The Devil’s Mouth (Filmkritik)

Ein Thailand-Urlaub von fünf College-Freunden, das klingt doch wie der Traum jedes jungen Menschen, bevor der Ernst des Berufslebens beginnt. Sara (Kathryn Newton) freut sich dabei aus (tragischen) persönlichen Gründen auf Unterwasserhöhlen namens The Devil´s Mouth.

Die Stimmung bei dem an sich fröhlichen Trip leidet dabei immer wieder unter Max (Lana Condor), die zwar eigentlich die beste Freundin von Sara ist, doch immer alles bestimmen und kontrollieren muss. Als jedoch ein Bullenhai innerhalb der Höhlen auf sie Jagd macht, haben sie plötzlich ganz andere Probleme…

Regisseur Jeff Wadlow (Imaginary) ist hier am Blog unten durch, seit er Kick-Ass 2 verbrochen hat. Bei diesem Ende July 2026 auf Amazon Prime erhältlichen Film bin ich aber dennoch gelandet und zwar wegen Hauptdarstellerin Kathryn Newton. Ihre Energie besonders auch in Horror-Filmen (Freaky, Abigail, Ready or Not 2), mag ich einfach.

Hiermit geht auch der Mini-Boom heiter weiter und zwar geht es darum Creature Features zu drehen, die sich weg vom Trash entwickeln, in dem sie jahrelang verankert schienen. Dank Wadlow waren meine Erwartungen hier sehr gering und das ist auch gut so, denn dieser Film ist über längere Strecken vor allem eines und das ist langweilig.

Die Story rund um den Hai ist dabei der Rahmen, doch in Kern geht es um die von Kathryn Newton gespielte Sara und über ihre Beziehung mit ihrer besten Freundin Max. Max die Macherin, die organisiert, bestimmt, Sara aus einem Tief geholt hat, einfach ihre Meinung durchsetzt. Wenn etwas schief geht, ist es aber natürlich nicht ihre Verantwortung. Kurz: eine toxische Egomanin.

Vielleicht ist das ja der subversive Trick des Filmes, dass man einfach darauf wartet, bis der Hai – der sehr vom Drehbuch gesteuert und nicht natürlich agiert – endlich kurzen Prozess mit ihr macht. Immerhin ist sie durch ihre Entscheidungen an allen Toden ihrer Freunde mitverantwortlich. Davor sollte ihr Sara noch einmal nachdrücklich ihr Fehlverhalten darlegen, damit das Final Girl hier endgültig über sich hinaus wachsen kann.

Bis das passiert – und das ist 100 prozentig vorhersehbar – muss man aber noch die anderen Charaktere loswerden. Bei zwei von denen finde ich das richtig schade (obwohl es klar war) und das kann man dem Drehbuch und den Darstellern ruhig zu gute halten (sympathische Charaktere statt reines Kanonen..sorry, Haifutter), aber gestört hat mich ihr Ableben dennoch.

Was übrigens sehr harmlos inszeniert ist, sind die Hai-Attacken. Man sieht schon Blut, oder einen halbierten Körper, aber die Angriffe an sich bleiben schön zahm. Wie oft Newton dabei in Gefahr ist und wie sie agiert, zwischen Survival-Nerd und echtem Kampfmodus, habe ich sehr sympathisch gefunden. Lana Condor (Pretty Lethal) als Max ist dafür auf mehreren Leveln nervig und manipulativ, das ist schon gut gespielt.

In Summe besticht der Film mit seinen in Bangkok eingefangenen Bildern und mit Katheryn Newton, die von der Art her und im Bikini eine gute Figur macht. Der Film ist handwerklich in Ordnung und erlaubt sich keine Schnitzer, was die Effekte betrifft, aber er bringt so richtig gar nichts Neues für dieses Genre mit und das Drama zwischen den ums Überleben kämpfenden Menschlein, ist für mich unnötig und als „ups, jetzt ist durch einen Streit eine weitere Figur gefressen worden“ Gimmick, auch irgendwie ärgerlich.

„The Devil´s Mouth“ bekommt von mir 4,5/10 das nächste Mal lieber ohne den Tod sämtlicher Freunde den Mut zur Weiterentwicklung findende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.