P9 | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Thu, 23 Apr 2026 11:12:36 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 Marvel’s Spider-Man 2 (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/04/25/marvels-spider-man-2-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/04/25/marvels-spider-man-2-game-review/#respond Sat, 25 Apr 2026 05:00:28 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38745 Ja, New York hat es gut – es gibt nicht mehr nur einen Spider-Man (oder Spider Man oder Spiderman), sondern sogar zwei. Miles Morales und Peter Parker haben sich zusammengetan und sorgen für Recht und Ordnung in der Stadt – … Weiterlesen

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Ja, New York hat es gut – es gibt nicht mehr nur einen Spider-Man (oder Spider Man oder Spiderman), sondern sogar zwei. Miles Morales und Peter Parker haben sich zusammengetan und sorgen für Recht und Ordnung in der Stadt – und haben dabei immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Aber nicht alles ist eitel wonne, denn Miles muss seine Bewerbung für das College verfassen und hängt dabei ziemlich in der Luft. Dabei ist es für seine Zukunft extrem wichtig.

Peter hat einen neuen Job als Lehrer, aber seine Aufgabe als Spider-Man bringt Probleme und Abwesenheiten und kurz darauf landet er in der Emily-May-Foundation. Sein alter Freund Harry Osborne hat diese von seinem Vater quasi geschenkt bekommen, denn Harry ist spannenderweise nach langer Krankheit genesen. Auch Mary Jane hat Probleme, denn sie ist bedroht ihren Job zu verlieren und kann diesen nur halten, wenn sie fragwürdige Artikel über die Bedrohnung durch Spider-Man schreibt – wohl wissen, dass dies ihr Lebensgefährte Peter ist.

All das tritt aber in den Hintergrund, als Sandman plötzlich auftaucht und die Stadt fast in Schutt und Asche legt. Aber er ist gar nicht das Problem – sondern das Problem hat den Namen Kraven. Der ist ein Jäger, auf der Suche nach der ultimativen Jagd – immer mit dem Wunsch jemand zu finden, der ihm das Wasser reichen und einen glorreichen Tod bieten kann.

Kraven ist auf New York aufgrund all der Bösewichte aufmerksam geworden und versucht dort seinen Meister zu finden. Dabei schreckt er auch vor brutalen Mitteln nicht zurück. Mit dabei hat er seine Jäger und ganz viel High-Tech, die ihn bei der Suche und er Jagd unterstützen.

Als sich dann auch noch herausstellt, dass Harrys Genesung mit einem „Anzug“ zu tun hat, der es ihm erlaubt sich in Dinge zu verwandeln, die er sich vorstellt, da beginnt erst die richtige Talfahrt, denn der Anzug ist kein Anzug, sondern ein außerirdisches Wesen und wer Spider-Man kennt, der oder die weiß natürlich, von wem die Rede ist …

Die Story von „Spider-Man 2“ zu erzählen oder kurz zu fassen ist fast nicht möglich. Die Einleitung oben unterschlägt im Grunde eine Dinge und Entwicklungen. Diese Story und die damit verbundenen Set-Pieces und geskripteten Missionen und Bosskämpfe sind es auch, die Spider-Man 2 gleichzeitig großartig und dann doch nicht ganz so großartig sein lassen. Vor allem die doppleten Hauptfiguren (die man, von den Hauptmissionen und jeweils auf eine Figur zugeschnittenen Nebenmissionen) stellen sich als Fluch und Segen gleichzeitig heraus.

So viel Spaß es macht, mit den beiden unterwegs zu sein und so gut die beiden auf sich allein gestellt in ihren jeweiligen eigenen Spielen „Marvel’s Spider-Man“ und „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ funktioniert haben, so ergibt sich hier ein Problem: Nämlich, dass die Screentime auf beide Figuren (und noch ein paar andere) aufgeteilt werden muss und es nie so richtig klar ist, um wen es jetzt geht bzw. der Fokus der Story hin und her springt. Wenn man entgegenkommend ist, dann könnte man sagen, es geht um die Beziehung der beiden zueinander und was der eine für den anderen und umgekehrt bedeutet, aber ganz im ernst: Dazu ist die Sache dann zu oberflächlich.

Wobei alles in Summe Spaß macht, das muss ich auf jeden Fall anmerken und zugeben. Und die eine oder andere Wendung oder Story-Entwicklung habe ich nicht kommen gesehen – so zum Beispiel das Auftauchen von Mr. Negative und dessen Geschichte mit Miles und wie diese ausgeht. Das hat mich extrem positiv überrascht. Oder wie sie Dr. Connors wieder zu Lizard machen und der Showdown bzw. die Verfolgungsjagd und vor allem der Aufbau bis man ihn zum ersten Mal sieht … das ist ganz, ganz großes Kino.

Und das gilt eigentlich für alle inszenierten Missionen und Story-Highlights. Das ist Bombast, da fliegen die Fetzen und das Gameplay geht geschmeidgst von der Hand. Da ist man im Moment, da funktioniert alles super. Nur … wenn dann der nächste Bombast-Event da ist, hat man den nächsten schon vergessen. Vor lauter „High“ hat man meiner Ansicht nach ein wenig auf das „Low“ vergessen. Oder anders gesagt: Bei all der Action bleibt das Herz ein wenig im Hintergrund.

Im Kopf und im Hirn verstehe ich die Konflikte der Figuren, sehe, wie sehr Peter sich bemüht, merke, wie stark Miles sich in seine Spider-Man-Persona flüchtet, weil der Stress mit dem College ihn überfordert. Ich sehe, wie sehr Peter und er sich entfremden, weil beide ihre eigenen Probleme haben und warum Peter nicht für ihn da sein kann und Miles das nicht versteht. Ich verstehe, warum Harry für Peter so wichtig ist (und das hier ist die beste Version von Harry Osborne, die ich in irgendeinem Medium gesehen habe – er ist einfach ein absolut aus tiefstem Herzen überzeugter netter Kerl. Den muss man gern haben), wie Peter durch die Wirkung von Venom aggressiver wird und so weiter.
Das alles sehe, spiele und verstehe ich.

Aber ich spüre es nicht.

Die größte Emotion, die ich im Spiel hatte war, „sieht das großartig aus“ oder „Wow, das hat jetzt gerockt“. Aber wirkliche Emotionen im Sinne von Betroffenheit oder ähnliches? Nein. Da war nichts.

Das mag auch daran liegen, dass eigentlich völlig klar ist, wie die Sache ausgeht und was alles passieren muss – die Story also trotzdem zu 100% vorhersehbar ist. Und von der Inszenierung her, ist die Sache schon richtig gut gemacht, man merkt aber die gesamte Zeit über, dass es um Bombast und Reaktionen wie „Ui, schau mal!“ geht und nicht darum irgendwie das Herz zu erreichen. Ja, es gibt einzelne Szenen, das wäre man auf dem richtigen Weg – biegt dann aber falsch ab.

Nichtsdestotrotz hat mich die Story am Ball gehalten und das ist wirklich Jammern auf ganz hohem Niveau. Alles ist nachvollziehbar und im Grunde wirklich gut gemacht. Von der Menge an Geschichten und Figuren hat man sich allerdings ein wenig überhoben. Das merkt man bei der Auflösung mancher Nebenmissions-Reihen oder schlichtweg daran, dass es welche gibt, die überhaupt nicht aufgelöst werden (zB die sehr starke Andeutung des Feuer-Kults und Carnage). Da hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass jemand einen DLC angedacht gehabt hätte, der dann doch nicht gekommen ist. Aber – soll sein. Das Paket an sich ist stimmig und ja – es wird natürlich nach den End-Credits ein dritte Teil angekündigt.

Ein wenig problematisch sehe ich dann doch, dass das gesamte Spiel eigentlich zu 100% auf die Action und die Kämpfe ausgelegt ist. Es gibt zwischendurch vereinzelte, kurze Pausen, aber in Summe: Action. Acion. Action. Mir wären ein paar ruhigere Momente lieber gewesen, oder mehr Zeit für Charakterentwicklungen, gerade, wenn es nach zwei Dritteln eine Storywendung gibt, welche den Antagonisten austauscht und New York eine völlig neue Kulisse verleiht (die in der Form nie erklärt wird, auch die verschiedenen Symbionten werden nie erklärt), dann hätte ich da gern ein wenig mehr gespürt. So war es mehr ein „Aha. Ok. Na dann.“

Optisch gibt es fast nichts zu meckern – die Stadt sieht großartig aus, ist belebt und die Lichtstimmungen sind ein Hammer. Alles in allem kann ich nur sagen: Grafisch ist das hier oberste Liga. Auch die Animationen der Spinnenmänner sind ein Hammer. Und die Schreiberlinge haben auch alles richtig gemacht bei den Telefonaten oder Konversationen zwischen den Figuren, die nebenbei passieren oder bei den Radiobeiträgen, etc. Ich hatte das gesamte Spiel keine einzige Textzeile, die sich wiederholt hat – und das bei zwei(!) Spielfiguren, die eigentilch die gesamte(!) Zeit über immer quatschen. Und ich meine IMMER! Der Tonfall und der Humor sind gut getroffen. Man merkt auch absolut die Unterschiede im Charakter von Miles und Peter – das ist alles wirklich gut gelungen. Absoluter Respekt!

Ein Thema bei dem ich mir wirklich überlegt habe, ob ich was dazu schreiben soll oder nicht, ist die Optik der Figuren. Während viele (Norman Osborne, Kraven, Venom) super aussehen, so gab es meinem Empfinden nach bei Peter und Mary Jane eine Verschlechterung. Peter hat ein neues Design (welches ja im Remake des ersten Teils schon eingeführt wurde) und das kann man mögen, muss man aber nicht. Was Mary Jane betrifft … die war im ersten Spiel eine junge, hübsche Frau – im zweiten Teil ist sie … ich weiß es nicht. „Uncanny“ beschreibt es für mich am besten. Sie ist nicht häßlich, aber auch nicht schön – irgendwas an ihrer Optik hat mich einfach irritiert. Und zwar nicht einmal, sondern immer und jedes Mal wieder, wenn sie im Bild war. Ich kann es nicht festmachen. Ganz schlimm finde ich es, wenn sie beim Herumschwingen in New York Peter oder Miles anruft und man ihr Portrait im Bild unten sieht. Meine Frau hat lakonisch gemeint, als sie das Bild gesehen hat: „Was ist das denn? Soll das eine Frau sein?“

Also, ja. An diese Optik habe ich mich die gesamte Zeit über nicht gewöhnt. Und bei manchen potentiell emotionalen Momenten hab ich mich dabei erwischt, wie ich überlegt habe, was mich an ihrem Gesicht so stört, anstatt zuzuhören, was sie gerade sagt. Da können die Macher:innen noch so darauf beharren, dass es das gleiche Gesichtsmodell wie im ersten Teil ist – trotzdem ist da irgendwas schiefgegangen. Das finde ich insofern schrägt, weil Mary Jane ein Dreh- und Angelpunkt in der Story ist und ich verstehe nich, warum ich eine Figur, die so oft vorkommt und so wichtig ist, in einer Art präsentiere, die tatsächlich vom Spiel und der Story ablenkt. Und ja, es gibt wieder kurze Teile, in denen man Mary Jane spielt, die sind in Ordnung und funktionieren auch gut (auch wenn sie ein wenig overpowert ist, wie man das heutzutage sagt).

Die Kämpfe flutschen und die Kräfte, die man bekommt, verändern im Kern nicht viel. Es macht Spaß, man kommt rasch in den Flow und man passt sich halt an die jeweils aktuellen Gegner an, weil manche verschiedene Taktiken erfordern anstatt nur draufzuhauen. Geht in Ordnung und hat wirklich Spaß gemacht. Vom reinen Gameplay her gibt es aus meiner Sicht genau NULL zum meckern. Das Schwingen macht noch genauso Spaß wie eh und je und die neuen Web-Suits machen Spaß. Alles paletti.

Ein letzter Absatz zur Story: Ich weiß, viele fanden den Story-Teil mit Kraven unnötig und hätten gern mehr Venom gesehen. Verstehe ich. Bei mir war allerdings umgekehrt. Der Teil mit Kraven und allem was dazu gehört war für mich der gute, starke und mitreissende Teil. Ab dem Zeitpunkt an dem Venom dann auftaucht (von der grandiose Einführung abgesehen) war der Punkt, an dem das Spiel stark nachgelassen hat. Da ging dann vieles zu schnell an Entwicklung und Geschehnissen und andererseits hat man andere Momente (das Finale) einfach zu stark gestreckt und im Versuch im Bombast immer noch eins drauzusetzen einfach ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Aber auch das: Jammern auf hohem Niveau.

Alles in allem: Ich kann Marvel’s Spider-Man 2 allen, die auch nur ein klein wenig Interesse an Superheldenspielen oder Spider-Man (egal an welchem) hat, klar empfehlen und ans Herz legen. Bei all meiner Kritik an der Story und dem Pacing und dem Mangel an Emotionen – das hier ist immer noch verdammt großartig.

„Marvel’s Spider-Man 2“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, größer, weiter, lauter, bombastischer, mehr, aber nicht unbedingt besser als die Vorgänger seiende, Punkte.

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Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt aka How To Train Your Dragon 3: The Hidden World (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/04/11/drachenzaehmen-leicht-gemacht-3-die-geheime-welt-aka-how-to-train-your-dragon-3-the-hidden-world-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/04/11/drachenzaehmen-leicht-gemacht-3-die-geheime-welt-aka-how-to-train-your-dragon-3-the-hidden-world-filmkritik/#respond Sat, 11 Apr 2026 05:00:25 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38685 Nachdem Hiccup seine Unsicherheiten überwunden und Oberhaupt von Berk geworden ist, läuft alles eigentlich ziemlich gut. Sogar ein wenig zu gut, denn er und seine Freunde ziehen herum und halten Drachenjäger auf. Die Drachen, die sie befreien adoptieren sie sozusagen … Weiterlesen

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Nachdem Hiccup seine Unsicherheiten überwunden und Oberhaupt von Berk geworden ist, läuft alles eigentlich ziemlich gut. Sogar ein wenig zu gut, denn er und seine Freunde ziehen herum und halten Drachenjäger auf. Die Drachen, die sie befreien adoptieren sie sozusagen und geben ihnen Unterschlupft auf Berk. Das führt dazu, dass fast alle Drachen der Welt in Berk sind und der Platz eng wird.

Also tun sich die mächtigsten Drachenjäger zusammen und heuern Grimmel (F. Murray Abraham), einen alten, erfahrenen Drachenjäger an, der sich zum Ziel gesetzt hat, alle Nachtschatten der Welt zu fangen und zu töten. Und ist ein wenig schlimmerer Gegner als es Drago im Vorgängerfilm war, denn Grimmel – nun, der hat ein Hirn und einen Plan.

Kurz darauf glauben Hiccup und Toothless ihren Augen nicht zu trauen – es gibt tatsächlich ein weibliches Gegenstück zu Toothless, nämlich einen (wie sie ihn taufen) Tagschatten. Und das ist etwas völlig Neues: Toothless ist verliebt. Richtig verliebt. Und Hiccup muss sich wohl entscheiden, ob er seinen besten Freund genug liebt, um ihn ziehen zu lassen oder ob er ihn zu sehr braucht.

Oder alles ist Teil eines perfiden Plans, um den Nachtschatten zu fangen? Und was ist eigentlich mit dieser „geheimen Welt“, die Hiccups Vater früher immer erwähnt hat? Die geheime Welt der Drachen. Gibt es sie wirklich?

Vorweg – ich kenne die Bücher von Crowell „How To Train Your Dragon“ alle und ich finde sie großartig. Es gibt ein Buch, in welchem sie im Vorwort beichtet, dass jetzt ein Handlupngsstrang anfängt, vor dem sie sich immer gefürchtet hat, denn sie habe damals im allerersten Buch einen Fehler gemacht. Sie hat Hiccup das Vorwort schreiben lassen und dieser – ein alter Mann – meint, dass es, als er noch jung war, Drachen gegeben hat. Diese seinen nun aber aus einem bestimmten Grund alle weg. Und sie müsse jetzt damit anfangen, diesen Storyteil in die Wege zu leiten, was ihr sehr leid täte, aber es würde keinen Weg daran vorbei geben.

Auch wenn die ersten beiden Filme im Grunde Null mit der Handlung der Bücher zu tun haben – nämlich so wirklich gar nichts – so wurden doch Versatzstücke daraus übernommen, wie zum Beispiel die Rückkehr von Hiccups Mutter, viele der Namen der Figuren (auch wenn sie völlig anders aussehen und sich teilweise völlig anders verhalten als im Buch) oder das Setting per se (Drachen als Haustiere). Was sie daraus gemacht haben, war etwas völlig anderes und ich denke tatsächlich, dass das gut war. Denn die Handlungen der Bücher, nun, das wären keine Filme, das wären mehrere TV-Serien. Und Toothless wäre kein Nachtschaftten und niemand würde auf ihm reiten können und so vieles, was den ersten Teil besonders gemacht hat, wäre nicht da. Der zweite Teil war für mich eher ein Actionfest und die Charakterentwicklung von – egal welcher – Figur war quasi nicht vorhanden. Hiccups Mutter war schräg und die Sache mit Stoick … ah, das war nicht fein. Es drehte sich alles darum, zu lernen, sich wie ein Anführer zu verhalten. Und zwar für Hiccup als auch für Toothless. Und es gab Action, Action, Action.

Dieser Teil hier, der hat mich rein vom Trailer her am meisten von allen drei Filmen kalt gelassen. Ich habe ihn mir ehrlich gesagt nur angesehen, weil meine Kinder ihn gucken wollten.

Und ich bin absolut positiv überrascht gewesen. Was dem zweiten Teil an – meiner Ansicht nach – Charakterentwicklungen und -interaktionen fehlt, das ist hier Zuhauf vorhanden. Astrid und Hiccup – grandiose Dynamik. Grobian – super als neuer Mentor. Toothless und Hiccup – beste Freunde, das merkt man sofort. Und – womit ich auch nicht gerechnet hatte – die Liebesgeschichte zwischen Toothless und seiner Freundin – für die nimmt man sich richtig Zeit und die ist einfach herzig anzusehen. Wundervoll!

Dazu kommt der neue Bösewicht Grimmel – der hat nicht extrem viel Screentime, dafür ist jede Szene mit ihm genial. Der hat Hirn, der nutzt es, der genießt die Jagd und denkt nicht dran seinen Job ratzfatz auszuführen, sondern er genießt jede Sekunde davon. Er weiß ja, dass es der letzte Nachtschatten ist und er nie wieder einen jagen wird – großartig. Auch die Nebenfiguren bekommen zum großen Teil ihre Momente im Rampenlicht (nicht immer ein positives Rampenlicht) und optisch ist der Film einfach großartig.

Die Action ist gut in den Film eingestreut, macht Laune und ist nie zu lange um langweilig zu werden (wie im zweiten Teil), sondern fühlt sich immer frisch an und macht auch immer mächtig Spaß. Und dann – nach dem Schlusskampf da hatte ich nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal wirklich Tränen der Rührung in den Augen. Ui – das war herrlich. Nach dem aus meiner Sicht eher actionorientierten Teil sowas nachzuliefern – großartig.

Dean Deblois, der auch hier wieder die Regie über hatte und auch das Drehbuch geschrieben hat, hat ganze Arbeit geleistet und die gesamte Emotion, die man sich bei so einem Ende erwartet auch wirklich untergebracht. Und da funktioniert deshalb, weil man sich Zeit für die Figuren und die zwischenmenschlichen Momente nimmt. Und das auch nicht mit Worten von Cressida Crowells erstem Buch und den Worten von Hiccuk einzuleiten („als ich jung war, hatten wir Drachen …“) – super. Ganz, ganz großes Kino.

„Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Die geheime Welt“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, einen grandiosen, emotionalen Aschied darstellende, Punkte.

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Resident Evil Village: Shadows Of Rose (DLC-Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/14/resident-evil-village-shadows-of-rose-dlc-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/14/resident-evil-village-shadows-of-rose-dlc-review/#respond Sat, 14 Mar 2026 05:30:15 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38552 Rose, die Tochter von Ethan und Mia Winters, ist eine Teenagerin geworden und die Tatsache, dass sie „Kräfte“ hat, wiegt schwer auf ihr. In der Schule wird sie gehänselt und sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine normale Teenagerin zu … Weiterlesen

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Rose, die Tochter von Ethan und Mia Winters, ist eine Teenagerin geworden und die Tatsache, dass sie „Kräfte“ hat, wiegt schwer auf ihr. In der Schule wird sie gehänselt und sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine normale Teenagerin zu sein. Dazu zu gehören. Da kommt ihr das Treffen mit Agenten K, der ihr erklärt, dass er möglicherweise einen Weg für sie gefunden hat, ihre Kräfte loszuwerden, gerade recht.

Angeblich gibt es im Bewusstsein des Megamyceten (also dem Schimmelzeug aus „Village“) einen Kristall, der ihr diese Kräfte nehmen kann. Also begibt sich Rose dort hinein, muss aber rasch feststellen, dass noch jemand dort zugegen ist, denn der Megamycete hat nicht nur sie aufgenommen, sondern auch die Erinnerungen von anderen, mächtigeren Personen, die mit ihm in Berührung gekommen sind.

Also muss Rose versuchen, den Kristall zu finden und sich nicht zu tief im Bewusstsein dieses Dings zu verlieren. Zum Glück kommt ihr jemand zu Hilfe, der zwar nicht sichtbar ist, aber ihr immer wieder Tipps und Hinweise hinterlässt und mit dem sie später sogar kommunizieren kann.

Aber ist dieser jemand wirklich eine Hilfe oder ist alles eine perfide Falle und etwas viel Böseres ist hier am Werk …?

Die Tatsache, dass „Resident Evil Requiem“ in nicht mal einem Tag erscheint, hat mich dazu gebracht, endlich den finalen DLC für „Resident Evil Village“ zu spielen, der laut meinen Infos das Ende der Storyline rund um die Familie Winters beinhaltet. Nachdem Rose nur aus dem Abspann von „Village“ bekannt ist, war meine Erwartungshaltung eher niedrig – zugegeben: Der gesamte achte Teil der Hauptreihe dreht sich um Ethans Versuche Rose zu retten, allerdings ist sie da noch ein Baby und das ist doch ein gewaltiger Unterschied zu einer Teenagerin.

Entgegen meiner Erwartung war ich dann doch positiv überrascht, weil ich Rose ziemlich rasch ziemlich sympathisch fand – knappe drei Stunden sind jetzt nich viel Zeit um eine neue Person als starken Charakter zu etablieren, aber bei Rose ging das relativ rasch, weil allein schon ihr Wunsch endlich normal zu sein trotzdem irgendwie auf Resonanz bei mir gestoßen ist und auch die Tatsache, dass sie ein Opfer ihrer Schulkolleginnen ist, die sie mit ihren Kräften im Nu wegputzen könnte, sich aber dazu entscheidet, lieber still zu leiden, macht sie sympathisch.

Auch ihre Interaktion mit ihrem „Schutzengel Michael“ hat mir gefallen und der deplatzierte Teenager-Humor, der klar zur Stressverarbeitung dient, hat mir gefallen. Als „Michael“ ihr zum Beispiel eine Pistole beschafft, damit sie sich wehren kann, ist ihr erster Kommentar: „I was hoping for a pony, but … alright.“ Kann mein peinlich finden. Mir hat’s gefallen.

So wie mir generell die gesamte Story und ihre Machart und Inszenierung gefallen haben, denn das ist das A und O von „Shadows Of Rose“. Es gibt keinen Sammelkram und nichts in dieser Art – hier geht es rein um die Story und das macht diesen DLC für mich wirklich angenehm, weil man die Geschichte genießen kann und nicht ständig das Gefühl hat, man hätte etwas übersehen oder so.

Die Story ist im Grunde in drei oder vier Teile, äh, geteilt. Der erste ist wohlbekannt in seiner Art – Mosnter wegballern, Wege freimachen, Schlüssel finden. Das übliche Resi-Zeug halt. Gut gemacht mit optisch beeindruckenden Schauplätzen und einem interessanten, wenn auch austauschbaren, Gegenspieler.

Der zweite Teil ist ein Hammer – ich will nichts verraten, aber hier hat wohl Dr. Who Pate gestanden und ich fand die Gegner hier wirklich gruselig und die Spannung war wirklich hoch. Wow. Das hat richtig gerockt. Dann kommt der dritte Teil, der sich ähnlich anfühlt wie der zweite, nur weniger gut, weil sich die Gegner auf weniger erschreckende Gegner verändern – auch wenn die Implikation in der Geschichte, wer diese Gegner sind oder was sie implizieren sofort noch mehr Sympathie für Rose aufkommen lassen. Symbolisch super gemacht.

Der letzte Teil ist dann eher kurz und eine Ballerbude, aber aufgrund eines Aufeinandertreffens von zwei Charakteren dann doch anders als der Anfang und alles in allem hat mir die Auflösung gut gefallen. Nichts davon überraschend, aber wie von Resident Evil mittlerweile ja gewohnt, wirklich stark inszeniert.

Dass man die Story mit allem Drum und Dran dumm und peinlich und trashig finden kann (und objektiv gesehen auch muss) ändert nichts daran, dass die Story-Beats für mich funktioniert und mich emotional nicht kalt gelassen haben. Ob das nun das Ende der Story von der Familie Winters ist … hm. Das ist für mich in der Form nicht klar. Grundsätzlich glaube ich, dass man später mal auf Rose zurückgreifen wird. Ich würde mich über ein Wiedersehen freuen.

Optisch gibt es hier keine Kritik von mir und alles läuft flüssig. Das Gameplay kennt man mittlerweile ja und Capcom weiß mittlerweile auch, wie man selbst die schrägsten Dinge super inszeniert. Find ich gut.

Bei der „Winter’s Expansion“ sind dann noch Charaktere für den Mercenaries-Mode dabei und andere Gusto-Stückchen, aber für mich wäre auch allein „Shadows Of Rose“ (allein schon wegen den beiden Mittelteilen) schon genug gewesen, dann das hier ist ein richtig guter DLC.

„Shadows Of Rose“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, für einen DLC überraschend viele Spielmechaniken bietende, Punkte.

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The Running Man (1987 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/11/15/the-running-man-1987-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/11/15/the-running-man-1987-filmkritik/#respond Sat, 15 Nov 2025 05:00:50 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38226 Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) hat Pech: Er wird für ein Verbrechen verurteilt, welches er nicht begannen hat und muss nun in der Game-Show „The Running Man“ um sein Leben kämpfen. Die Menschen werden von einem korrupten Staat regiert, der sie … Weiterlesen

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Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) hat Pech: Er wird für ein Verbrechen verurteilt, welches er nicht begannen hat und muss nun in der Game-Show „The Running Man“ um sein Leben kämpfen.

Die Menschen werden von einem korrupten Staat regiert, der sie mit der Show ablenken möchte. Brot und Spiele. Der Clou dabei: Wer „The Running Man“ überlebt wird begnadigt, bekommt einen Preis und kann sich alle Wünsche erfüllen.

Nur stellt Richards rasch fest, dass auch das (so wie alles andere quasi auch) eine Lüge ist …

Stephen King hat vor vielen Jahren einmal versucht Bücher unter einem anderen Namen zu veröffentlichen, unter anderem um zu gucken, ob diese sich auch verkaufen würden. Und … tja, was ich soll ich sagen. Das hat sieben Jahre funktioniert und durchaus ein paar wirklich bekannte und erfolgreiche Bücher geschrieben, so zum Beispiel (bereits verfilmt) „Thinner“ oder (vor kurzem im Kino) „The Long Walk“. Und natürlich – „The Running Man“.

Und was in den 1980iger noch „in“? Genau One-Man-Armeen aka Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone. Und das hier ist ein Schwarzenegger-Film durch und durch. „The Running Man“ hat alles was ein Schwarzenegger-Film braucht und dazu noch etwas Neues: Für die 80iger ein cooles Artdesign, Bossgegner, eine Art Level-Struktur und Gesellschaftskritik. Das war neu. Glaube ich. Ich habe keine Ahnung, ich war damals knappe 10 Jahre alt und habe den Film ein paar Jahre später gesehen und – und alle meine Freunde genauso – habe ihn geliebt.

Ich glaube, ich habe „The Running Man“ sicher fünfzig Mal gesehen. Der Film ist kein Meisterwerk, aber ich fand ihn damals – und ich finde es immer noch – einen der besten Schwarzenegger-Filme überhaupt. Das liegt an den coolen Gegnern, in Form von „Subzero“ oder „Chainsaw“ oder „Dynamo“, die alle ihr eigenes Ding hatten.

Und ja, das war 1987 – also fünf Jahre VOR dem ersten Mortal Kombat. Ich lehne mich jetzt ein wenig aus dem sprichwörtlichen Fenster und sage es mal so: Wer den Film heute sieht und sich denkt, er hat Mortal Kombat (sogar den Auwahlbildschirm!) zu verdanken: Nein. Falsch. Umgekehrt 🙂

Und ziemlich so läuft der Film auch ab: Eine Reihe von Zweikämpfen von Richards, der die Typen alle fertig macht (meist durch Einsatz ihrer Trademarks) und coole One-Liner schiebt. Daneben gibt es noch einen Plot mit Widerstandskämpfern, die sich gegen das Regime auflehnen und die Macher der Show blosstellen wollen. Außerdem reißt Richards – nachdem ihn anfangs alle hassen, weil er ja ein Verbrecher ist – das Ruder herum und wird ein Publikumsliebling.

Was ich ein wenig schade fand war das Ende, welches die coolen Zweikämpfe gegen eine relativ austauschbare „Wir stürmen die Zentrale mit Soldaten“-Szene tauscht, auch wenn der Payoff gegen den Moderator der Show sehr zufriedenstellend ausfällt.

Jahre später habe ich das Buch gelesen und war dann überrascht wie viele Freiheiten sich der Film genommen hat, denn in meiner Welt stimmte an „The Running Man“ alles und er war auch stimmig. Also wirklich: Großartig. Und ich war überrascht, wie viel davon nicht von King kam, sondern von Steven E. de Souza, der das Drehbuch geschrieben hat und Paul Michael Glaser, der die Regie übernommen hatte (Fun Fact: Kennt ihr Starsky & Hutch? Ja? Er hat Starsky gespielt). Ich weiß nicht, wer das Set- und Figurendesign gemacht hat, aber: Hut ab! Großartig.

Im Jahr 2025 kann man rückblickend wirklich nur noch sagen: Ja. Er ist immer noch genauso großartig. Ganz genau so großartig. Die Effekte mögen gealtert sein, die Dialoge mögen an der cheese oder cringe-Grenze kratzen, aber alles in allem: Ja. Das ist immer noch ein Film, den man sich problemlos heute anschauen kann.

Es gibt gerade eine Neuverfilmung des Buches von Edgar Wright im Kino, deshalb kam ich auch auf die Idee mir den alten Film nochmals anzusehen und ich muss sagen: Ich werde mir den neuen Film nicht ansehen. Jetzt wo ich den alten Film wieder gesehen habe merke ich, ich brauche keinen anderen „Running Man“ als diesen. Auch wenn Wright meinte, er würde sich mehr ans Buch halten (SPOILER: gegen Ende des Buches fetzt Richards mit einem Flugzeug in die Zentrale und das letzte was alle sehen ist Richards, der ihnen den Mittelfinger zeigt bevor sie alle hochgehen). Und ich mag bis jetzt alle(!) Filme von Edgar Wright. Hier werde ich trotzdem passen. Es gibt nur einen echten „Running Man“ – Hi, Arnold!

„The Running Man“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, für mich immer und ewig ein Kultfilm bleibende, Punkte.

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Assassin’s Creed Shadows – Claws Of Awaji (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/23/assassins-creed-shadows-claws-of-awaji-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/23/assassins-creed-shadows-claws-of-awaji-game-review/#respond Thu, 23 Oct 2025 05:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38106 Es gibt Neuigkeiten: Nachdem Gerüchte aufgetaucht sind, dass Naoes Mutter Tsuyu noch am Leben sein könnte, besucht eine Spionin von Hattori Hanzo unsere Shinobi in ihrem Versteck – angeblich ist Tsuyu auf der Insel Awaji gesichtet worden. Es gibt Anhaltspunkte. … Weiterlesen

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Es gibt Neuigkeiten: Nachdem Gerüchte aufgetaucht sind, dass Naoes Mutter Tsuyu noch am Leben sein könnte, besucht eine Spionin von Hattori Hanzo unsere Shinobi in ihrem Versteck – angeblich ist Tsuyu auf der Insel Awaji gesichtet worden. Es gibt Anhaltspunkte. Ein Puppentheater macht gerade in Japan die Runde und die Geschichte, die es erzählt handelt von einer bösen Shinobi, welche Awaji heimsucht. Aber sie sei gefangen worden.

Für Naoe klingt das sehr stark nach ihrer Mutter, also macht sie sich auf den Weg nach Awaji um der Sache auf den Grund zu gehen. Aber alles läuft schief und Naoe kommt in eine sehr brenzlige Situation.

Zum Glück weiß Yasuke, was Naoe vorhat und macht sich selbständig auf den Weg, um nachzusehen, ob alles glatt gelaufen ist. Und dann fängt der Kampf um die Befreiung von Awaji erst richtig an …

Ach, DLCs bzw. Add-Ons sind immer so eine Sache. Vor allem in Verbindung mit Ubisoft. Da gibt es tolle DLCs (zum Beispiel „Jack The Ripper“ als Zusatz von „Assassin’s Creed Syndicate„) und dann gibt es so mittelprächtige bis schwache DLCs, wie zum Beispiel „Wrath Of The Druids“ von „Assassin’s Creed Valhalla“ oder „Dead Kings“ von „Assassin’s Creed Unity„. Es ist also immer ein wenig Bauchweh dabei, wenn Ubisoft DLCs ankündigt.

Im Falle von „Claws Of Awaji“ ist die Sache rein spielerisch und storytechnisch jedoch absolut ein DLC, der auf der besseren Seite landet. Ich persönlich würde ihn sogar als richtig super einstufen. Das hat ein paar Gründe, zu denen ich gleich komme, denn ein Teil davon bezieht sich auf die Story und das macht ihn dann trotzdem zu einem Grenzfall, denn „Claws Of Awaji“ ist eigentlich der richtige Schluss zu „Assassin’s Creed Shadows“. Rein von der Story und der Emotion gegen Ende hin fühlt es sich nach dem richtigen, echten Ende an. Also eigentlich etwas, was man als zahlender Kunde beim Hauptspiel erwarten würde. Wer damit ein Problem hat, der oder die wird den DLC einfach aus Prinzip aufgrund seiner Existenz in dieser Form nicht mögen und vielleicht sogar verabscheuen.

Und ja, diesen Vorwurf muss sich Ubisoft meiner Ansicht nach klar gefallen lassen.

Andererseits verstehe ich nach dem Beenden des DLCs, warum Ubisoft die ganze Geschichte in einen DLC gepackt hat, denn tatsächlich macht er einige Sachen besser als das Hauptspiel. Da wären zum Beispiel die Bösewichte. Vier an der Zahl. Und im Gegensatz zu der im Grunde namenlosen Horde aus dem Hauptspiel haben wir alle einen Namen, eine Aufgabe und Alleinstellungsmerkmale.

Ohne zu viel spoilern zu wollen: Es gibt eine Scharfschützin, die euch hin und wieder auflauert und mit ihrem Teppo beharkt. Oder der Leibwächter der Herrscherin von Awaji, Temijo, der ein – im Vergleich zu allen anderen Gegner:innen davor (ich spreche hier von diesem Teil der Reihe, nicht der Reihe generell) – doch tatsächlich ein bisschen Komplexität als Charakter besitzt.

Dazu kommt, dass jede Mission mit der Story verwoben ist und auch die Aufträge dementsprechend wichtiger wirken und nicht mehr so generisch. Ja, man macht immer noch die gleichen Dinge wie im Hauptspiel, aber es fühlt sich anders an. Weil man ein Ziel hat. Weil man konkret weiß, warum man tut was man tut und was es bringen soll. Während in „Shadows“ das Abmurksen von fünf Bösewichten in der Story eigentlich NULL Gewicht hat – ich meine, ja, einer weniger: yeah. Aber das war es auch schon – so hat man bei „Awaji“ das Gefühl, dass es wirklich was verändert. Und das tut es auch. Nur als Beispiel: Erledigt ihr die Kapitäne von Tomejis Truppe, dann steht ihr ihm bei eurer Konfrontation allein gegenüber. Sind die Kapitäne noch da, dann kämpfen diese an seiner Seite mit.

Auch sind die Missionen für die vier Bosse cool inszeniert und auf deren Eigenschaften angepasst. So gibt es bei der Scharfschützin ein Katz- und Maus-Spiel in einem nebelverhangenen Sumpf bei Nacht. Ihr müsst von Deckung zu Deckung huschen, anhand ihrer Stimme herausfinden, wo sie sich befindet und euch dann an sie heranschleichen, immer darauf bedacht in keine ihrer Fallen zu laufen und euch nicht von den unzählten Strohpuppen, die sie zur Verwirrung aufgestellt hat, verwirren lassen. Das war unheimlich, das war spannend – das war richtig cool.

Natürlich ist es immer noch „Assassin’s Creed“ und daran ändert auch der DLC nichts. Erneut mit allen Vor- und Nachteilen. Wer damit nichts anfangen kann, der oder die wird auch mit dem DLC naturgemäß nichts anfangen können. Ich für meinen Teil fand ihn toll. Auch, dass Naoe auf der Insel gejagt wird, auf einmal Stolperfallen über die Straßen gespannt ist, aus einer Menschenmenge plötzlich ein:e Attentäter:in auf sie zuspringt oder ihr am Wegesrand Attentäter auflauern – das fand ich eine feine Neuerung. Auch, dass diese Versuche aufhören, sobald man die richtige Zielperson (sprich, jene, die das in Auftrag gegeben hat) ausschaltet fand ich ein kleines, aber feines Detail.

Und die Story: Wie gesagt – die ist dichter, gut inszeniert und actionreich. Mir hat sie gut gefallen, auch wenn es natürlich wenig bis keine Überraschungen gibt und eh alles so endet, wie man es erwartet. Und ja, es ist tatsächlich so, dass man – wenn man drüber nachdenkt – sich natürlich die Frage stellen muss, warum man das alles nicht verstreut ins Hauptspiel gepackt hat. Das ist und bleibt ein wenig seltsam, weil ich denke, dass es „Shadows“ doch um einiges besser gemacht hätte. Aber hey – es ist, wie es ist. Und für das, was es ist, ist es super.

Auch die neue Waffe – der Kampfstab – ist eine coole Ergänzung und nach anfänglichem Zögern habe ich ihn dann wirklich gerne genutzt. Zumal es auch noch cool aussieht, wenn Naoe damit Gegner verprügelt.

Alles in allem erfindet „Awaji“ das Rad nicht neu, führt aber sinnvolle Ergänzungen ein, erzählt seine (geradlinige, überraschungsarme) Story dichter und besser inszeniert und das Ende ist einfach schön und gut gelungen. Kitschig? Mag sein. Aber es ist wirklich passend und ich hatte ein sehr warmes, schönes Gefühl im Herzen als der Abspann begann. Ich finde: Wenn ein DLC, dann bitte so.

„Assassin’s Creed Shadows: Claws Of Awaji“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, als Storyende mit ein paar Neuerungen aufwartende, Punkte.

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Star Wars: Andor – Season 2 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/09/25/star-wars-andor-season-2-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/09/25/star-wars-andor-season-2-serienkritik/#respond Thu, 25 Sep 2025 05:00:35 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38004 Cassian Andor (Diego Luna) hat sich der Rebellion angeschlossen. Aber das Imperium schläft nicht – es braucht ein seltenes Kristall, welches sich in der Erde eines abgelegenen, aber bekannten Planeten befindet, um etwas zu bauen was sich als die ultimative … Weiterlesen

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Cassian Andor (Diego Luna) hat sich der Rebellion angeschlossen. Aber das Imperium schläft nicht – es braucht ein seltenes Kristall, welches sich in der Erde eines abgelegenen, aber bekannten Planeten befindet, um etwas zu bauen was sich als die ultimative Waffe herausstellen wird.

Nur – wie? Syril Karn (Kyle Soller) wird hingeschickt. Unter der Aufsicht von Dedra Meero (Denise Gough). Und das Imperium zieht die Schrauben langsam und sicher immer enger.

Luthen (Stellan Skarsgard) ist immer noch am Schmieden von Plänen und am Aufbauen des Widerstands. Aber auch für ihn wird es immer enger. Und als er entdeckt, was vor sich geht und was das Imperium plant wird es Zeit Stellung zu beziehen und die Rebellion darauf vorzubereiten, was da kommen wird.

Und ist die Rebellion bereit? Oder ist sie immer noch ein Haufen von Chaoten, die nichts auf die Reihe kriegen und für die „Rebellion“ nach Pubertät klingt anstatt Krieg und Blut und Opfer …

Ich glaube nicht, dass es möglich ist all die Handlungsstränge der zweiten Staffel von Andor in einer einzigen Review zusammenzufassen. Tatsächlich müsste man fast für jeden Charakter (oder jedes Charakterpaar) eine eigene Review schreiben, denn wer Staffel 1 kennt, der oder die weiß, dass oben eine ganze Menge an Figuren fehlen und – ja, die kommen auch wieder alle vor.

Aber nicht alle erleben das Ende der Staffel.

Zurück zur Kritik: Ich war etwas irritiert als die erste Folge der zweiten Staffel damit beginnt, dass Andor einen Tie-Figher-Prototypen stehlen muss und – dann passiert ganz viel unnötiger und schräger Slapstick. Ich dachte erst, ich bin in der falschen Serie gelandet. Aber nein. Das ist wirklich Andor. Na gut, dachte ich. Das wird dann jetzt wohl eher schräg werden.

Und die ersten drei Folgen sind schräg. Ich spoilere kurz: Andor kann den Tie-Fighter deshalb nur schwer fliegen, weil er falsche Infos über das Modell hatte, welches er stehlen sollte. Und auch die Übergabe klappt nicht, weil sein Rebellen-Kontakt von – Vorsicht! – Rebellen getötet wurde, weil sie ihm nicht geglaubt haben, dass er ein Rebell ist. Und noch mehr: Die Typen, die Andor empfangen und die sich als Rebellen bezeichnen sind dermaßen strunzdumm, dass ein Streit eskaliert und sie anfangen sich gegenseitig umzubringen. Und Andor ist mittendrin.

Und generell muss ich sagen: Die ersten drei Folgen … nun, die wirken erst einmal deplatziert. Aber bei Folge vier habe ich dann kapiert, was hier los ist. Wir befinden uns 4 Jahre vor der Schlacht um Yavin, also „Star Wars: A New Hope„. Und jeweils drei Folgen umfassen ein Jahr. Dann springen wir ein Jahr nach vorne.

Und bis zum Ende sind wir dann an dem Punkt an dem die Rebellion eine Einheit ist, sich organisieren kann und an dem Dinge, wie in den ersten Folgen nicht mehr passieren würden. Wir sehen hier also anhand von jeweils drei Folgen pro Jahr, wie sich die Rebellion entwickelt und nach und nach wirklich eine Bedrohung für das Imperium wird.

Und diese Geschichte erleben wir durch die Augen der Figuren, die wir in Staffel 1 kennengelernt haben.

Und wie wir sie erleben.

Die Show ist dermaßen dicht mit Geschichten und Spannungsaufbau, dass wichtige Elemente der Geschichte nur angedeutet und nicht mal gezeigt werden, weil wir ohnehin wissen, was das bedeutet. Wenn zum Beispiel ein bestimmter Charakter, den wir aus Staffel 1 kennen, einen anderen Charakter als Chaffeur verkleidet in seinen „Wagen“ begleitet und dann mit einem vielsagenden Blick losfährt, während wir eine bestimmte Musik hören … nun, dann wissen wir, was mit der Person passieren wird.

Ich fand die ersten drei Folgen unterhaltsam, aber nicht so richtig großartig. Aber Folgen 4 bis 6 sind super (wenn auch teilweise etwas lang in bestimmten Momenten), und Folgen 7 bis 9 sind … hammerhart, hochdramatisch und – vor allem aufgrund des Aufbaus in den ersten sechs Folgen – der Grund, warum viele behaupten, dass wir nie wieder „so gutes Star Wars bekommen werden.“

Weil wir hier sehen, wie die Mechanismen des Imperiums arbeiten. Wie sie funktionieren. Wir sehen hinter die Systeme von Propagande, Betrug und einer absolut grausamen Falle, die unausweichlich zuschnappt. Wir sehen die Maschine des Bösen wie sie in ihrer Hochzeit absolut effizient und effektiv löuft. Und es ist schockierend.

Das Geniale daran ist, dass wir eine Figur – sorry, Spoiler – haben, die absolut an das Imperium glaubt, in diese Pläne/Falle aber nicht eingeweiht wurde und dann genau wie die Bewohner:innen des Planeten völlig aus dem Nichts mit dem konfrontiert wird, was das Imperium ohnehin von Anfang an geplant hatte. Das waren Hammerszenen und unglaublich großartig gespielt und inszeniert. Einfach … wow. Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Das müsst ihr einfach gesehen haben.

Aber das funktionert eben nur, weil wir die Figuren aus Staffel 1 kennen und außerdem durch den Aufbau aus den ersten sechs Folgen. Hier hat alles seinen Plan und seinen Platz und wenn man dann zurückdenkt wie welche Figuren wo in Stellung gebracht wurden, dann passt da einfach alles zusammen. Und ja, Respekt an die Macher:innen und Autor:innen. Wahnsinn.

Die letzten drei Folgen können nicht ganz mithalten, gehen durch den Tod eines wichtigen Charakters, der Entdeckung, warum das oben erwähnte Material so wichtig ist und was zum Kuckuck Andor und seine Mithäftlinge in Staffel 1 eigentlich im Gefängnis gebaut haben, sowie die daraus resultierende Konfrontation zwischen zwei Personen, auf die Zuseher:innen wirklich lange gewartet haben, aber trotzdem unter die Haut.

Und es gibt eine ganze Folge, die sich um zwei der Hauptfiguren dreht und die auf zwei Zeitebenen spielt. Die aktuelle Zeit ist eigentlich „nur“ der Weg in ein Krankenhaus bis zu einem Zimmer und wieder raus, aber – Hölle, ist das spannend gemacht. Und die Rückblenden bringen uns die Figuren wirklich näher. Toll geschnitten und gespielt. Hammer. Wirklich.

Die letzte Folge endet damit, dass Andor in ein Raumschiff steigt und einen Informanten treffen soll – und endet damit quasi einen Shuttleflug vor „Rogue One„. Und ja, jetzt, wo ich Andor gesehen habe, da dachte ich mir bei Rogue One (sozusagen die dritte Staffel von Andor in Filmform), dass ich gern Andor als Hauptfigur gehabt hätte. Und einige der Gespräche in „Rogue One“ haben jetzt mehr, viel mehr Gewicht als ohne der Serie „Andor“. Gänsehaut. Erneut.

Kurz gefasst: „Andor“ ist DIE Star Wars-Serie, von der ich nicht wusste, das sich sie brauchte, aber froh bin, das sich sie gesehen habe. Serien können nicht viel besser werden als das hier.

„Andor – Staffel 2“ bekommt 9 von 10, quasi alles richtig machende, Punkte.

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Novocaine aka Mr. No Pain (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/06/07/novocaine-aka-mr-no-pain-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/06/07/novocaine-aka-mr-no-pain-filmkritik/#respond Sat, 07 Jun 2025 05:00:39 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37590 Nathan Caine (Jack Quaid) ist Assistent-Bankdirektor, doch kein gewöhnlicher. Wegen einer Nervenstörung ist es ihm unmöglich, Schmerzen zu empfinden. Wegen diesem Zustand lebt er privat sehr zurückgezogen und hat außer einem regelmäßigen Online-Gamer-Kumpel, keine Freunde. Sherry (Amber Midthunder) arbeitet erst … Weiterlesen

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Nathan Caine (Jack Quaid) ist Assistent-Bankdirektor, doch kein gewöhnlicher. Wegen einer Nervenstörung ist es ihm unmöglich, Schmerzen zu empfinden. Wegen diesem Zustand lebt er privat sehr zurückgezogen und hat außer einem regelmäßigen Online-Gamer-Kumpel, keine Freunde.

Sherry (Amber Midthunder) arbeitet erst seit ein paar Wochen in der Bank und nachdem Nate von Beginn an von ihr schwärmt, kommt es doch tatsächlich zu einem Treffen. Es funkt zwischen den beiden, Nate genießt den Rausch des Verliebtseins, doch am nächsten Tag überfallen plötzlich drei Männer die Bank und nehmen Sherry als Geisel…

Von den beiden Regisseuren Dan Berk und Robert Olsen kenne ich bis jetzt nur den sehr gelungenen Film Significant Other, dafür finde ich Hauptdarsteller Jack Quaid wählt immer wieder Projekte, die außerhalb der Norm funktionieren und einfach Spaß machen. Nach dem Trailer war für mich dann völlig klar, solche Filme liebe ich zwischendurch als Ausgleich, einfach perfekt over the top in all den richtigen Bereichen.

Außenseiter bzw. Menschen, die mit ihrem Leben nicht so perfekt klar kommen wie andere, als Hauptfiguren zu wählen, ich für mich ebenso eigentlich immer ein Bonus. Darum finde ich auch die ersten Minuten hier erstaunlich – und zwar auf eine positive, frische Art und Weise – romantisch und man kann Nate völlig verstehen, wenn er für seine Liebe alles aufs Spiel setzt. Alles bedeutet in diesem konkreten Fall, sich den eigenen Körper demolieren zu lassen.

Das passiert dann auf Arten, die dich teilweise zum grinsen bringen, dann gibt es wiederum Sachen, da will man förmlich weg schauen (ich bin bei einer Szene etwa aus meinem Sessel aufgestanden und auf und ab gegangen), da man sozusagen den Schmerz stellvertretend für Nate (mit)empfindet. Auch wie er seine Gegner ausschaltet, das ist der Stimmung entsprechend brutal und es sind Kills dabei, die kreativ sind und ich so noch nie gesehen habe (inklusive einer schönen Wolverine Anspielung).

Was Nate alles passiert, kann freilich kein Mensch überleben, aber neben den Phantom-Schmerzen beim Zuschauen, ist das Unterhaltungs-Level von Beginn an ungebrochen hoch. Die kleinen Details, wie Nate seinen Alltag gestalten muss, da er ja keine Schmerzen spürt oder den Druck auf seiner Blase, das ist dabei nur beim ersten Betrachten witzig und wer eifersüchtig ist und auch gerne nie Schmerzen spüren würde, der merkt spätestens dann, mit wie viel Einschränkungen das verbunden wäre.

Jack Quaid als Nate ist dabei die perfekte Besetzung für diese Rolle. Schüchtern, beobachtend, nerdig, leicht durchschaubar, das ist er zu Beginn. Im Laufe der Zeit kommt dann sowohl sein Humor mehr durch, als auch seine Fähigkeit in völlig irren Situationen, extrem ruhig zu bleiben. So einen besten Freund, möchte man gerne haben und im Vergleich zu seiner letzen (ähnlichen aber negativen) Rolle in Companion, bei der er extrem narzisstische Charakterzüge hatte, ist er hier 100 prozentig sympathisch.

Ebenso Freude bereitet die Performance von Amber Midthunder, die ich seit sie sich vor drei Jahren mit dem Predator in Prey angelegt hat, nicht mehr gesehen habe. Ihre Sherry hat dieses Lachen, womit sie einen ganzen Raum erhellen kann, hinter der Fassade bzw. in ihren Augen kann man aber zahlreiche schlimme Erfahrungen erahnen. Verspielt, clever und kämpferisch, klar, dass sich Nate da verlieben muss. Ray Nicholson (Borderline) rundet das starke Haupttrio ab und er hat sichtlich Freude damit, einen losgelöst skrupellosen Bösewicht zu spielen.

Was soll ich noch schreiben, die Sache hat mich einfach in Summe komplett abgeholt. Spaß, Spannung, zahlreiche Übertreibungen, toll spielfreudige Darsteller und ein Ende, nachdem ich mich richtig gut gefühlt habe. Dieser wilde Trip saugt dich einfach hinein und du vergisst deinen Alltag völlig, genau das eben, was man immer wieder mal im Leben, sehr gut gebrauchen kann, auch wenn dir gerade nichts weh tut.

„Novocaine“ bekommt von mir 9/10 keine Schmerzen zu fühlen nicht mit keine Schmerzen haben gleichsetzende Empfehlungspunkte.

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Der wilde Roboter aka The Wild Robot (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/05/17/der-wilde-roboter-aka-the-wild-robot-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/05/17/der-wilde-roboter-aka-the-wild-robot-filmkritik/#respond Sat, 17 May 2025 05:00:02 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37676 Roz (Lupita Nyong’o) ist ein Roboter, der leider eine Bruchlandung erlitten hat als er ausgeliefert hätte werden sollen. Das Problem: Roz ist so programmiert, dass er seinem Auftraggeber alle Aufträge erfüllt. Jetzt stürzt dieser Roboter in der Wildnis ab und … Weiterlesen

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Roz (Lupita Nyong’o) ist ein Roboter, der leider eine Bruchlandung erlitten hat als er ausgeliefert hätte werden sollen. Das Problem: Roz ist so programmiert, dass er seinem Auftraggeber alle Aufträge erfüllt. Jetzt stürzt dieser Roboter in der Wildnis ab und nun, niemand kann ihm Aufträge geben. Also lernt er die Sprache(n) der Tiere, damit er sich halt doch noch einen Auftrag abholen kann.

Da kommt ihm der Fuchs Fink (Pedro Pascal) unter, der ihm ein Ei klauen will. Roz hat nämlich versehentlich ein Nest zerstört, die Vogel-Eltern zerquetscht und alle Eier bis auf eines kaputt gemacht. Roz will es ausbrüten und großziehen, Fink will es essen. Nun, man einigt sich, denn das Ei ist eine Gans und Fink ist ja quasi ein Gans-Experte und „unterstützt“ Roz bei ihrem Unterfangen … natürlich völlig uneigennützig.

Mit der Zeit entsteht eine Freundschaft, auch wenn alle anderen Tiere im Wald Roz immer noch als Monster sehen. Dazu kommt, dass Roz dazu programmiert ist, nach Erfüllung ihrer Aufgaben bzw. bei Schäden ihren Peilsender einzuschalten, damit ihren Standort freizugeben und ins Werk zurückgebracht zu werden.

Was bedeuten könnte, dass Roz und Brightbill, für den der Roboter tatsächlich mütterliche Gefühle entwickelt hat, sich vielleicht nie wieder sehen werden. Noch dazu ist bis zum Flug in den Süden nicht mehr lange Zeit. Und Brightbill, nun, der kann noch nicht fliegen.

Die Uhr tickt …

„Der wilde Roboter“ ist bei uns gefühlsmäßig ein wenig unter dem Radar geblieben. Zumindest habe ich den Kino-Release nicht mitbekommen und bin nur die Empfehlung eines Freundes darauf gestoßen. Angeblich sei der Film gut. Aha, na dann. Also hab ich ihn mir mit dem Zielpublikum gemeinsam angesehen – sprich: Mit Kindern.

Und was soll ich sagen? Es ist der beste Animationsfilm den ich seit Jahren gesehen habe. Ich habe Tränen gelacht und ich habe geheult vor Rührung. Ich saß mit offenem Mund vor dem TV weil die Bilder so schön und großartig waren und es gab sogar einen herzergreifenden Moment, in dem mein Sohn sich zu mir umgedreht und mich aus dem Nichts ein paar Sekunden lang liebevoll umarmt hat – was im Kontext mit den Bildern, die gerade über den Bildschirm flimmerten dann nochmals zu Freudentränen bzw. Tränen der Rührung meinerseits geführt hat. Ja, Kinder verstehen vermittelte Emotionen sehr gut. (*snief*)

Die Geschichte und die Message sind nicht neu: „Sei mehr als deine Programmierung“, aber halt wirklich gut umgesetzt und für die Kids war es – so kam es mir vor – dass diese Message das erste Mal völlig natürlich rübergekommen ist – ohne Zeigefinger und ohne zu plakativ zu sein. Man spürt diese Message beim Film einfach, da hätte es nicht mal Worte gebraucht.

Generell wird im Film sehr viel mehr einfach gezeigt als es Charaktere erzählen zu lassen und die visuelle Umsetzung ist dementsprechend super gelungen. Das Artdesign bzw. der Stil der Animationen ist nicht die typische Pixar-Knudelligkeit, sondern hat etwas sehr eigenes und fast pinselstrichig Gemaltes. Und wer die Szene im Trailer sieht als Roz die Hand auf den Baum legt und Tausende Schmetterlinge sich erheben – solche Bilder meine ich. Das sieht einfach Hammer aus.

Die Syncho-Arbeit kann ich im Original dieses Mal nicht beurteilen (weil: Kinder), aber die deutsche Synchronisation ist wirklich gut gelungen und packt mit den richtigen Emotionen zu. Passt gut: Gratulation.

Dazu kommt der Humor, der natürlich schon sehr auf Slapstick setzt. Später gibt es ein paar extrem trockene Witze, die vor allem vom Possum kommen, und die wohl nur Erwachsene witzig finden (ich hab mich zerkugelt). Aber natürlich ist und bleibt die ganze Sache kinderfreundlich und ja, es gibt auch ein paar klischeetriefende Ansprachen, die ich – hätte ich den Film allein gesehen – vielleicht unnötig oder als schon zu oft gehört empfunden hätte, aber mit den Kids neben mir – es war schön zu sehen, dass solche Messages auch heutzutage bei Kindern noch immer etwas auslösen und ankommen.

Die ersten paar Minuten war ich sehr skeptisch, ob das wirklich ein Film ist, der für Kinder passt, weil diese sehr actionreich und sehr rasch geschnitten und „gefilmt“ sind, und alles wirklich, wirklich stressig ist. Auch wird Roz anfangs ja von allen abgelehnt und diese Ablehnung wird sehr deutlich gezeigt – ich war mir nicht sicher, ob das die Kids gut aushalten, aber – war kein Thema. Hat geklappt.
Und als dann die „richtige“ Story beginnt, Roz das Ei findet, Fink in der Story dazu kommt und die „Aufgabe“ klar wird – dann schaltet der Film einen Gang in der Action zurück, dafür in der Emotion ein paar Gänge nach vorn.

Der Vollständigkeit halber: Der Film basiert auf einem Buch von Peter Brown und – ich hab’s neben mir liegen aber noch nicht gelesen. Angeblich wurde das Ende verändert, damit der Film ein actionreicheres Ende bekommen kann. Wie gesagt, kann ich noch nicht bestätigen, aber ich kann bestätigen, dass das Ende stimmig ist und dass es sehr hoffnungsvoll aufhört und auch wenn es nur angedeutet wird, wie die Sache wirklich endet: Sogar die Kids haben es verstanden.

Ich mochte auch viele der kleinen Momente, wie zum Beispiel als Longneck (eine alte Gans) Roz auf einmal auf Brightbill (so heißt die Gans, die Roz aufzieht) anspricht und ihm sagt, was er tun muss, um ihn zu befähigen mit in den Süden zu fliegen. Oder auch als der Falke der Gans das Fliegen beibringt … das ist einfach alles hammertoll gemacht.

Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile weiter schwärmen, mache hier aber einen Punkt und sage es mal so: Wer einen Film mit positiver Message und Hoffnung am Ende sehen will, dass das Herz nunmal lernen kann und auch nicht vergißt, der oder die sollte sich das hier ansehen. Es gab sehr viele Momente, die wirklich ins Herz gingen. Und das, obwohl ich „solche“ Filme mit „dieser Art“ Message schon oft gesehen habe in meinem Leben – dieser hier hat aus irgendeinem Grund etwas in mir berührt, was viele Filme mit der gleichen oder einer ähnlichen Message vor ihm nicht geschafft haben.

Spitze. Kann ich nur weiterempfehlen.

„Der Wilde Roboter“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, wirklich sehenswerte, Punkte.

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Adolescence (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/04/19/adolescence-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/04/19/adolescence-serienkritik/#respond Sat, 19 Apr 2025 05:00:12 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37570 Die Tür wird eingetreten und der Sohn wird verhaftet. Die gesamte Familie kommt mit aufs Polizeirevier. Das beinhaltet Vater Eddie (Stephen Graham), Mutter Manda (Christine Tremarco), Schwester Lisa (Amelie Pease) und natürlich den Beschuldigten: Jamie (Owen Cooper). Die Anklage: Jamie … Weiterlesen

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Die Tür wird eingetreten und der Sohn wird verhaftet. Die gesamte Familie kommt mit aufs Polizeirevier. Das beinhaltet Vater Eddie (Stephen Graham), Mutter Manda (Christine Tremarco), Schwester Lisa (Amelie Pease) und natürlich den Beschuldigten: Jamie (Owen Cooper).

Die Anklage: Jamie hat eine Mitschülerin ermordet.

Vater Eddie kann es nicht glauben, aber die Beweislast ist erdrückend. Wussten seine Klassenkolleg:innen, was er getan hat? Waren sie mit dabei? Und warum hat er es getan? Und … wie geht die Familie damit um?

Um es gleich mal vorweg zu sagen: Ja. Adolescence ist starker Tobak. Und nein, es basiert nicht auf einer wahren Begebenheit, aber – und das ist Teil des harten Tobaks – es könnte auf einer wahren Begebenheit basieren. Es ist einfach so beinhart realistisch und es wirft eine Menge an Fragen auf. Vielleicht hat mich diese vierteilige Serie, die pro Folge etwa eine Stunde dauert, deshalb so eiskalt erwischt, weil ich vor Ansicht nichts, wirklich NICHTS über die Serie wusste. Weder Thema noch Machart noch sonstwas.

Und gepackt hat sie mich ziemlich rasch.

Anfangs war ich noch irritiert, weil zwar viel passiert, aber alles irgendwie „langsam“ auf mich gewirkt hat. Langsam mit ungewohnten Pausen dazwischen. Ich habe mich gefragt, warum die Kamera erst bei Person A, dann bei Person B und dann bei Person A hängt und dann – dann hat es „klick“ gemacht. Ich hab’s anfangs nicht bemerkt, aber – jede Folge besteht aus einer einzigen Kamerafahrt. Ihr lest richtig: Jede einzelne Folge kommt völlig ohne Schnitt aus. Sie spielen also in Echtzeit. Das ist anfangs ungewohnt, vor allem in der ersten Folge, weil im Polizeirevier doch viel zwischen den Personen denen man folgt getauscht wird, aber relativ schnell hängt man mit drin. Und der wirklich Kicker in der ersten Folge war für mich der Moment in welchem Jamie und seinem Vater ein Video vom Mord vorgespielt wird. Es war also Jamie.

Nein, dachte ich zuerst. Jemand hat die Kleidung mit ihm getauscht oder sowas. Ich war fälschlicherweise der Annahme, dass es sich um eine „Whodoneit“-Serie handelt, also ein Krimi in dem es darum geht, herauszufinden, wer der wahre Mörder ist. Und dann wurde mir klar, dass ich einem Irrtum unterlag. Es ist kein „Wer war es?“, es ist ein: Was lief da und warum tat er es? Jamie ist der Mörder. Punkt. Das ist kein Spoiler, das ist in Folge 1.

In Folge 2 geht es um seine Mitschüler:innen und Instagram und um Emojis, die eigentlich eine Bedeutung haben, die viele von unser Erwachsenen (ich, als BeispielL) nicht verstehen würden und die Polizei hat vieles missverstanden.

Folge 3 war dann der absolute Hammer für mich: Im Grunde zwei Menschen, die sich gegenüberstehen und die einen Dialog abliefern der eine knappe Stunde dauert – und ich habe schon lange kein so spannendes TV mehr gesehen. Das zeigt wieder einmal, dass sich alle CGI-Effekte und Co hinten anstellen müssen und menschliches Drama, gut geschriebene Dialoge bzw. Konflikte zwischen Personen immer interessanter bleiben werden als alle Actionspektakel der Welt.

In der letzten Folge sehen wir, was das alles mit den Eltern und der Schwester von Jamie macht und welche Fragen sie sich stellen. Ich habe gelesen, dass manche diese Folge lang und schlecht fanden, aber ich als Vater von zwei Kinder, die in dieser Welt mit Social Media und Co aufwachsen werden, muss sagen, dass ich nach Ende der Folge über ganz, ganz vieles nachdenken musste.

Klar – es ist nur Fiktion und nichts an dieser Geschichte ist wahr. Aber die Fragen, die sich mir stellten in Bezug auf meine Kinder, über ihren Umgang mit diversen Dingen, meinen Umgang mit diversen Dingen und was das für mich, die Zukunft und die Zukunft meiner Kinder bedeutet.

Von technischer Seite her, eine absolut großartige Errungenschaft: Allein die Kamerafahrten pro Folge mit allem was rundherum passiert sind unglaublich beeindruckend und absoluter Respekt für alle Mitwirkenden, dass sie das durchgezogen haben. Die schauspielerischen Leistungen sind alle ein Wahnsinn mit leichten Abstrichen für Owen Cooper, aber dies seine erste Rolle überhaupt war, kann man da ein Auge zudrücken. Und der Musikeinsatz ist einfach punktgenau getroffen und ein Wahnsinn.

Extra Respekt an Stephen Graham – der nicht nur Vater Eddie spielt, sondern der auch beim Drehbuch mitgeschrieben hat. Kudos. Hammer.

Alles in allem: Nicht leicht anzusehen, weil starker und harter Tobak, aber eine Erfahrung, die viel Gesprächspotential danach bietet. Absolut sehenswert.

„Adolescence“ bekommt 9 von 10 möglichen, technische grandiose und mit Folge 3 auch eine der besten emotionalen TV-Episoden bietende, Punkte.

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Stellar Blade (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2025/03/22/stellar-blade-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2025/03/22/stellar-blade-game-review/#respond Sat, 22 Mar 2025 05:00:28 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37445 Nachdem die Naytibas auf der Erde aufgetaucht sind, haben sich die Menschen zurückgezogen. Sie wurden beinahe vernichtet. Aber jetzt ist der Tag der Befreiung – denken sie. Eine ganze Armee an EVE-Airborne-Soldatinnen wird über Eidos-7 (früher bekannt als Erde) abgeworfen … Weiterlesen

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Nachdem die Naytibas auf der Erde aufgetaucht sind, haben sich die Menschen zurückgezogen. Sie wurden beinahe vernichtet. Aber jetzt ist der Tag der Befreiung – denken sie. Eine ganze Armee an EVE-Airborne-Soldatinnen wird über Eidos-7 (früher bekannt als Erde) abgeworfen und soll sich bis zum Elder-Naytiba durchkämpfen, denn irgendwo muss es das Nest geben – den Ursprung der Naytibas (entstellte, mutierte Monster).

Aber alles geht schief – am Ende steht EVE allein da und wird nur durch Zufall von Adam gerettet und die beiden machen einen Deal: Eve hilft ihm, Zugang zu geheimen Daten und einer Hyperzelle (eine unglaublich kraftvolle Energiequelle) zu bekommen, dafür hilft er ihr einen Alpha-Naytiba (die den Schlüssel zum Elder-Naybita enthalten) zu finden, denn sie will ihre Mission um jeden Preis erfüllen.

Während ihrer Reise treffen sie auch auf Lily, eine weitere Überlebende des Airborne-Squadrons, welchem auch Eve angehörte – umso besser, dass die Dame Mechanikerin ist.

Aber nach und nach tauchen Zweifel auf. Eve finden Botschaften von jenen, die vor ihr bereits diesen Versuch gestartet haben. Es scheint nicht alles so zu sein, wie ihr und ihren Kolleginnen erzählt wurde. Und als Adam ihr dann auch noch eröffnet, dass es eine Menschenstadt auf Eidos-7 gibt, da kann Eve kaum glauben, was sie hört und sieht. Aber auch in dieser Stadt – Xion genannt – scheint nicht alles, wie es scheint …

Fangen wir mit dem offensichtlichen an: „Stellar Blade“ vom Entwicklerstudio Shift Up sieht unverschämt gut aus. Und in Bewegung noch besser als im Standbild. Die Optik ist detailverliebt, läuft flüssig und ist vom Art-Design her einfach ein Traum. Jede neue Gegend – egal ob Wüste, Kanal, Stadt oder … andere Gegenden: Es sieht toll aus und ist vollgestopft mit unnötigem Krimskrams, der aber einfach eine Atmosphäre schafft, die man mit dem Messer schneiden kann. Hammer.

Nimmt man dann noch die Musik dazu, dann ist man ohnehin völlig platt, denn die ist richtig, richtig gut und wird selbst in Dauerschleife nicht langweilig – also alle Achtung. Immerhin ist das hier das erste(!) richtige Spiel von Shift-Up. Vorher haben sie ein Casual Game gemacht und das hier ist das erste … Triple-A? Double-A? Was auch immer-Game und ich kann es nur wiederholen: Hammer!

Wie bitte? Was? Ihr dachtet, ich will auf etwas anderes, offensichtliches hinaus? Was meint ihr denn?

Achso – ihr meint die Kontroverse, die von vornherein um das Spiel entstanden ist und mit dem Spiel an sich überhaupt nichts zu tun hat? *seufz* Na gut, dann gehe ich halt kurz da drauf ein. Fassen wir es kurz: Eve ist sexy. Und sie kann im Spiel über 40 Kostüme freischalten bzw. herstellen und sicher mehr als die Hälfte davon setzt ihre weiblichen Reize absolut „reizvoll“ in Szene. Ja. Wie schlimm (Vorsicht: Sarkasmus).

Dazu gab es vor der Veröffentlichung des Spiels Aussagen des Spieldirektors, der meinte, man würde sich der Hinterseite von Eve genauso widmen wie der Vorderseite, denn immerhin wurde der Vorderseite eine Brust-Physik spendiert, denn scheinbar ist es extrem wichtig, dass die weibliche Anatomie in einem Spiel wie diesem anatomisch und schwerkraftmäßig korrekt … wackelt. Na dann. Ist mir zwar schnuppe, aber wenn das für wen wichtig ist – soll sein. (Abgesehen davon, dass man Eve normalerweise eh nur in Zwischensequenzen von der Seite oder vorne sieht). Oh – deshalb die Aussage mit der Hinterseite? Ja, die ist auch prominent in Szene gesetzt, allerdings finde ich das jetzt nicht aufdringlicher als in Mass Effect (Hallo, Miranda! Hallo, Ashley!) oder „Nier: Automata“ (Hallo 2B! Hallo A2!) oder so gut wie jedem Tomb Raider und so weiter und so fort. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Entwickler(:innen?) wohl bewusst war, dass man Eve die meiste Zeit über von hinten sieht und deshalb auch die Rückseite aller Kostüme(!) extrem detailliert (also Rücken und Co) designt und durchdacht hat. Soll heißen: Sieht richtig gut aus. Man sehe sich nur die Details am Ende der Overknee-Socks am Bild oben an oder die Cyberpunk-Elemente auf diversen Kleidungen – Hammer. Das ist mal detailverliebt (ich gehe davon aus, dass sich die Aussage also nicht auf Eve’s – virtuelles, digitales, zu 100% nicht reales – Hinterteil bezogen hat. In einem Spielemagazin habe ich folgenden Satz gelesen: „Da werden [beim Hinterteil und den Brüsten] Massen in Bewegung gesetzt“. Keine Ahnung, was solche Aussagen in einem Spieletest zu suchen haben. Seriöser Journalismus bitte, keine pubertierenden Nerds oder so …nur, damit wir das geklärt haben (*räusper*). Und vor allem: Was? Vielleicht bin ich blind und nochmals – ja, Eve ist sexy, aber … was? Kann ich nicht nachvollziehen und nein, sehe ich nicht. Hätte es die Kontroverse nicht gegeben, es wäre mir nicht mal aufgefallen, dass es sowas wie eine „Brust-Physik“ im Spiel gibt).

Allerdings sieht Eve in Bewegung grundsätzlich super aus (wie ohnehin das ganze Spiel) – die Kicks, die Schwerthiebe, das Parieren, eigentlich alles ist super animiert, funktioniert nach einiger Eingewöhnung auch wunderbar und rockt so richtig.

Was macht man also als Eve? Nun – rumlaufen, rumspringen, raufklettern, kämpfen. Und nebenbei eine Entdeckung nach der anderen machen, an deren Ende von Eves Welt kein Stein mehr auf dem anderen steht. Aber das war ja irgendwie zu erwarten.

Und das ist wohl auch der größte Fehler, den sich „Stellar Blade“ leistet: Die Story ist zu 100% vorhersehbar. Ja, es gibt am Weg die eine oder andere Abzweigung, die man vielleicht nicht kommen gesehen hat, aber in Summe ist alles von Anfang an völlig klar. Man weiß, was am Ende kommt, man ahnt die Wahrheit hinter den Naytibas und man weiß auch weit vor dem Ende und der großen Offenbarung wer dahinter steckt.

ABER – und das ist absichtlich in Großbuchstaben – der Weg ist das Ziel. Und der Weg fühlt sich einfach unglaublich gut an. Als ich den Point Of No Return erreicht hatte, dachte ich mir „Okay, … das Endgame kommt aber schon überraschend bald. Ist das Spiel so kurz?“ – und dann ging die Story noch richtig lange(!) weiter. Finde ich großartig. Man lässt sich Zeit eine Geschichte zu erzählen. Man inszeniert sie so, dass man alles ernst nimmt was passiert, man hat ein paar kleine Wendungen und man hat sogar einige Inhalte, die man verpassen kann (die aber toll sind!) und es gibt drei verschiedene Enden, wobei … hm, sagen wir 2,5.

Und die Orte die man besucht – wow. 1A. Ich habe jede Sekunde von Stellar Blade – nach den ersten zwei Stunden Gewöhnung ans Kampfsystem – genossen. Wirklich. Weil das Kampfsystem einfach so viel Spaß macht und es auch Fehler verzeiht. Weil der Skilltree stetig wächst und man den Fortschritt merkt. Weil das Monsterdesign cool und hässlich und gleichzeitig wunderschön ist. Weil die Musik ein Hammer ist, weil die Dialoge zwischen Adam und Lily und Eve einfach nett sind (ja, Kitsch und Pathos, aber bitte – wo nicht?).

Kleine Design-Entscheidungen, die spielerisch null Unterschied machen, aber trotzdem zeigen, wie durchdacht die Entwickler alles haben, heben die Atmosphäre nochmals höher – als Beispiel Eves Schwert, das sie in keine Scheide steckt oder sie sich auf den Rücken schnallt, so wie andere, sondern sie hängt es an ihr Haarband, welches ihren Zopf zusammenhält und das Schwert zerlegt sich so, dass es wie Haarschmuck aussieht. Fand ich super. Auch das viele Bewegungen und kleine Geste einfach anmiert sind. Finde ich toll. Da steckt viel Liebe und Bemühen drin.

… auch wenn viele dieser Dinge aus anderen Spielen bekannt sind, das muss man klar sagen.
Als Beispiele: Die Musik könnte 1:1 aus „Nier: Automata“ stammen (was ein dickes Lob ist – „Nier: Automata“ ist und bleibt wohl der einzige Game-OST, den ich mir importiert habe, weil er so gut ist). Die Animation, wie Eve Truhen öffnet könnte aus den ersten drei „God Of War„-Teilen stammen. Die Finishing-Moves und überhaupt generell viele ihrer Schwert-Moves sind quasi 1:1 „Bayonetta“ (auch hier gibt es schlimmere Vorbilder und ja, es sieht richtig stilisch und cool aus) und die Passagen, in denen man auf dem Schwert „Schlitten“ fährt kennt man auch von woanders.

ABER – erneut absolut bewusst in Großbuchstaben – „Stellar Blade“ ist mehr als die Summe seiner Teile und der Flow, in den man unweigerlich gerät, ist wirklich grandios. Nur noch diese Mission, nur noch da oben nach Dosen suchen, nur noch dieses Camp freischalten, nur noch diese Region erkunden, nur noch schnell Ressourcen sammeln, um ein neues Outfit freizuschalten … also – ja, der Spielfluss ist top.

Ich lese immer wieder mal wo, dass die Dialoge so schlimm sind und man sich fremdschämen muss, aber ich muss auch hier wieder einmal dagegen sprechen: Haben wir Shakespeare vor uns? Nein. Aber den will 2025 auch keiner mehr im Originalton hören. Haben wir Rosamunde Pichler? Nein, auch nicht. Tatsächlich gibt es viele Momente, die geprägt sind von den richtigen Worten im richtigen Tonfall und mit passender Musik unterlegt – auch wenn mich keine der Storywendungen … nein, eine, die mit Lily zu tun hat, die hat mich echt überrascht, aber sonst – keine der Storywendungen per se überrascht hat, sondern eher bestätigt in dem was ich eh schon wusste, so war ich dennoch berührt und die finale Entscheidung ist mir wirklich schwer gefallen. Und ich hatte – glaube ich – dann das beste (zumindest in meinen Augen) Ende. War gut. War richtig gut.

Was ist dann das größte Manko von „Stellar Blade“? Nun, ich würde sagen. Das größte Manko ist sein Vorbild: „Nier: Automata„. Es ist quasi unmöglich, wenn man „NieR: Automata“ kennt, während dem Spielen von „Stellar Blade“ nicht ständig an 2B und 9S und A2 zu denken. Weil es … nun, davon inspiriert ist, ist schwer untertrieben. Tatsächlich könnte man bei „Stellar Blade“ die Bösewichte und die Story austauschen und man hätte quasi ein „NieR“ mit besserer Grafik. Punkt. Auch wenn (sorry, das muss ich einfach anmerken) Eve in keiner Weise mit 2B (oder A2, wenn wir schon dabei sind) in punkto Sex-Appeal mithalten kann. Aber hey – Geschmäcker sind verschieden.

Jedenfalls fühlt sich das alles so dermaßen bekannt an – inklusive quasi aller(!) Story-Twists. Nur, dass halt „NieR“ noch ein paar mehr hat, als „Stellar Blade“. Und das die Macher große Fans sind ist ja nicht erst seit dem „Stellar Blade x NieR“-DLC bekannt, in welchem man durch Emil und dem Sammeln von Stellar Tears Kostüme und Frisuren von 2B und Co kaufen kann. Und – cooles Detail – wenn man dann das anzieht und herumläuft, dann läuft sogar die Musik(!) von „NieR“. So viel zu Fan-Service und Fan-Sein. Ich fand das ganz großes Kino – und das lässt hoffen, wie ein neues „NieR“ optisch aussehen könnte. Ich kriege schon schwache Knie, wenn ich nur daran denke. Tatsächlich kommt „Stellar Blade“ dem Gefühl von „NieR“ so nahe, dass es fast ein Sequel sein könnte. Und wenn das mal kein Lob ist, dann weiß ich auch nicht (erneut: Mit Abstrichen – ich glaube nicht, dass man „NieR: Automata“ toppen kann).

Jedenfalls: An der Ambition ein neues „NieR“ zu sein scheitert „Stellar Blade“. Zu wenig Abwechslung, zu wenig Überraschung, zu wenig packende Emotion, zu wenig Änderungen im Gameplay, zu wenig Risiko in der Story und dem, was man sich machen traut. Während „NieR: Automata“ kein Spiel ist, sondern eine emotionale Erfahrung, die man macht, bleibt „Stellar Blade“ „nur“ ein Spiel. Ein richtig, richtig gutes, cooles, feines, atomsphärisch dichtes, spannendes, kultiges Spiel bei dem ich absolut auf einen Nachfolger hoffe und das wohl beste Action-Spiel seit „Bayonetta“ (auf der PS3), das ich seit langem gespielt habe.

Oder – um die Kontroverse lächelnd zu ignorieren – mit anderen Worten: Sexy, berührend UND großartiges Gameplay mit toller Atmosphäre? Ja. Danke. Bitte mehr davon.

„Staller Blade“ bekommt 9 von 10 möglichen, seine Ambitionen fast erreichende, Punkte.

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