Serien | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Thu, 25 Jun 2026 06:14:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 Utopia (2013 Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/06/25/utopia-2013-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/06/25/utopia-2013-serienkritik/#comments Thu, 25 Jun 2026 06:05:26 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38963 Eigentlich sind sie ja alle harmlos. Sie sind Comic-Fans, vielleicht ein wenig nerdig und auch irgendwie komisch. Aber grundsätzlich nett. Außer ihrer Liebe zu Comics verbindet sie eigentlich nicht viel. Bis eines Tages „Das Utopia Experiment“ in ihre Hände fällt. … Weiterlesen

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Eigentlich sind sie ja alle harmlos. Sie sind Comic-Fans, vielleicht ein wenig nerdig und auch irgendwie komisch. Aber grundsätzlich nett. Außer ihrer Liebe zu Comics verbindet sie eigentlich nicht viel. Bis eines Tages „Das Utopia Experiment“ in ihre Hände fällt. Und auf einmal bricht ihre Welt zusammen und kein Stein bleibt auf dem anderen.

Von nun an müssen sie sich zusammenraufen, denn nicht nur der Comic und seine Bedeutung machen ihnen das Leben schwer, sondern auch eine Organisation namens „Das Netzwerk“, welches gnadenlos Jagd auf sie macht – und vor nichts zurückschreckt …

Ich war völlig sprachlos und geschockt, als ich gesehen habe, dass es eine 2020iger Version der Serie „Utopia“ gibt. Die ist tatsächlich ein Amazon-Remake der britischen Serie mit gleichem Namen. Alter Verwalter, was soll das denn bitte? Völlig absurd. Nur, um das klarzustellen: Ich hatte bis heute keine Ahnung von diesem Remake und ich erwähne es nur, damit ihr die Finger davon lasst und euch bitte die Original-Version von 2013 anseht. Das ist wichtig, denn – die ist einfach absolut unpackbar der Hammer!

Man merkt halt ab der ersten Szene, dass wir hier keine amerikanische Weichspül-Serie vor uns haben, sondern eine britische. Und das die werten Damen und Herren da drüber durchaus Sachen produzieren können, die auch richtig wehtun wissen wir ja nicht erst seit Danny Boyles „Trainspotting“.

Vorweg: Ihr merkt vielleicht, dass die Zusammenfassung oben ungewohnt kryptisch ist. Das liegt daran, dass man mit möglichst wenig Vorwissen in die Serie hineingehen sollte. Ich habe auch alle Namen weggelassen, weil es euch wie mir gehen wird – ihr werdet euch eine Zeitlang wirklich fragen, wer jetzt die Hauptperson ist – wer ist gut? wer ist böse? Was ist wessen Ziel? Und wer gehört zu wem?

Da ist alles drin: Paranoia. Hilfe. Opferbereitschaft. Verrat. Mord und Totschlag. Liebe. Und das gesamt auf acht Folgen gepresst. Die noch dazu einen stimmigen Abschluss finden. Mehr will ich jetzt da gar nicht verraten.

Aber – die Schauspieler:innen sind alle top. Ich meine, ich bin vielleicht ein klein wenig vorbelastet, weil ich den englisch-britischen Dialekt einfach Liebe und man den Dialogen hier einfach anmerkt: Die hat jemand verfasst, der oder die die Sprache kennt und weiß, wie was klingen muss. Eine amerikanisierte Version davon will ich mir gar nicht vorstellen. Das ist in etwa so als würde jemand oberösterreichische Sprichwörter im Dialekt in einen Film einbauen und das absolut zur Charakterdarstellung einer Figur nutzen – nur um mitzuerleben, wie diese Person auf Hochdeutsch von einem Berliner nachsynchronisiert wird. Es mag sein, dass die Worte das gleiche bedeuten, aber Himmel wirkt das anders.

Jedenfalls geben sich hier doch gleich ein paar Namen die man kennt (oder kennen sollte) die Ehre: Ian McDiarmid (Palpatine, der „somehow returned“ ist aus Star Wars), Stephen Rea („V For Vendetta“ oder „Stuck„), Emilia Jones („“) oder Alistair Petrie („Star Wars: Rogue One„, „Andor“ oder „The Night Manager“).

Und das Schauspiel ist über jeden Zweifel erhaben – ebenso die Optik der Serie. Da gibt es eigentlich kein Bild, welches nicht durchkomponier ist – egal, ob Farbe, Formen oder Platzierung. Vor allem die Farbgebung – das knallgelbe Cover der Blu-Ray-Box kommt nicht von irgendwo. Also auch filmtechnisch gibt es hier null auszusetzen. Ich meine – seht euch einfach mal den Trailer an, dann wisst ihr was ich meine. Und Danny Kelly (Erschaffer der Serie) und seine Leute, die haben es geschafft, die gesamte Serie über durchzuziehen, nicht nur im Trailer. Einfach ein Hammer!

Ihr seht also: Es gibt genau keinen Grund sich „Utopia“ (erneut: Das Original!) nicht anzusehen. Aber ganz viele Gründe dafür.

Ich würde euch allerdings empfehlen erst mal in die erste Folge reinzugucken. Es gibt da gleich am Anfang eine Szene, die man so vermutlich in keiner amerikanischen Serie finden würde. Und ihr werdet relativ schnell wissen, warum nicht. Wenn ihr was da passiert spannend findet und aushaltet (nein, kein torture porn), dann könnt ihr euch alle anderen Folgen reinziehen, denn dann wird es euch genauso mitreissen wie mich.

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber nochmals: Seht euch Utopia (2013-Version) an! Ihr werdet es nicht bereuen. Das ist eine sträflich unterbewertetsten Serien überhaupt. Und wenn ihr – so wie ich eben – britische Akzente mögt, dann könnt ich gleich auf 10 Punkte aufrunden.

Oh – und wer unbedingt eine Schublade braucht: Ich würde sagen, „Utopia“ ist eine Thriller-Crime-Drama-Action-Serie mit Sci-Fi-Elementen (ist ne Standpunktfrage …). Und einfach, damit es draußen ist: Neil Maskell ist einfach ein absoluter Wahnsinn! Vor allem, wenn man Interviews mit ihm aus dem echten Leben kennt und weiß, wie nett und sympathisch der rüberkommt, dann kann man bei Utopia nur mit offenem Mund da sitzen und staunen, staunen, staunen.

„Utopia – Staffel 1“ bekommt 9 von 10 möglichen, besser und spannender geht’s fast nicht, Punkte.

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The Boys – Staffel 5 – Serienfinale (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/06/06/the-boys-staffel-5-serienfinale-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/06/06/the-boys-staffel-5-serienfinale-serienkritik/#respond Sat, 06 Jun 2026 05:00:22 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38866 Nachdem nur noch Butcher (Karl Urban), Starlight (Erin Moriarty) und Kimiko (Karen Fukuhara) frei sind, haben „The Seven“ bzw. Vought bzw. Homelander gewonnen. Er ist im Grunde der mächtigste Mann im Staat. Aber Starlight führt mittlerweile einen Guerilla-Krieg gegen die … Weiterlesen

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Nachdem nur noch Butcher (Karl Urban), Starlight (Erin Moriarty) und Kimiko (Karen Fukuhara) frei sind, haben „The Seven“ bzw. Vought bzw. Homelander gewonnen. Er ist im Grunde der mächtigste Mann im Staat. Aber Starlight führt mittlerweile einen Guerilla-Krieg gegen die Firma und hat immer wieder kleine Erfolge, die aber von der Regierung sofort zerlegt werden. Beweisvideoes werden als KI-Slop abgetan und überhaaupt – wie könnte man gegen diese Maschine gewinnen?

Hughie (Jack Quaid), Frenchie (Tomer Capone) und Mother’s Milk (Laz Alonso) sind in Gefangenschaft. In einem Lager. Bewacht von Superhelden. Es gibt kein Entkommen.

Aber Butcher hat einen Plan – es gibt immer noch das V1 – das allererste Serum. Und Homelander ist auf dem Weg, es zu finden. Also muss er schneller sein. Aber dazu braucht er Hilfe. Und deshalb müssen die anderen „Boys“ befreit werden.

Natürlich läuft nichts nach Plan. Und es spritzt Blut. Und Gedärm. Und … nun, Homelander lässt sich als „Gott“ ausrufen …

Nein, die Marketing-Abteilung hat entweder die Drehbücher nicht gelesen oder das Memo nicht bekommen. Was ich meine? Nun, wenn man sich die Plakate für Staffel 5 von „The Boys“ ansieht, dann wirkt es als würde der dritte Weltkrieg – Superhelden gegen alle anderen – über die Welt hereinbrechen. Die Welt würde brennen. Ein wenig wie im Musikvideo von „Falling In Revers“ namens „Watch The World Burn“. Aber wie es aussieht wurde der Truppe von Amazon das Budget auf ein Fünftel (ich habe da mehrere Versionen gelesen, die hier kam am öfteren vor) gekürzt und alles was geplant war, musste anders umgesetzt werden. Also keine Materialschlacht. Gar keine. Das ist ein etwa so, als würde man „Return Of The Jedi“ angucken und die Schlacht draußen vorm Fenster des Imperators nicht mal aus der Ferne sehen. Von den Bodentruppen will ich noch nicht mal anfangen.

Für viele Fans war das ein Schlag ins Gesicht – und die haben es den Macher:innen richtig übel genommen. Die finalen Folgen – vor allem die letzten beiden Folgen – wurden fast überall völlig zerrissen. Dabei haben Eric Kripke und sein Team nur das gemacht, was sie machen konnten: Sie haben sich auf die Figuren und emotionale Pay-Offs fokussiert. Meiner Ansicht nach das einzig richtige. Und in den meisten Fällen haben sie auch absolut geliefert. Gibt es auch ein paar Logiklöcher? Oder ein paar Dinge, die nicht zusammenpassen – in dem Sinn, dass sich halt Charaktere hin und wieder so verhalten, wie das Drehbuch es braucht und nicht, wie sie es eigentlich tun sollten? Oder das Kräfte unverhältnimäßig stark sind in der einen Szenen und in der anderen das komplette Gegenteil? Ja, gibt es. Allerdings hätte es viel schlimmer kommen können.

ABER – und das ist für mich ein großes ABER – die Serie liefert in meinen Augen da wo es notwendig ist. Wir kriegen die Storylines geklärt, die zu klären waren und es treffen die richtigen Personen im Showdown aufeinander. Starlight gegen The Deep? Passt. Das Ende von The Deep? Perfekt. Butcher gegen Homelander? Absolut. Ist das Ende Genugtuung pur? Auf jeden Fall. Hughie und Butcher prallen ein letztes Mal zusammen? Aber absolut. Ergebnis? Tränendrücker.

Und natürlich muss jemand am Weg noch das Leben lassen – völlig klar. Und ich war überrascht wie berührt ich war. Mir hat es wirklich Tränen in die Augen gedrückt. Und das war nicht mal in der letzten Folge. Trotzdem – das kam unerwartet (nicht der Charaktertod, sondern die Tränen). Lag vielleicht daran, dass es mein Lieblingscharakter war und auch die Art wie er gestorben ist („I bet you never danced a day in your whole life“) … wenn, dann so. Perfekt.

Auch von der Action-Seite gibt es ein paar super Momente – so zum Beispiel der Gefängnisausbruch. Hammer – richtig cooles, starkes Action-Kino mit sehr psychohygienisch tollen Momenten. Auch die Over-The-Top-Satire kommt nicht zu kurz. Grenzgenial – das Werbevideo von Homelander in welchem Jesus ihm seine Krone überreicht (mit Einblendungen für die Postproduktion á la „remove cables“ beim Runterschweben von Jesus und ähnlichem). Oder die Szene in welcher quasi der Cast von Supernatural sich wieder trifft (mit ein paar anderen Gesichtern dazu) – das war handlungstechnisch völlig irrelevant, aber super anzusehen und lustig – vor allem wie Spider-Man bzw. der Deal von Marvel und Sony aufs Korn genommen wurde. Super!

Und ja, das Ende … für mich war es absolut stimmig, auch wenn es relativ rasch kam und tatsächlich ziemlich kompakt war. Aber die rund 30 Minuten, die es gedauert hat – großes Kino. Und auch Ryan durfte nochmals auftrumpfen. Und dann war es zu Ende. Und es waren noch 35 Minuten übrig. Anders als zuletzt im „Stranger Things„-Finale fand man hier allerdings etwas, um die Zeit gut zu füllen bzw. musste der Showdown so kurz sein, denn es gibt ja noch die „eigentliche“ Story zu Ende zu erzählen – nämlich die von Butcher. Und auch diese bekommt in meinen Augen ein würdiges, passendes Ende. Butcher hat gewonnen, aber er hat alles verloren. Eine der vielleicht härtesten und emotional am tiefsten gehenden Szenen ist jene als Butcher Ryan anbietet für ihn ein neues Leben anzufangen.

Alles in allem – ich war zufrieden. Es war kein Spektakel bzw. mehr „out with a whimper not with a bang“, aber dennoch mit allen für mich wichtigen Teilen drin. Hätte man sich die Gastauftritte der Gen V-Spin-Offs sparen können? Ja. War Soldier Boy notwendig? Nein, hätte man auch anders lösen können – aber es ist immer schön Jensen Ackles zu sehen, also was soll’s? Großartigster Soldier Boy-Moment nachdem er wieder aufgetaut wurde und Homelander das erste ist, was er sieht: „Did you fuck me?“ – Homelander (entsetzt): „What?“ – Soldier Boy: „Is this some kind of incest thing?“ Großartig und beschreibt den Charakter absolut perfekt.

Dass „Liebe“ das eine ist, was Sage nicht mit einberechnet hat – Klischee, billig, völlig aus dem Nichts kommend und nicht passend – aber Schwamm drüber. Was soll’s?

Alles in allem fand ich, dass die Serie einen gebührenden Abschluss bekommen hat. Wäre mehr drin gewesen? Hätte auch ich mich darüber gefreut, wenn man Kripke und seinem Team mehr Geld gegeben und sie mit den Worten „Lasst die Welt brennen!“ losgeschickt hätte, um zu machen, was sie machen wollen? Oh ja. Das wäre episch geworden. Nun. Das ist es nicht. Aber im Rahmen dessen, was möglich war, ist das hier mit Sicherheit die bestmögliche Lösung.

Allein, wie peinlich Homelander ohne Kräfte ist – und wie er reagiert als er begreift, was los ist: Großartig. Genau das, was wir brauchten, was sein musste, was notwendig war. Wenn es Katharsis gibt, dann ist es das hier.

„The Boys – Staffel 5 – die letzte Staffel“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, zwar mit kleineren Portionen kochenden, aber diese sehr schmackhaft machende, Punkte.

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The Boys – Staffel 4 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/06/02/the-boys-staffel-4-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/06/02/the-boys-staffel-4-serienkritik/#respond Tue, 02 Jun 2026 05:00:51 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38863 Nachdem Homelander einen Mann den Kopf weggeschossen hat, nachdem dieser seinem Sohn einen Becher an den Kopf geworfen hat und ihm dafür zugejubelt wurde, nimmt sein Größenwahn völlig neue Formen an. Währenddessen machen sich die Boys immer noch auf die … Weiterlesen

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Nachdem Homelander einen Mann den Kopf weggeschossen hat, nachdem dieser seinem Sohn einen Becher an den Kopf geworfen hat und ihm dafür zugejubelt wurde, nimmt sein Größenwahn völlig neue Formen an. Währenddessen machen sich die Boys immer noch auf die Suche nach einem Weg, um ihn zu stoppen. The Deep und Black Noir halten Homelander immer noch die Stange.

Außerdem gesellt sich Firecracker zum Team – eine Ultra-Patriotin, die mit Starlight eine eigene Rechnung zu begleichen hat. Und Firecracker ist einerseits absolut loyal Homelander gegenüber und andererseits eine Social-Media-Expertin. Sie weiß, wie man die Massen medial manipuliert.

Währenddessen passieren mehrere Dinge, unter anderem hat Hughies Vater einen Herzinfarkt und im Zuge dessen lernt Hughie seine Mutter kennen. Auch kein leichtes Verhältnis. Und Butcher, nun Butcher droht an den Nachwirkungen seiner Dosis V zu sterben. Außerdem wird noch um Ryan – Homelanders Sohn – gekämpft, denn dieser kann die Rettung sein oder die endgültige Vernichtung der Welt … wenn es da nicht noch die Option auf ein Virus gäbe, welches scheinbar alle Menschen mit Superkräften töten würde … nur, wo ist es, wer hat es, wer weiß davon und wer holt es sich zuerst um dann was damit zu machen? Es freizusetzen oder es zu vernichten?

Langweilig wird es nicht bei den „Boys“, dass kann man so sagen. Aber mittlerweile sind wir ja eh wegen der Figuren hier und nicht wegen der – das kann man so sagen – doch hin und wieder mit Plot-Holes gesegneten Geschichte(n). Auch wenn Staffel 4 hier noch relativ gut daherkommt. Grundsätzlich macht die Sache nach wie vor Spaß und man sieht allen gern zu – manche Teile waren sogar wirklich berührend, wie zum Beispiel der Teil mit Hughies Vater (ein grandioser Simon Pegg).

Auch die Teile mit Firecracker und wie sie tatsächlich Starlight zerlegt sind großartig geworden – man hat tatsächlich das Gefühl, dass hier eine Sache abgeht bei der „The Boys“ nicht gewinnen können. Was soll man schon tun gegen eine solche Geldmaschine mit Superkräften und vor allem – Mediengewalt. Dieses Thema wird hier super zelebriert und ich denke, dass wirklich jede:r versteht, was hier passiert und wie die Mechanismen funktionieren. Fand ich großartig.

Das Bittere an der Sache ist halt, dass die Realität die Serie längst eingeholt hat. Man nehme nur den Anschluss an Staffel 3 – wie Homelanders öffentlicher Mord verteidigt wird. Da wird der Becherwerfer als Radikaler und Bösewicht hingestellt und im Rampenlicht in gekauften Shows komplett zerlegt. Folgerichtig wird Homelander natürlich freigesprochen. Hätte vor nicht allzu vielen Jahren vielleicht noch als Satire funktioniert, mittlerweile sehen wir das alles halt täglich 1:1 in den USA. Ich denke alle wissen, wovon ich rede.

Ein wenig schräg fand ich, dass Homelander sich Hilfe holt von „Sister Sage“, die intelligenteste Frau der Welt, die mit ihm einen Plan aushecken soll, wie er an die absolute Macht kommt. Und sie macht mit, weil sie die Herausforderung liebt (eigentlich plant sie das Ende der Welt – denn ihr größter Traum ist absolute Einsamkeit, weil sie dann die Dummheit, die sie umgibt nicht mehr aushalten muss). Die Figur war gut und schlecht gleichzeitig. Richtig warm wurde ich mit ihr bis zum Ende nicht – das ist halt das Problem, wenn man jemand in eine Serie packt, die „intelligenter als alle anderen ist“. Die kann halt per Definition nicht schlauer sein als jene, die die Serie schreiben … aber das nur am Rande.

Weniger gefallen hat mir eine Storyline zwischen Hughie und Starlight, denn diese wird gefangen und an ihre Stelle kommt eine Gestaltwandlerin, die sich mächtig an Hughie ranmacht und das führt dann – natürlich – zu Komplikationen, denn er braucht halt doch ein bisschen lang bis er merkt, dass das nicht seine Annie ist. Und die ist dann mächtig sauer. Zumindest eine Weile.

Herz der Staffel sind aber für mich nach wie vor Frenchie und Kimiko. Die beiden sind einfach ein Hammer und Kimikos Superkräfte werden hier auch mehrmals gut genutzt. Vor allem finde ich aber immer noch die Diskrepanz zwischen Kimikos kindlicher Mimik (grandios gespielt) und ihren absout beinharten, brutalen Attacken richtig toll und mitreissend. Man glaubt ihr einfach wirklich beides. Hut ab.

Aber auch hier gibt es einen Wehrmutstropfen, denn Frenchie nähert sich einem Mann aus Starlights Opposition an, hat dann eine Affäre mit ihm laufen und wie sich herausstellt war es Fenchie, der „damals“ dessen Eltern gekillt hat. Das war … ein wenig sehr konstruiert und außerdem finde ich auch, dass es einfach nicht so richtig gepasst hat. Ich habe kein Problem mit homosexuellen Beziehungen, aber wie das lief und endete war einfach nicht gut geschrieben und wie bereits erwähnt: Die Storyline fand ich unnötig. War nicht schlimm, hat die Serie aber in meinen Augen unnötig ausgebremst.

Zwischendrin gibt es dann mal eine Folge, die zwar handlungstechnisch wichtig ist, bei der ich mir aber bis jetzt nicht sicher bin, ob ich sie toll irre oder einfach nur dumm fand. Ich bin mir noch immer nicht sicher. Ich sag nur: Fleischfressende, mutierte, fliegende Superschafe. Also Shaun das Schaf auf Drogen quasi. Ich bleibe dabei: Genial oder strunzdumm. Die Jury berät noch.

Und ja, dann kommt das Finale und wie es sich gehört muss vor der letzten Staffel nochmals alles gehörig eskalieren und zwar natürlich in einem Moment, der eigentlich Hoffnung hätte geben sollen, Vertrauen schaffen und vielleicht sogar Homelanders Ende einläuten können. Aber tja, das wäre halt dann fast ein Happy-Zwischenende vor der finalen Staffel – das darf dann doch nicht sein. Die Konsequenzen aus diesem Moment sind heftig und mannigfaltig – und das Ende ist ein gemeiner Cliffhanger. Aber ja, es macht Laune auf mehr und man will wissen, wie es weitergeht.

Oh – und Butcher hat eine vielleicht ein wenig abgedroschene Storyline, denn sein Kontakt mit V hat seinem ohnehin schon grenzwertigen morlischen und psychischen Verfall beschleunigt – er sieht jetzt zum Beispiel Becca und tauscht sich mit ihr aus … und ja, auch das hat Konsequenzen.

Und für’s Protokoll: Firecracker – love to hate you 🙂

Zusammengefasst kann ich für mich festhalten, dass das hohe Niveau in Summe nicht gehalten werden kann, es aber immer noch genug zum Feiern gibt – die Anspielungen auf die aktuelle Politik sind heftig und tun fast phsyisch weh. Die Nachzeichnung von Missinformation und der Propagandamaschine im Jahr 2025ff trifft es perfekt und viele Figuren liebt man zu hassen. Es tun sich auch teilweise unerwartete Allianzen auf und alles in allem: Ja, doch. Das war gut. Das hat gepasst. Ob es noch Satire ist, nun, darüber lässt sich streiten. Aber was können denn die Macher:innen dafür, wenn sie Realität sie rechts überholt?

Über das Casting brauche ich eh kein Wort verlieren, denn das ist einfach top. Anthony Starr, Karl Urban und auch alle anderen – ja, das passt. Das passt perfekt.

„The Boys – Staffel 4“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, das Finale einläutende, Punkte.

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Man on Fire (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/05/12/man-on-fire-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/05/12/man-on-fire-serienkritik/#respond Tue, 12 May 2026 05:00:11 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38778 John Creasy (Yahya Abdul-Mateen II) war einer der besten Söldner, den man für Geld kaufen kann. Bis sein gesamtes Team bei seinem letzten Auftrag getötet wurde. Seither ist er ein zielloser Alkoholiker mit Suizidgedanken. Ein alter Freund und Kollege holt … Weiterlesen

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John Creasy (Yahya Abdul-Mateen II) war einer der besten Söldner, den man für Geld kaufen kann. Bis sein gesamtes Team bei seinem letzten Auftrag getötet wurde. Seither ist er ein zielloser Alkoholiker mit Suizidgedanken.

Ein alter Freund und Kollege holt ihn schließlich für eine neue Aufgabe nach Brasilien, doch John ist noch immer am Boden. Bis plötzlich eine Tragödie passiert und er für die junge Poe (Billie Boullet), zum einzigen Freund und Beschützer mutiert…

„Man on Fire“ ist ein Thriller-Roman aus dem Jahr 1980, geschrieben von Autor Philip Nicholson unter dem Pseudonym A. J. Quinnell. Rund um Hauptfigur John Creasy hat er danach noch vier Fortsetzungen geschrieben. Verfilmt wurde bisher jedoch nur der erste Teil, dabei gibt es bisher eine französische Version aus dem Jahr 1987 und eine amerikanische mit Denzel Washington aus dem Jahr 2004.

Netflix hat Creasys Abenteuer nun ins Serienformat verwandelt und die sieben Folgen der ersten Staffel (ob es weitere gibt, wird sich erst noch entscheiden) laufen seit Ende April auf Netflix. Nachdem die Handlung der Filme in Italien und Mexico City gespielt hat, wurde nun Brasilien als Location gewählt.

Das erweist sich für mich dann auch als einer der größten Pluspunkte für die Serie, die in Summe nichts Besonderes ist, jedoch einige Teile beinhaltet, die mich involviert haben. Exotisch, faszinierend, gefährlich. Das Setting ist genau wie das Klima aufgeladen und ständig mischt sich zum Urlaubsfeeling, eine gewisse Unsicherheit dazu.

Wer von der Story her böse ist und wie alles am Ende ausgeht, ist dabei mehr als eindeutig, auf Grund der Figuren und deren Darsteller, will man das aber dann dennoch auch sehen. Besonders die Beziehung von John Creasy und Poe Rayburn trägt dabei vor allem emotional die Handlung.

Sie ist für ihn eine Anker, ein Grund, warum er noch leben will, obwohl er sich schon längst aufgegeben hat. Ebenso ist er für sie eine Bezugsperson und Vaterfigur, nachdem sie sonst ziemlich Alles verloren hat. Billie Boullet (Worldbreaker) als Poe macht das richtig überzeugend, vom trotzigen Teenager hin zu dem Menschen, der für Emotionen innerhalb der Härte dieser Welt sorgt und ihre Gefühle auf ihrer Zunge trägt.

Yahya Abdul-Mateen II (Aquaman 2) als Creasy hat die Serie auch mit produziert und ich muss ihn dafür loben, wie er so überhaupt nicht arrogant rüber kommt. Eine Ein-Mann Armee? Vielleicht, wenn er sich nicht gerade selbst ausknockt oder sich wieder mal opfern will. Man traut ihm zwar alles zu, aber nicht, dass er auch immer darauf zugreifen kann.

Ebenso weiß die Dynamik mit den anderen Figuren des Teams zu gefallen, wobei diese bunt zusammen gewürfelt sind, unterschiedlicher nicht sein könnten und man zum Beispiel mit der Figur des Vico einen typischen Bully-Bösewicht nimmt, der hier zum Antihelden mutiert, was ich als sehr erfrischend erlebt habe.

In Summe also könnt ihr die Handlung vergessen und im Prinzip auch die Action – ist gut gemacht, aber nichts außergewöhnliches – und lasst euch von Brasilien und den Beziehungen der Figuren untereinander unterhalten und mitreißen bis hin zu einem erwarteten, aber sehr stimmigen Ende inklusive einem Teaser auf mögliche weitere Abenteuer. Kann man sich gut ansehen, ich war nicht begeistert, dafür aber zufrieden.

„Man on Fire“ bekommt von mir 7/10 unerwartet durch Verlust einen neuen Grund leben zu wollen findende Empfehlungspunkte.

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Elfen Lied (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/#respond Tue, 27 Jan 2026 05:00:49 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38445 Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt … Weiterlesen

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Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt werden, denn man ist der Ansicht, ihre Mission sei es, die gesamte Menschheit zu vernichten.

Lucy ist eine Diclonius und sie kann aus ihrer Gefangenschaft entkommen, wird aber verwundet und an den Strand gespült. Durch ihre Verletzung entwickelt sie eine zweite Persönlichkeit namens „Nyu“, die wie sich ein Kleinkind verhält und auch der Sprache nicht wirklich mächtig ist. Sie wird von Kohta, der seine Schwester durch eine mysteriöse Krankheit und seinen Vater bei einem Unfall verloren hat, und seiner Freundin Yuka gefunden und die beiden nehmen Lucy/Nyu bei sich auf.

Aber das Militär sucht sie und will sie um jeden Preis finden, denn sie ist viel zu gefährlich, um in Freiheit herumzulaufen. Während Nyu jedoch bei Kotha und Yuka wohnt, lernt sie mehr und mehr, dass Menschen vielleicht doch auch liebenswürdig sein können … außerdem verbindet Kohta und Lucy mehr als Kohta ahnt …

Ich bin immer wieder über den Namen „Elfen Lied“ gestolpert und habe das von Gustav Klimt inspirierte Cover-Art immer wieder mal wo gesehen. Und dann habe ich gelesen, dass es einer der besten und emotionalsten, aber auch brutalsten Anime ist, die es gibt. Spannend, dachte ich. Als ich dann festgestellt habe, dass es ohnehin nur eine Staffel mit 13 Folgen gibt, dachte ich, vielleicht sollte ich mal reinschauen.

Und ja, „Elfen Lied“ ist brutal. Das erste Bild nach dem Vorspann ist eine abgetrennte Hand. Und die nächsten Minuten folgt Blutbad um Blutbad, denn Lucy bricht aus ihrem Gefängnis aus und nimmt buchstäblich keine Gefangenen. Da explodieren Köpfe, werden Herzen rausgerissen oder Kugelschreiben durch Augen geschossen, Arme und Beine abgetrennt und generell Menschen im Vorbeigehen in zwei Stücke gerissen. Dazu kommt noch, dass Lucy – bis auf einen Eisenhelm – nackt durch die Gegend läuft und vom Alter her wohl eine junge, erwachsene Frau ist.

Also gleich vom Anfang weg schon mal starker Tobak, der mich aber jetzt ganz offen gesprochen, nicht so richtig abgeholt hat. Solche Szenen hat man halt schon oft gesehen und auch wenn der Gewaltgrad wirklich halbwegs hoch ist, so ist das Story-Element per se nicht neu. Und sorry, aber nackte Zeichentrickfiguren spielen in meinem Leben per ses keine Rolle, stören mich aber auch nicht, zumal es im Kontext der Handlung ja auch Sinn hat.

Aber ich bin dran geblieben und muss sagen, ja, der Animé, der auf einem Manga basiert, traut sich einiges und zeigt auch einiges, was man in anderen Serien sicher nicht oder zumindest nicht so zeigen würde. Ich habe unlängst einem Freund, der mich nach Serientipps gefragt hat, davon erzählt und eine Sache, die gesagt habe: „Also vom Ende von Folge 4 bis fast zum Ende von Folge 5 war ich die ganze Zeit über kurz davor loszuheulen. Das war richtig heftig.“

Und ja, es ist richtig heftig. So gibt es zum Beispiel einen Charakter, der obdachlos ist und von Zuhause floh, weil sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Und auch wenn nichts gezeigt wird, so ist die Rückblende mehr als nur ein kurzer Schlag in die Magengrube. Man sieht – in dunklem Schwarz-Weiß gehalten, wie sich das junge Mädchen vor dem Typen (man sieht nur sein Gesicht bis unter der Nase, also sein schweinisches Grinsen) ausziehen muss und dabei am ganzen Leib zittert. Dann muss sie sich auf alle viere begeben und sich mit dem Hintern in seine Richtung drehen. Dann kommt ein Schnitt, aber man weiß ja leider, was da dann kommen würde … mir wird jetzt noch übel, wenn ich daran zurückdenke. Und noch heftiger ist die nächste Szene als das Mädchen endlich die Kraft findet, es ihrer Mutter zu sagen, ist deren Reaktion ihr eine Ohrfeige zu verpassen und ihr ins Gesicht zu schreien, dass alles ihre (das der Tochter!) Schuld sei, denn wenn sie nicht wäre, dann „er“ wieder Interesse an ihr.

Alter Verwalter. Das sind Szenen auf die ist man einfach nicht vorbereitet und mich haben sie absolut hart erwischt. Ich halte Gewalt gegen Kinder weder im echten Leben noch in Geschichten/Filmen/Büchern aus und das hier war richtig heftig.

Umso schöner, wenn man dann sieht, wie sie unter der Obhut von Kohta und Yuka aufblüht und zu einer richtig wichtigen Figur in der Serie wird. Dazu kommt eine zweite Diclonius, die ihren Schöpfer (ein Forscher) „Papa“ nennt und alles für ihn tun würde. Also auch eine junge Frau mit dem Gemüt eines kleinen Kindes. Diese bekommt den Auftrag Lucy zu finden und zurückzubringen. Was sie versucht. Endet nicht gut für sie. Und die Reaktion vom Forscher hat mich dann überrascht – aber das wäre ein zu großer Spoiler.

Was ich damit sagen will: Die Serie scheut sich nicht auch absolut erwachsene Themen anzusprechen und zu zeigen und löst damit absolut Emotionen aus. Die Macher wussten schon, welche Knöpfe sie drücken müssen, damit man mitgerissen wird.

Was für mich dann aber von Anfang an – und je länger, desto schlimmer wurde es – doch ein Problem für mich war und ist: Der Umgang mit Liebe, Verliebtsein und Sex. Nur als Warnung: Sex kommt per se nicht vor, von zwei Küssen abgesehen. Aber diese kindlich übertriebene Darstellung oder das Nyu auf einmal Kohtas Hand nimmt und sich auf ihre Brust legt, während er sie völlig überfordert machen lässt, nur um dann zu fragen: „Du willst, dass ich meine Hand bewege?“. Das klingt nach ziemlich schlimmen Fantasien der Macher und nicht nach einer erwachsenen Serie. Überhaupt ist Kohta ein strunzdummer Protagonist, den man zwar als netten, sympathischen, aber schwer traumatisierten Hauptcharakter etablieren will, aber ehrlich: Der ist einfach nur strunzdumm und traumatisiert.

Im Gegenzug gibt es dann wieder Szenen, die großartig sind, als zum Beispiel Kohta einer anderen Figur erklärt, man könne sie nicht weiter einfach so durchfüttern und diese Person denkt, sie müsse jetzt gehen und alles zurücklassen, was sie lieb gewonnen hat, nur um völlig überrascht zu sein als er weiterspricht und anführt, dass sie ab jetzt auch ihren Teil im Haushalt übernehmen müsse: Den Hund füttern oder Fenster putzen, egal was, aber zumindest irgendwas. Das war eine schöne Szene.

Alles in allem wäre die Serie aus meiner Sicht weit besser, wenn man diese peinlichen sexuellen Teile weggelassen hätte, weil sie wenig bis nichts zur Handlung beitragen und einfach wirklich meistens peinlich sind. Speziell Yuka hat da ein paar richtig dumme Szenen, in denen sie absolut eifersüchtig auf Nyu ist, weil sich Kohta Sorgen um sie macht.

Udn wieder erneut gibt es extrem coole Szenen, die völlig anders verlaufen sind als ich das gedacht hätte.

Ich bin mir also uneins mit mir: Einerseits sind verschiedene Story-Stränge und die Beziehungen der Figuren untereinander richtig cool und nehmen teils unerwartete Wendungen. So bleibt zum Beispiel keine der Hauptfiguren schwarz/weiß, sondern alle bekommen Hintergrundgeschichten, die teilweise die Bösen auf einmal zu Guten machen und umgekehrt. Andererseits gibt es richtige Momente zum Fremdschämen.

Schade – aber das ist einfach der kulturelle Unterschied zwischen Japan und Europa, meine ich. Da sind einfach Dinge drin, die bei uns schwer unpassend und peinlich sind, während sie in Japan keine Rolle spielen oder sogar erwartet werden. So ist zum Beispiel Yuka, die schwer in Kohta verliebt ist und ihn sogar küsst, eigentlich seine Cousine. Würde bei uns gar nicht gehen. In Japan ist das kein Thema.

Auch gibt es später im Plot ein paar „Überbösewichte“, die mehr oder minder aus dem Nichts in den Plot geschrieben werden und das Ende fand ich eher unterwältigend, als wirklich episch und mitreissend. In Summe hatte „Elfen Lied“ für mich jedoch genug tolle Szene und starke Charaktermomente, die ihn zu einer Empfehlung machen. Man muss halt mit ambivalenten Gefühlen gegenüber ein paar der Figuren leben können.

Vor allem jene Momente in denen Lucy einfach Lucy sein darf sind richtig cool geworden – von der veränderten Körpersprache, Frisur, Augen und vor allem der extrem trockenen und kühlen Stimme – das ist 1A.

„Elfen Lied“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, wer Splatter mag oder auf nackte Anime-Figuren steht darf noch einen Punkt draufschlagen, von 10 möglichen Punkten.

PS: Und wen die Geschichte frappierend an „Stranger Things“ erinnert: Ihr habt Recht. Wurde von den Macher auch so bestätigt, dass sie schwer von „Elfen Lied“ inspriert wurden. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie komplette Handlungsstränge (und teilweise Szenen) geklaut haben.

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Top Of 2025 – Jahresrückblick http://darkagent.blogsit.net/2026/01/01/top-of-2025-jahresrueckblick/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/01/top-of-2025-jahresrueckblick/#respond Thu, 01 Jan 2026 05:00:13 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38290 Zum Jahresabschluss haben wir das Film/Fernseh/Gamesjahr 2025 Revue passieren lassen und uns gefragt, was eigentlich unsere Lieblinge des vergangenen Jahres waren. Beide Autoren haben sich so ihre Gedanken gemacht und ihre persönlichen Best of – Listen (plus ein paar Negativ-Erlebnisse) … Weiterlesen

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Zum Jahresabschluss haben wir das Film/Fernseh/Gamesjahr 2025 Revue passieren lassen und uns gefragt, was eigentlich unsere Lieblinge des vergangenen Jahres waren. Beide Autoren haben sich so ihre Gedanken gemacht und ihre persönlichen Best of – Listen (plus ein paar Negativ-Erlebnisse) erstellt.

Spideragents Top (auf diesem Blog verewigte) Momente im Jahre 2025:

Bester Tripfilm: Novocaine. Ich mag diese Art von Filmen. Einsteigen, den Unterhaltungsfaktor auf 100 Prozent stellen und Vollgas geben. Wenn das dann auch noch neben dem Irrsinn so sympathisch und sogar romantisch passiert wie hier, dann hat die völlig involvierende, temporäre Flucht aus der Realität, bestens funktioniert.

Außerhalb der Norm: Companion. Schräg, aus den richtigen Gründen witzig und Sophie Thatcher hat eine der Hauptrollen, was will man mehr? Richtig, Jack Quaid, der hiermit bereits den zweiten Eintrag in dieser Liste hat und auch dank Filmen wie Heads of State und Neighborhood Watch, für mich 2025 der Schauspieler des Jahres ist (mit gleich vier Filmen, kommt da keiner an ihn ran).

Starke Ladies: Ballerina und M3gan 2.0. Die eine mischt Effizienz und Stil mit einer gewissen Verletzlichkeit und die andere ist dermaßen satirisch, lakonisch trocken, dass es eine Freude ist. Moderne Filme können keine starken Ladies schreiben, denen man zujubeln möchte? Nun es gibt eben auch löbliche Ausnahmen.

Von Fans für Fans: Heart Eyes. Slasher haben für mich etwas Beruhigendes an sich, klingt vielleicht paradox, ist aber so. Hier gibt es die nötige Härte gepaart mit dem etablierten „Metaebenen-Humor“.

Beste Fortsetzungen: Predator Badlands und Superman. Beim Alien vom Planeten Yautja Prime war hier die Herangehensweise erfrischend und die Machart einfach cool und beim Alien von Krypton habe ich einerseits meine James Gunn Momente spendiert bekommen und andererseits fantastische SciFi-Bilder und den typischen Humor, den ich sehr schätze.

Warnungen an Freunde des guten Geschmacks:

Am Schlimmsten hat es dieses Jahr Star Trek Fans erwischt mit Section 31. Ja, jetzt ist es auch bei mir soweit dass ich sagen muss: das ist nicht mehr Star Trek, das ist ein Kasperltheater. Sogar Hauptdarstellerin Michelle Yeoh hat später in einem Interview bestätigt, dass sie einen besseren Film hätten machen sollen. Wirklich, bist du dir da auch ganz sicher, Michelle?

Ebenfalls furchtbar ist das verbraten von Talenten in richtig ganzheitlich miesen Filmen, aber vielleicht brauchen manche Darsteller einfach einen neuen Agenten oder sie brauchten das Geld. Beispiele hierfür sind Alarum, der Sylvester Stallone alles andere als in Würde altern lässt oder A Breed Apart, der zwei Jungstars verschenkt und nicht mal lustig trashig ist oder Werewolves, der trotz Frank Grillo, einfach nur langweilig ist.

Den dritten und letzten Punkt meiner schlimmsten filmischen Erlebnisse, könnte man ruhig mit Section 31 in einen Topf schmeißen und dabei geht es um Filmemacher, die einfach kein Gefühl für ihr Werk haben. Y2K soll witzig nostalgisch sein, ist aber einfach nur hohl und dumm und Red Sonja soll Fantasy Spaß mit Ironie sein, ist aber nur lächerlich, unfreiwillig komisch und unsympathisch modern, von den Agendas her.

Fireagents Highlights
der verschriftlichten Film- und Videospiel-Momente 2025 (Reihenfolge ist zufällig):

Bei den Serien bin ich mir nicht sicher, welche mir am besten gefallen hat, aber jene über die in meinem Umfeld am meisten gesprochen wurde, war „Adolescence„. Starker Tobak, starke Inszenierung und in Summe eine echt heftige Serie, die tatsächlich (auch als Vater) etwas in mir berührt hat. Auf der anderen Seite hab ich mir „Blue Eye Samurai“ angesehen – ich weiß, kam schon 2023 raus – und was Rachegeschichten, Samurai und Animation betrifft – ich glaube nicht, dass es besser geht.

Erwähnen muss ich aber auch „Star Wars: Andor„, weil selten eine Serie in meinen Augen ihrem Hype – zumindest für mich – so gerecht geworden ist und ich wirklich lang gezögert habe, mir die erste Staffel überhaupt anzusehen. Egal, ob ihr Star Wars-Fans seid: Guckt euch beide Staffeln an.

Und ein Nebeneinwurf: Kein Meilenstein, aber doch unterhaltsam und super: „Haunted Hotel„. Hat Potential (nachdem mein Favorit „Inside Job“ ja scheinbar nie weitergehen wird).

Filme haben bei mir heuer wenig Eindruck hinterlassen, wie ich offen gesprochen sagen muss, ich musste sogar auf dem Blog nachschauen, was ich heuer gesehen habe und da waren ein paar „Oh, stimmt. Der war ja auch dabei.“-Momente. Filme, auf die ich mich mehr oder weniger gefreut hatte und die ich dann doch eher „meh“ fand: „Maxxxine“ und „Fear Street: Prom Queen„. Hätten beide Potential gehabt, welches dann leider links liegen geblieben ist. Schade.

Ein Sequel für das ich endlich Zeit hatte und das meine Erwartungen übertroffen hat, war klar „Smile 2“ – auch wenn sie meiner Ansicht nach das Ende vergeigt haben. Übrigens eine Sache, die mir 2025 öfter aufgefallen ist – das Filme es schaffen super Spannung bis zum Finale aufzubauen und dann doch leider den Homerun zu vergeigen.

Dafür hat für mich „28 Years Later“ (ja, trotz dem Ende) super funktioniert und ich bin vorsichtig optimistisch (nach dem ersten Trailer) was den Nachfolger „28 Years Later: The Bone Temple“ betrifft.

Auch wirklich positiv überrascht hat mich „Der wilde Roboter„, den ich nur allen ans Herz legen kann, denn der war wirklich toll. Und „Predator: Killer Of Killers“ nehme ich trotz des schwachen Endes allein für die Episode mit den Samurais dazu, denn das war quasi perfektes Kino ohne ein Wort zu sprechen (ja, ich weiß, sie sprechen, aber halt eher sehr wenig).

Was die Videospielwelt betrifft, so war das Jahr in meinen Augen stärker und besser als mein Filme-Jahr, denn da kamen ein paar wirklich starke Titel. Der erste Name, der mir einfällt ist natürlich „Clair Obscur: Expedition 33“ und ja, ich pfeife auf die Nutzung von KI. Wäre ich Programmierer und ich hätte die Option, dass ich Gras von einer KI machen lasse oder ob ich selbst 200 Halme händisch setzen müsste – ich denke, ihr wisst, wie meine Entscheidung ausfallen würde. Dazu kommt noch „Silent Hill f„, dass ich allein schon für die Inszenierung der Story loben muss, auch wenn ich – nun, lest die Kritik. Ich finde nicht alles gut daran, aber in Summe war das schon ein tolles Erlebnis. Das ist übrigens einer von zwei Filmen auf die ich mich freue: „Return To Silent Hill“. Und ja, der andere ist „Super Mario Galaxy“.

Und was ich auch auf jeden Fall erwähnen muss: „Stellar Blade„. Wow, sag ich nur. Wow. Bitte mehr von solchen Spielen. Das war super inszeniert, die Story war gut (wenn auch vorhersehbar) und alles, was mir die Option gibt, 2B aus Nier: Automata in guter Grafik mit coolem Kampfsystem und der Musik von Nier:Automata neu zu erleben – auch wenn es nur ein DLC und quasi „In-Game-Cosplay“ ist – hat automatisch einen Bonus.

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Blue Eye Samurai (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/27/blue-eye-samurai-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/27/blue-eye-samurai-serienkritik/#respond Sat, 27 Dec 2025 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38299 Dieser Samurai ist eine Legende. Und diese Legende bezieht sich auf die Blutspur, welche die Rache von Mizu (Maya Erskine) durch das Land zieht. Tatsächlich ist dieser Samurai ein Mischling, was bedeutet: Die Mutter ist Japanerin, aber der Vater ist … Weiterlesen

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Dieser Samurai ist eine Legende. Und diese Legende bezieht sich auf die Blutspur, welche die Rache von Mizu (Maya Erskine) durch das Land zieht. Tatsächlich ist dieser Samurai ein Mischling, was bedeutet: Die Mutter ist Japanerin, aber der Vater ist ein Engländer, weshalb auch die Augen blau sind. Das bedeutet, dass immer eine Sonnenbrille im Gesicht klebt, um das zu kaschieren.

Und eigentlich geht es nur um Rache an diesem Vater. Nur – wer ist es? Einer der vier Engländer, die zu dieser Zeit in Japan waren muss es sein. Und nachdem nicht klar ist, wer genau, nun, da muss das Schwert eben sprechen.

Und es stellen sich viele Hürden in den Weg dieser Rache. Und jede einzelne will genommen werden. Und ja, das bedeutet Opfer. Und es bedeutet auch, Dinge zu tun, die vielleicht moralisch nicht ganz auf der netten Seite liegen …

Die Story ist nicht neu und wurde schon ganz oft erzählt. Aber ganz ehrlich – so cool, stylisch und ja, auch emotional mitreissend wie hier hab ich das schon lange nicht mehr erlebt. In der ersten Folge war ich noch eher milde interessiert, weil mir doch alles ein klein wenig zu berechenbar vorkam und ich mir bei vielen Szenen dachte, dass ich die bereits aus anderen Filmen kenne, aber je länger ich drangeblieben bin, desto gefesselter war ich.

Das liegt einerseits an den Hürden und Problemen, denen Mizu sich stellen muss, aber vor allem an den Figuren, die auftauchen. Und natürlich an der absolut klaren Message, dass der Film sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Damit meine ich jetzt nicht einmal die vielen, wirklich brutalen Kämpfe – und glaubt mir, da wird sich nichts geschenkt. Körperteile abhaken und Blutfontänen – die gibt es hier im Dutzend billiger und ja, es sieht richtig gut aus.

Die Animationen und die generelle Optik sind absolut großartig und alles sieht in Bewegung noch besser aus als auf den Standbilder – also Hut ab vor der technischen Seite der Produktion – gleiches gilt auch für die Synchrosprecher:innen. Allesamt top.

Aber was ich mit „an ein erwachsenes Publikum richten“ meine, sind zwei Dinge: Einerseits kommt Sex vor und zwar mehrmals und das auf Arten, die etwas über die Figuren aussagen und nicht als bloßer Selbstzweck. Fand ich toll. Eine Szene vor allem: Die spielt in einem Bordell und eine neue Mitarbeiterin soll zeigen, was sie drauf hat – sie will von dem Typen aber nicht angefasst werden. Relativ rasch versteht sie, dass der Typ sehr belesen ist und Reime, Haikus und Gedichte ziemlich erotisch findet – also trägt sie ihm ein erotisches Gedicht vor und der Typ hat einen dermaßen starken Orgasmus, dass er in Ohnmacht fällt. Das war eine absolute Hammerszene, die ich so auch noch nie wo gesehen habe. Da war ich echt ein bisschen sprachlos. Geniale Idee!

Aber viel eher meine ich die Erzählstruktur und die Geschichten der Figuren – allen voran Mizu – und wie diverse Rückblenden in die Gegenwartsgeschichte (die Gegenewart der Haupthandlung meine ich) eingebettet werden. Nach Folge 5 war ich völlig fasziniert. Die Folge ist im Grunde ein einziger langer Kampf in welcher sich allerdings die Loyalitäten von ein paar Figuren ändern und während dem Kampf gibt es immer wieder Rückblenden auf das Leben von Mizu und das war ganz großes, richtig großes Kino. Was da alles passiert ist und wie sich das auf die Hauptfigur ausgewirkt hat – wow, sag ich nur. Da hat die Figur doch tatsächlich richtig Tiefe bekommen.

Leider lässt diese Art der Erzählens dann ein wenig nach und je näher man sich dem Finale nähert, desto Videospiel-ähnlicher werden auch die Handlungsstränge. Zum Beispiel kämpft sich Mizu durch einen Festung von unten nach oben und man kann nicht umhin anzumerken, dass wir hier im Grunde ein Let’s Play sehen wie sich Mizu von Level zu Level zum Bossgegner hochkämpft. Gut gemacht, sieht gut aus, aber trotzdem irgendwie im Vergleich zu den emotionalen Teilen vor Vorfolge(n) eher ein Abstieg.

Außerdem gibt es im Kern drei Handlungsstränge, den neben Mizu gibt es noch zwei weitere Figuren, deren Leben und Werdegang stark von Mizu beeinflusst werden und die zwar auch als Klischee beginnen, aber nach und nach mehr beleuchtet werden und dann auf sich gestellt doch interessant sind. Und in Kombination mit Mizus Geschichte auch wirklich spannend bleiben.

Und dann kommt das Ende. Und selten war ich so enttäuscht von dem, wie eine Serie endet, denn tatsächlich hört sie quasi einfach auf. Ich weiß, dass eine zweite Staffel genehmigt wurde, aber was hier impliziert wird als Cliffhänger für die nächste Staffel – nun, was soll ich sagen. Reizt mich eher wenig. Ich werd’s mir schon ansehen, weil ich ja vielleicht positiv überrascht werde, aber so richtig Lust darauf hab ich nicht bekommen. Gerade weil auch ein paar Storystränge, die sich im Laufe der ersten Staffel entwickeln so gar nicht abgeschlossen werden und ich einfach nicht sehe, wie das mit diesem Cliffhanger gelöst werden kann ohne von der Story her stark abzufallen. Aber schauen wir mal. Kann ja sein, dass die das hinbekommen.

„Blue Eye Samurai“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, leider im Finale bzw. mit dem Ende schwächelnde, aber bis dahin großartig seiende, Punkte.

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Alien: Earth – Staffel 1 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/20/alien-earth-staffel-1-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/20/alien-earth-staffel-1-serienkritik/#respond Sat, 20 Dec 2025 05:00:40 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38248 Im Jahr 2120 kontrollieren fünf große Unternehmen die Erde und das kolonisierte Solarsystem. Nach einer 65 Jahre andauernden Mission der Weyland-Yutani Corporation, wobei es dabei ging diverse Alien-Spezies einzufangen und zu studieren, ist das Raumschiff bereit für die Heimreise auf … Weiterlesen

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Im Jahr 2120 kontrollieren fünf große Unternehmen die Erde und das kolonisierte Solarsystem. Nach einer 65 Jahre andauernden Mission der Weyland-Yutani Corporation, wobei es dabei ging diverse Alien-Spezies einzufangen und zu studieren, ist das Raumschiff bereit für die Heimreise auf die Erde, doch es kommt durch Komplikationen, zu einem Absturz des Schiffes.

Es landet mitten im Gebiet der Prodigy Corporation, die sofort eine Rettungsmission startet, die schon schnell zu einer „die Kreaturen für sich beanspruchen“ Mission wird. Mittendrin ist dabei Wendy (Sydney Chandler), die vor kurzem noch ein sterbendes kleines Mädchen war und deren Bewusstsein sich nun in einem synthetischen Prototyp von Prodigy befindet…

Noah Hawley ist manchen Leuten ein Begriff, weil er für Serien wie Legion oder Fargo verantwortlich war und dabei auch bei einigen Folgen Regie geführt hat. Aktuell widmet er sich der Erweiterung eines Franchise, dass letztes Jahr mit Romulus wieder auf der Bildfläche erschienen ist und es auch weitere Filme geben wird. Zwischen August und September 2025 wurden nun auf Hulu (bei uns Disney+) die acht Folgen der Alien: Earth Serie veröffentlicht.

Sie spielt zwei Jahre vor den Ereignissen des ersten Alien-Films, jedoch in einer alternativen Zeitlinie, außerhalb des Kanons der Filme. Eines ist dabei unmissverständlich klar und das Thema wird auch immer wieder aufgegriffen: dies ist eine Peter Pan Story, eingebettet ins Alien-Universum. Die Größe ist weitläufig, durchaus auch stellenweise berauschend und behandelt Themen wie was macht Persönlichkeit und Identität aus und die Anmaßungen der Superreichen.

Was ziemlich schnell auffällt, ist dass die Facehugger und Xenomorphs hier nicht die Hauptrolle spielen. Es ist die Story der jungen Prototyp Hybriden – also die mit dem Bewusstsein der Kinder in künstlichen Körpern – der Hauptfokus und nebenbei werden noch ein paar andere Kreaturen eingeführt, die was den Body-Horror betrifft, in ihren Arten zu töten den Ekelfaktor der Aliens sogar noch übertreffen.

Man könnte durchaus sagen, dies ist eine Mischung aus Gesprächen/Beobachtungen über Existenz und Macht an sich und der Freude daran Menschen zuzusehen, wie sie auf unterschiedliche und stets blutige Art und Weise zerlegt werden. Die Effekte sind dabei richtig großartig, ebenso die Kameraeinstellungen und die Art, wie der Score bei jeder Folge mitsammen mit den Einblendungen der Titel und der kurzen Zusammenfassung der letzten Ereignisse ein unangenehmes Gefühl erzeugen und dich die Rocksongs am Ende jeder Folge, gehypt zurück lassen.

Mit Effekte meine ich dabei sowohl das CGI, als auch die handgemachten Gore-Momente. Die Schauspieler sind dabei ebenso perfekt in ihren Rollen. Egal ob Sydney Chandler (Don´t Worry Darling), die mit weit geöffneten Augen die Welt entdeckt und im weiteren Verlauf immer unheimlicher wird, oder Samuel Blenkin (Mickey 17) als Boy, der Prototyp überhaupt auf die überheblichste Form von Narzissmus und Amoralität bezogen über Timothy Olyphant (Havoc) als Synth mit speziell trockenen Humor, das ist großes Kino.

Was mich zu den Negativpunkten bringt, denn so gut auch die Darsteller sind, so ambivalent sind die Gefühle, die man ihren Figuren gegenüber hat. Es geht mir nicht darum, dass ich schwarz und weiß brauche und eine klare Identifikationsfigur, aber auch auf Grund der Masse an Figuren wird man als Zuseher hier eher zum Voyeur, als dass man zum Mitfiebern motiviert werden würde. Coole Aktionen liefern viele der Charaktere, aber um keinen hat man Angst bzw. gibt es genug andere Sachen, auf die man sich hier konzentrieren kann.

Nach den ersten vier Folgen, gibt es bei Folge fünf so etwas wie einen Mini-Alienfilm zu bewundern (also die Ereignisse, die zum Absturz in Folge eins geführt haben) und der ist von der Intensität wohl nicht ohne Grund die am Besten bewertete Folge auf der IMDB, aber hier ist mir etwas bei ein paar Aktionen so richtig aufgefallen, nämlich wie dumm einige die Protagonisten teilweise agieren. Atemschutz bei einer operativen Entfernung eines Aliens? Brauchen wir nicht, wird schon keinen Abwehrmechanismus haben.

Einen Container mit Kreaturen richtig mit Deckel verschließen? Aber nein, da dauert ja dann das hin und her viel zu lange. In eine Zelle eintreten und dabei permanent auf das darin befindliche Alien achten? Nicht nötig, will ich Jemanden helfen, verschwindet der Rest der Welt einfach aus der Wahrnehmung. Das ging dann so weit, dass ich wirklich in einer Folge eine Pause einlegen musste, um all die vom Drehbuch auferlegten Unachtsamkeiten aka Blödheiten abschütteln zu können.

Das sind Wissenschaftler und Ärzte und auch wenn die Hybriden Kinder sind, sollen sie doch angeblich super intelligent sein. Wäre dies ein Final Destination Film, der Tod bräuchte überhaupt nix zu planen und vorzubereiten, die beseitigen sich schon von selbst. Neben der für Disney typischen finalen Übermacht der weiblichen Hauptfigur, hat mich das mehrmals völlig aus der Immersion heraus geworfen. Was eben gerade deswegen schade ist, weil einige Teile hier so gut wären.

Ein starker Beginn, der in der fünften Folge seinen Höhepunkt findet und dann geht es bergab. Wenn eine Story sich so verläuft in mehreren Handlungssträngen und am Ende zwar eine Neuaufstellung liefert, aber für keinen der wichtigen Figuren Antworten liefert, dann werden die zunächst selbst erzeugten Erwartungen, einfach nicht erfüllt. Was Hawley für die bereits genehmigte zweite Staffel vor hat, ist dennoch spannend und ich werde sie mir sicherlich ansehen, aber ich würde es nicht Vorfreude nennen, eher Neugier.

„Alien: Earth“ Staffel 1 bekommt von mir 7,5/10 sich selbst etwas im Weg stehende und dabei zu viel wollen und zu wenig aussagende Empfehlungspunkte.

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The Witcher – Staffel 4 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/12/13/the-witcher-staffel-4-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/12/13/the-witcher-staffel-4-serienkritik/#respond Sat, 13 Dec 2025 05:00:45 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38305 Ciri (Freya Allen) hat sich „den Ratten“ angeschlossen und will ihr altes Leben hinter sich lassen. Leider ist immer noch die gesamte Welt hinter ihr her. Es kommt sogar so weit, dass ein Kopfgeldjäger namens Leo Bonhart auf sie angesetzt … Weiterlesen

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Ciri (Freya Allen) hat sich „den Ratten“ angeschlossen und will ihr altes Leben hinter sich lassen. Leider ist immer noch die gesamte Welt hinter ihr her. Es kommt sogar so weit, dass ein Kopfgeldjäger namens Leo Bonhart auf sie angesetzt wird. Und der Mann ist vielleicht irre – aber er ist auch irre gut.

Geralt (Liam Hemsworth) ist inzwischen dabei, seine Wunden heilen zu lassen, eine Bande an Helfer:innen um sich zu scharen, und Ciri als auch Yennefer (Anya Chalotra) zu suchen.

Yennefer ist hingegen dabei die übriggebliebenen Zaubererinnen zusammenzusuchen, um sie in eine Schlacht gegen den Verräter Vilgefortz (Mahesh Jadu) zu führen.

Und ihre Wege werden sich bis zum Ende nicht kreuzen … naja, außer einmal. Kurz. Zwecks Sex. Nämlich.

Man merkt es am Sarkasmus. „The Witcher“ hat jetzt auch mich verloren. Ich habe die ersten drei Staffel ja durchaus unterhaltsam gefunden (auch wenn Staffel 2 sich sehr, sehr weit vom Ursprungsmaterial entfernt hat, eine Sache auf die ich in der Kritik gar nicht eingegangen bin, wie ich bemerkt habe). Ich bin immer noch der Meinung, dass sich eine Interpretation oder Adaption durchaus Freiheiten nehmen darf, was Handlung, Figuren und so weiter betrifft. Und alles, was bis jetzt gelaufen ist, war eigentlich okay für mich. Manche Entscheidung habe ich nicht verstanden, aber das ist okay, ich muss nicht alles verstehen. Und speziell in Staffel 3 war es für mich so, dass die Eckpfeiler der Story jene der Bücher waren – alles so weit für mich im grünen Bereich.

Aber Staffel 4 … ach, ich weiß nicht, … nein, halt, doch. Ich weiß genau, was mich hier stört und warum die vierte Staffel trotz der grundsätzlich ja dieses Mal sehr einfachen und klaren Handlung und gewisser Eckpunkte, die auch den Büchern folgen, mir einfach nicht gefallen hat.

Weil die Macher:innen jetzt einfach drauf gepfiffen haben. Hier wird einfach was abgearbeitet und es kann mir keiner mehr erzählen, dass hier irgendwie Herzblut drin steckt. Nein. Gibt es nicht. Denn dann wäre das alles hier weit besser und weit weniger peinlich erzählt worden. Ich habe mich so oft geärgert, weil es Szenen gegeben hat, die ja, die kommen im Buch vor, aber Himmel ist das peinlich umgesetzt. Das ist keine Inkompetenz, das ist einfach Desinteresse.

Ein paar Beispiele: Ciri wird immer brutaler und passt sich immer mehr den „Ratten“ an … aus Gründen (dazu später mehr). Hier? Hier wird sie zum nervigen, dummen Bossbitch. Ciri nervt. Nämlich richtig. Und zwar die gesamte Zeit über. Sie wird hier nicht gefährlich oder brutal (ja, schon auch) oder verliert sich selbst, sondern in erster Linie wird sie präpotent und ein Kotzbrocken. Sorry, aber … da hat wohl jemand was missverstanden in der Story. Oder sich bewusst für diese Version entschieden. Und wenn ja, dann frage ich mich: Warum? Warum sollte man Ciri auf Biegen und Brechen unsympathisch machen wollen? Ich verstehe es nicht.

Oder Yennefer. War die in der dritten Staffel meiner Ansicht nach schon der Schwachpunkt, so ist sie hier erneut der Schwachpunkt. Charisma? Nein. Absolut nicht. Und dann gibt es noch eine Szene in welcher ihr jemand erklärt, was für eine tolle Anführerin sie sei. Nein. Einfach nein. Die Figur ist mittlerweile einfach nur noch peinlich. Was eine unglaubliche Powerfrau hätte sein können (und sollen!) ist mittlerweile ebenfalls eine nervige Bossbitch, die nichts auf die Reihe kriegt und gelobt wird für die Dinge, die sie angeblich so gut kann, die wir aber nicht sehen. Mhm. Tolle Anführerin. Okay. Sehen wir da auch mal irgendwann? Nein? Okay. Ich frag ja nur. Was viel mehr gepasst hätte? Wenn alle Yennefer misstrauen, weil sie ja offensichtlich ihre eigenen Ziele hat und – sind wir mal ehrlich – sie die ganze Zeit Mist baut. Spoiler: Das ist was im Buch passiert. Niemand will ihr beistehen. Auch wird die Lodge der Zauberer:innen nicht von Yen gegründet. Und es ist auch nicht Yen, die sie alle zusammenbringt. Tatsächlich bricht Yen den Kontakt zu ihnen ab, weil sie zwar alle auch Ciri wollen, aber aus völlig anderen (und ziemlich selbstsüchtigen) Gründen. Weil sie keinen Deut besser sind als die anderen (Männer). Alle Fraktionen im Witcher-Universum haben eine eigene, selbstsüchtige Agenda! Da gibt es kein Männer = böse und Frauen = edel. Aber egal. Mir macht es nichts, dass das geändert wurde – aber dann hätte das doch zumindest gut schreiben, inszenieren und umsetzen können, oder nicht? Was ist das hier?

Da kommt dann auch noch Triss tief betroffen, weil Yen sie alle verlassen will – und zwar nach der erbärmlichsten „We Women“-Rede, die ich je gehört habe, vorgebracht auf eine solch peinliche Art und Weise, dass ich mich frage, wie hoch der Gehaltsscheck für die anderen Leute in der Szene war, dass die nicht lachend oder kopfschüttelnd oder beides einfach vom Fleck weg das Set verlassen haben. Würg.

Und dann Geralt. Geralt ist tatsächlich auch in neuer Besetzung die beste Figur in der Serie. Nur ist es halt nicht Geralt. Das. Ist. Nicht. Geralt. Und das liegt nicht an der Optik oder Schauspielkunst von Hemsworth. Der passt schon. Aber es hätte ihm vielleicht mal jemand sagen sollen, dass Geralt kein Indiana jones ist, der die ganze Zeit über amüsiert schmunzelt oder grinst. Grinst! Geralt von Rivia, der in der vorigen Staffel (produziert und geschrieben und inszeniert von den gleichen Macher:innen!) eine Szene bekommen hat, in der Ritterspron und Ciri ihn auf die Schaufel nehmen, weil er nicht grinsen kann. Und hier grinst er in allen Szenen. Und ja, es ist in 99% der Fälle unpassend. Seine Szenen selbst sind auch nicht der Hammer und von der Betonung und der Stimme will ich gar nicht anfangen. Ihr seht – viel auszusetzen. Und trotzdem noch immer der beste Teil der Show.

Ich könnte jetzt noch über die Gefährten reden, aber auch hier – Potential Ende nie und alles verschenkt. Da gibt es ausgedehnte Reden über Motivationen und extrem lange Abschiede für Figuren, die mir völlig egal sind (in der TV Serie egal sind!) und elendig lange Erklärungen über Emotionen und Geschehnisse, die ich gern gesehen und gefühlt hätte. Nein, die müssen mir lang und breit erklärt werden, weil wir sagen dir jetzt, was du fühlen sollst! Nämlich. Warum dich als Zuseher(in) dazu bringen, Emotionen zu fühlen, wenn wir sie dir doch einfach sagen können? Was soll dieser Mist? Check the box. Mehr ist das nicht mehr.

Ein Wort noch zu den „Ratten“: Wenn das keine Highschool-Kids sind, die von ihren reichen Eltern zu viel Geld bekommen und glauben, jetzt rebellieren zu müssen, dann weiß ich auch nicht. Das sollte doch eine Truppe sein, die auf der Straße lebt, gefürchtet ist, die Morden und Stehlen und die einfach „abgefuckt“ sind. Nein. Hier nicht. Die gesamte Truppe könntet ihr als Bullies in einen beliebten Highschool-Film setzen und die brauchen sich nicht einmal umziehen. Wisst ihr, wie die „Ratten“ im Buch sind? Mörder und Räuber. Selbstgerecht, egoistisch und – Verzeihung – Dreckschweine. Und die Beziehung von Mistle und Ciri? Mistle vergewaltigt sie mehr oder weniger und dann kommt es zum „Stockholm“-Syndrom (ja, die Bücher sind heftiger Tobak – gibt ja einen Grund, warum „The Witcher“ mal als das „neue Game Of Thrones“ gehandelt wurde). Das hier? Was soll das sein? Aber okay. Okay. Es hätte ja funktionieren können. Wenn man eine jugendfreie, locker-leichte Version haben will, bitteschön, hab ich kein Problem damit. Änderungen sind okay – aber sooooo langweilig gemacht? Warum diese Schablonen und Witzfiguren? Es ist zum Kotzen.

Und als letztes: Das Set-Design. Nur als Beispiel: Wenn ihr mir einen belebten Markt zeigen wollt, dann sollten da mehr als zwei Personen stehen. Und alles ist sauber. Da ist kein Staub, da liegt nichts herum. Alles ist sortiert. Das ist steril wie ein Krankenhaus. Wenn ihr schon alles auf Soundstages dreht, dann bemüht euch wenigstens es so aussehen zu lassen, als ob dort wirklich Leute leben würden.

Das Beste an Staffel 4? Leo Bonhart. Und der ist ein absolut abartige, sadistischer, ekliger, grauslicher Mann. Ein Monster in der Gestalt eines Mannes. Und das ist die Figur, die hier am Besten wirkt. Weil der wie ein Charakter mit Geschichte wirkt. Das ist kein Abziehbild. Seine Auftritt sind vielleicht kurz – aber die hinterlassen Eindruck. Jedes Mal, wenn er auftaucht, dann ändert das etwas am Verlauf der Story. Alle anderen Entwicklungen sind im Grunde (ja, sogar die Schlacht mit Vilgefortz) egal. Oh – SPOILER – sie töten Vesemir. Warum? Einfach so. Hat genau NULL Auswirkungen. Schon gar nicht auf Geralt (den Vesemir seinen Sohn nennt). Warum, Leute, warum? In Interviews habe ich gelesen, dass Lauren His-Dings (die Showrunnerin) meinte, dass alle Tode in der Serie Gewicht haben, weil man die Entwicklung der anderen Figuren dadurch vorantreiben kann. Mhm. Es starben diese Staffel einige Leute (bei den meisten wusste ich nicht mehr wer sie sind, so „wichtig“ sind sie gewesen) – und das hat NULL Auswirkungen auf irgendwen.

Zusammengefasst: Ganz ehrlich. Die bemühen sich nicht einmal mehr. Schade. Wirklich schade. Ansätze wären da, aber wer nicht will …

„The Witcher – Season 4“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, zumindest ist Triss kurz dabei und einzelne Momente gehen als okay durch, Punkte.

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American Horror Story: Asylum (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/16/american-horror-story-asylum-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/16/american-horror-story-asylum-serienkritik/#respond Thu, 16 Oct 2025 05:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=31674 Im Jahre 1964 wird Kit Walker (Evan Peters) in die Irrenanstalt Briarcliff eingeliefert, die von der beinharten Schwester Jude (Jessica Lange) geleitet wird. Kit soll ein berüchtigter Killer sein, der seinen Opfern die Haut abzieht, doch Kit beteuert seine Unschuld. … Weiterlesen

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Im Jahre 1964 wird Kit Walker (Evan Peters) in die Irrenanstalt Briarcliff eingeliefert, die von der beinharten Schwester Jude (Jessica Lange) geleitet wird. Kit soll ein berüchtigter Killer sein, der seinen Opfern die Haut abzieht, doch Kit beteuert seine Unschuld. Was ihm keiner glaubt, da er an einer Alien-Entführungs-Geschichte als Alibi festhält.

Doktor Thredson (Zachary Quinto) kommen bei seiner Behandlung jedoch langsam Zweifel, ob er wirklich der gesuchte Mörder ist. Gleichzeitig erreicht die Reporterin Lana Winters (Sarah Paulson) Briarcliff und trifft sogleich auf Widerstand durch Schwester Jude. Das geht so weit, dass Lana schließlich selbst zur Patientin wird, da sie von ihrer Homosexualität geheilt werden soll…

Dies ist Staffel 2 der AHS-Serie und sie stammt aus dem Jahr 2012. Wie schon ist der ersten Staffel spielt auch hier ein Großteil der Handlung in nur einem Gebäude, dass man getrost als eigenständigen Charakter bezeichnen kann. Während es sich bei „Murder House“ um ein Familiendrama gehandelt hat, ist „Asylum“ sozusagen ein Arbeitsplatzdrama. Das Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen, wurde dabei beibehalten, nur umgedreht.

Die Handlung beginnt im Heute und spielt dann fast ausschließlich bis auf kleine Unterbrechungen in der Vergangenheit und im Finale, werden die Auswirkungen präsentiert. Die dreizehn Folgen bis dahin sind prall gefüllt mit Wahnsinn und Horror. Alien Entführungen, Mutanten Nazi-Experimente, dämonisch Besessene, Haut sammelnde Killer und barbarische Methoden anwendende Irrenanstalts-Mitarbeiter.

Dass das alles innerhalb dieser Welt „normal“ und vor allem stimmig wirkt, ist doch eine eigene Kunst. AHS ist ja klar eine Serie, auf die man sich einlassen muss, damit sie richtig funktioniert. Wenn übermenschlichem Schrecken eigentlich immer menschliche Abgründe voraus gehen und viele der unangenehmsten Aktionen ihren Ursprung im echten Leben haben, dann ist der Grusel dennoch viel realer, als man es sich wünschen würde.

Vor allem wie man mit sogenannten geistigen Krankheiten oder Homosexualität umgegangen ist bzw. „Heilung“ herbeiführen wollte, da muss man schon ein paar mal schlucken. Besonders auch weil das Ambiente der 60er Jahre so authentisch eingefangen wurde und man sich völlig in die Zeit versetzt fühlt. Die Darsteller geben wieder alles, sowohl bekannte Gesichter als auch neue, was wiederum einige Fernsehpreise nach sich zog.

Von den Neuen ist mir vor allem James Cromwell (I, Robot) als Doktor Arden im Gedächtnis geblieben, der einfach eine einschüchternd abstossende Präsenz hat und innerhalb seiner alles der Wissenschaft untergeordneten Unmenschlichkeiten, kaum zu überbieten ist und wie er liebt und dies auslebt, davon fange ich erst gar nicht an. Zachary Quinto (Hotel Artemis) ist nun beim Hauptcast dabei und sein Doktor Thredson ist eine Schlüsselfigur für fast jeden der übrigen Mitspieler (mehr verrate ich lieber nicht).

Während die beiden Männer zwar vielschichtig sind, aber dennoch eben die bleiben, die sie sind, entwickeln sich die Damen ziemlich weiter. Sarah Paulson (Ocean´s Eight) als Reporterin und Jessica Lange (Tootsie) als Oberschwester erleben dabei mehr, als man es irgendeinem Menschen wünschen würde und was man für sie empfindet als Zuschauer, ändert sich auch mehrere Male. Als Gaststars sind diesmal unter anderem Franka Potente (Die Bourne Identität), Ian McShane (John Wick 3) oder Adam Levine (Popstar) mit dabei.

Viel der Spannung kommt daher, dass man sich eine (oder mehrere) der Protagonisten als Identifikationsfigur heraus sucht (wie immer eben bei einer Serie/einem Film) und bei Asylum eben nie genau weiß, ob man sich die Richtige ausgesucht hat. Da kann man sich schnell auch einmal betrogen fühlen als Zuschauer oder das Vertrauen verlieren, wenn wieder neue, bisher versteckte Geheimnisse ans Licht kommen. Natürlich passiert das ebenso in die andere Richtung.

Insgesamt ist Staffel 2 von AHS für mich deshalb in keiner Weise schwächer als die erste, sie funktioniert nur etwas anders. Lauter, mit (noch) mehr miteinander verwobenen Personen versehen und mit sich weiter auswirkenden Schrecken. Man wird vom Sog hier nicht so schnell geschluckt wie bei „Murder House“, dafür ist man nach ein paar Folgen richtig drinnen, ohne es wirklich bemerkt zu haben. Auch das Ende ist sehr gelungen, ambivalente Gefühle mit einbezogen.

„AHS Asylum“ bekommt von mir 8,5/10 einen Ausweg aus einem Leben voller Schrecken suchende Empfehlungspunkte.

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