P5,5 | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Mon, 15 Jun 2026 16:37:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 In the Grey (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/06/18/in-the-grey-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/06/18/in-the-grey-filmkritik/#respond Thu, 18 Jun 2026 05:00:05 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38909 Rachel (Eiza González) ist eine dieser gnadenlosen Anwälte, die sich auf das Eintreiben von Schulden von mächtigen superreichen Klienten spezialisiert hat. Aktuell steht sie vor einer ihrer bisher schwierigsten Aufgaben. Deshalb organisiert sie sich wie so oft die Hilfe ihrer … Weiterlesen

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Rachel (Eiza González) ist eine dieser gnadenlosen Anwälte, die sich auf das Eintreiben von Schulden von mächtigen superreichen Klienten spezialisiert hat. Aktuell steht sie vor einer ihrer bisher schwierigsten Aufgaben.

Deshalb organisiert sie sich wie so oft die Hilfe ihrer Mitarbeiter Sid (Henry Cavill) und Bronco (Jake Gyllenhaal), zwei Extraktionsspezialisten, die auf Sabotage, Bestechung und Täuschung spezialisiert sind und nebenbei auch noch jeden Schusswechsel, für sich entscheiden können…

Die letzten Guy Ritchie Filme, die mir richtig gut gefallen haben, sind mit The Gentlemen und Cash Truck sieben bzw. fünf Jahre her. Letztes Jahr kam mit Fountain of Youth dann doch leider ein sehr zahmes Abenteuer. Mit In the Grey meldet er sich nun als Drehbuchautor und Regisseur zurück und hat ein paar alte Bekannte mitgebracht.

Ich fange hier gleich mit dem eigentlichen Problem an. Dies ist ein Film, in dem unheimlich viel geredet und erklärt wird. Die Exposition, also die Erklärungen, die Planung und Ausführungen wie Rachel und ihr Team ihr Ziel erreichen, dauert mit circa 50 Minuten, mehr als die Hälfte des gesamten Filmes.

Ja, vor allem Henry Cavill (The Ministry of Ungentlemanly Warfare) aber auch Jake Gyllenhaal (The Guilty) gehen als Sid und Bronco fast über vor Charisma und Coolness und ihre kleinen, gegenseitigen Sticheleien bringen dich zum Schmunzeln. Ja, Eiza González (Ash) als Rachel ist clever, tough, sexy und bleibt dennoch menschlich greifbar.

Das Problem sind weder die Figuren noch die dazu gehörigen Darsteller. Die Schwierigkeiten, die durch die ständigen Voiceover entstehen, zeigen sich als ein permanentes Gefühl, dass die Handlung nie über die imaginierte Ebene hinaus kommt. Es fühlt sich an als würde man Sid und Bronco in einen Lamborghini setzen, nur um sie dann mit 30 kmh für einen Hochglanz-Werbefilm durch ein Dorf tuckern zu lassen.

In den besten Momenten kommt für Ritchie typische Coolness vor, aber weder die Action sprüht involvierende Direktheit aus, noch sind die Gespräche besonders geistreich. Das ist zwar schon jammern auf höherem Niveau, eben auf der Ebene, auf der seine besseren Filme funktionieren, aber dennoch.

Dies ist einfach ein wenig wie die KI-Version eines Ritchie Abenteuers. Oberflächlich ist alles top und was er vorhat mit seinen Spielfiguren, ist durchaus interessant. Nur muss er dann auch wirklich spielen mit seinen Charakteren und sie nicht einfach nur in der Vitrine bewundern.

Das ist jetzt freilich etwas überspitzt und vor allem zum Finale hin, tut sich dann doch mehr und weniger wird gesprochen. Einen echten Höhepunkt gibt es dabei aber ebenso nicht. Ein Film der förmlich dazu einlädt, zwischendurch auf sein Handy zu schauen, was angesichts der Beteiligten Menschen, doch schade ist.

„In the Grey“ bekommt von mir 5,5/10 sich trotz Dauerbeschallung, in der Grauzone verlaufende Empfehlungspunkte.

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This Is Not a Test (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/04/14/this-is-not-a-test-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/04/14/this-is-not-a-test-filmkritik/#respond Tue, 14 Apr 2026 05:00:28 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38619 Wir befinden uns im Jahr 1998 und Ängste rund um das Ende der Welt beim Jahrtausendwechsel, kommt der plötzliche Ausbruch einer Zombie-Seuche zuvor. Als ihr gewalttätiger Vater von einer Nachbarin gebissen wird, stürmt Sloane (Olivia Holt) aus ihrem Haus und … Weiterlesen

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Wir befinden uns im Jahr 1998 und Ängste rund um das Ende der Welt beim Jahrtausendwechsel, kommt der plötzliche Ausbruch einer Zombie-Seuche zuvor. Als ihr gewalttätiger Vater von einer Nachbarin gebissen wird, stürmt Sloane (Olivia Holt) aus ihrem Haus und trifft kurz darauf auf Rhys (Froy Gutierrez) und weitere Kollegen aus ihrer Schule.

Nach einer turbulenten Flucht verschanzen sie sich schließlich in der örtlichen Highschool. Was kurzfristig für Ruhe sorgt, doch Spannungen innerhalb der Gruppe, die Tatsache, dass sie hier nicht alleine sind und die Ungewissheit, wie es jetzt weiter gehen soll, nagen an den Nerven der überforderten Teenager…

Courtney Summers ist ein Autor aus Kanada, der sich auf Young Adult Bücher spezialisiert hat. Bei „This Is Not a Test“ handelt es sich um seinen Roman aus dem Jahr 2012, der von Adam MacDonald (Slasher: Solstice) zum Drehbuch umfunktioniert wurde und der auch die Regie übernommen hat. Das Budget ist dabei sehr gering ausgefallen und die Zombies dienen eher als Rahmenhandlung, denn in Summe geht es rein um den Charakter von Sloane.

Dies ist für mich ja der zweite gesehene Zombie-Film im Jahr 2026 und genau wie bei We Bury the Dead ist dies in erster Linie ein Drama. Es ist die Reise von Sloane, die mit Depressionen und Suizid-Gedanken kämpft und im Laufe der Handlung, einen neuen Willen leben zu wollen finden muss. Dass dies während einer apokalyptischen Situation passiert, wo man Alles verlieren kann bzw. es schon hat, das ist dann doch bitterer Humor in einem Film, der fast gänzlich darauf verzichtet.

Man bekommt oberflächlich aber dennoch ein ganz gutes Gefühl dafür, wer diese Teenager sind und es gibt auch nicht klar die Klischee-Figuren, wie man sie schon oft gesehen hat. Wirklich spannende Personen sind sie dabei aber nicht, dafür kann man durchaus den einen oder anderen Sympathiepunkt verteilen. Was die lieben Jungs und Mädchen auch gut drauf haben, ist es unüberlegt zu handeln.

Bei manchen Aktionen geht das so weit dass ich mir dachte, dass nach einem Zombie-Biss der (geistige) Zustand der jeweiligen Figur, sich wohl kaum verändern würde. Auch über die (Budget bedingte) Intimität der Story sollte man sich bewusst sein, denn die meiste Zeit über spielt die Handlung in einer Highschool. Da gibt es dann auch einige Gespräche über die Ist-Situation, Planungen wie es weiter geht oder einfach Ablenkung von der unangenehmen Realität.

Typische Zombie-Attacken sind dabei ebenfalls vorhanden und wenn wird es auch für das Genre typisch blutig, doch sind diese Szenen eher wohl dosiert und prasseln nicht durchgehend auf die Protagonisten ein. Wird man mit den Figuren nicht so warm, dann kann man daher durch aus behaupten „hier passiert zu wenig und es wird zu viel geredet“ aka das ist eher langatmig. Ich persönlich bin ja oft wegen den Darstellern bei bestimmten Projekten an Bord, wie auch in diesem Fall (ja, auch bestimmte Regisseure mag ich gerne).

Olivia Holt hat mich letztes Jahr zu Beginn mit Heart Eyes bestens unterhalten und hat das Ende von 2025, mit ihrem Jingle Bell Heist schön ausklingen lassen. Als Sloane darf sie nun eine viel zurückhaltendere Seite von sich zeigen, in sich gekehrt, wenig sprechend, sich von der Gruppe distanzierend. Sie etwas aus der Reserve zu locken, das gehört zu den interessantesten Aktionen hier. Froy Gutierrez muss ich noch erwähnen, denn den habe ich zuletzt in The Strangers Chapter 1 gesehen und da war er sowohl optisch als auch von den Bewegungen und seiner Ausstrahlung her, ein völlig anderer Mensch.

Die Fülle an Filmen mit Zombie-Inhalten ist groß (auch die, die Untote nur als Rahmenhandlung benutzen) und nein, da sticht dieser Film in keiner Weise heraus. Es ist schon witzig dieses „mein Leben ist mir egal“ Prinzip, bis es plötzlich in Gefahr ist, denn dann kämpft man schlagartig darum. Dieses Verhalten, habe ich auch im echten Leben schon öfters gesehen und das macht wohl in Summe den größten Reiz für mich aus und Miss Holt, sehe ich sowieso gerne. Den Film Genre Freunden empfehlen zu können, ist hier jedoch nicht wirklich der Fall.

„This Is Not a Test“ bekommt von mir 5,5/10 erst Alles verlieren müssende, um für eine mögliche Zukunft kämpfen wollende Empfehlungspunkte.

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The Strangers: Chapter 3 (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/04/04/the-strangers-chapter-3-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/04/04/the-strangers-chapter-3-filmkritik/#respond Sat, 04 Apr 2026 05:00:52 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38644 Nach vielen Jahren hat es Maya (Madelaine Petsch) als erstes Opfer geschafft, sie hat nicht nur den Angriff der Strangers überlebt, nein, sie hat auch noch während ihrer Flucht, eine von ihnen umgebracht. Das wiederum löst in Gregory (Gabriel Basso) … Weiterlesen

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Nach vielen Jahren hat es Maya (Madelaine Petsch) als erstes Opfer geschafft, sie hat nicht nur den Angriff der Strangers überlebt, nein, sie hat auch noch während ihrer Flucht, eine von ihnen umgebracht. Das wiederum löst in Gregory (Gabriel Basso) etwas aus, denn er ist nicht rein auf Rache aus.

Viel mehr will er seinen Verlust dadurch ersetzen, indem Maya den Part einer „Partnerin in Crime“ ausfüllen soll. Welche Rolle spielt Sheriff Rotter (Richard Brake) bei der ganzen Sache und was wird die Ankunft von Mayas Schwester Debbie und ihren beiden Begleitern an ihrer Situation verändern?

Mit 9,2 Millionen Dollar Einspiel hat dieses Finale der Strangers-Trilogie, nur mehr ein Fünftel vom ersten Part eingespielt. 99 Prozent der Reviewer haben den Film nieder gemacht und auch z.b. auf der imdb, is das Rating geringer als das der beiden Vorteile. Für mich ist das nicht so, denn hier wird eine Ebene verstärkt, die bis jetzt etwas vernachlässigt wurde und das ist der psychologische Horror, das Spiel zwischen Maya und Gregory.

Der Kern ist doch das – und ich werde wieder auf Spoiler zurück greifen – was machen diese Erlebnisse mit Maya? Gregory will sie zu seiner neuen Komplizin machen und die Szenen mit den beiden in der Kirche und beim Finale, sind eindeutig die zwischenmenschlich spannendsten der gesamten Trilogie. „Du bist jetzt so wie ich“ mit „vielleicht“ zu beantworten und die Maske am Ende mitzunehmen (ähnlich wie bei Scream 6, doch Sam ließ sie damals fallen), das lässt die Sache was danach kommt, eindeutig der Interpretation der Zuschauer über.

Das könnte einige gestört haben, aber ich finde es hier sehr stimmig. Sie hat zunächst im Affekt danach sehr bewusst alle drei Killer und ihren Beschützer beseitigt, ist somit das ultimative Final Girl, oder eben sie wurde dadurch gebrochen und nach schuldigen „Opfern“, sucht sie sich in Zukunft unschuldige. Madelaine Petsch macht diese Mischung aus Lähmung, Trotz, Angst und Wut richtig gut, sie ist es auch in Summe, warum ich die Story gerne bis zum Ende verfolgt habe.

Gabriel Basso (The Hive) ist ebenso richtig gut, vor allem beim Finale, diese feinen Änderungen in seiner Mimik, wie er Mayas Nähe sucht und wie man so etwas wie Stolz in seinem Blick sieht, das hat was. Richard Brake (R.I.P.D. 2: Rise of the Damned) muss als Sheriff zwar nicht viel mehr tun als er selber zu sein, aber wow, wenn es mehr Gesetzeshüter wie ihn gäbe, dann würde das Vertrauen in die Polizei auf Null sinken.

Der Rückblick auf die Strangers, wie sie gemeinsam den Spaß am Töten entdecken und wie sie ihr drittes Mitglied erhalten haben, das ist auch auf Grund der eiskalten/kranken Art der jungen Darsteller unangenehm und gibt dabei dennoch keine Erklärung ab, warum die Strangers, so strange sind und das ist gut so. Was ich als Handlungsstrang etwas unnötig finde, obwohl es logisch die angekündigte Story fortsetzt, ist die Ankunft der Schwester von Maya.

Mit Mann und Bodyguard benehmen sich die drei nicht nur dumm, sie dienen auch nur als Kanonenfutter außer Debbie (die Schwester), denn deren Tod soll wohl das Löschen des letzten Hoffnungsfunken in Mayas Augen symbolisieren aka ihre letzte Bindung zur Menschlichkeit, sollte man ihr böses Ende gedanklich vorziehen. Übrigens auch wenn der Bodycount hier etwas höher ist, hier wird Niemand gefoltert, das Ende wird immer sehr schnell herbei geführt, was ich gut finde, denn keiner braucht torture porn.

Finde ich diese Trilogie also sinnvoll? Wie gesagt, ich bin vorher kein Fan des Franchise gewesen und habe nur schlechte Sachen gehört, das ändert sicherlich meine Erwartungshaltung. Außerdem kenne ich genug reine Hater im Internet (hier eine rühmliche Ausnahme namens Drumdums), da muss man fast schon dagegen sein. Aber mal ehrlich, wirklich gut bei Teil 3 sind nur Szenen für sich und die Hauptdarstellerin, doch habe ich die drei Filme gerne gesehen und sie haben mich nie geärgert.

P.S.: Jetzt wo ich alle drei Teile gesehen habe muss ich sagen, dass ich mit dem zweiten am meisten Spaß hatte – ja, als Einzelfilm ohne Vorwissen oder Abschluss funktioniert er weniger gut – aber dennoch.

„The Strangers: Chapter 3“ bekommt von mir 5,5/10 die Möglichkeit ein Monster werden zu müssen, um Monster bekämpfen zu können, in den Raum stellende Empfehlungspunkte.

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The Calling Witch (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/19/the-calling-witch-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/19/the-calling-witch-filmkritik/#respond Thu, 19 Mar 2026 05:00:10 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38628 Die Mutter von Virginia (Danika Golombek) hat sich erhängt. Sie, ihr Bruder Edward (Grayson Eddey) und ihr Vater Warren (Marcus DeAnda) bleiben allein zurück. Das letzte Buch, welches ihre Mutter geschrieben hat, trug den Titel „The Calling Witch“. Und diese … Weiterlesen

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Die Mutter von Virginia (Danika Golombek) hat sich erhängt. Sie, ihr Bruder Edward (Grayson Eddey) und ihr Vater Warren (Marcus DeAnda) bleiben allein zurück. Das letzte Buch, welches ihre Mutter geschrieben hat, trug den Titel „The Calling Witch“. Und diese Hexe scheint Gestalt anzunehmen, denn ungewöhnliche Dinge passieren. Einbrüche in das Atelier der Mutter – aber die ortsansässigen Rowdies behaupten strikt, nichts damit zu tun zu haben.

Irgendetwas geht hier vor. Die Frage stellt sich, ob es sich um übernatürliche Vorkommnisse handelt, oder ob etwas ganz anderes gespielt wird …

Das Plakat bzw. der Poster zu „The Calling Witch“ ließ auf einen klassischen Geister-Film hoffen. Die übliche Geschichte halt: Letztes Buch. Hexe. Mutter tot. Tralala.

Nur, das stimmt nicht. Denn „The Calling Witch“ ist ein völlig anderer Film als man denkt. Tatsächlich ist es ein Familiendrama, welches sich in erster Linie um die Erkenntnisse von Virginia dreht, die nach und nach feststellen muss, dass ihre Familie vielleicht nicht die Familie ist für die sie sie hält.

Das klingt jetzt ein wenig kryptisch, aber noch mehr zu verraten wären absolut Spoiler.

Was man auf jeden Fall wissen sollte, bevor man sich den Film ansieht: Erwartet euch keinen Haunted House-Streifen á la „Conjuring“ oder ähnliches. Das ist der Film nämlich überhaupt nicht. Zu keiner Sekunde.

Was der Film auch nicht ist: Besonders gut. Zumindest mich hat die Story spätestens zu dem Zeitpunkt verloren als klar geworden ist, was hier wirklich abgeht. Das ist ungefähr zur Mitte des Films. Die zweite Hälfte beschäftigt sich dann mit den Auswirkungen dieser Erkenntnisse. Das ist an sich eine coole Idee, wenn der Twist nur nicht so schrecklich … öde wäre.

Das Skript verlässt sich nämlich zu einhundert Prozent darauf, dass ihr mit Virginia mitfiebert und sie und Edward sympathisch findet. Wenn dann die Enthüllung kommt, dann reißt das Virginia schon mal den metaphorischen Boden unter den Füßen weg. Mir als Zuseher ging es eher so, dass ich mir dachte „WTF?“. Aber nicht die positive Version davon, sondern eher die „ihr dachtet, dass ihr damit durchkommt“-Version.

Ja, die Idee ist gut und auch die Teilung des Films in zwei Teile mit Teil A – seltsame Vorkommnisse, Enthüllung, Teil B – die Auswirkungen, finde ich gut. Nur die Umsetzung ist leider nicht geglückt.

Ich wurde die gesamte Zeit nicht wirklich warm mit Virginia. Und auch die anderen Figuren – eh okay, aber irgendwie war ich die gesamte Zeit seltsam distanziert. Das mag daran liegen, dass das Buch der Mutter „The Calling Witch“ ein Kinderbuch/Horrorbuch ist – und die Illustrationen zeigen ganz klar ihr eigenes Haus. Mir ist schon klar – nach Ansicht des Films – warum das so sein muss und warum das so passt, aber das hat mich von Anfang an irritiert. Tatsächlich habe ich mir die Frage gestellt, warum eine Frau so was machen würde. Und sich danach das Leben nimmt.

Folgende Absätze könnten als Spoiler durchgehen, also Vorsicht.

Warum macht man so was?

Variante A: Es ist ein Horrorfilm. Geister. Besessenheit. Sie wurde von einem Geist dazu gezwungen. Sowas in der Art. Aber da ist halt rasch klar, dass das so nicht passen kann.

Variante B: Das Buch ist ein Geständnis. Ein sehr, sehr plakatives Geständnis und die Mutter hat nicht ertragen, was sie da gestanden hat.

Alles andere würde von einem narrativen Standpunkt her nicht sinnvoll. Und wenn das gesickert ist, dann weiß man, dass das Buch eigentlich bereits die gesamte Handlung mitsamt Twist und allem drum und dran vorwegnimmt und verrät.

Deshalb hat die „schockierende Enthüllung“ bei mir ein ziemlich emotionsloses „Ah, dachte ich mir doch“ ausgelöst. Nochmals: Schade. Da ist meiner Ansicht nach ein dramaturgischer Fehler passiert – man hätte den Film nicht mit diesem Buch anfangen lassen dürfen, sondern es erst nach und nach enthüllen. Aber – ich bin weder der Drehbuchautor noch der Regisseur des Films.

Wie dem auch sei: Der Film ist an sich gut gemacht ohne große Ausfälle. Er ist nicht immer ganz logisch, sie es von Entscheidungen, welche die Protagonisten treffen, noch von seiner internen Logik her. Und ein paar Dinge sind wirklich an den Haaren herbeigezogen.

Naja, für eine Einmalsichtung passt es, aber erwartet euch halt nicht zu viel. Und – das tut mir auch leid, das schreiben zu müssen – Danika Golombek trägt den Film für mich leider nicht. Sorry. Vielleicht wäre es besser gewesen Edward als Hauptfigur zu nehmen. Als Nebenfigur hätte Virginia vielleicht besser abgeschnitten.

Für mich ist „The Calling Witch“ einer dieser Filme, der sich zu sehr auf die Story fokussiert, sich dabei für ziemlich clever hält und halt leider nicht an die Emotionen denkt, die er vermitteln sollte bzw. seine Charaktere in meinen Augen eher als Mittel zum Zweck behandelt.

„The Calling Witch“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, mit falschem Marketing beworbene, Punkte.

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Whistle (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/12/whistle-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/12/whistle-filmkritik/#respond Thu, 12 Mar 2026 05:00:40 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38586 Chrys (Dafne Keen) wechselt nach einem tragischen Ereignis innerhalb ihrer Familie die Schule, um gemeinsam mit ihrem Cousin zu leben. In ihrem Spind findet sie eine seltsame Pfeife, die die Form eines Schädels hat und einem Schüler gehört hat, der … Weiterlesen

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Chrys (Dafne Keen) wechselt nach einem tragischen Ereignis innerhalb ihrer Familie die Schule, um gemeinsam mit ihrem Cousin zu leben. In ihrem Spind findet sie eine seltsame Pfeife, die die Form eines Schädels hat und einem Schüler gehört hat, der Monate zuvor bei einem Unfall verstorben ist.

Sie nimmt das Objekt interessiert an sich, doch es wird ihr im Unterricht von Mr. Craven (Nick Frost) abgenommen. Dieser will die Pfeife zu Geld machen. Dafür bläst er hinein, um die Funktionsfähigkeit zu testen und kurz darauf liegt er tot in seinem Klassenzimmer…

Regisseur Corin Hardy hat einige Musikvideos in seinem Resümee und den einzigen Spielfilm, den ich von ihm kenne, ist The Nun. Der wiederum ist für mich einer der schwächsten Filme im Conjuring-Franchise. Wenn man Bilder für Musik entwickelt, muss man jedoch eines können und das ist Menschen visuell zu fesseln und das kann Mister Hardy sehr gut. Anschauen wollte ich den Film aber wegen Dafne Keen, die ich seit sie als Kind in Logan die Figur der Laura (und später in Deadpool und Wolverine ihre Heldenversion X23) gespielt hat, nie in einer anderen Rolle gesehen habe.

Übrigens ja, ich weiß dass sie in The Acolyte dabei war, aber erstens ist sie da unter viel Schminke versteckt und zweitens gibt es keinen vernünftigen Grund, sich diese Serie anzusehen. Was mich zu der titelspendenden Whistle bringt, die (bzw. den Film) ich als „mixed bag“ erlebt habe. Hier stehen schwere Themen wie Drogenkonsum und die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit im Mittelpunkt und präsentiert werden sie in einer Form, die oberflächlicher nicht sein könnte.

„Aber Spideragent, du hast doch eben die Haupttätigkeit des Regisseurs erwähnt!“ Richtig, aber es gibt zahlreiche Musikvideos mit viel mehr Substanz, die mich auch mehr bewegt haben. Also habe ich beim Betrachten von der emotionalen Ebene, einfach auf die visuelle gewechselt. Dies ist ja ein Film, der ein Gimmick benutzt und sich dann an diese selber aufgestellten Regeln hält. Die könnte man teilweise angreifen, diesen Impuls habe ich aber nie verspürt.

Wer diese Pfeife bläst, den ereilt sein Tod – egal wann oder in welcher Form dieser in der Zukunft eintreten würde – innerhalb von kürzester Zeit. Warum? Hintergründe? Völlig egal, denn es geht hier um die Todes-Szenen und wow, das ist nicht wie man erwarten hätte können ein PG13 Erlebnis, hier spritzt ordentlich Blut und weil es sonst langweilig wäre, haben die Opfer hier alle unterschiedliche Todesarten.

Dabei gibt es besonders eine Szene in einem Zimmer, die auch dank der sich wiederholenden pushenden Musik, länger im Gedächtnis bleibt. Sie ist gleichzeitig fast der Höhepunkt, denn die schnelle Erzähl-Geschwindigkeit, lässt beim Finale etwas nach bzw. wirkt es leicht langgezogen und wenig spektakulär. Von den Charakteren ist der typische Zeitgeist mit dabei – lesbisches Heldenpärchen (hetero ist fad) und ein Drogen verkaufender, weißer Jugendpastor namens Noah (alle Christen sind böse).

Was mir an den übrigen Figuren aber gefallen hat, ist nicht dass sie einem Klischee entsprechen – der Nerd, der Bully, die Neue, der Love Interest – sondern dass gerade das hübsche It-Girl nett ist und alle inkludiert und sich das auch noch ganz natürlich anfühlt. Gespielt wird sie von Ali Skovbye (Grizzly Night) und ihre Grace, der hätte ich das Überleben wirklich gegönnt. Der Rest des Casts ist gut bis solide, was Dafne Keen betrifft, die spielt sehr reduziert und nimmt sich zurück, irritiert hat mich nur ihre offensichtlich als Perücke erkennbarer Kopfschmuck.

Das ergibt in Summe einen Film, den man hauptsächlich wenn nicht ausschließlich wegen den sehr gut gemachten Over the Top Kills ansieht. Ein typischer Zwischendurch-Film für eine Halloween-Party zum Beispiel, trotz der Themen ohne Substanz, dafür mit einigen Schauwerten und ein paar talentierten Jungstars. Ich habe überlegt ob ich den Film mag, aber spätestens nach der Szene im Schlussspann, die eine Kopie des Endes von Smile 2 darstellt, war ich mir sicher, dass ich nur Teile davon mag, aber nicht das gesamte Produkt.

„Whistle“ bekommt von mir 5,5/10 den Tod niemals besiegen, sondern nur hinaus zögern könnende Empfehlungspunkte.

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Still Wakes The Deep: Siren’s Rest (Game Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/24/still-wakes-the-deep-sirens-rest-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/24/still-wakes-the-deep-sirens-rest-game-review/#respond Tue, 24 Feb 2026 05:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38375 Mhairi ist Taucherin und mit ihrer Crew ist sie unter Wasser unterwegs um die Überreste der Ölbohrplattform Beira D elf Jahre nach deren Untergang zu untersuchen. Was auch immer dort vorgefallen ist – Mhairi will es wissen. Und wenn sie … Weiterlesen

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Mhairi ist Taucherin und mit ihrer Crew ist sie unter Wasser unterwegs um die Überreste der Ölbohrplattform Beira D elf Jahre nach deren Untergang zu untersuchen. Was auch immer dort vorgefallen ist – Mhairi will es wissen. Und wenn sie schon dabei ist, will sie auch die Überreste der vor Ort verstorbenen oder zumindest Erinnerungen an sie sammeln.

Außerdem verbindet Mhairi noch eine private Sache mit der Beira D.

Aber will sie wirklich wissen, was dort passiert ist? Und ist für das bereit, was sie finden wird …?

Das Add-On bzw. der DLC zu „Still Wakes The Deep“ hat mich insofern interessiert, weil ich einfach irgendwie gehofft hatte, dass ein paar der offenen Fragen aus dem Hauptspiel geklärt werden und auch, ob das in meinen Augen rasche Ende doch noch ein wenig erweitert wird. Die erste Ernüchterung folgte sofort: Die Story setzt elf Jahre nach den Ereignissen des Hauptspiels an. Also keine „Parallelhandlung“, die vielleicht Story-Lücken stopft, sondern etwas völlig anderes. Nun denn.

Stichwort Story: Diese ist im DLC eine persönliche Geschichte, die meines Erachtens zwar nett ist, die man aber nicht unbedingt kennen muss, weil sie einerseits null zum Verständnis der Hauptstory beiträgt bzw. keine Lücken füllt. Auch über die Entität, welche ja im Hauptspiel aufgetaucht ist, wird eigentlich nicht wirklich mehr verraten als man eh schon weiß.

Die Verbindung von Mhairi zu einer Person, die auf Beira D gearbeitet hat ist nett, aber ich musste wirklich kurz überlegen, wer das denn jetzt war, zu dem sie diese Verbindung hat – es ist also keine der Töchter unseres ehemaligen Hauptcharakters. Schade. Die Story wird nett erzählt, plätschert aber meiner Ansicht nach eher ohne Höhepunkte vor sich hin.

Die Spielerfahrung ist dieses Mal allerdings ein wenig anders, denn als Taucherin kann man sich ja doch in alle Richtungen bewegen und das Gefühl zu tauchen und in dieser Unterwasserwelt zu sein wird gut einfangen. Auch die Idee mit dem Luftschlauch, der quasi die Nabelschnur darstellt und auch „Umbilical cord“ (also Nabelschnur) genannt wird, ist gut, wird aber einerseits zu wenig genutzt und andererseits ist das Ding auch daran schuld, dass die Immersion rasch an ihre Grenzen kommt. Denn die Umsetzung ist … naja. Wenn ich fünf mal um eine Säule schwimme, dann juckt das niemand. Da bleibt der Luftschlauch bleibt auch nie hängen. Hier hat man meiner Ansicht nach eine Chance verpasst, denn wie cool wäre es gewesen, wenn ich aufpassen muss, wie ich wohin tauche, weil sich sonst der Schlauch verheddert und meine Bewegungsfreiheit einschränkt oder ich – wenn ein Monster auftaucht – nicht einfach irgendwohin abhauen kann, sondern an meine Route buchstäblich gefesselt bin. Aber – so ist es halt nicht. Das Ding ist einfach da und fertig. Ja, storytechnisch wird es ein paar Mal genutzt, aber auch da finde ich, mit zu wenig Druck oder Spannung.

Alles in allem war es nett durch die Gegend zu tauchen und auch die Mementos zu finden war schön – aber im Kern fühlt sich das Gesamtpaket dann doch wie ein unnötiges Anhängsel an, welches weder die Story vertieft noch irgendwas Neues zu erzählen hat.

Schade. Da wäre definitiv mehr drin gewesen.

„Still Wakes The Deep: Siren’s Rest“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, leider sein Potential in keiner Sekunde ausnutzende, Punkte.

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Return To Silent Hill (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/10/return-to-silent-hill-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/10/return-to-silent-hill-filmkritik/#respond Tue, 10 Feb 2026 05:00:48 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38511 James Sunderland (Jeremy Irvine) ist in einer schweren Depression gefangen. Seine Freundin Mary (Hannah Emily Anderson) ist und er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben, trinkt und auch seine Psychotherapie, die er absolut gut gebrauchen könnte, nimmt er nicht … Weiterlesen

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James Sunderland (Jeremy Irvine) ist in einer schweren Depression gefangen. Seine Freundin Mary (Hannah Emily Anderson) ist und er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben, trinkt und auch seine Psychotherapie, die er absolut gut gebrauchen könnte, nimmt er nicht wirklich ernst. Als er plötzlich an einem Abend einen Brief in seiner Wohnung findet, der seltsamerweise von Mary zu kommen scheint, reist er nach Silent Hill, denn dort haben die beiden gemeinsam gewohnt.

Aber bereits bei seiner Ankunft ist klar, dass hier alles völlig anders ist, als er erwartet hat. Die Stadt ist (fast) menschenleer und ein grauer Ascheregen fällt die gesamte Zeit. Als dann auch noch seltsame Kreaturen auftauchen, da gibt es für James nur eine einzige Sache: Mary finden und dann nichts wie weg hier.

Aber das stellt sich als schwieriger heraus als gedacht …

Es gibt einen großen Unterschied, zwischen Meta-Horror und Mindfuck. Das muss man mal so festhalten. Wenn Filme wie „Hereditary“ oder „Midsommar“ als Inspiration erwähnt werden, wie es der Regisseur von „Return To Silent Hill“ gemacht hat, dann werde zumindest ich schon einmal skeptisch, denn sind wir mal ehrlich: „Silent Hill 2“ auf welchem diese Story dieses Films hier basiert, ist alles andere als eine komplizierte Geschichte.

Nachdem „das Internet“ ja beschlossen hat, dass „Return To Silent Hill“ der schlechteste Film des Jahres ist, ist ja alles geklärt, nicht? Der Film ist Mist und punktum. Und da sind wir wieder mal bei unserem Hauptproblem: Der Erwartungshaltung. Nachdem Christophe Gans ja den ersten Silent Hill-Film damals entgegen aller Erwartungen doch ziemlich gut hinbekommen hat, war irgendwie die Erwartung, dass er dieses Mal (mit der Hälfte des Budgets von damals und übrigens hat der Filmfonds Bayern den Film mitfinanziert …?) so richtig durchstarten wird, immerhin ist die Story von „Silent Hill 2“ ja eine der bekanntesten und (scheinbar) besten der Videospielgeschichte. Zumindest wenn man den Leuten „im Internt“ glauben schenkt.

Was haben wir hier also: James hat Schuldgefühle und alle Monster in der Stadt sind Manifestationen ebendieser. Coole Idee. Cooles Monsterdesign. Im Spiel trifft er auch auf diverse andere Menschen, die alle ihren Grund haben, in Silent Hill festzusitzen. Manche davon entspringen allerdings nur der Einbildung von James. Und das hat sich Gans zu Herzen genommen, die Story an diversen Stellen verändert, ausgebaut und auch wenig neu interpretiert und – Tada! Der neue Film ist fertig. Allerdings – und deshalb mein Anfangssatz – ist es ein Mindfuck-Film geworden und kein „Meta-Horror“.

Warum „Mindfuck-Film“? Weil man während dem Film über längere Zeit nicht sicher sein kann, was von allem hier im Kopf von James passiert und was wirklich los ist. Nach gut zwei Dritteln ist allerdings völlig klar, was hier abgeht. Nur … das Ende passt dann meines Erachtens nicht zum Rest. Das wirkt irgendwie drangepoppt, als ob man die Zuseher:innen nicht mit einem so düsteren Schluss aus dem Kino gehen lassen möchte. Schade. Denn der Rest würde per se funktionieren. Mit Abstrichen.

Womit ich tatsächlich anfangs ein Problem hatte, war, dass der Film zu schnell und gleichzeitig zu langsam ist. Zu langsam, weil er immer wieder von (unnötigen) Rückblenden ausgebremst wird, die uns die Beziehung von James und Mary zeigen, die jedoch – genau genommen – für den Film völlig unwichtig ist. Es ist egal, wie Mary war. Wichtig ist, dass James sie suchen muss(!), weil er alles andere nicht ertragen würde. Das kommt leider nicht so richtig rüber. Es wird zwar immer wieder mal betont, dass Mary die Liebe seines Lebens war, aber die Rückblenden bringen das leider nicht rüber. Hätte man nach dem Anfang des Films – welcher zeigt, wie die beiden sich kennengelernt haben – es einfach bei dieser einen Szene belassen und nichts weiter von den beiden gezeigt: Es hätte völlig ausgereicht. Alles andere ist/war unnötiges Beiwerk.

Dann wird noch ein Kult an die ganze Story drangeklebt, denn Marys Vater war einer der Gründer von Silent Hill und es gibt nach wie vor Leute, die ihn verehren und auch seine Tochter Mary spielt da eine große Rolle. Auch das – völlig unnötig. Dass Mary an einer Krankheit stirbt, hätte – wie im Spiel – völlig gereicht. Da einen Kult einzubauen streckt den Film unnötig und verwässert die an sich einfach Story unnötig, nimmt ihr sogar etwas von ihrer emotionalen Tiefe. Abgesehen davon, dass der Kult ansonsten genau Null Rolle im Film spielt, außer jemand anderem als James die Schuld an Marys Tod zu geben. Diesen Teil der Storyline hätte man komplett streichen sollen.

Zu schnell ist der Film deshalb, weil sich niemand die Zeit nimmt ein Gefühl für den Ort zu etablieren. Ja, es sieht cool aus, Ascheregen und so weiter, aber im Grunde genommen hetzt James von einem Ort zum nächsten, ohne dass man als Zuseher:in eine Ahnung hat, was er jetzt macht und warum er wohin unterwegs ist. Er taumelt eigentlich fast die gesamte Zeit nur panisch durch die Gegend. Und das ist hier ein riesengroßes Manko, weil es völlig planlos wirkt.

Im Spiel ist es so, dass man immer weiß, warum man wohin geht. Entweder, weil der Ort an dem man Mary sucht für die beiden ein besonderer Ort war, oder weil man jemanden verfolgt oder weil James denkt, er würde dort aus Grund X Hinweise finden. Im Film fehlen diese Infos völlig. Es ist ja eh nett, wenn dann ein Schild im Bild steht, auf dem man lesen kann, dass man im Lakeview ist. Nur – was heißt das, bitteschön? Die emotionale Verbindung der Orte an denen James nach ihr sucht oder an denen er sich nach diversen Black-Outs wiederfindet ist kein Thema. Das fehlt völlig, dabei wäre das absolut wichtig gewesen um der Sache einen Sinn, einen roten Faden, zu geben. Das ist meiner Ansicht nach auch der Hauptgrund, warum der Film von vielen als „bruchstückhaft“ oder „messy“ bezeichnet wird – weil nicht vermittelt wird, dass die Suche von James durchaus System hat.

Und das ist wirklich schade, weil der Film an sich vieles richtig machen würde – die Optik, die Monster, die leeren Straßen. Da passt sehr viel. Wenn das alles nur mehr Kontext hätte.

Damit sind wir bei den Nebenfiguren. Hier werden letzten Endes drei auftauchende Personen zu einer vierten zusammengemixt, da diese drei Personen „in Wahrheit“ Teile von der Psyche der „vierten Person“ sind, die James eben in seinem Kopf geteilt hat. Warum er das macht wird nicht erklärt. Kann man sich zwei davon noch zusammenreimen, so ist es bei der dritten für mich nicht nachvollziehbar gewesen. Und warum Laura (Evie Templeton) eine abartig schräge Puppe in der Hand hält, habe ich nicht verstanden/mitbekommen oder es wurde nicht erwähnt.

Die Herkunft von Pyriamd Head widerum fand ich okay und gelungen. Da wird nicht viel erklärt, das wird in einer kurzen Szene sehr deutlich rübergebracht. Und das Ende von Maria fand ich ebenfalls für die Figur von James, wie sie im Film präsentiert wird, absolut passend. Auch wenn ich den Charakter von Maria offen gestanden als „holprig“ bezeichnen würde. Allein das Aufeinandertreffen von James und Maria fällt mehr in die Kategorie peinlich als alles andere. Schade, denn Maria war im Spiel eine wirklich grandiose Figur, die vor allem auch von der Synchrosprecherin grandios gesprochen wurde. Hier wurde sie verschenkt. Allein die Optik ist an sich schon fragwürdig. Knapp daneben ist eben auch vorbei, wie es so schön heißt – das was sie verkörpern soll, verkörpert sie im Film auf jeden Fall nicht, sorry.

Die Story von Angela – die im Spiel ja doch sehr heftig ist – wird hier fast 1:1 übertragen, aber ebenfalls anders interpretiert. Die Auflösung macht zwar völlig klar, was ihr passiert ist und auch wie es mit Mary zusammenhängt, aber das wird so Ratzfatz erledigt, dass die Erkenntnis null Zeit zum Atmen hat. Da wird etwas absolut Schreckliches und Schlimmes nicht nur angedeutet, sondern aufs Auge gedrückt, und dann ist das nach einer Sekunde abgehakt und weiter im Text. Echt schräg.

Und – das ist fast das größte Manko, hängt aber mit allem, was ich oben erwähnt habe zusammen – die „Anderswelt“, wenn ich das so nennen darf, wird zu früh eingeführt und viel zu sehr für Action und „Horrormomente“ genutzt. Das klingt im ersten Lesen vielleicht seltsam, aber sobald James in der „Anderswelt“ ist, geht die Post ab und er jagt von A nach B und stolpert nach C und findet sich in D wieder und überall passiert etwas Schlimmes. Aber erneut: Ohne Kontext.

An manchen Orten hat James dann Flashbacks, die zeigen, was dort passiert ist als er mit Mary dort gewohnt hat, aber das Problem ist: Wir sehen zuerst die Orte im „jetzt“ und dann bekommen wir danach den Kontext dazu. Das hätte man meiner Ansicht nach umdrehen müssen (und manche Rückblenden ohnehin streichen – warum es notwendig war, dass die beiden in Silent Hill gewohnt haben, ist ein eigenes Thema).

Es gibt als wirklich viel zu bemängeln an dem Film. Hier waren so viele Ideen drin, dass Gans sich meiner Ansicht nach völlig verzettelt hat und ihm vermutlich niemand mehr folgen konnte. Ich kann mir gut vorstellen, wie ihn Leute am Set angesprochen und darauf hingewiesen haben, dass das alles so nicht zusammenpasst und wie das funktionieren soll, er aber mit ruhiger Stimme geantwortet hat, dass das Geheimnis im Schnitt liegt – und den hat er dann meiner Ansicht nach vergeigt. Jetzt nicht in dem Sinn, dass der Schnitt schlecht ist, aber die Szenenabfolgen passen einfach nicht – wie erwähnt: der Kontext eben. Würden manche Dinge in anderer Reihenfolge gezeigt, dann wäre das Gesamtpaket weit stimmiger.

Alles in allem muss ich festhalten, dass ich dennoch gut unterhalten wurde: Die Optik, die Monster, die Musik – das macht alles schon Stimmung. Da ich ja erst vor kurzem das „Remake“ von „Silent Hill 2“ gespielt habe, hatte ich vermutlich bei vielen Dingen rascher den Kontext im Kopf als jene, die das Spiel vor 20 Jahren gespielt haben und wusste – oder glaube, zu wissen – was Gans damit sagen oder machen wollte. Nur, ich hatte ja auch den direkten Vergleich mit dem Spiel im Kopf und kann deshalb auch sagen, dass Gans auch oft an seiner Ambition gescheitert ist. Stichwort: Die Figur von Mary. Oder die Nutzung der Krankenschwestern (die im ersten „Silent Hill“-Film furchteinflössend waren), die hier völlig verschenkt werden. Welchen Sinn haben sie in diesem Film, wenn Mary doch offensichtlich Zuhause gestorben ist? Warum sollten sie in der Psyche von James also überhaupt vorkommen? Eben. Gibt keinen Grund dafür.

Wem kann ich diesen Film jetzt also empfehlen? Puh. Schwer. Tatsächlich sind die Schnitzer, die sich Gans erlaubt schon grobe Schnitzer. Nicht-Kenner der Story und des Spiels werden vermutlich die gesamte Zeit über bis zum Ende hin den Kopf schütteln und sich fragen, was das jetzt war. Kenner und Fans des Spiels werden ziemlich sicher sauer sein, weil grundlegende Dinge völlig unnötigerweise verändert/aufgebläht wurden, während andere, wichtige Aspekte im Bruchteil einer Sekunde abgehandelt werden.

Ich kann also verstehen, warum der Film so schlecht wegkommt.

Für meinen Teil, erneut: Ich wurde gut unterhalten, finde es aber wirklich, wirklich schade, dass sich Gans so verlaufen hat. Da steckt ein ziemlich cooler Film in „Return To Silent Hill“. Leider kommt er nicht wirklich zum Vorschein. Ich hasse verschenktes Potential immer noch. Und das ist hier wirklich reichlich vorhanden.

Witziger Nebengedanke, der mir während dem Film gekommen ist: Ich habe mir noch nie bei einem Film gedacht, dass der absolut NICHT für die große Leinwand gemacht war. Ich kann es mit Worten nicht beschreiben, aber die gesamte Story und die Machart mit all ihren „epischen“ Momenten – das hat sich für mich falsch angefühlt für’s Kino. Keine Ahnung warum, aber das Gefühl war absolut da.

„Return To Silent Hill“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, leider schwer an seinen Ambitionen scheiterende, Punkte.

PS: Schlechte Perücken und seltsame Bärte müsst ihr aushalten können, sonst seid ihr im falschen Film. Aber das nur am Rande.

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Jurassic World: Die Wiedergeburt – Rebirth (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/09/04/jurassic-world-die-wiedergeburt-rebirth-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/09/04/jurassic-world-die-wiedergeburt-rebirth-filmkritik/#respond Thu, 04 Sep 2025 05:00:38 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37954 Martin (Rupert Friend) arbeitet für eine pharmazeutische Firma und ist aktuell damit beauftragt, ein Wundermittel gegen Herzkrankheiten zu finden. Dafür braucht er jedoch Blutproben von drei der größten, wieder lebenden Dinosaurier. Mit viel Geld kann er Söldnerin Zora (Scarlett Johansson) … Weiterlesen

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Martin (Rupert Friend) arbeitet für eine pharmazeutische Firma und ist aktuell damit beauftragt, ein Wundermittel gegen Herzkrankheiten zu finden. Dafür braucht er jedoch Blutproben von drei der größten, wieder lebenden Dinosaurier. Mit viel Geld kann er Söldnerin Zora (Scarlett Johansson) von diesem gefährlichen Einsatz überzeugen.

Dr. Loomis (Jonathan Bailey) ist ebenfalls mit an Bord, doch rein wegen seiner Liebe zu den Dinos an sich. Was nach einer Selbstmordmission klingt, entwickelt sich auch ziemlich schnell zu einer und die Beteiligten müssen sich schon bald fragen, ob sie hier nur für das liebe Geld dabei sind, oder doch eher der gesamten Menschheit helfen wollen…

Jurassic Park ist Kult und ich hatte mit der gesamten Trilogie meinen Spaß. Auch der erste Teil der World Filme hat mir sehr gut gefallen, Dominion habe ich dann aus mangelndem Interesse und all dem Schlechten, was ich darüber gehört habe, gar nicht mehr gesehen. Fakt ist dass alle drei World-Filme, jeweils mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt haben. Warum das so ist? Nun erstmal gehen Dinosaurier immer, was so gut wie jedes Kind bestätigen kann.

Zweitens fehlt die Konkurrenz und zwar völlig, denn jedes Genre hat verschiedene Vertreter, nicht aber das „Dino-Monsterhorror-Subgenre“, denn die Filme aus dem Trash-Bereich, rechne ich da nicht dazu. Regie bei diesem nun siebten Abenteuer des Franchise führte der mit großen Kreaturen erfahrene Gareth Edwards (Monsters, Godzilla) und bis jetzt konnten damit circa 840 Millionen Dollar eingespielt werden. Der Dino-Funke zündet also noch, aber er brennt etwas weniger hell.

Auf das eingenommene Geld bezogen, nicht auf die Magie, denn die ist völlig verloren gegangen. Genau wie es der Filmhandlung entspricht, sind Dinos keine Attraktion mehr, sondern bis auf Ausnahmen fast schon wieder ausgestorben und die Überlebenden, haben sich rund um den Äquator zurückgezogen. Es gibt genau eine Figur – die des Dr. Henry – und eine Szene mit zwei Titanosauriern, die mit Hilfe der Original-Musik, etwas wieder aufleben lässt, das ist aber keine Magie sondern viel mehr Nostalgie.

Die Optik ist bestechend, so wunderschöne Aufnahmen über die Landschaften und Meere, sieht man in dieser Fülle selten und die CGI-Effekte sind besonders im Vergleich zur Konkurrenz makellos. Das hat in mir irgendwie ein „die Langeweile der Perfektion“ Gefühl ausgelöst, besonders weil sich in dieser Welt dann fast ausschließlich menschliche Figuren tummeln, die blass, generisch oder unsympathisch sind. Ab jetzt folgen Spoiler.

Der gesamte Plot mit der vierköpfigen Familie, der den Film mindestens eine halbe Stunde länger macht, ist völlig umsonst. Außer dass die kleine Tochter einmal beim Finale als einzige durch ein Gitter passt (ja, was für ein cleverer Einfall des Drehbuches), führen die Abstecher mit der Familie nur zu den besten „intensiven Dino-Angriff-Momenten“. Diese fühlen sich jedoch wie reiner Selbstzweck an, da sie die Figuren nicht weiter bringen (nein, nur weil sich die Sicht des Vaters auf den Loser-Freund der Tochter ändert, sind diese Szenen nicht nötig. Außerdem ist der Kerl dennoch einfach nervig).

Um die Menschlichkeit der Söldner im Vergleich zu dem Typ der reichen Pharmafirma zu zeigen, brauche ich die Familie auch nicht, denn in einem Gespräch zwischen Zora und Duncan wird klar etabliert, dass beide gebrochen sind, viele Verluste hinnehmen mussten und mit ihrem fake laugh nur ihren real pain überspielen, wie Wade Wilson sagen würde. Also die sind schon echte Menschen mit Gefühlen, auch wenn sie dir als Zuschauer ziemlich egal sind.

Einzig Jonathan Bailey (Bridgerton) als Dr. Loomis wirkt lebendig, der ist mit dieser Grundfaszination für Dinos und die Welt aka Abenteuer an sich ausgestattet. Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) als Zora hat durchaus Charisma, ist aber als Figur langweilig. Mahershala Ali (Alita: Battle Angel) als Duncan hat Potential cool zu sein, macht aber irgendwie nichts daraus und Rupert Friend (Canary Black) ist der generischte Schurke überhaupt. Die Darsteller der Familie sind gut, aber das verpufft durch das Gefühl, dass deren Momente die sehr simple Story nur weiter unnötig strecken.

Rein handwerklich, optisch, von der Musik über die Effekte, ist dieser Film großartig geworden. Ohne Magie oder Figuren, mit denen man mitfiebern kann, erzeugt das jedoch am Ende ein Gefühl von Leere. Den Gen manipulierten Dino (irgendwie optisch ein Rex mit Affen DNA) beim Finale, finde ich dann nicht furchteinflössend, sondern eher lächerlich. Natürlich gibt es zahlreiche ähnliche Effekt-Blockbuster, die schlechter sind, dafür lassen dich diese dann nicht so kalt, wie diese Dinosaurier hier (und die Menschen sowieso). Weder im Film als auch als Film, ist dies somit in irgendeiner Weise ein Wiedergeburt.

Jurassic World: Rebirth“ bekommt von mir 5,5/10 immer mehr zu wollen als unheimlich lähmend empfindende Empfehlungspunkte.

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The Amateur (2025 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/12/the-amateur-2025-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/12/the-amateur-2025-filmkritik/#respond Tue, 12 Aug 2025 05:00:17 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37947 Charlie Heller (Rami Malek) ist Kryptograph beim CIA. Als seine Frau Sarah (Rachel Brosnahan) bei einem Terroranschlag in London getötet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Besonders auch, weil sich seine Vorgesetzten hinter Beschwichtigungen und komplexen Mechanismen verstecken, anstatt … Weiterlesen

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Charlie Heller (Rami Malek) ist Kryptograph beim CIA. Als seine Frau Sarah (Rachel Brosnahan) bei einem Terroranschlag in London getötet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Besonders auch, weil sich seine Vorgesetzten hinter Beschwichtigungen und komplexen Mechanismen verstecken, anstatt die Schuldigen zu finden und zu bestrafen.

Da Charlie kompromittierendes Material entschlüsselt hat, erpresst er daraufhin seine Behörde ihn auszubilden, weil er die Täter selber zur Strecke bringen will. Ihm wird Colonel Robert Henderson (Laurence Fishburne) als Ausbildner zur Seite gestellt, doch schnell wird klar, dass Charlie nicht das Zeug zum Killer hat…

„The Amateur“ ist ein Roman aus dem Jahr 1981, der bereits im selben Jahr im Zuge einer gleichnamigen kanadischen Film-Produktion adaptiert wurde. Nun im Jahr 2025 wagt sich der vor allem durch das Inszenieren diverser Folgen verschiedenster Serien sein Geld verdienender Regisseur James Hawes (unter anderem Snowpiercer oder Slow Horses), an eine Neuverfilmung. Die Haupt-und Produzentenrolle hat dieses mal Rami Malek übernommen.

Persönlich habe ich von ihm kaum etwas gesehen, einem breiteren Publikum wurde er aber durch seine Version von Freddy Mercury in „Bohemian Rhapsody“ und seiner Figur des Elliot Alderson in der „Mr. Robot“ Serie bekannt. Warum ich auf ihn bezogen so aushole, hat einen bestimmten Grund. Die Inszenierung ist nämlich schnörkellos und routiniert, dafür aber auch überraschungsarm und ohne Highlights. Deshalb liegt sehr viel daran, wie man Malek in dieser Rolle findet.

Ich meine damit er hat eine sehr eigene Ausstrahlung, mit der man ihm den Außenseiter viel mehr abnimmt, als den Helden. Das ist hier nicht das Problem – er ist und bleibt ja ein außerhalb der Norm funktionierender Mensch – viel mehr lässt sein kühles Charisma nur wenig Bindung zu, weswegen ich kaum in die Handlung involviert wurde. Ich dachte ja zuerst es sei doof, Rachel Brosnahan (I´m Your Woman) in dem Miniauftritt zu Beginn (und den kurzen Rückblicken) zu verschenken, aber es war ein durchaus cleverer Schachzug.

Sie nicht mehr im Leben zu haben, das hinterlässt klar eine Lücke. Was man aber eben viel mehr spürt, weil man sie beobachtet hat, nicht weil man seine Reaktionen sieht. Aber kommen wir wieder zur Figur des Heller. Vom sich Übergeben müssen, weil er sich gegenüber Vorgesetzten erpresserisch durchgesetzt hat, über kurze Flashbacks nach einem von ihm verursachten Unfall, bis hin zur nur mehr kurz zucken, nach einer Explosion, seine „Entwicklung“ geht wieder mal viel zu schnell.

Wobei er sich gar nicht richtig entwickelt, irgendwie bleibt er das gleiche Weichei wie zu Beginn, nur einfach abgestumpfter in bestimmten Bereichen. Wie sehr ihn alle unterschätzen, ist dabei auch nur bis zu einem gewissen Grad unterhaltsam. Natürlich sind ein paar seiner Aktionen durchaus cool und entsprechen klar seinem Skill Set, aber man weiß einfach immer schon vor dem Finale einer Szene, dass jetzt etwas kommen muss von ihm und so ist es dann auch.

Rami Malek (Nachts im Museum 3) ist wie gesagt kompetent und passend in der Rolle, mit ihm mitfiebern, kann ich aber kaum. Das schafft dafür Jon Bernthal (The Accountant) in seinen paar Minuten Screentime, der ist lässig und dennoch menschlich und von dem hätte man gerne mehr gesehen. Laurence Fishburne (The Ice Road) als Hendo kann hingegen außer angebrühter Übercoolness (die er dann gar nicht abliefern kann) nicht viel machen mit seiner Rolle als Außbildner/Killer.

Das ergibt in Summe einen Film, über dessen Logik man nicht nachdenken sollte und ihn nicht mit dem Anspruch anschauen soll, emotional mitgerissen zu werden. Dafür ist es immer schön den kleinen, schwachen Menschen zu sehen, der sich allen Widerständen zu trotz, gegen die großen Bösen durchsetzen kann. Ob Selbstjustiz eine gut Sache ist, das steht hier dann gar nicht erst zur Debatte. Kann man sich gut einmal anschauen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

„The Amateur“ bekommt von mir 5,5/10 die Grenzen zwischen Profi und Anfänger verschwinden lassende Empfehlungspunkte.

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Eddie (Bill Skarsgård) ist ein Dieb, der sich mehr schlecht als recht durch sein Leben schlägt. Was im Prinzip seine Sache ist, doch hat er eine kleine Tochter, die ihren Vater liebt und die er trotz der Trennung von ihrer Mutter, regelmäßig sehen darf.

Als er eines Tages einen teueren, unversperrten SUV sieht, kann er der Versuchung nicht widerstehen und steigt ein. Schnell bemerkt er jedoch, dass sich das Auto verschlossen hat und es sich förmlich um eine kleinen Panzer handelt, aus dem es kein Entkommen gibt. Als das Auto einen Anruf bekommt, meldet sich der Besitzer des Schlittens namens William (Anthony Hopkins) und er hat einen Plan…

Bei Locked handelt es sich um ein amerikanisches Remake des argentinischen Filmes 4×4 aus dem Jahr 2019. Regie führte David Yarovesky (Brightburn), von dem ich nur den Film The Hive kenne, der mir jedoch sehr gut gefallen hat. Dass Bill Skarsgård für sein Mitwirken im The Crow Remake bestraft wird, indem er in ein Auto eingesperrt wird und von Hannibal Lecter Anthony Hopkins persönlich gequält wird, könnte man dabei einen zusätzlichen Anreiz für mich nennen.

Nur um eine Perspektive zu haben, wie sehr es sich hier um einen an einer einzigen Location spielenden Film handelt, hier ein paar ungefähre Zeitangaben. Nach nicht einmal zehn Minuten, steckt Eddie bereits im Auto fest und die Handlung fokussiert sich auf diesen Ort über eine Stunde, bis auf die letzten paar Minuten. Wie zuletzt etwa bei Flight Risk ist dabei natürlich die erste Frage: bleibt das spannend und wie repetitiv wird das Hin und Her auf die Dauer?

Ich würde es so ausdrücken: es ist nicht durchgehend spannend, es ist aber auch niemals wirklich langweilig. Interessant finde ich dabei, wie unsympathisch Eddie zu Beginn präsentiert wird, immerhin soll man doch mit ihm mitfühlen. Er lügt, stiehlt und ist einfach ein Schlitzohr, dass nie um eine Ausrede verlegen ist und der Welt die Schuld an seiner Unzufriedenheit gibt. Natürlich muss er Fehler haben, um durch das Einsperren geläutert zu werden, aber Mitgefühl für ihn zu entwicklen, ist da doch etwas schwierig.

Ja, er gibt einem durstigen, in einem Auto eingesperrten Hund Wasser, doch das werte ich nicht als Sympathie-Szene, denn als er später dann am Verdursten ist und seine Flasche fast leer ist, denkt man genau an diesen Moment. Auch Regen auf der Scheibe oder eine Burger-Werbung im Angesicht von Eddies Hunger, sind kleine, gemeine Details, die mir gefallen haben. Viel aktiver zum Einsatz, kommen Wärme, Kälte, Elektroschocks, das Gefährden anderer Menschen oder ein nervender Jodel-Song in Dauerschleife, um Eddie zu quälen.

Interessanter sollte aber wieder mal die psychologische Ebene sein, oder?. Im Prinzip hast du hier zwei Männer, die beide in ihrer Sicht der Welt gefangen sind, ohne außerhalb ihrer Box denken zu können. Eddie hasst die Reichen, weil er selber nichts hat und deshalb ist es auch gerecht, diese zu bestehlen. William ist in seinem Schmerz gefangen und will stellvertretend Jemanden dafür bestrafen, indem er das System anprangert und dafür zum Ankläger, Richter und Henker zugleich wird.

Die beiden Sichtweisen führen nur nirgendwo hin, es gibt keinen echten Diskurs und verändert hat sich am Ende auch nichts. Bill Skarsgård (Boy Kills World) gibt dabei als Eddie Alles, er geht durch sämtliche Emotionen und liefert sich durchaus witzig/angriffige (wenn auch ziellose) Wortduelle mit seinem Peiniger. Anthony Hopkins (Bram Stoker’s Dracula) als William nutzt seine viel Erfahrung ausstrahlende Stimme gekonnt (unbedingt die OV gucken), gerade diese betont ruhige Art über längere Zeit, ist dabei einschüchternd und er ist auch in Person kurz dabei, was weniger Eindruck macht.

Was in Summe einen Film ergibt, bei dem man von Anfang an weiß, dass die einzige Entwicklung die sein könnte, dass Eddie am Ende ein „besserer“ Vater ist bzw. sein Leben in den Griff bekommt. Dennoch ist man nie völlig auf seiner Seite, jubelt aber auch William nicht zu, irgendwie sind beide zu selbstgerecht in ihrer persönlichen Qual. Wer die beiden Hauptdarsteller mag oder einfach wieder mal eine zumindest von der Handlung (nicht dem Inhalt) etwas andere Story sehen möchte, der kann bei diesem handwerklich fein gemachten Thriller, ruhig ein paar Blicke riskieren.

„Locked“ bekommt von 5,5/10, das „Eingesperrt sein“ auf mehreren Ebenen thematisierende Empfehlungspunkte.

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