Nina (Filmkritik)

Bereits im Alter von vier Jahren beginnt Nina Simone (Zoe Saldana) mit dem Klavierspielen und lernt mit der Zeit auch noch zu singen. 1957 veröffentlicht sie schließlich ihr erstes Album, nur kurze Zeit später wird sie von ihren Fans als „High-Priestess of Soul“ bezeichnet. Doch im Privat-Leben der gefeierten Jazzmusikerin läuft nicht alles so rund…

Nina

„Nina“ handelt hauptsächlich von den letzten Jahren im Leben der fantastischen Sängerin Nina Simone. Rund um den Filmstart dieses Films gab es immer wieder negative Schlagzeilen, vor allem weil Zoe Saldana – eine Latina – eine Schwarze spielt. Die Familie von Nina Simone war entsetzt von der eigentlichen Handlung und distanzierte sich aufs heftigste von diesem Film.

Zoe Saldana (Star Trek Into Darkness) als Nina liefert nicht unbedingt die beste Leistung ihrer Karriere. Ihre Performance leidet unter schlechtem Old-Age Make up und man merkt, dass sie sich in dieser Rolle nicht komplett wohl fühlt. Die Ticks und typischen Bewegungen der Sängerin sehen an Saldana unnatürlich aus. Ursprünglich hätte Mary J. Blige diese Rolle spielen sollen. Mir persönlich ist es komplett egal welche Hautfarbe die Hauptdarstellerin hat, solange die Performance passt, was aber hier leider nicht der Fall ist. Oft ist es von Vorteil wenn Schauspieler in Filmen die Songs ihrer Vorbilder selber singen, aber hier tut sich Saldana keinen Gefallen, denn im Vergleich zu Simone kann man nur abstinken. Sie hat keine schlechte Stimme, aber sie hat einfach nicht den Flair von Simone.

David Oyelowo (The Butler) spielt Ninas Krankenpfleger/Assistenten/Manager Clifton, der alle Mühe hat, Nina zu bändigen. Nina wirbt ihn aus einer psychiatrischen Klinik ab, wo er sie als Krankenpfleger betreut, was ja schon einmal äußerst schräg wirkt, aber okay. Anfangs geht er recht blauäugig an seinen Job heran, erkennt jedoch schnell, dass nichts so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Er ist quasi Simones Kindermädchen und da die Sängerin sich weigert ihre Medikamente zu nehmen, ist sie sehr unberechenbar. Oyelowo ist der Ruhepol in diesem Film, doch selbst er schafft es nicht Ordnung in dieses Durcheinander zu bringen.

Das Drehbuch ist ein weiteres Problem, denn es trieft von Klischees und lässt Simone in einem äußerst unvorteilhaften Licht erscheinen, wo ich mich dann frage, ob es wirklich nötig war, diese Ausnahmekünstlerin so darzustellen. Weiters fehlt für mich wirklich Substanz, denn in dem Teil ihres Lebens, in dem „Nina“ spielt, passierte für mein Empfinden nicht allzu viel, was dann auch eine Spielzeit von nur 80 Minuten durchaus erklärt. Ich denke, dass das komplette Leben der Sängerin sehr viel Stoff für einen genialen Film geboten hätte und kann mir daher den Fokus auf ihre letzten Lebensjahre nicht ganz erklären.

Wie viel von diesem Biopic dann tatsächlich der Wahrheit entspricht ist durchaus fraglich, denn vieles scheint frei erfunden, wie zum Beispiel die angedeutete Beziehung zwischen Nina und Clifton, denn dieser war im wahren Leben homosexuell.

Fazit: „Nina“ ist meiner Meinung nach am Ziel vorbeigeschossen und dann noch in die falsche Richtung abgebogen. Saldana zu casten war eine Fehlentscheidung, die allerdings nicht mit ihrem Teint zu tun hat, sondern damit, dass sie Simone wirklich null ähnlich sieht und auch geschätzte 20-30 Jahre zu jung für die Rolle ist.

Dieser Film bekommt von mir 4,5/10 das Thema verfehlende Empfehlungspunkte.


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