Video Games: The Movie (Filmkritik)

Zach Braff (Garden State, Scrubs), Sean Astin (Herr der Ringe), Will Wheaton (Star Trek, The Big Bang Theory), Donald Faison (Scrubs, Skyline) haben etwas gemeinsam. Sie alle lieben Videospiele. So sehr, dass sie in einer Dokumentation darüber mitgewirkt und diese teilweise sogar produziert haben. Natürlich kommen auch die Stars der Szene zu Wort, wie Nolan Bushnell, Cliff Bleszinksi oder Brian Fargo. Worum es geht? Um die Faszination, die Entstehung die Kultur und … überhaupt alles rund um Videospiele.

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Der Film gibt einen kurzen Rückblick über die Entstehungsgeschichte von Videospielen, ihre Meilensteine und sogar einen kurzen Ausblick. Die erste Hälfte der Dokumentation ist – ehrlich gesagt – ein wenig langweilig und Regisseur Jeremy Snead flieht für meinen Geschmack ein wenig zu oft auf seine 3D-Chronologie – ein Zeitstreifen in 3D-Grafik. Der Erzähler ist Sean Astin und er macht seine Sache sehr gut. Wer sich ein wenig in der Videospielgeschichte auskennt, der wird hier nicht wirklich viel Neues finden oder hören oder sehen, aber die Dokumentation ist zumindest unterhaltsam gemacht und viele der eingeblendeten Spiele kennt man. Highlights sind immerhin die vielen zu Wort kommenden Szene-Größe und/oder Berühmtheiten aus Film und Fernsehen.

Der Film dauert etwa 100 Minuten und trotzdem haben sich ein paar Längen eingeschlichen. Im Grunde wird einfach zu viel versucht, die Thematik zu breit gestreut und zu wenig Tiefe geboten. Man kann keinen Film machen, der die Geschichte der Videospiele umfasst, die Kultur, den E-Sport, die Evolution der Spiele hin zu einem narrativen Medium (von Space Invaders zu Uncharted ist es ein weiter Weg) und dabei wirklich die Tiefe gehen.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand, der diesen Film gesehen hat danach mehr Empathie für Videospiele hat oder auch nur im Ansatz mehr mit Spielen anfangen kann, dazu wird die Sache zu oberflächlich behandelt und nur weil Leute wie Zach Braff oder Will Wheaton behaupten, sie würden Spiele lieben, dann kratzt das defakto niemanden.

Auf der anderen Seite – ich mag Videospiele bereits und deshalb fand ich den Film ganz okay, zumal ich ein paar Dinge erfahren habe, die ich nicht wusste und ich mich immer freue, wenn jemand Spielereihen, die ich gern habe wie zB Mass Effect, als positive Beispiele erwähnt.

Die Highlights im Film sind klar bestimmte Anekdoten, kombiniert mit den Problemen, die manche Designer sehen/haben, wenn es um die Komplexität der Erstellung von Videospielen geht. Klar – ist es Kunst? Ist es Mist? Wenn ja, warum und wenn nein, wer sagt das? Aber auch hier geht die Diskussion bzw. die Dokumentation leider unter und es bleibt bei einzelnen interessanten Aussagen, die aber nie näher beleuchtet werden. Ein wenig mehr Fokus auf ein Thema (zB die Ausrichtung hin auf narratives Gameplay) hätte sicher gut getan, zumal sich da viele einzelne Themen aufgetan hätten („In the beginning we did only know the aliens [in Space Invaders] wanted to kill us – now we even know the names of their grandmothers …“). Da wäre viel Potential drin gewesen.

Kurz gefasst: Findet ihr Videospiele bereits super, dann werft einen Blick auf „Video Game: The Movie“, der Film könnte euch unterhalten. Wenn ihr die Materie langweilig findet oder verstehen wollt, warum Videospiele eine so große Faszination auf andere ausüben, dann vergesst es: Der Film wird euch nicht näher ranbringen.

„Video Games: The Movie“ ist ein netter Versuch, aber auch nicht mehr und bekommt 6 von 10 Punkten von mir.


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