert und habe das von Gustav Klimt inspirierte Cover-Art immer wieder mal wo gesehen. Und dann habe ich gelesen, dass es einer der besten und emotionalsten, aber auch brutalsten Anime ist, die es gibt. Spannend, dachte ich. Als ich dann festgestellt habe, dass es ohnehin nur eine Staffel mit 13 Folgen gibt, dachte ich, vielleicht sollte ich mal reinschauen.

Und ja, „Elfen Lied“ ist brutal. Das erste Bild nach dem Vorspann ist eine abgetrennte Hand. Und die nächsten Minuten folgt Blutbad um Blutbad, denn Lucy bricht aus ihrem Gefängnis aus und nimmt buchstäblich keine Gefangenen. Da explodieren Köpfe, werden Herzen rausgerissen oder Kugelschreiben durch Augen geschossen, Arme und Beine abgetrennt und generell Menschen im Vorbeigehen in zwei Stücke gerissen. Dazu kommt noch, dass Lucy – bis auf einen Eisenhelm – nackt durch die Gegend läuft und vom Alter her wohl eine junge, erwachsene Frau ist.

Also gleich vom Anfang weg schon mal starker Tobak, der mich aber jetzt ganz offen gesprochen, nicht so richtig abgeholt hat. Solche Szenen hat man halt schon oft gesehen und auch wenn der Gewaltgrad wirklich halbwegs hoch ist, so ist das Story-Element per se nicht neu. Und sorry, aber nackte Zeichentrickfiguren spielen in meinem Leben per ses keine Rolle, stören mich aber auch nicht, zumal es im Kontext der Handlung ja auch Sinn hat.

Aber ich bin dran geblieben und muss sagen, ja, der Animé, der auf einem Manga basiert, traut sich einiges und zeigt auch einiges, was man in anderen Serien sicher nicht oder zumindest nicht so zeigen würde. Ich habe unlängst einem Freund, der mich nach Serientipps gefragt hat, davon erzählt und eine Sache, die gesagt habe: „Also vom Ende von Folge 4 bis fast zum Ende von Folge 5 war ich die ganze Zeit über kurz davor loszuheulen. Das war richtig heftig.“

Und ja, es ist richtig heftig. So gibt es zum Beispiel einen Charakter, der obdachlos ist und von Zuhause floh, weil sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Und auch wenn nichts gezeigt wird, so ist die Rückblende mehr als nur ein kurzer Schlag in die Magengrube. Man sieht – in dunklem Schwarz-Weiß gehalten, wie sich das junge Mädchen vor dem Typen (man sieht nur sein Gesicht bis unter der Nase, also sein schweinisches Grinsen) ausziehen muss und dabei am ganzen Leib zittert. Dann muss sie sich auf alle viere begeben und sich mit dem Hintern in seine Richtung drehen. Dann kommt ein Schnitt, aber man weiß ja leider, was da dann kommen würde … mir wird jetzt noch übel, wenn ich daran zurückdenke. Und noch heftiger ist die nächste Szene als das Mädchen endlich die Kraft findet, es ihrer Mutter zu sagen, ist deren Reaktion ihr eine Ohrfeige zu verpassen und ihr ins Gesicht zu schreien, dass alles ihre (das der Tochter!) Schuld sei, denn wenn sie nicht wäre, dann „er“ wieder Interesse an ihr.

Alter Verwalter. Das sind Szenen auf die ist man einfach nicht vorbereitet und mich haben sie absolut hart erwischt. Ich halte Gewalt gegen Kinder weder im echten Leben noch in Geschichten/Filmen/Büchern aus und das hier war richtig heftig.

Umso schöner, wenn man dann sieht, wie sie unter der Obhut von Kohta und Yuka aufblüht und zu einer richtig wichtigen Figur in der Serie wird. Dazu kommt eine zweite Diclonius, die ihren Schöpfer (ein Forscher) „Papa“ nennt und alles für ihn tun würde. Also auch eine junge Frau mit dem Gemüt eines kleinen Kindes. Diese bekommt den Auftrag Lucy zu finden und zurückzubringen. Was sie versucht. Endet nicht gut für sie. Und die Reaktion vom Forscher hat mich dann überrascht – aber das wäre ein zu großer Spoiler.

Was ich damit sagen will: Die Serie scheut sich nicht auch absolut erwachsene Themen anzusprechen und zu zeigen und löst damit absolut Emotionen aus. Die Macher wussten schon, welche Knöpfe sie drücken müssen, damit man mitgerissen wird.

Was für mich dann aber von Anfang an – und je länger, desto schlimmer wurde es – doch ein Problem für mich war und ist: Der Umgang mit Liebe, Verliebtsein und Sex. Nur als Warnung: Sex kommt per se nicht vor, von zwei Küssen abgesehen. Aber diese kindlich übertriebene Darstellung oder das Nyu auf einmal Kohtas Hand nimmt und sich auf ihre Brust legt, während er sie völlig überfordert machen lässt, nur um dann zu fragen: „Du willst, dass ich meine Hand bewege?“. Das klingt nach ziemlich schlimmen Fantasien der Macher und nicht nach einer erwachsenen Serie. Überhaupt ist Kohta ein strunzdummer Protagonist, den man zwar als netten, sympathischen, aber schwer traumatisierten Hauptcharakter etablieren will, aber ehrlich: Der ist einfach nur strunzdumm und traumatisiert.

Im Gegenzug gibt es dann wieder Szenen, die großartig sind, als zum Beispiel Kohta einer anderen Figur erklärt, man könne sie nicht weiter einfach so durchfüttern und diese Person denkt, sie müsse jetzt gehen und alles zurücklassen, was sie lieb gewonnen hat, nur um völlig überrascht zu sein als er weiterspricht und anführt, dass sie ab jetzt auch ihren Teil im Haushalt übernehmen müsse: Den Hund füttern oder Fenster putzen, egal was, aber zumindest irgendwas. Das war eine schöne Szene.

Alles in allem wäre die Serie aus meiner Sicht weit besser, wenn man diese peinlichen sexuellen Teile weggelassen hätte, weil sie wenig bis nichts zur Handlung beitragen und einfach wirklich meistens peinlich sind. Speziell Yuka hat da ein paar richtig dumme Szenen, in denen sie absolut eifersüchtig auf Nyu ist, weil sich Kohta Sorgen um sie macht.

Udn wieder erneut gibt es extrem coole Szenen, die völlig anders verlaufen sind als ich das gedacht hätte.

Ich bin mir also uneins mit mir: Einerseits sind verschiedene Story-Stränge und die Beziehungen der Figuren untereinander richtig cool und nehmen teils unerwartete Wendungen. So bleibt zum Beispiel keine der Hauptfiguren schwarz/weiß, sondern alle bekommen Hintergrundgeschichten, die teilweise die Bösen auf einmal zu Guten machen und umgekehrt. Andererseits gibt es richtige Momente zum Fremdschämen.

Schade – aber das ist einfach der kulturelle Unterschied zwischen Japan und Europa, meine ich. Da sind einfach Dinge drin, die bei uns schwer unpassend und peinlich sind, während sie in Japan keine Rolle spielen oder sogar erwartet werden. So ist zum Beispiel Yuka, die schwer in Kohta verliebt ist und ihn sogar küsst, eigentlich seine Cousine. Würde bei uns gar nicht gehen. In Japan ist das kein Thema.

Auch gibt es später im Plot ein paar „Überbösewichte“, die mehr oder minder aus dem Nichts in den Plot geschrieben werden und das Ende fand ich eher unterwältigend, als wirklich episch und mitreissend. In Summe hatte „Elfen Lied“ für mich jedoch genug tolle Szene und starke Charaktermomente, die ihn zu einer Empfehlung machen. Man muss halt mit ambivalenten Gefühlen gegenüber ein paar der Figuren leben können.

Vor allem jene Momente in denen Lucy einfach Lucy sein darf sind richtig cool geworden – von der veränderten Körpersprache, Frisur, Augen und vor allem der extrem trockenen und kühlen Stimme – das ist 1A.

„Elfen Lied“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, wer Splatter mag oder auf nackte Anime-Figuren steht darf noch einen Punkt draufschlagen, von 10 möglichen Punkten.

PS: Und wen die Geschichte frappierend an „Stranger Things“ erinnert: Ihr habt Recht. Wurde von den Macher auch so bestätigt, dass sie schwer von „Elfen Lied“ inspriert wurden. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie komplette Handlungsstränge (und teilweise Szenen) geklaut haben.

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Top Of 2025 – Jahresrückblick http://darkagent.blogsit.net/2026/01/01/top-of-2025-jahresrueckblick/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/01/top-of-2025-jahresrueckblick/#respond Thu, 01 Jan 2026 05:00:13 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38290 Zum Jahresabschluss haben wir das Film/Fernseh/Gamesjahr 2025 Revue passieren lassen und uns gefragt, was eigentlich unsere Lieblinge des vergangenen Jahres waren. Beide Autoren haben sich so ihre Gedanken gemacht und ihre persönlichen Best of – Listen (plus ein paar Negativ-Erlebnisse) … Weiterlesen

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Zum Jahresabschluss haben wir das Film/Fernseh/Gamesjahr 2025 Revue passieren lassen und uns gefragt, was eigentlich unsere Lieblinge des vergangenen Jahres waren. Beide Autoren haben sich so ihre Gedanken gemacht und ihre persönlichen Best of – Listen (plus ein paar Negativ-Erlebnisse) erstellt.

Spideragents Top (auf diesem Blog verewigte) Momente im Jahre 2025:

Bester Tripfilm: Novocaine. Ich mag diese Art von Filmen. Einsteigen, den Unterhaltungsfaktor auf 100 Prozent stellen und Vollgas geben. Wenn das dann auch noch neben dem Irrsinn so sympathisch und sogar romantisch passiert wie hier, dann hat die völlig involvierende, temporäre Flucht aus der Realität, bestens funktioniert.

Außerhalb der Norm: Companion. Schräg, aus den richtigen Gründen witzig und Sophie Thatcher hat eine der Hauptrollen, was will man mehr? Richtig, Jack Quaid, der hiermit bereits den zweiten Eintrag in dieser Liste hat und auch dank Filmen wie Heads of State und Neighborhood Watch, für mich 2025 der Schauspieler des Jahres ist (mit gleich vier Filmen, kommt da keiner an ihn ran).

Starke Ladies: Ballerina und M3gan 2.0. Die eine mischt Effizienz und Stil mit einer gewissen Verletzlichkeit und die andere ist dermaßen satirisch, lakonisch trocken, dass es eine Freude ist. Moderne Filme können keine starken Ladies schreiben, denen man zujubeln möchte? Nun es gibt eben auch löbliche Ausnahmen.

Von Fans für Fans: Heart Eyes. Slasher haben für mich etwas Beruhigendes an sich, klingt vielleicht paradox, ist aber so. Hier gibt es die nötige Härte gepaart mit dem etablierten „Metaebenen-Humor“.

Beste Fortsetzungen: Predator Badlands und Superman. Beim Alien vom Planeten Yautja Prime war hier die Herangehensweise erfrischend und die Machart einfach cool und beim Alien von Krypton habe ich einerseits meine James Gunn Momente spendiert bekommen und andererseits fantastische SciFi-Bilder und den typischen Humor, den ich sehr schätze.

Warnungen an Freunde des guten Geschmacks:

Am Schlimmsten hat es dieses Jahr Star Trek Fans erwischt mit Section 31. Ja, jetzt ist es auch bei mir soweit dass ich sagen muss: das ist nicht mehr Star Trek, das ist ein Kasperltheater. Sogar Hauptdarstellerin Michelle Yeoh hat später in einem Interview bestätigt, dass sie einen besseren Film hätten machen sollen. Wirklich, bist du dir da auch ganz sicher, Michelle?

Ebenfalls furchtbar ist das verbraten von Talenten in richtig ganzheitlich miesen Filmen, aber vielleicht brauchen manche Darsteller einfach einen neuen Agenten oder sie brauchten das Geld. Beispiele hierfür sind Alarum, der Sylvester Stallone alles andere als in Würde altern lässt oder A Breed Apart, der zwei Jungstars verschenkt und nicht mal lustig trashig ist oder Werewolves, der trotz Frank Grillo, einfach nur langweilig ist.

Den dritten und letzten Punkt meiner schlimmsten filmischen Erlebnisse, könnte man ruhig mit Section 31 in einen Topf schmeißen und dabei geht es um Filmemacher, die einfach kein Gefühl für ihr Werk haben. Y2K soll witzig nostalgisch sein, ist aber einfach nur hohl und dumm und Red Sonja soll Fantasy Spaß mit Ironie sein, ist aber nur lächerlich, unfreiwillig komisch und unsympathisch modern, von den Agendas her.

Fireagents Highlights
der verschriftlichten Film- und Videospiel-Momente 2025 (Reihenfolge ist zufällig):

Bei den Serien bin ich mir nicht sicher, welche mir am besten gefallen hat, aber jene über die in meinem Umfeld am meisten gesprochen wurde, war „Adolescence„. Starker Tobak, starke Inszenierung und in Summe eine echt heftige Serie, die tatsächlich (auch als Vater) etwas in mir berührt hat. Auf der anderen Seite hab ich mir „Blue Eye Samurai“ angesehen – ich weiß, kam schon 2023 raus – und was Rachegeschichten, Samurai und Animation betrifft – ich glaube nicht, dass es besser geht.

Erwähnen muss ich aber auch „Star Wars: Andor„, weil selten eine Serie in meinen Augen ihrem Hype – zumindest für mich – so gerecht geworden ist und ich wirklich lang gezögert habe, mir die erste Staffel überhaupt anzusehen. Egal, ob ihr Star Wars-Fans seid: Guckt euch beide Staffeln an.

Und ein Nebeneinwurf: Kein Meilenstein, aber doch unterhaltsam und super: „Haunted Hotel„. Hat Potential (nachdem mein Favorit „Inside Job“ ja scheinbar nie weitergehen wird).

Filme haben bei mir heuer wenig Eindruck hinterlassen, wie ich offen gesprochen sagen muss, ich musste sogar auf dem Blog nachschauen, was ich heuer gesehen habe und da waren ein paar „Oh, stimmt. Der war ja auch dabei.“-Momente. Filme, auf die ich mich mehr oder weniger gefreut hatte und die ich dann doch eher „meh“ fand: „Maxxxine“ und „Fear Street: Prom Queen„. Hätten beide Potential gehabt, welches dann leider links liegen geblieben ist. Schade.

Ein Sequel für das ich endlich Zeit hatte und das meine Erwartungen übertroffen hat, war klar „Smile 2“ – auch wenn sie meiner Ansicht nach das Ende vergeigt haben. Übrigens eine Sache, die mir 2025 öfter aufgefallen ist – das Filme es schaffen super Spannung bis zum Finale aufzubauen und dann doch leider den Homerun zu vergeigen.

Dafür hat für mich „28 Years Later“ (ja, trotz dem Ende) super funktioniert und ich bin vorsichtig optimistisch (nach dem ersten Trailer) was den Nachfolger „28 Years Later: The Bone Temple“ betrifft.

Auch wirklich positiv überrascht hat mich „Der wilde Roboter„, den ich nur allen ans Herz legen kann, denn der war wirklich toll. Und „Predator: Killer Of Killers“ nehme ich trotz des schwachen Endes allein für die Episode mit den Samurais dazu, denn das war quasi perfektes Kino ohne ein Wort zu sprechen (ja, ich weiß, sie sprechen, aber halt eher sehr wenig).

Was die Videospielwelt betrifft, so war das Jahr in meinen Augen stärker und besser als mein Filme-Jahr, denn da kamen ein paar wirklich starke Titel. Der erste Name, der mir einfällt ist natürlich „Clair Obscur: Expedition 33“ und ja, ich pfeife auf die Nutzung von KI. Wäre ich Programmierer und ich hätte die Option, dass ich Gras von einer KI machen lasse oder ob ich selbst 200 Halme händisch setzen müsste – ich denke, ihr wisst, wie meine Entscheidung ausfallen würde. Dazu kommt noch „Silent Hill f„, dass ich allein schon für die Inszenierung der Story loben muss, auch wenn ich – nun, lest die Kritik. Ich finde nicht alles gut daran, aber in Summe war das schon ein tolles Erlebnis. Das ist übrigens einer von zwei Filmen auf die ich mich freue: „Return To Silent Hill“. Und ja, der andere ist „Super Mario Galaxy“.

Und was ich auch auf jeden Fall erwähnen muss: „Stellar Blade„. Wow, sag ich nur. Wow. Bitte mehr von solchen Spielen. Das war super inszeniert, die Story war gut (wenn auch vorhersehbar) und alles, was mir die Option gibt, 2B aus Nier: Automata in guter Grafik mit coolem Kampfsystem und der Musik von Nier:Automata neu zu erleben – auch wenn es nur ein DLC und quasi „In-Game-Cosplay“ ist – hat automatisch einen Bonus.

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Blue Eye Samurai (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/27/blue-eye-samurai-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/27/blue-eye-samurai-serienkritik/#respond Sat, 27 Dec 2025 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38299 Dieser Samurai ist eine Legende. Und diese Legende bezieht sich auf die Blutspur, welche die Rache von Mizu (Maya Erskine) durch das Land zieht. Tatsächlich ist dieser Samurai ein Mischling, was bedeutet: Die Mutter ist Japanerin, aber der Vater ist … Weiterlesen

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Dieser Samurai ist eine Legende. Und diese Legende bezieht sich auf die Blutspur, welche die Rache von Mizu (Maya Erskine) durch das Land zieht. Tatsächlich ist dieser Samurai ein Mischling, was bedeutet: Die Mutter ist Japanerin, aber der Vater ist ein Engländer, weshalb auch die Augen blau sind. Das bedeutet, dass immer eine Sonnenbrille im Gesicht klebt, um das zu kaschieren.

Und eigentlich geht es nur um Rache an diesem Vater. Nur – wer ist es? Einer der vier Engländer, die zu dieser Zeit in Japan waren muss es sein. Und nachdem nicht klar ist, wer genau, nun, da muss das Schwert eben sprechen.

Und es stellen sich viele Hürden in den Weg dieser Rache. Und jede einzelne will genommen werden. Und ja, das bedeutet Opfer. Und es bedeutet auch, Dinge zu tun, die vielleicht moralisch nicht ganz auf der netten Seite liegen …

Die Story ist nicht neu und wurde schon ganz oft erzählt. Aber ganz ehrlich – so cool, stylisch und ja, auch emotional mitreissend wie hier hab ich das schon lange nicht mehr erlebt. In der ersten Folge war ich noch eher milde interessiert, weil mir doch alles ein klein wenig zu berechenbar vorkam und ich mir bei vielen Szenen dachte, dass ich die bereits aus anderen Filmen kenne, aber je länger ich drangeblieben bin, desto gefesselter war ich.

Das liegt einerseits an den Hürden und Problemen, denen Mizu sich stellen muss, aber vor allem an den Figuren, die auftauchen. Und natürlich an der absolut klaren Message, dass der Film sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Damit meine ich jetzt nicht einmal die vielen, wirklich brutalen Kämpfe – und glaubt mir, da wird sich nichts geschenkt. Körperteile abhaken und Blutfontänen – die gibt es hier im Dutzend billiger und ja, es sieht richtig gut aus.

Die Animationen und die generelle Optik sind absolut großartig und alles sieht in Bewegung noch besser aus als auf den Standbilder – also Hut ab vor der technischen Seite der Produktion – gleiches gilt auch für die Synchrosprecher:innen. Allesamt top.

Aber was ich mit „an ein erwachsenes Publikum richten“ meine, sind zwei Dinge: Einerseits kommt Sex vor und zwar mehrmals und das auf Arten, die etwas über die Figuren aussagen und nicht als bloßer Selbstzweck. Fand ich toll. Eine Szene vor allem: Die spielt in einem Bordell und eine neue Mitarbeiterin soll zeigen, was sie drauf hat – sie will von dem Typen aber nicht angefasst werden. Relativ rasch versteht sie, dass der Typ sehr belesen ist und Reime, Haikus und Gedichte ziemlich erotisch findet – also trägt sie ihm ein erotisches Gedicht vor und der Typ hat einen dermaßen starken Orgasmus, dass er in Ohnmacht fällt. Das war eine absolute Hammerszene, die ich so auch noch nie wo gesehen habe. Da war ich echt ein bisschen sprachlos. Geniale Idee!

Aber viel eher meine ich die Erzählstruktur und die Geschichten der Figuren – allen voran Mizu – und wie diverse Rückblenden in die Gegenwartsgeschichte (die Gegenewart der Haupthandlung meine ich) eingebettet werden. Nach Folge 5 war ich völlig fasziniert. Die Folge ist im Grunde ein einziger langer Kampf in welcher sich allerdings die Loyalitäten von ein paar Figuren ändern und während dem Kampf gibt es immer wieder Rückblenden auf das Leben von Mizu und das war ganz großes, richtig großes Kino. Was da alles passiert ist und wie sich das auf die Hauptfigur ausgewirkt hat – wow, sag ich nur. Da hat die Figur doch tatsächlich richtig Tiefe bekommen.

Leider lässt diese Art der Erzählens dann ein wenig nach und je näher man sich dem Finale nähert, desto Videospiel-ähnlicher werden auch die Handlungsstränge. Zum Beispiel kämpft sich Mizu durch einen Festung von unten nach oben und man kann nicht umhin anzumerken, dass wir hier im Grunde ein Let’s Play sehen wie sich Mizu von Level zu Level zum Bossgegner hochkämpft. Gut gemacht, sieht gut aus, aber trotzdem irgendwie im Vergleich zu den emotionalen Teilen vor Vorfolge(n) eher ein Abstieg.

Außerdem gibt es im Kern drei Handlungsstränge, den neben Mizu gibt es noch zwei weitere Figuren, deren Leben und Werdegang stark von Mizu beeinflusst werden und die zwar auch als Klischee beginnen, aber nach und nach mehr beleuchtet werden und dann auf sich gestellt doch interessant sind. Und in Kombination mit Mizus Geschichte auch wirklich spannend bleiben.

Und dann kommt das Ende. Und selten war ich so enttäuscht von dem, wie eine Serie endet, denn tatsächlich hört sie quasi einfach auf. Ich weiß, dass eine zweite Staffel genehmigt wurde, aber was hier impliziert wird als Cliffhänger für die nächste Staffel – nun, was soll ich sagen. Reizt mich eher wenig. Ich werd’s mir schon ansehen, weil ich ja vielleicht positiv überrascht werde, aber so richtig Lust darauf hab ich nicht bekommen. Gerade weil auch ein paar Storystränge, die sich im Laufe der ersten Staffel entwickeln so gar nicht abgeschlossen werden und ich einfach nicht sehe, wie das mit diesem Cliffhanger gelöst werden kann ohne von der Story her stark abzufallen. Aber schauen wir mal. Kann ja sein, dass die das hinbekommen.

„Blue Eye Samurai“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, leider im Finale bzw. mit dem Ende schwächelnde, aber bis dahin großartig seiende, Punkte.

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Alien: Earth – Staffel 1 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/20/alien-earth-staffel-1-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/20/alien-earth-staffel-1-serienkritik/#respond Sat, 20 Dec 2025 05:00:40 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38248 Im Jahr 2120 kontrollieren fünf große Unternehmen die Erde und das kolonisierte Solarsystem. Nach einer 65 Jahre andauernden Mission der Weyland-Yutani Corporation, wobei es dabei ging diverse Alien-Spezies einzufangen und zu studieren, ist das Raumschiff bereit für die Heimreise auf … Weiterlesen

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Im Jahr 2120 kontrollieren fünf große Unternehmen die Erde und das kolonisierte Solarsystem. Nach einer 65 Jahre andauernden Mission der Weyland-Yutani Corporation, wobei es dabei ging diverse Alien-Spezies einzufangen und zu studieren, ist das Raumschiff bereit für die Heimreise auf die Erde, doch es kommt durch Komplikationen, zu einem Absturz des Schiffes.

Es landet mitten im Gebiet der Prodigy Corporation, die sofort eine Rettungsmission startet, die schon schnell zu einer „die Kreaturen für sich beanspruchen“ Mission wird. Mittendrin ist dabei Wendy (Sydney Chandler), die vor kurzem noch ein sterbendes kleines Mädchen war und deren Bewusstsein sich nun in einem synthetischen Prototyp von Prodigy befindet…

Noah Hawley ist manchen Leuten ein Begriff, weil er für Serien wie Legion oder Fargo verantwortlich war und dabei auch bei einigen Folgen Regie geführt hat. Aktuell widmet er sich der Erweiterung eines Franchise, dass letztes Jahr mit Romulus wieder auf der Bildfläche erschienen ist und es auch weitere Filme geben wird. Zwischen August und September 2025 wurden nun auf Hulu (bei uns Disney+) die acht Folgen der Alien: Earth Serie veröffentlicht.

Sie spielt zwei Jahre vor den Ereignissen des ersten Alien-Films, jedoch in einer alternativen Zeitlinie, außerhalb des Kanons der Filme. Eines ist dabei unmissverständlich klar und das Thema wird auch immer wieder aufgegriffen: dies ist eine Peter Pan Story, eingebettet ins Alien-Universum. Die Größe ist weitläufig, durchaus auch stellenweise berauschend und behandelt Themen wie was macht Persönlichkeit und Identität aus und die Anmaßungen der Superreichen.

Was ziemlich schnell auffällt, ist dass die Facehugger und Xenomorphs hier nicht die Hauptrolle spielen. Es ist die Story der jungen Prototyp Hybriden – also die mit dem Bewusstsein der Kinder in künstlichen Körpern – der Hauptfokus und nebenbei werden noch ein paar andere Kreaturen eingeführt, die was den Body-Horror betrifft, in ihren Arten zu töten den Ekelfaktor der Aliens sogar noch übertreffen.

Man könnte durchaus sagen, dies ist eine Mischung aus Gesprächen/Beobachtungen über Existenz und Macht an sich und der Freude daran Menschen zuzusehen, wie sie auf unterschiedliche und stets blutige Art und Weise zerlegt werden. Die Effekte sind dabei richtig großartig, ebenso die Kameraeinstellungen und die Art, wie der Score bei jeder Folge mitsammen mit den Einblendungen der Titel und der kurzen Zusammenfassung der letzten Ereignisse ein unangenehmes Gefühl erzeugen und dich die Rocksongs am Ende jeder Folge, gehypt zurück lassen.

Mit Effekte meine ich dabei sowohl das CGI, als auch die handgemachten Gore-Momente. Die Schauspieler sind dabei ebenso perfekt in ihren Rollen. Egal ob Sydney Chandler (Don´t Worry Darling), die mit weit geöffneten Augen die Welt entdeckt und im weiteren Verlauf immer unheimlicher wird, oder Samuel Blenkin (Mickey 17) als Boy, der Prototyp überhaupt auf die überheblichste Form von Narzissmus und Amoralität bezogen über Timothy Olyphant (Havoc) als Synth mit speziell trockenen Humor, das ist großes Kino.

Was mich zu den Negativpunkten bringt, denn so gut auch die Darsteller sind, so ambivalent sind die Gefühle, die man ihren Figuren gegenüber hat. Es geht mir nicht darum, dass ich schwarz und weiß brauche und eine klare Identifikationsfigur, aber auch auf Grund der Masse an Figuren wird man als Zuseher hier eher zum Voyeur, als dass man zum Mitfiebern motiviert werden würde. Coole Aktionen liefern viele der Charaktere, aber um keinen hat man Angst bzw. gibt es genug andere Sachen, auf die man sich hier konzentrieren kann.

Nach den ersten vier Folgen, gibt es bei Folge fünf so etwas wie einen Mini-Alienfilm zu bewundern (also die Ereignisse, die zum Absturz in Folge eins geführt haben) und der ist von der Intensität wohl nicht ohne Grund die am Besten bewertete Folge auf der IMDB, aber hier ist mir etwas bei ein paar Aktionen so richtig aufgefallen, nämlich wie dumm einige die Protagonisten teilweise agieren. Atemschutz bei einer operativen Entfernung eines Aliens? Brauchen wir nicht, wird schon keinen Abwehrmechanismus haben.

Einen Container mit Kreaturen richtig mit Deckel verschließen? Aber nein, da dauert ja dann das hin und her viel zu lange. In eine Zelle eintreten, ohne dabei auf das darin befindliche Alien zu achten? Nicht nötig, will ich Jemanden helfen, verschwindet der Rest der Welt einfach aus der Wahrnehmung. Das ging dann so weit, dass ich wirklich in einer Folge eine Pause einlegen musste, um all die vom Drehbuch auferlegten Unachtsamkeiten aka Blödheiten abschütteln zu können.

Das sind Wissenschaftler und Ärzte und auch wenn die Hybriden Kinder sind, sollen sie doch angeblich super intelligent sein. Wäre dies ein Final Destination Film, der Tod bräuchte überhaupt nix zu planen und vorzubereiten, die beseitigen sich schon von selbst. Neben der für Disney typischen finalen Übermacht der weiblichen Hauptfigur, hat mich das mehrmals völlig aus der Immersion heraus geworfen. Was eben gerade deswegen schade ist, weil einige Teile hier so gut wären.

Ein starker Beginn, der in der fünften Folge seinen Höhepunkt findet und dann geht es bergab. Wenn eine Story sich so verläuft in mehreren Handlungssträngen und am Ende zwar eine Neuaufstellung liefert, aber für keinen der wichtigen Figuren Antworten liefert, dann werden die zunächst selbst erzeugten Erwartungen, einfach nicht erfüllt. Was Hawley für die bereits genehmigte zweite Staffel vor hat, ist dennoch spannend und ich werde sie mir sicherlich ansehen, aber ich würde es nicht Vorfreude nennen, eher Neugier.

„Alien: Earth“ Staffel 1 bekommt von mir 7,5/10 sich selbst etwas im Weg stehende und dabei zu viel wollen und zu wenig aussagende Empfehlungspunkte.

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The Witcher – Staffel 4 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/13/the-witcher-staffel-4-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/13/the-witcher-staffel-4-serienkritik/#respond Sat, 13 Dec 2025 05:00:45 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38305 Ciri (Freya Allen) hat sich „den Ratten“ angeschlossen und will ihr altes Leben hinter sich lassen. Leider ist immer noch die gesamte Welt hinter ihr her. Es kommt sogar so weit, dass ein Kopfgeldjäger namens Leo Bonhart auf sie angesetzt … Weiterlesen

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Ciri (Freya Allen) hat sich „den Ratten“ angeschlossen und will ihr altes Leben hinter sich lassen. Leider ist immer noch die gesamte Welt hinter ihr her. Es kommt sogar so weit, dass ein Kopfgeldjäger namens Leo Bonhart auf sie angesetzt wird. Und der Mann ist vielleicht irre – aber er ist auch irre gut.

Geralt (Liam Hemsworth) ist inzwischen dabei, seine Wunden heilen zu lassen, eine Bande an Helfer:innen um sich zu scharen, und Ciri als auch Yennefer (Anya Chalotra) zu suchen.

Yennefer ist hingegen dabei die übriggebliebenen Zaubererinnen zusammenzusuchen, um sie in eine Schlacht gegen den Verräter Vilgefortz (Mahesh Jadu) zu führen.

Und ihre Wege werden sich bis zum Ende nicht kreuzen … naja, außer einmal. Kurz. Zwecks Sex. Nämlich.

Man merkt es am Sarkasmus. „The Witcher“ hat jetzt auch mich verloren. Ich habe die ersten drei Staffel ja durchaus unterhaltsam gefunden (auch wenn Staffel 2 sich sehr, sehr weit vom Ursprungsmaterial entfernt hat, eine Sache auf die ich in der Kritik gar nicht eingegangen bin, wie ich bemerkt habe). Ich bin immer noch der Meinung, dass sich eine Interpretation oder Adaption durchaus Freiheiten nehmen darf, was Handlung, Figuren und so weiter betrifft. Und alles, was bis jetzt gelaufen ist, war eigentlich okay für mich. Manche Entscheidung habe ich nicht verstanden, aber das ist okay, ich muss nicht alles verstehen. Und speziell in Staffel 3 war es für mich so, dass die Eckpfeiler der Story jene der Bücher waren – alles so weit für mich im grünen Bereich.

Aber Staffel 4 … ach, ich weiß nicht, … nein, halt, doch. Ich weiß genau, was mich hier stört und warum die vierte Staffel trotz der grundsätzlich ja dieses Mal sehr einfachen und klaren Handlung und gewisser Eckpunkte, die auch den Büchern folgen, mir einfach nicht gefallen hat.

Weil die Macher:innen jetzt einfach drauf gepfiffen haben. Hier wird einfach was abgearbeitet und es kann mir keiner mehr erzählen, dass hier irgendwie Herzblut drin steckt. Nein. Gibt es nicht. Denn dann wäre das alles hier weit besser und weit weniger peinlich erzählt worden. Ich habe mich so oft geärgert, weil es Szenen gegeben hat, die ja, die kommen im Buch vor, aber Himmel ist das peinlich umgesetzt. Das ist keine Inkompetenz, das ist einfach Desinteresse.

Ein paar Beispiele: Ciri wird immer brutaler und passt sich immer mehr den „Ratten“ an … aus Gründen (dazu später mehr). Hier? Hier wird sie zum nervigen, dummen Bossbitch. Ciri nervt. Nämlich richtig. Und zwar die gesamte Zeit über. Sie wird hier nicht gefährlich oder brutal (ja, schon auch) oder verliert sich selbst, sondern in erster Linie wird sie präpotent und ein Kotzbrocken. Sorry, aber … da hat wohl jemand was missverstanden in der Story. Oder sich bewusst für diese Version entschieden. Und wenn ja, dann frage ich mich: Warum? Warum sollte man Ciri auf Biegen und Brechen unsympathisch machen wollen? Ich verstehe es nicht.

Oder Yennefer. War die in der dritten Staffel meiner Ansicht nach schon der Schwachpunkt, so ist sie hier erneut der Schwachpunkt. Charisma? Nein. Absolut nicht. Und dann gibt es noch eine Szene in welcher ihr jemand erklärt, was für eine tolle Anführerin sie sei. Nein. Einfach nein. Die Figur ist mittlerweile einfach nur noch peinlich. Was eine unglaubliche Powerfrau hätte sein können (und sollen!) ist mittlerweile ebenfalls eine nervige Bossbitch, die nichts auf die Reihe kriegt und gelobt wird für die Dinge, die sie angeblich so gut kann, die wir aber nicht sehen. Mhm. Tolle Anführerin. Okay. Sehen wir da auch mal irgendwann? Nein? Okay. Ich frag ja nur. Was viel mehr gepasst hätte? Wenn alle Yennefer misstrauen, weil sie ja offensichtlich ihre eigenen Ziele hat und – sind wir mal ehrlich – sie die ganze Zeit Mist baut. Spoiler: Das ist was im Buch passiert. Niemand will ihr beistehen. Auch wird die Lodge der Zauberer:innen nicht von Yen gegründet. Und es ist auch nicht Yen, die sie alle zusammenbringt. Tatsächlich bricht Yen den Kontakt zu ihnen ab, weil sie zwar alle auch Ciri wollen, aber aus völlig anderen (und ziemlich selbstsüchtigen) Gründen. Weil sie keinen Deut besser sind als die anderen (Männer). Alle Fraktionen im Witcher-Universum haben eine eigene, selbstsüchtige Agenda! Da gibt es kein Männer = böse und Frauen = edel. Aber egal. Mir macht es nichts, dass das geändert wurde – aber dann hätte das doch zumindest gut schreiben, inszenieren und umsetzen können, oder nicht? Was ist das hier?

Da kommt dann auch noch Triss tief betroffen, weil Yen sie alle verlassen will – und zwar nach der erbärmlichsten „We Women“-Rede, die ich je gehört habe, vorgebracht auf eine solch peinliche Art und Weise, dass ich mich frage, wie hoch der Gehaltsscheck für die anderen Leute in der Szene war, dass die nicht lachend oder kopfschüttelnd oder beides einfach vom Fleck weg das Set verlassen haben. Würg.

Und dann Geralt. Geralt ist tatsächlich auch in neuer Besetzung die beste Figur in der Serie. Nur ist es halt nicht Geralt. Das. Ist. Nicht. Geralt. Und das liegt nicht an der Optik oder Schauspielkunst von Hemsworth. Der passt schon. Aber es hätte ihm vielleicht mal jemand sagen sollen, dass Geralt kein Indiana jones ist, der die ganze Zeit über amüsiert schmunzelt oder grinst. Grinst! Geralt von Rivia, der in der vorigen Staffel (produziert und geschrieben und inszeniert von den gleichen Macher:innen!) eine Szene bekommen hat, in der Ritterspron und Ciri ihn auf die Schaufel nehmen, weil er nicht grinsen kann. Und hier grinst er in allen Szenen. Und ja, es ist in 99% der Fälle unpassend. Seine Szenen selbst sind auch nicht der Hammer und von der Betonung und der Stimme will ich gar nicht anfangen. Ihr seht – viel auszusetzen. Und trotzdem noch immer der beste Teil der Show.

Ich könnte jetzt noch über die Gefährten reden, aber auch hier – Potential Ende nie und alles verschenkt. Da gibt es ausgedehnte Reden über Motivationen und extrem lange Abschiede für Figuren, die mir völlig egal sind (in der TV Serie egal sind!) und elendig lange Erklärungen über Emotionen und Geschehnisse, die ich gern gesehen und gefühlt hätte. Nein, die müssen mir lang und breit erklärt werden, weil wir sagen dir jetzt, was du fühlen sollst! Nämlich. Warum dich als Zuseher(in) dazu bringen, Emotionen zu fühlen, wenn wir sie dir doch einfach sagen können? Was soll dieser Mist? Check the box. Mehr ist das nicht mehr.

Ein Wort noch zu den „Ratten“: Wenn das keine Highschool-Kids sind, die von ihren reichen Eltern zu viel Geld bekommen und glauben, jetzt rebellieren zu müssen, dann weiß ich auch nicht. Das sollte doch eine Truppe sein, die auf der Straße lebt, gefürchtet ist, die Morden und Stehlen und die einfach „abgefuckt“ sind. Nein. Hier nicht. Die gesamte Truppe könntet ihr als Bullies in einen beliebten Highschool-Film setzen und die brauchen sich nicht einmal umziehen. Wisst ihr, wie die „Ratten“ im Buch sind? Mörder und Räuber. Selbstgerecht, egoistisch und – Verzeihung – Dreckschweine. Und die Beziehung von Mistle und Ciri? Mistle vergewaltigt sie mehr oder weniger und dann kommt es zum „Stockholm“-Syndrom (ja, die Bücher sind heftiger Tobak – gibt ja einen Grund, warum „The Witcher“ mal als das „neue Game Of Thrones“ gehandelt wurde). Das hier? Was soll das sein? Aber okay. Okay. Es hätte ja funktionieren können. Wenn man eine jugendfreie, locker-leichte Version haben will, bitteschön, hab ich kein Problem damit. Änderungen sind okay – aber sooooo langweilig gemacht? Warum diese Schablonen und Witzfiguren? Es ist zum Kotzen.

Und als letztes: Das Set-Design. Nur als Beispiel: Wenn ihr mir einen belebten Markt zeigen wollt, dann sollten da mehr als zwei Personen stehen. Und alles ist sauber. Da ist kein Staub, da liegt nichts herum. Alles ist sortiert. Das ist steril wie ein Krankenhaus. Wenn ihr schon alles auf Soundstages dreht, dann bemüht euch wenigstens es so aussehen zu lassen, als ob dort wirklich Leute leben würden.

Das Beste an Staffel 4? Leo Bonhart. Und der ist ein absolut abartige, sadistischer, ekliger, grauslicher Mann. Ein Monster in der Gestalt eines Mannes. Und das ist die Figur, die hier am Besten wirkt. Weil der wie ein Charakter mit Geschichte wirkt. Das ist kein Abziehbild. Seine Auftritt sind vielleicht kurz – aber die hinterlassen Eindruck. Jedes Mal, wenn er auftaucht, dann ändert das etwas am Verlauf der Story. Alle anderen Entwicklungen sind im Grunde (ja, sogar die Schlacht mit Vilgefortz) egal. Oh – SPOILER – sie töten Vesemir. Warum? Einfach so. Hat genau NULL Auswirkungen. Schon gar nicht auf Geralt (den Vesemir seinen Sohn nennt). Warum, Leute, warum? In Interviews habe ich gelesen, dass Lauren His-Dings (die Showrunnerin) meinte, dass alle Tode in der Serie Gewicht haben, weil man die Entwicklung der anderen Figuren dadurch vorantreiben kann. Mhm. Es starben diese Staffel einige Leute (bei den meisten wusste ich nicht mehr wer sie sind, so „wichtig“ sind sie gewesen) – und das hat NULL Auswirkungen auf irgendwen.

Zusammengefasst: Ganz ehrlich. Die bemühen sich nicht einmal mehr. Schade. Wirklich schade. Ansätze wären da, aber wer nicht will …

„The Witcher – Season 4“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, zumindest ist Triss kurz dabei und einzelne Momente gehen als okay durch, Punkte.

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American Horror Story: Asylum (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/16/american-horror-story-asylum-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/16/american-horror-story-asylum-serienkritik/#respond Thu, 16 Oct 2025 05:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=31674 Im Jahre 1964 wird Kit Walker (Evan Peters) in die Irrenanstalt Briarcliff eingeliefert, die von der beinharten Schwester Jude (Jessica Lange) geleitet wird. Kit soll ein berüchtigter Killer sein, der seinen Opfern die Haut abzieht, doch Kit beteuert seine Unschuld. … Weiterlesen

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Im Jahre 1964 wird Kit Walker (Evan Peters) in die Irrenanstalt Briarcliff eingeliefert, die von der beinharten Schwester Jude (Jessica Lange) geleitet wird. Kit soll ein berüchtigter Killer sein, der seinen Opfern die Haut abzieht, doch Kit beteuert seine Unschuld. Was ihm keiner glaubt, da er an einer Alien-Entführungs-Geschichte als Alibi festhält.

Doktor Thredson (Zachary Quinto) kommen bei seiner Behandlung jedoch langsam Zweifel, ob er wirklich der gesuchte Mörder ist. Gleichzeitig erreicht die Reporterin Lana Winters (Sarah Paulson) Briarcliff und trifft sogleich auf Widerstand durch Schwester Jude. Das geht so weit, dass Lana schließlich selbst zur Patientin wird, da sie von ihrer Homosexualität geheilt werden soll…

Dies ist Staffel 2 der AHS-Serie und sie stammt aus dem Jahr 2012. Wie schon ist der ersten Staffel spielt auch hier ein Großteil der Handlung in nur einem Gebäude, dass man getrost als eigenständigen Charakter bezeichnen kann. Während es sich bei „Murder House“ um ein Familiendrama gehandelt hat, ist „Asylum“ sozusagen ein Arbeitsplatzdrama. Das Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen, wurde dabei beibehalten, nur umgedreht.

Die Handlung beginnt im Heute und spielt dann fast ausschließlich bis auf kleine Unterbrechungen in der Vergangenheit und im Finale, werden die Auswirkungen präsentiert. Die dreizehn Folgen bis dahin sind prall gefüllt mit Wahnsinn und Horror. Alien Entführungen, Mutanten Nazi-Experimente, dämonisch Besessene, Haut sammelnde Killer und barbarische Methoden anwendende Irrenanstalts-Mitarbeiter.

Dass das alles innerhalb dieser Welt „normal“ und vor allem stimmig wirkt, ist doch eine eigene Kunst. AHS ist ja klar eine Serie, auf die man sich einlassen muss, damit sie richtig funktioniert. Wenn übermenschlichem Schrecken eigentlich immer menschliche Abgründe voraus gehen und viele der unangenehmsten Aktionen ihren Ursprung im echten Leben haben, dann ist der Grusel dennoch viel realer, als man es sich wünschen würde.

Vor allem wie man mit sogenannten geistigen Krankheiten oder Homosexualität umgegangen ist bzw. „Heilung“ herbeiführen wollte, da muss man schon ein paar mal schlucken. Besonders auch weil das Ambiente der 60er Jahre so authentisch eingefangen wurde und man sich völlig in die Zeit versetzt fühlt. Die Darsteller geben wieder alles, sowohl bekannte Gesichter als auch neue, was wiederum einige Fernsehpreise nach sich zog.

Von den Neuen ist mir vor allem James Cromwell (I, Robot) als Doktor Arden im Gedächtnis geblieben, der einfach eine einschüchternd abstossende Präsenz hat und innerhalb seiner alles der Wissenschaft untergeordneten Unmenschlichkeiten, kaum zu überbieten ist und wie er liebt und dies auslebt, davon fange ich erst gar nicht an. Zachary Quinto (Hotel Artemis) ist nun beim Hauptcast dabei und sein Doktor Thredson ist eine Schlüsselfigur für fast jeden der übrigen Mitspieler (mehr verrate ich lieber nicht).

Während die beiden Männer zwar vielschichtig sind, aber dennoch eben die bleiben, die sie sind, entwickeln sich die Damen ziemlich weiter. Sarah Paulson (Ocean´s Eight) als Reporterin und Jessica Lange (Tootsie) als Oberschwester erleben dabei mehr, als man es irgendeinem Menschen wünschen würde und was man für sie empfindet als Zuschauer, ändert sich auch mehrere Male. Als Gaststars sind diesmal unter anderem Franka Potente (Die Bourne Identität), Ian McShane (John Wick 3) oder Adam Levine (Popstar) mit dabei.

Viel der Spannung kommt daher, dass man sich eine (oder mehrere) der Protagonisten als Identifikationsfigur heraus sucht (wie immer eben bei einer Serie/einem Film) und bei Asylum eben nie genau weiß, ob man sich die Richtige ausgesucht hat. Da kann man sich schnell auch einmal betrogen fühlen als Zuschauer oder das Vertrauen verlieren, wenn wieder neue, bisher versteckte Geheimnisse ans Licht kommen. Natürlich passiert das ebenso in die andere Richtung.

Insgesamt ist Staffel 2 von AHS für mich deshalb in keiner Weise schwächer als die erste, sie funktioniert nur etwas anders. Lauter, mit (noch) mehr miteinander verwobenen Personen versehen und mit sich weiter auswirkenden Schrecken. Man wird vom Sog hier nicht so schnell geschluckt wie bei „Murder House“, dafür ist man nach ein paar Folgen richtig drinnen, ohne es wirklich bemerkt zu haben. Auch das Ende ist sehr gelungen, ambivalente Gefühle mit einbezogen.

„AHS Asylum“ bekommt von mir 8,5/10 einen Ausweg aus einem Leben voller Schrecken suchende Empfehlungspunkte.

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Haunted Hotel (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/14/haunted-hotel-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/14/haunted-hotel-serienkritik/#respond Tue, 14 Oct 2025 05:00:17 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38109 Katherine (Eliza Coupe) hat ein Hotel geerbt, da ihr Bruder verstorben ist. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Ben (Skylar Gisondo) und Esther (Natalie Palamides) zieht sie ein, stellt aber rasch fest, dass sich hier einiges tut, was so nicht klar … Weiterlesen

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Katherine (Eliza Coupe) hat ein Hotel geerbt, da ihr Bruder verstorben ist. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Ben (Skylar Gisondo) und Esther (Natalie Palamides) zieht sie ein, stellt aber rasch fest, dass sich hier einiges tut, was so nicht klar war. Denn das Hotel ist verwunschen. Alle, die in dem Hotel oder in einem gewissen Umkreis davon sterben, bleiben als Geister hier.

Dieses Schicksal hat auch Katherines Bruder Nathan (Will Forte) ereilt, er immer noch als Geist hier ist, sein Dasein eigentlich ganz okay findet und mit Tipps und Tricks bei der Hotelführung mitredet. Wenn auch selten wirklich hilfreich.

Trotz diverser Rückschläge versucht Katherine das Hotel zu führen und auch davon leben zu können. Die Anwesenheit der Geister macht das allerdings schwierig. Dazu kommt noch die Präsenz eines Höllendämons namens Abbadon (Jimmi Simpson), der im Körper eines ewig jungen Kindes gefangen ist und sich der Familie sozusagen angeschlossen hat, wenn auch aus völlig eigenen Motiven heraus.

Alltag? Pft. Wer braucht schon Ruhe und Ordnung?

Netflix kann durchaus gute Serien produzieren, was ich vor allem im Animationsbereich manifestiert (haha, Wortspiel!). Um es gleich vorweg zu sagen: „Haunted Hotel“ erfindet weder das Rad neu, noch sind die Figuren besonders kreativ geworden – trotzdem macht die Sache jedoch Spaß. Das liegt an den flotten Dialogen und den schrägen Möglichkeiten, welche die Geister und die Interaktion mit ebendiesen bieten. Zumindest in den ersten Folgen ist es noch die Überraschung, wie die Familie mit der Situation umgeht, die für gute Laune sorgt – so spielt Töchterlein Esther in der ersten Folge mit einem typischen Slasher-Killer „Mörder“ und „Opfer“. Das war schon witzig anzusehen. Auch die anderen Geister, insofern sie eine Persönlichkeit bekommen haben, sind unterhaltsam und schräg.

Je länger die Serie dauert, desto mehr rücken diese Dinge jedoch in den Hintergrund, einfach weil der Faktor des Neuen wegfällt und man schon ein wenig daran gewöhnt ist, dass jetzt dann wieder etwas Schräges passiert. Da gibt es einen gewissen Gewöhnungseffekt. Die Macher:innen – allen voran der Showrunner Matt Roller, der auch bei Community und Rick und Morty mitgewerkt hat, bemühen sich, diese Tatsache zu entkräften indem sie sich auf die Schicksale der menschlichen Protagonist:innen konzentrieren und eben deren Eigenschaften.

Da gibt es zum Beispiel Ben, der ältere Sohn, der eine Affäre mit einem Geist aus den 1920er Jahren anfängt. Oder Esther, die ihre Freizeit mit Abbadon verbringt und sich selbst schwarze Magie beibringt, was sie oft zur Lösung aber auch zur Ursache diverser Probleme werden lässt. Katherine muss mit dem Hotel, dem finanziellen Kollaps (der allerdings nie irgendwie richtig Thema wird) und ihrem Single-Dasein umgehen. Das führt zum Beispiel in einer Folge dazu, dass sich die Honeymoon-Suite in Katherine verknallt und diese das anfangs durchaus genießt. Und ja, ihr lest richtig: Ein Zimmer verknallt sich in Katherine.

Heimlicher (oder auch nicht ganz so heimlicher) Star der Show ist allerdings Abbadon, der – all seiner magischen Höllenkräfte beraubt – ein Dasein als junger Knirps fristet, allerdings mit dem Wissen von Äonen aus der Hölle und keiner Ahnung, wie die aktuelle Welt funktioniert. Das wird oft wirklich cool genutzt – als Beispiel eine Folge, die er damit verbringt hinter einer Tür zwischen zwei Wänden gefangen zu sein, weil er Türstopper ihn einsperrt. Geniale Szenen und Dialoge. Sein einziger Freund – und ehemals Erzfeind -: Eine Spinne. Großartig.

Vom Zeichenstil und den Animationen her ist alles erste Sahne. Und ja, die Macher:innen sind sich auch nicht zu schade immer wieder Referenzen oder visuelle Witze und Hommagen an Horrorklassiker einzubauen. So steht zum Beispiel Quint (aus „Der weiße Hai“ ) im Wasser im See und angelt. Allerdings nur die obere Hälfte, weil die untere ja der weiße Hai gefressen hat. Und solche Anspielungen gibt es Zuhauf. Ich habe sicher nicht alle mitbekommen. Die, die ich verstanden habe waren allerdings sehr liebevoll eingebaut.

Die letzten Episoden sind dann – wie ich finde – besser als die kurzen, netten, aber unspektakulären Folgen in der Mitte – und gerade die letzte Folge ist ein Hammer. Da haben die Macher:innen wohl erst entdeckt, was für Potential diverser Charaktere eigentlich haben. Auch eine Folge in welcher Esther einen Zombie als Vater-Eratz in die Sprechstunde schickt ist super geworden.

Leider muss ich auch ein Thema ansprechen, welches mir schon stark gegen den Strich geht: Ja, die Serie hat die üblichen Klischees. Katherine ist die Powerfrau, die intelligent ist und an welcher die gesamte Last der Familie und des Hotels hängt. Esther ist die kleine Wunderfee, die quasi alle anderen mit ihrem IQ und ihrem arkanem Wissen in den Schatten stellt. Ben ist der dumme männliche Teenager, der selten mit dem Kopf, sondern mit dem zwischen den Beinen denkt. Und Nathan ist einfach ein Depp, der im Leben nichts auf die Reihe gebracht hat und auch als Geist nicht die beste Figure macht und der sich nutzlos vorkommt. Ihr seht worauf ich hinauswill: Die Männer sind dumm. Die Frauen sind super. Damit muss man leben – oder es ignorieren können. Wen sowas stört: Macht einen Bogen.

In diesem Fall hat es mich nicht gejuckt, weil einfach rundherum viel passiert und die Gag-Dichte hoch ist, als auch die Synchronsprecher (in der englischen OV) einen Hammer-Job machen. Gerade diverse Mini-Szenen und Momente sind großartig. Es gibt zB eine Folge in welcher die Eigenschaften von Ben in Form von „Klonen“ ein Eigenleben entwicklen und eine ist dabei, die nennt sich „Katzen-Ben“, der trägt einen Hoodie mit Katzenohren und macht relativ oft unterwürfige Gesten mit einem leicht sexuellen „Miau“ dazu. Das führt den (Original)-Ben dazu, ihm während einer Flucht die Worte „I don’t understand how you’re a part of me.“ entgegenzuschmeißen.

Das sind so kleine, aber feine Momente, in denen subtilerer, anarchischer Humor durchscheint, der aber nie zum richtigen Ausbruch kommt. „Rick und Morty“ ist das hier nicht. Es ist nicht mal „Community“. Aber es funktioniert, macht Laune und tatsächlich hoffe ich auch eine zweite Staffel. Und wenn wir schon dabei sind: Bringt „Inside Job“ zurück!

„Haunted Hotel“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, sein Potential nicht vollends ausschöpfende, aber sehr unterhaltsame, Punkte.

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American Horror Story: Murder House (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/07/american-horror-story-murder-house-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/07/american-horror-story-murder-house-serienkritik/#respond Tue, 07 Oct 2025 05:00:55 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=31663 Nach ihrer Fehlgeburt war Vivien Harmon (Connie Britton) am Boden zerstört und ging auf Distanz zu ihrem Mann Ben (Dylan McDermott). Der wiederum hatte während dieser Zeit eine Affäre mit seiner Studentin Hayden (Kate Mara). Um ihre Ehe zu retten, … Weiterlesen

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Nach ihrer Fehlgeburt war Vivien Harmon (Connie Britton) am Boden zerstört und ging auf Distanz zu ihrem Mann Ben (Dylan McDermott). Der wiederum hatte während dieser Zeit eine Affäre mit seiner Studentin Hayden (Kate Mara). Um ihre Ehe zu retten, wollen sie gemeinsam mit ihrer Teenager Tochter Violet (Taissa Faramiga) von Boston nach Los Angeles ziehen.

Dort erfahren sie warum das Haus das sie sich kaufen möchten, um einiges billiger auf dem Markt ist. Hier sind nämlich über die Jahre bereits mehrere schlimme Dinge passiert und auch die beiden Vorbesitzer fanden ein blutiges Ende. Familie Harmon lässt sich davon jedoch nicht abschrecken und nimmt das Haus dennoch, was sie schon sehr bald bereuen werden…

Die Serie American Horror Story oder kurz AHS, geschaffen von Brad Falchuk and Ryan Murphy (Scream Queens), begann mit dieser Staffel im Jahre 2011. Den Titel „Murder House“ hat sie nachträglich spendiert bekommen, da alle folgenden Staffeln, einen Beinamen tragen. Ich habe mit der Serie im Jahr 2019 angefangen, kam nach zwei Staffeln wegen einer veränderten Lebenssituation jedoch nie weiter und bevor das vielleicht nie was wird, gebe ich jetzt passend zu Halloween, sechs Jahr später meine beiden Eindrücke der ersten zwei Staffeln am Blog frei.

Für mich war dies bis jetzt eine Serie von deren Existenz ich bereits wusste, die ich jedoch noch nicht für mich entdeckt hatte. Das hat sich nun geändert. Wie AHS als Anthologie-Serie funktioniert, jede Staffel an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit spielt und zahlreiche Stars im Laufe der Jahre immer wieder andere Charaktere spielen, ist an sich schon ein sehr innovatives Konzept.

Ich bleibe bei meiner Kritik nun aber bei den Ursprüngen der Serie. Alleine schon die Titelsequenz von Kyle Cooper (auch die von Seven ist von ihm) und seiner Firma in Kombination mit der Musik von Charlie Clouser (Saw) und Sounddesigner Cesar Davila-Irizarry ist derart unangenehm und an den Nerven zerrend, dass mein Kater jedes Mal beim Vorspann den Kopf gehoben hat und mit den Ohren wackelte. Ja, das heißt was, das macht er sonst nämlich nie.

Wenn wir schon bei unheilvoll und/oder ungemütlich sind: die Form wie hier die Grundatmosphäre bedrohlich und schleichend immer mehr an den Nerven zerrt oder vielmehr öfters noch von ihnen zehrt, ist anstrengend und auf eine faszinierende Art spannend zugleich. Soll heißen: müde und nicht ganz bei der Sache war es mir unmöglich eine der zwölf Folgen der ersten Staffel anzusehen, ich musste dafür immer voll bei der Sache sein.

Der „Over the Top“ Charakter einiger Sequenzen lenkt dabei gekonnt ab von der ständig lauernden Gefahr, auf die man dann nur allzu gerne vergisst, was freilich ein Fehler ist. Genau so geht es auch den Figuren, von denen keiner sicher ist. Schon in den ersten beiden Folgen passiert so viel, dass es wohl andernorts, für eine ganze Staffel gereicht hätte. Von vielen Charakteren würde man dabei gerne noch mehr sehen/erfahren, was nie ein schlechtes Zeichen ist.

Der Hauptcast gibt klar durchgehend sein Bestes und wird dabei von zahlreichen Gaststars in bester Spiellaune unterstützt. Hervorheben möchte ich gleich mal Evan Peters (The Lazarus Effect), der als Tate auch im Vergleich mit all der allgegenwärtigen psychischen und physischen Grausamkeiten, das wahre Monster der Geschichte ist und dabei trotz all der narzisstischen Egomanie, dennoch immer wieder sympathisch erscheint.

Taissa Farmiga (The Final Girls) hat als Violet die meisten Szenen mit ihm und sie ist ebenfalls großartig als Prototyp eines Teenagers, der seinen Platz in der Welt noch nicht gefunden hat. Dylan McDermott (Survivor) als ihr Vater Ben ist das beste Beispiel dafür, dass es hier kaum rein weiße oder rein schwarze Figuren gibt. Er hat moralisch sicherlich hohe Ziele, doch sein Fleisch ist einfach viel zu schwach.

Mit Connie Britton (American Ultra) als zunehmend verzweifelte Mutter ist die Familie komplett. Jessica Lange als Bindeglied zahlreicher Figuren ist ebenfalls eine Klasse für sich. Freude bereiten zusätzlich Zachary Quinto (Star Trek), Kate Mara (Morgan), Sarah Paulson (Glass), Rosa Salazar (Alita) und viele mehr in wiederkehrenden Nebenrollen.

Wer also eine auf mehreren Ebenen gruselige Serie sucht, die abwechselnd mit subtilen und plakativen Mechaniken arbeitet und starke Darsteller dabei hat, die allesamt keine Helden sondern (mehr oder weniger) normal gestörte Leute spielen, der ist bei dieser ersten Staffel von AHS, genau richtig. Und das Wichtigste: viel hier beim Betrachten hervor gerufene Gefühle sind nicht angenehm, doch man fühlt hier wirklich etwas, was ich bei der Abstumpfung heutzutage, auch über mich selbst wahrlich nicht immer behaupten kann.

„AHS: Murder House“ bekommt von mir 8,5/10 auf eine sehr erwachsene Art unheimliche und nach Liebe suchende Empfehlungspunkte.

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Star Wars: Andor – Season 2 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/09/25/star-wars-andor-season-2-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/09/25/star-wars-andor-season-2-serienkritik/#respond Thu, 25 Sep 2025 05:00:35 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38004 Cassian Andor (Diego Luna) hat sich der Rebellion angeschlossen. Aber das Imperium schläft nicht – es braucht ein seltenes Kristall, welches sich in der Erde eines abgelegenen, aber bekannten Planeten befindet, um etwas zu bauen was sich als die ultimative … Weiterlesen

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Cassian Andor (Diego Luna) hat sich der Rebellion angeschlossen. Aber das Imperium schläft nicht – es braucht ein seltenes Kristall, welches sich in der Erde eines abgelegenen, aber bekannten Planeten befindet, um etwas zu bauen was sich als die ultimative Waffe herausstellen wird.

Nur – wie? Syril Karn (Kyle Soller) wird hingeschickt. Unter der Aufsicht von Dedra Meero (Denise Gough). Und das Imperium zieht die Schrauben langsam und sicher immer enger.

Luthen (Stellan Skarsgard) ist immer noch am Schmieden von Plänen und am Aufbauen des Widerstands. Aber auch für ihn wird es immer enger. Und als er entdeckt, was vor sich geht und was das Imperium plant wird es Zeit Stellung zu beziehen und die Rebellion darauf vorzubereiten, was da kommen wird.

Und ist die Rebellion bereit? Oder ist sie immer noch ein Haufen von Chaoten, die nichts auf die Reihe kriegen und für die „Rebellion“ nach Pubertät klingt anstatt Krieg und Blut und Opfer …

Ich glaube nicht, dass es möglich ist all die Handlungsstränge der zweiten Staffel von Andor in einer einzigen Review zusammenzufassen. Tatsächlich müsste man fast für jeden Charakter (oder jedes Charakterpaar) eine eigene Review schreiben, denn wer Staffel 1 kennt, der oder die weiß, dass oben eine ganze Menge an Figuren fehlen und – ja, die kommen auch wieder alle vor.

Aber nicht alle erleben das Ende der Staffel.

Zurück zur Kritik: Ich war etwas irritiert als die erste Folge der zweiten Staffel damit beginnt, dass Andor einen Tie-Figher-Prototypen stehlen muss und – dann passiert ganz viel unnötiger und schräger Slapstick. Ich dachte erst, ich bin in der falschen Serie gelandet. Aber nein. Das ist wirklich Andor. Na gut, dachte ich. Das wird dann jetzt wohl eher schräg werden.

Und die ersten drei Folgen sind schräg. Ich spoilere kurz: Andor kann den Tie-Fighter deshalb nur schwer fliegen, weil er falsche Infos über das Modell hatte, welches er stehlen sollte. Und auch die Übergabe klappt nicht, weil sein Rebellen-Kontakt von – Vorsicht! – Rebellen getötet wurde, weil sie ihm nicht geglaubt haben, dass er ein Rebell ist. Und noch mehr: Die Typen, die Andor empfangen und die sich als Rebellen bezeichnen sind dermaßen strunzdumm, dass ein Streit eskaliert und sie anfangen sich gegenseitig umzubringen. Und Andor ist mittendrin.

Und generell muss ich sagen: Die ersten drei Folgen … nun, die wirken erst einmal deplatziert. Aber bei Folge vier habe ich dann kapiert, was hier los ist. Wir befinden uns 4 Jahre vor der Schlacht um Yavin, also „Star Wars: A New Hope„. Und jeweils drei Folgen umfassen ein Jahr. Dann springen wir ein Jahr nach vorne.

Und bis zum Ende sind wir dann an dem Punkt an dem die Rebellion eine Einheit ist, sich organisieren kann und an dem Dinge, wie in den ersten Folgen nicht mehr passieren würden. Wir sehen hier also anhand von jeweils drei Folgen pro Jahr, wie sich die Rebellion entwickelt und nach und nach wirklich eine Bedrohung für das Imperium wird.

Und diese Geschichte erleben wir durch die Augen der Figuren, die wir in Staffel 1 kennengelernt haben.

Und wie wir sie erleben.

Die Show ist dermaßen dicht mit Geschichten und Spannungsaufbau, dass wichtige Elemente der Geschichte nur angedeutet und nicht mal gezeigt werden, weil wir ohnehin wissen, was das bedeutet. Wenn zum Beispiel ein bestimmter Charakter, den wir aus Staffel 1 kennen, einen anderen Charakter als Chaffeur verkleidet in seinen „Wagen“ begleitet und dann mit einem vielsagenden Blick losfährt, während wir eine bestimmte Musik hören … nun, dann wissen wir, was mit der Person passieren wird.

Ich fand die ersten drei Folgen unterhaltsam, aber nicht so richtig großartig. Aber Folgen 4 bis 6 sind super (wenn auch teilweise etwas lang in bestimmten Momenten), und Folgen 7 bis 9 sind … hammerhart, hochdramatisch und – vor allem aufgrund des Aufbaus in den ersten sechs Folgen – der Grund, warum viele behaupten, dass wir nie wieder „so gutes Star Wars bekommen werden.“

Weil wir hier sehen, wie die Mechanismen des Imperiums arbeiten. Wie sie funktionieren. Wir sehen hinter die Systeme von Propagande, Betrug und einer absolut grausamen Falle, die unausweichlich zuschnappt. Wir sehen die Maschine des Bösen wie sie in ihrer Hochzeit absolut effizient und effektiv löuft. Und es ist schockierend.

Das Geniale daran ist, dass wir eine Figur – sorry, Spoiler – haben, die absolut an das Imperium glaubt, in diese Pläne/Falle aber nicht eingeweiht wurde und dann genau wie die Bewohner:innen des Planeten völlig aus dem Nichts mit dem konfrontiert wird, was das Imperium ohnehin von Anfang an geplant hatte. Das waren Hammerszenen und unglaublich großartig gespielt und inszeniert. Einfach … wow. Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Das müsst ihr einfach gesehen haben.

Aber das funktionert eben nur, weil wir die Figuren aus Staffel 1 kennen und außerdem durch den Aufbau aus den ersten sechs Folgen. Hier hat alles seinen Plan und seinen Platz und wenn man dann zurückdenkt wie welche Figuren wo in Stellung gebracht wurden, dann passt da einfach alles zusammen. Und ja, Respekt an die Macher:innen und Autor:innen. Wahnsinn.

Die letzten drei Folgen können nicht ganz mithalten, gehen durch den Tod eines wichtigen Charakters, der Entdeckung, warum das oben erwähnte Material so wichtig ist und was zum Kuckuck Andor und seine Mithäftlinge in Staffel 1 eigentlich im Gefängnis gebaut haben, sowie die daraus resultierende Konfrontation zwischen zwei Personen, auf die Zuseher:innen wirklich lange gewartet haben, aber trotzdem unter die Haut.

Und es gibt eine ganze Folge, die sich um zwei der Hauptfiguren dreht und die auf zwei Zeitebenen spielt. Die aktuelle Zeit ist eigentlich „nur“ der Weg in ein Krankenhaus bis zu einem Zimmer und wieder raus, aber – Hölle, ist das spannend gemacht. Und die Rückblenden bringen uns die Figuren wirklich näher. Toll geschnitten und gespielt. Hammer. Wirklich.

Die letzte Folge endet damit, dass Andor in ein Raumschiff steigt und einen Informanten treffen soll – und endet damit quasi einen Shuttleflug vor „Rogue One„. Und ja, jetzt, wo ich Andor gesehen habe, da dachte ich mir bei Rogue One (sozusagen die dritte Staffel von Andor in Filmform), dass ich gern Andor als Hauptfigur gehabt hätte. Und einige der Gespräche in „Rogue One“ haben jetzt mehr, viel mehr Gewicht als ohne der Serie „Andor“. Gänsehaut. Erneut.

Kurz gefasst: „Andor“ ist DIE Star Wars-Serie, von der ich nicht wusste, das sich sie brauchte, aber froh bin, das sich sie gesehen habe. Serien können nicht viel besser werden als das hier.

„Andor – Staffel 2“ bekommt 9 von 10, quasi alles richtig machende, Punkte.

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Star Wars: Andor – Season 1 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/23/star-wars-andor-season-1-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/23/star-wars-andor-season-1-serienkritik/#respond Sat, 23 Aug 2025 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37961 Cassian Andor (Diego Luna) stammt von Kenari. Einem Planeten, der nicht wirklich im Rampenlicht des Imperiums steht. Durch eine Reihe von Zufällen landet er aber auf Ferrix und wird dort von Maarva (Fiona Shaw) großgezogen. Er lebt unter dem Radar … Weiterlesen

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Cassian Andor (Diego Luna) stammt von Kenari. Einem Planeten, der nicht wirklich im Rampenlicht des Imperiums steht. Durch eine Reihe von Zufällen landet er aber auf Ferrix und wird dort von Maarva (Fiona Shaw) großgezogen. Er lebt unter dem Radar des Imperiums, hat sich aber eine Reihe an Fähigkeiten angeeignet. Um es zu sagen wie es ist: Er ist ein Dieb und ein Schmuggler.

Eines Tages passiert ihm ein Missgeschick und das Imperium wird auf ihn aufmerksam, deshalb muss er verschwinden und untertauchen. Seine Freundin Bix (Adria Arjona) hilft ihm dabei Kontakt zu einem bekannten „Käufer“ herzustellen. Dieser könnte Cassian eine Menge Geld beschaffen, damit er seine Flucht auch umsetzen kann. Aber dieser „Käufer“ will ihn persönlich treffen.

Leider hat das Imperium seine Spur bereits aufgenommen und das Treffen der beiden wäre eine perfekte Möglichkeit, sich zweier Stöfaktoren auf einmal zu entledigen …

Natürlich habe ich gehört, dass „Andor“ wirklich gut sein soll, aber – wer meine Kritik gelesen hat, weiß warum – ich hatte mit Star Wars abgeschlossen. Und ja, ich finde „Rogue One“ ist der beste Star Wars-Film seitdem Disney übernommen hat, aber so richtig Interesse an einem der Charaktere hatte ich jetzt per se nicht und die Trailer sahen zwar gut aus, aber das gilt auch für andere Trailer von eher … mittelmäßigen Shows.

Als ich jetzt aber gelesen habe, dass die ursprüngliche Idee, Andors Geschichte über fünf Staffeln zu erzählen (eine Staffel hätte ein Jahr abdecken sollen, da die Story fünf Jahre vor der Schlacht um Yavin – siehe „Krieg der Sterne – Eine neue Hoffnung“ anfängt, und sozusagen in „Rogue One“ münden) über Bord geworfen wurde und es jetzt nur zwei Staffeln geben wird, damit sei alles erzählt, nun, auch da dachte ich mir: Wieder ein gescheitertes Star-Wars-Projekt von Disney.

Und dann kamen die Stimmen, die meinten „Andor Staffel 2“ sei das beste Star Wars seit „Das Imperium schlägt zurück„. Da wird man als Fan der alten Filme dann schon ein wenig neugierig. Also dachte ich mir eines Freitag Abends, ich gucke mal in die Serie rein.

Und dann habe ich mir die gesamte Staffel in einem Zug durch angesehen. Ja, die Serie ist wirklich so gut.

Das für mich Spannendste dabei ist ja, dass die Geschichte die hier erzählt wird nicht wirklich eine Star Wars-Geschichte sein müsste. Die Story und die Figuren würden auch in vielen anderen Settings funktionieren, weil die Themen, um die es geht so universell sind. Aber das Star Wars-Setting und vor allem das Imperium werden richtig gut genutzt, um zu zeigen, wie die Mechanismen der Macht (oder des Bösen) funktionieren und wie ein eigentlich nicht williger Mann in einen Strudel gezogen wird aus welchem er nur durch eine Sache entkommen kann: Rebellion.

Tatsächlich finde ich den Titel der Serie ein wenig misslungen, denn auch wenn Cassian Andor (wirklich toll gespielt von Diego Luna) klar die Hauptfigur ist, so gesellt sich rasch ein relativ großer Kreis an weiteren Figuren um ihn, die ihm in nichts nachstehen. Auch auf der Gegenseite wird nicht an ikonischen Figuren gespart. Der (anfangs scheinbar ein wenig unnötige) Handlungsstrang um Syril Karn – ebenfalls großartig: Kyle Soller – wird immer wichtiger und der Karrieredrang kombiniert mit dem Willen alles zu tun, was notwendig ist, um Ordnung aufrecht zu erhalten wird dann noch sehr wichtig. Auch der Aufstieg von Dedra Meero (ein Hammer: Denise Gough) ist spannend mitanzusehen.

Was ich damit sagen will: Das ist keine One-Man-Show. Das ist das Ergebnis von einer kompletten Gruppe an Menschen (und Aliens), die durch die äußeren Umstände dazu gezwungen werden Stellung zu beziehen und (teilweise freiwillig, teilweise durch bestimmte Vorkommnisse) einen Kampf gegen das in ihren Augen Böse auszufechten. Und mit „Das Böse“ meine ich nicht nur das Imperium sondern aus Sicht von Syril und Dedra durchaus auch die Aufständischen.

Und was hier alles passiert und los ist – ein Wahnsinn. Die Drehbücher sind dicht und großartig geschrieben. Die Inszenierung beherrscht eine Sache richtig gut: Spannungsaufbau. Gefühl 75% der Serie fühlen sich an wie der Spannungsaufbau vor der Schlacht in „Helms Klamm“ in die „Die zwei Türme„. Nervenkitzel pur. Die Macher:innen haben ein richtig gutes Gespür dafür, wie wenig man zeigen darf und wie viel man zeigen muss, damit die Rädchen im Kopf rattern und man einfach wissen MUSS wie es weitergeht.

Um zu meiner ursprünglichen Aussage zurückzukommen, was den Titel der Serie betrifft: Passender wäre gewesen „Star Wars: Rise Of The Rebellion“ oder „Star Wars: Machinations Of Evil“ oder so ähnlich. Ihr wisst was ich meine. Es wird eine (bzw. mehrere) persönliche Geschichten erzählt, die alle auf ihre Art mitreissen und am Ende steht die Erkenntnis: Entweder ich bekenne mich völlig zur Rebellion oder ich gehe unter.

Und da habe ich die ganzen großartigen Nebenfiguren noch gar nicht erwähnt. Und noch nicht mal alle Hauptfiguren. Weil es so viele sind – und jede einzelne ist großartig geschrieben. Jede einzelne. Das sind wirklich die besten Drehbücher die ich seit Jahren gesehen habe – völlig unabhängig vom Setting. Und was hier alles passiert … ein Heist, eine Flucht, ein Gefängnisausbruch, eine Jagd, ein Aufstand – alles in kleine Dosen gepackt und in Form von 12 Folgen, die rund 30 Minuten dauern auf euch losgelassen.

Es gibt mehrere, sogar ziemlich viele, Handlungsstränge (Mon Mothmas Geschichte, Cassians Geschichte, Syrils Geschichte, Dedras Geschichte, Luthens Geschichte und dann noch x andere), die aber alle zusammenhängen und jeder einzelne davon hätte vermutlich eine Staffel verdient. Und des funktioniert. Es wirkt nicht zusammengeschustert, sondern es bleibt übersichtlich und im Rahmen und – und das finde ich faszinierend – bei jeder Figur die man trifft weiß man, warum sie ist wo sie ist, was sie dazu gebracht hat und warum sie genau dort sein muss bzw. will. ich wiederhole: Hammer!

„Andor – Staffel 1“ ist eine Wucht und zeigt, dass die Kunst des Geschichtenerzählens durchaus noch ihre Meister hat. Und Tony Gilroy (der hier Hauptverantwortlicher ist) hat bewiesen, dass er drauf hat. Von ihm stammen übrigens auch die Drehbücher für „Im Auftrag des Teufels“ oder „Rogue One“ oder „Michael Clayton“ oder „Nightcrawler“ oder die ersten drei Bourne-Filme. Der Mann kann das. Und im Fall von „Andor“ hat er sich auch Menschen für die Regie, das Production Design, den Cast und überhaupt alle Ebenen des Filmemachens abedeckende Profis geholt.

„Andor“ liefert auf ganzer Linie. Und Nein, es ist weit und breit kein Skywalker, Darth Vader oder auch nur ein Lichtschwert in Sicht. Wie sich herausstellt braucht es das auch nicht. Es braucht einfach nur eine verdammt gute Story mit richtig guten, weil spannenden, ambivalenten und interessanten Charakteren. Erwähnen muss ich noch Andy Serkis, der hier wieder mal ohne Motion-Capture beweist, was für ein verdammt guter Schauspieler er ist und bei den wenigen Folgen bei denen er dabei war doch mächtig Eindruck hinterlässt.

„Andor – Staffel 1“ bekommt 10 von 10 möglichen, eine der besten und erwachsensten Star Wars-Geschichten überhaupt erzählende, Punkte.

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